Missbrauchte Kakteen mit Strohblüten, Hüten oder Plastikaugen
Im Supermarkt treffe ich sie immer wieder, manchmal im Gartencenter, oft im Baumarkt, zuletzt gab es ein “Geschenk”, als ein Drehteam von der ARD in unserer Gärtnerei war …
Die Rede ist von mißhandelten Kakteen – mit Strohblüten beklebt, angesteckten Hüten, Nasen oder Augen, oder ganz und gar lackierten Pflanzen.
Kann man diese Pflanzen überhaupt retten, kultivieren?
Man kann.
Wie das genau geht und weitere Antworten auf diese Fragen in den nächsten Tagen an dieser Stelle.
Erstes Thema: “wie bekomme ich die überflüssigen “Anbauten” entfernt, ohne den Kaktus zu killen?”
Heute früh war ich auf dem Anger. In der alten Hauptpost residiert nicht nur das cosmo, direkt um die Ecke sitzt auch Salve TV. Und dort habe ich heute früh ein kurzes, nettes Interview über Kakteen-Haage gegeben.
Ulrich Haage schrieb Dienstag, 19. Juni 2012
· unter pfleglich
Was machen wir bei Kakteen-Haage, damit unsere Epis jedes Jahr blühen?
Hier die wichtigsten Punkte, auf die jeder in seiner Epicactus-Sammlung achten sollte:
Winterruhe – im Winter halten wir unsere Epis kühler, bei etwa 12-15°C und gießen maximal alle sechs Wochen. Diese Ruhezeit ist nötig, damit die Pflanzen Knospen für das folgende Jahr ansetzen können. (Störung in der Ruhezeit ist der häufigste Grund für fehlende Blüten)
Gut ernährt – in der Vegetationszeit werden unsere Pflanzen regelmäßig gegossen und flüssig mit Blattzellennährstofflösung gedüngt. Beim umtopfen geben wir gern extra Hornspäne in die frische Epi-Erde. Erst so werden die Pflanzen kräftig genug, um die zum Teil recht großen Blüten ausbilden zu können.
Licht – auch wenn Epis unter dem schattigen Blätterdach des Regenwaldes zu Hause sind – dort ist es deutlich heller, als in unserem Wohnzimmer – darum auch Epicactus-Hybriden immer hübsch ins Licht rücken – wenn möglich ist im Sommer ein Platz im Garten in einem Baum der ideale Standort für Epis.
Unwillig? Es gibt den Mythos des “Bockes”. So werden Pflanzen genannt, die angeblich unwillig sind, zu blühen. Dieses Phänomen tritt sehr selten auf und dann auch nur an Einzelpflanzen. Wenn ein ganzer Bestand nicht blühen will, ist dies ein sicheres Zeichen, noch einmal an den Kulturbedingungen zu drehen.
Eine Geheimwaffe für besonders viele Blüten kursiert schon seit langem unter den Kakteenfreunden: Baldrianblütenextrakt. Angeblich sorgt der Baldrianblütenguß im Herbst für ein Blütenmeer im Folgejahr.
Ulrich Haage schrieb Donnerstag, 17. November 2011
· unter pfleglich
Eigentlich machen die meisten Menschen alles richtig mit ihren Geldbäumchen (Crassula portulacea oder Crassula ovata). Dennoch hält sich das Gerücht hartnäckig: die Pflanzen blühen erst ab einem biblischen Alter. Richtig ist: mit einfachen Tricks können auch schon junge Pfennigbäume blühen – und hier zeigen wir, wie das geht.
Ruhezeit zur Anlage der Blüten von Anfang September bis Ende Dezember
hell und kühl stellen (z. B. Treppenhaus)
nicht giessen …
ganz kleine Pflanzen können ab Dezember einmal im Monat an einem sonnigen Tag gegossen werden
große Pflanzen bleiben sogar bis nach der Blüte im Januar trocken stehen – das schont die Wurzeln und die Substanz ist ausreichend für die Wasserversorgung
Wer einen eigenen Geldbaum mit Blütengarantie haben möchte, kann diesen im Moment hier knospig kaufen – allerdings haben wir nicht so schrecklich viele Exemplare von diesen schöne Pflanzen. Alternativ gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit der Stecklingsvermehrung. Hilfreich ist es, die Stecklinge von Pflanzen zu nehmen, die schon einmal geblüht haben1 – bei der richtigen Behandlung klappt es dann auch ganz schnell mit eigenen Blüten am kleinen Pflänzchen.
Übrigens … im Kakteenforum habe ich schon 2003 einen Artikel geschrieben, wie man Geldbäumchen erziehen kann – also in eine gewünschte Form bringen. Und im Archiv gibt es eine lange Korrespondenz dazu.
Und ein schöner Beitrag wie es mit der Vermehrung gut klappt hat Stephanie im Gärtnerblog geschrieben.
Hier Fotos, die ich eben in unseren Beständen geschossen habe. Hier kann man auch die vielen verschiedenen Laub-Varianten sehen, die in der Herbstsonne wunderbar leuchten.
selten, aber es gibt manchmal auch sogenannte “Böcke” die nicht blühen, aber bevor Sie jetzt Ihre Pflanze, oder die Ihrer Nachbarin verdächtigen, dies kommt sehr selten vor, 98 % der Blüh-Ausfälle sind auf die fehlende Ruhezeit zurückzuführen [↩]
Ulrich Haage schrieb Montag, 1. August 2011
· unter pfleglich
Immer wieder empfohlen: die Kalidüngung, aber wie wirds genau gemacht?
Hier Hintergründe und How to:
Was ist drin: Unser Kalidünger enthält weder Stickstoff, noch Phosphor, aber etwa 1 % Magnesium sind noch dabei.
Die Vorbereitung ist ganz einfach: 30 g Dünger in 10 l Wasser einrühren und gut auflösen. Mit der Lösung die Pflanzen gießen – reicht für etwa xx Quadratmeter.
Und wann: Wir empfehlen die Kalidüngung in erster Linie zum Abschluss der Vegetationsperiode im Herbst. Die beste Zeit ist nach unserer Beobachtung etwa Mitte August – danach sollen sich die Pflanzen auf die Winterruhe vorbereiten.
Warum das Ganze, was bringts: Durch die Kalidüngung wird die Zellstabilität der Pflanzen verbessert. Die Pflanzen sind wiederstandsfähiger gegenüber Krankheiten, Pilzen und Schädlingen. Ganz besonders wichtig ist die Kalidüngung aber für winterharte Kakteen. Sie sind danach für Kälte und Winterstrapazen einfach besser gewappnet.
Ulrich Haage schrieb Freitag, 29. Juli 2011
· unter pfleglich
Schon seit einiger Zeit auch bei Kakteen unterwegs, verhilft der Winzling Bacillus subtilis zu besserem Wurzel-Leben.
Sie finden ihn in unserem Beiz-Komplex – sehr wirksam bei der Unterstützung von Aussaaten, aber auch bei Pflanzen mit Wurzelproblemen.
Der mdr hat den “Entdeckern” dieser nützlichen kleinen Lebewesen einmal über die Schulter geschaut – und auch gleich Erfahrungen von Gärtnern in Berlin eingefangen.
Ulrich Haage schrieb Donnerstag, 28. Juli 2011
· unter pfleglich
Bei mancher sensiblen Kakteenart gibt es den gut gemeinten Ratschlag:
“… und den Wurzelhals immer schön trocken halten”
Konsequenz heißt nicht, die Pflanze mit Papiertüchern abtupfen, auch nicht nur von unten giessen, oder den Topf tauchen.
Die Lösung ist ganz einfach:
Wir streuen für einen trockenen Wurzelhals einfach den obere Bereich der Erde1 mit reinem groben Blähschiefer2 ab. Dort hält sich dann keine Feuchtigkeit mehr auf Dauer, die Fäulnisgefahr ist deutlich reduziert.