CactusPodcast 023 Aloe vera – ein Interview mit Melanie Öhlenbach

Aloe vera zu Hause pflegen – Episode 023

10 Fakten über die Königin der Heilpflanzen – Interview mit Melanie Öhlenbach

Aloe vera trägt den Beinamen Königin der Heilpflanzen – unter anderem, weil ihre heilende Wirkung schon seit Menschengedenken genutzt wird.
Und genau darum geht es in dieser Episode 23 im CactusPodcast.
Ulrich Haage im Interview mit Journalistin und Bloggerin Melanie Öhlenbach.
Mel bloggt privat auf www.kistengruen.de, sie hat ein schickes Buch über ihren Stadtbalkon geschrieben, im Job arbeitet sie für die Deutsche Presseagentur.
Das Interview kam im Auftrag des Bundesverband Einzelhandelsgärtner und dem Grünen Medienhaus zustande – das ist der Grund, weswegen wir etwas Blogger/Podcast-unlike etwas förmlich miteinander sprechen.

Aloe vera - Interview mit Melanie Öhlenbach und Ulrich Haage

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kaktus-Interview

Aloe vera – zuhause pflegen

  • warum muß ich eine Aloe vera im Haushalt haben?
  • woran erkenne ich beim Kauf eine gesunde Pflanze?
  • Aloe hilft bei Verbrennungen auf der Haut – wie geht das?
  • woran erkenne ich ältere Pflanze?
 
Kev Ins Cereus peruvianus im Wintergarten
 

Wie halte ich meine Aloe vera fit und gesund?

  • Schädlinge bei Aloe?
  • wann muß ich meine Aloe vera umtopfen?
  • ab welchem Alter kann ich Aloe vera Blätter ernten?
  • wo kann ich meine Pflanze am besten halten?
  • braucht meine Aloe tatsächlich Schatten im Sommer?
  • in welcher Erde gedeiht Aloe am besten?
  • Aloe und Torf – verträgt sich das?
  • wie klappt das mit dem gießen, wie dosiere ich ganz präzise?
  • Tauchbad – und Aloe mag keine Übertöpfe!
  • wie und wann dünge ich richtig – und am besten womit?
  • kann meine Pflanze auch draußen im Garten überwintern – und was ist ein guter Platz für die Überwinterung?
  • Umzug – wann muß ich meine Aloe umtopfen?
  • darf ich die Wurzeln abschneiden oder kürzen?
  • Trauermücken – können die gefährlich für meine Aloe vera sein? – hier gehts zur Episode zum Thema Trauermücken

CactusPodcast

Ist Aloe vera eigentlich frosthart?

Dazu sage ich üblicherweise ganz klar NEIN! Frost und Aloe sind selten gute Freunde. 

Im Kaktusgärtneralltag machen wir aber seit einigen Wochen ein Experiment. In der Gärtnerei stehen noch einige große Pflanzen draußen. Im Moment mitten im Schnee – und kalt ist es dazu auch. Eine Prognose, wie viel Frostgrade die Pflanzen aushalten werden, mag ich noch nicht abgeben. Ich werde euch aber über die Entwicklung auf dem Laufenden halten. (und wer sich jetzt Gedanken um die armen frierenden Pflanzen macht – sie waren bereits auf dem Weg zum Kompost – auf diese Weise können wir unsere Erfahrungen auch allen anderen zugänglich machen)
Nach aktuellem Stand sind die Temperaturen bislang noch nicht unter -5 °C gefallen – und die Pflanzen sehen – Stand heute – ganz vergnügt und munter aus.

Mehr Aspekte zum Thema winterhärte von Aloe vera gibt es in der CactusPodcast-Episode zu hören – und im Video das unten verlinkt ist.


Frosthärtetest - Aloe vera im Schnee bei Kakteen-Haage

Frag den Kaktusgärtner

Diesmal gibt es gleich drei Fragen zum Thema Aussaat – zu unserem letzten Youtube Video
 
wie muss ich den Sämlinge über den Winter bringen? wie die Alt-Pflanzen komplett trocken oder ist das von Art zu Art unterschiedlich? Bei was für eine Temperatur ist die Winterruhe zu machen? Mir wurde gesagt der Sand der oben drauf kommt ist damit der Hals des Kaktus nicht faulen kann.
 
was passiert mit den Aussaatkisten in den nächsten Tagen/Wochen? Muss die Oberfläche feucht gehalten werden? Wie sollten die Temperaturen sein? Was macht ihr nach den genannten 3/4 Wochen? Sollte man die Aussaat generell nicht abdecken, oder geht es auch mit einer Plastikhaube eines Anzuchthauses?
Die Antworten darauf sind einfach und unkompliziert:
  • Die Sämlinge sind mit der aufgesaugten Feuchtigkeit in der Aussaaterde meist für die nächsten 3-4 Wochen ausreichend mit Wasser versorgt
  • Temperaturen für die Aussaat: 20 bis 25° C, hilfreich ist eine 2-5 Grad niedrigere Temperatur in der Nacht
  • Abdecken mit Quarzkies ersetzt Glasscheibe, Abdeckhaube oder Folie – und natürlich werden die kleinen Sämlinge dadurch auch vor Fäulnis am empfindlichen Wurzelhals geschützt.

Aloe – alles easy – oder ein schwerer Fall?

Die Antwort ist leicht zusammenzufassen – genauso kinderleicht wie die Pflege:
Aloe vera ist ebenso pflegeleicht wie heilsam.
  • am besten ist ein kühler, heller Standort
  • lieber zu wenig Wasser und Dünger als zu viel
  • spätestens alle zwei Jahre ein passender Topf und frische Kakteenerde
Wer jetzt mitgezählt hat, der kommt natürlich auf 20 und nicht nur auf 10 Fakten und Antworten rund um Aloe vera.
Halb so schlimm, oder?

Was kommt als nächstes?

Der CactusPodcast kommt wieder in Episode 024 – dann voraussichtlich zum Thema Kakteen-Haage Katalog und meine Geheimtipps rund ums bestellen.
Bis dahin bleibt gesund und glücklich – alles Gute für ein gesundes neues Jahr 2021.
 
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.

 

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Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.

Shownotes:

Hier könnt Ihr einige der Veröffentlichungen lesen, die aus dem Interview entstanden sind:
 
und hier die erwähnten Videos:
Aloe – drei Tipps zur Pflege – https://youtu.be/tI8QbYS0w8E
Aloe vera im Schnee – wie viel Frost verträgt sie? – https://www.youtube.com/watch?v=SBd_Lip7N9w
 
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Melanie Öhlenbach

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Mehr Interviews im CactusPodcast:

  • CactusPodcast 005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
  • CactusPodcast 012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
  • CactusPodcast 013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
  • CactusPodcast 021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
 
 
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CactusPodcast 022 Ariocarpus retusus – Kataloggeschichte 2020

Ariocarpus retusus – Episode 022

Der Held auf der Titelseite des Katalog 2020 mal genauer betrachtet

Er hat mehr Sprengkraft als ein Chinaböller aus Polen und ist trotzdem ein eher ruhiger Zeitgenosse.
Bald ist Weihnachten und dann liegt der Kakteen-Haage Katalog 2020 im Briefkasten. Ich habe mir heute mal die Pflanze auf der Titelseite angeschaut: Ariocarpus retusus.
 
Ariocarpus retusus – die Galionsfigur des Kakteen-Haage Katalog 2020 
(… übrigens der erste Katalog der fast ausgefallen wäre – doch dazu später mehr.)
Die Pflanze auf dem Katalog-Titel bekommt nicht nur viel Aufmerksamkeit, ich stecke auch immer viel Zeit in Recherche, um Hintergrundgeschichten herauszufinden, die auch für mich neu sind. Meist ist es dann so, dass dann nur ein Bruchteil der ganzen Geschichten Platz in der schmalen Spalte findet und deswegen habe ich schon vor einigen Jahren begonnen, diesen Geschichten hier im Cactusblog zu erzählen – und jetzt kommt die erste Kataloggeschichte auch in den CactusPodcast.

Die Gattung und viele Namen

Bevor ich Ariocarpus retusus genauer anschaue noch ein paar Gedanken zur Gattung Ariocarpus.
Die Gattung wurde 1838 von Michael Joseph Scheidweiler beschrieben. Wie der Name entstanden ist – dazu habe ich keine Informationen gefunden. Der deutsche Name Mehlbeerfrucht oder Wollfruchtkaktus liefern einen Hinweis auf die typische weiß bis gelb-braune Wolle an den Axillen der älteren Pflanzen.
Es sind sechs bis acht Arten anerkannt – je nach Glaubensrichtung. Die Heimatgebiete sind von nördlichen Mexiko bis ins südwestliche Texas zu finden und dort gibt es sehr viele Bezeichnungen:
  • Chaute oder Chautle
  • Tsuwin
  • Living Rock, Living Rock Cactus, Living Rocks of Mexico, Flowering Rocks
  • Star Rock, Seven Stars
  • Peyote Cimarron
  • False Peyote
 
Falscher Peyote
… damit sind wir schon beim ersten spannenden Thema bei unserem Ariocarpus retusus: „falscher Peyote“. 
Peyote ist Lophophora willamsii – aber was sollen die beiden Pflanzen miteinander zu tun haben?
Am Aussehen kann diese Namensgebung nicht liegen, der Habitus könnte kaum unterschiedlicher sein. Der echte Peyote ist förmlich rundgelutscht, während der Ariocarpus eher an ein Nest frisch geschlüpfter Sternenzerstörern erinnert. Parallelen gibt es aber trotzdem gleich mehrere – in den alkaloiden Inhaltsstoffen.

Ariocarpus retusus - auf dem Kakteen-Haage Katalog 2020

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kataloggeschichten

 

Alles Anhalonium

Und noch eine Verbindung zu Lophophora wird beim zweiten Hinsehen sichtbar. In grauer Vorzeit hieß Ariocarpus retusus noch Anhalonium retusum. Lophophora williamsii hieß damals noch Anhalonium lewinii.
Die heute nicht mehr gültige Gattung Anhalonium geht übrigens auf Fürst Salm-Dyck zurück. Damals gab es viel Bewegung in den Namen, manchmal ging es drunter und drüber, deswegen beschrieb Charles Lemaire 1839 die heutige Art Ariocarpus retusus noch einmal als Anhalonium prismaticum.
Anhalonium – das Alkaloid ist eine Parallele – es heißt heute Hordenin und ist in vielen Ariocarpus zu finden, genauso in Lophophora – und ein bisschen übrigens auch in Bier.
Und ein letztes: A. retusus war die erste beschriebene Art in der Gattung Ariocarpus. Wer mehr dazu wissen möchte: Wikipedia hat einen schönen Artikel über die Gattung in dem speziell die Entdeckung, die wechselhafte Namensgebung und die verwickelte Geschichte schön erklärt wird. Ultimativ ist aber das Buch Ariocarpus et cetera von John Pilbeam – und das lohnt sich auch für alle, die es nicht so mit der englischen Sprache haben. Die Fotos von Bill Weightman sind einfach genial – die machen ein Pfützchen auf der Zunge. Und dazu Pflegetipps zu Ariocarpus und vielen anderen „heiklen Kakteen“ aus Mexiko – das gibt’s mit dem neuen Katalog auch in unserem Shop. Link zu beiden Seiten in den Shownotes.
 

Schutzstatus

Überrascht hat mich auch: so streng geschützt wie die Pflanze im CITES Anhang A ist, die Einstufung nach der „Roten Liste“ steht auf „in der Natur nicht gefährdet“ – und das freut mich sehr. Wie diese widersprüchliche Einstufung zustande kommt ist mir allerdings ein bisschen Rätselhaft.
Ariocarpus retusus gilt in der Gattung noch als einer der pflegeleichteren. Dennoch hat die Gattung den Ruf sehr empfindlich zu sein. Ob dieser Ruf berechtigt ist?
Ich bekomme manchmal Bauchschmerzen, wenn ein ahnungsloser Kakteenfan einen betagten Ariocarpus kauft, denn Anfängerpflanzen sind das ganz sicher nicht.
 

Pflege

Aber mit ein wenig Fingerspitzengefühl sind Ariocarpus auch nicht so schwer zu halten. Bei ihnen gilt, was bei den meisten anderen Kakteen bestens hilft: wenn du unsicher bist – dann mach am besten gar nix – du weißt schon – wie bei Männern. Unsere Ariocarpus Mutterpflanzen stehen im Anlehngewächshaus ganz oben auf der obersten Etage unter dem Dach, im Sommer ist das der Platz mit den höchsten Temperaturen in der ganzen Gärtnerei. Oft werden sie bei der Pflege vergessen – und auch beim gießen. Schlecht geht es ihnen mit dieser Behandlung bei uns nicht. Das Wachstum ist jedenfalls ordentlich.
 

Erde – und das Thema Kalk

In der Heimat stehen die Pflanzen meist in fetten, kalkhaltigen Böden – gleich ein Wink zum Substrat. Bei uns wachsen sie in unserer mineralischen Kakteenerde die mehrheitlich auf thüringer Löss-Lehm basiert – und die übrigens ursprünglich eben für unsere Ariocarpus Mutterpflanzen ausgetüftelt worden ist. Und der explizite Hinweis auf Kalkbedarf bei manchen Kakteen – davon spricht mein Vater regelmäßig, denn meist sagt man ja „Kakteen und Kalk sind keine Freunde“. Das stimmt so aber nicht – und deswegen haben wir auch verschiedene kalkhaltige Zuschlagstoffe im Sortiment – siehe Shownotes.
Aber aufpassen: bitte kein Kalzium-Hydroxyd oder handelsübliche Kalk-Dünger verwenden, das könnte die Wurzeln schädigen. Besser geeignet sind Kalkgesteine (Dolomit), die bringen auch noch Magnesium mit und Kalzium liegt als lösliches Bicarbonat vor.
(Kritische Erde)
Unsere Erde ist durchaus kritisch – und sie hat einige Eigenschaften, die den Anforderungen an Kakteenerde überhaupt nicht entsprechen. Der Lehm sorgt zum Beispiel dafür, dass die Erde nach dem ersten gießen eher die Konsistenz von Beton annimmt. Das Wasser bleibt relativ lange darin gespeichert.
Das ist eigentlich überhaupt nicht gut.
Eigentlich.
Das größte Problem: die Pflanzen mögen das.
Aber nur wenn man eine der wichtigsten Grundregeln der Kakteenpflege beachtet: 
Durchdringend gießen. Vollständig austrocknen lassen.
… das gilt natürlich auch bei jeder anderen Erde.
 
Wer ein ganz einfaches Rezept für Ariocarpus Erde ausprobieren möchte – bitteschön:
  • 30% Thüringer Löss Lehm
  • 20% Kalksplitt
  • 50 % Sand Körnung 2-8 mm
  • wenn die Mischung etwas leichter sein soll – einfach einen Teil Sand durch Bims ersetzen

CactusPodcast


Gießen

  • Grundregel: durchdringend gießen, danach komplett austrocknen lassen
  • wir empfehlen zum gießen immer Regenwasser
  • nach der Blüte im Sommer folgt bei Ariocarpus die Ruhezeit: kein Wasser mehr bis zum nächsten Frühjahr.  Das Wasser aus der Wachstumszeit wird in den dicken Rübenwurzeln gespeichert und versorgt die Pflanze für fast ein halbes Jahr.
  • beim gießen sollte die Pflanze selbst möglichst nicht nass werden, also entweder in den Topf neben der Pflanze gießen, oder du stellst den Topf in eine Schale mit Wasser und lässt ihn sich vollsaugen. Nicht vergessen: danach, bis zum nächsten gießen muss die Erde wieder vollständig austrocknen!
 

Wurzelfahrstuhl, explosives und andere schräge Eigenschaften

In diesem Jahr habe ich einiges an ungewöhnlichen Dingen über sukkulente Pflanzen gelernt – und zwar bei den Planungen für das Danakil-Wüstenhaus. Auch die Ariocarpus waren dabei Thema. Die dicken Speicherwurzeln verankern die Pflanzen fest im Boden, aber sie können auch dafür sorgen, dass sie bei großer Trockenheit gewissermaßen in der Erde versinken. Wie ein kleiner Fahrstuhl sozusagen.
Wie das genau funktioniert, das kann man ab 23.4.2021 im Danakil Wüstenhaus auf der BUGA in Erfurt erkunden.
Apropos: unsere Azubis haben im Spätsommer auch mal unsere alten Ariocarpus erkundet und umgetopft – und die gibt’s jetzt zu kaufen – im Shop – und sobald wir die Gärtnerei wieder öffnen dürfen – dann auch wieder im Gewächshaus.
Umtopfen ist auch noch ein Stichwort: unsere Ariocarpus Mutterpflanzen stehen in dicken alten Tontöpfen und werden ein- bis zweimal im Jahrzehnt umgetopft. Eher einmal.
In der Wachstumszeit kann es auch mal gefährlich sein, unter den Mutterpflanzen herumzuspazieren. Wenn im Gewächshaus ausgiebig gegossen wurde, dann pumpen sich die Rübenwurzeln richtig mit Wasser voll und das gibt ordentlich Druck auf den Tontopf. Und zwar solange bis er mit einem Knall platzt. Und dabei kann einem schon mal eine Tonscherbe an den Kopf fliegen. Im Sommer müssen wir regelmäßig die Töpfe kontrollieren, sonst stehen die Wurzeln im Freien.
Das gleiche kann übrigens auch bei Kunststofftöpfen passieren. Allerdings ist es da nicht so gefährlich – da fliegt nix weg.
 

Astronomisches und gemeine Fallstricke

Ich hab einen schönen Satz über Ariocarpus in den USA gefunden: „… die Pflanzen werden in Kakteengärtnereien oft zu astronomischen Preisen gehandelt …“
Hm. Wir haben Ariocarpus im Gewächshaus, die kosten so viel wie zehn kleine Mammillaria. Das ist ein utopischer Preis, oder?
Wenn die Pflanzen zehnmal so alt sind – ist der Preis dann angemessen? Aktuell haben wir Pflanzen, die sind ca. 20 Jahre alt. Ich habe in unserem Aussaatbuch nachgeschlagen: auf dem Weg von der Aussaat bis zu den jetzt noch vorhandenen Pflanzen haben wir im Laufe der Jahre etwa 85 % der Pflanzen verloren. Die Gründe dafür reichen von Aussaatpilzen, Mäusen, Katzen – besonders Katzen!, Sonnenbrand, Pflegefehler (die machen wir auch), Tropfstellen im Gewächshaus bis zu Heizungsausfällen. Und dann sterben Pflanzen im Laufe dieser Jahre auch an Krankheiten, Schädlingen, oder werden einfach beschädigt.
Deswegen freuen wir uns genauso wie jeder andere Pflanzensammler, wenn so ein alter Methusalem gesund und proper wächst.
Im vergangenen Jahr habe ich von einem Mitarbeiter beim Zoll Fotos gezeigt bekommen auf denen waren unter anderem Ariocarpus zu sehen, mehrere Kisten mit steinalten Pflanzen, in Mexiko ausgebuddelt, in einen Karton geworfen. Auf dem Weg nach Asien wurden sie vom Zoll beschlagnahmt.
 

Nutzpflanze

… damit ist nicht die Haltung in der Sammlung gemeint – sondern ganz praktische Dinge für die die Pflanze in ihrer Heimat benutzt werden wie:
 

Sekundenkleber

Ob es wirklich in Sekunden wirkt, weiß ich nicht, überliefert ist jedenfalls: aus den Wurzeln von Ariocarpus retusus wird ein Schleim gewonnen und dieser Schleim wurde von den Einheimischen zur Reparatur von irdenem Geschirr und Tonwaren genommen.
 

Bier

Noch eine Überlieferung: an der Grenze zwischen Mexiko und Texas – dort wo Herr Trump seine „schöne Mauer“ gebaut hat, dort wurde früher Mais-Bier namens „chicha“ gebraut. Wenn das allein nicht stark genug war, dann wurde Ariocarpus dazugegeben um die Wirkung zu „ertüchtigen“. Dann hieß das Bier tizwin und „machte dich vorübergehend verrückt und unkontrollierbar“. Ein früher Alkopop sozusagen. (Bericht aus dem Jahr 1896)
Die Nutzung von Ariocarpus geht aber noch viel weiter zurück, lange vor Columbus.
 

Medizin

  • Behandlung bei Fieber
  • Malaria-Prophylaxe
  • Wundheilung
 

Rituale, Verwirrung & Co

… ist ja auch ein bisschen wie Medizin. Und hier kommt wieder der Bezug zu Lophophora ins Spiel.
Ariocarpus retusus soll ähnliche Zustände wie Lophophora williamsii hervorrufen. Die Huichol sagen aber: das ist ein schlechter Peyotl-Kaktus, der macht die Menschen verrückt. Der Schamane Ramón Media Silva sieht die Wirkung im Vergleich zum „lieblichen Effekt“ des Peyote:
„wenn du den „schlechten Peyote“ isst, wirst du verrückt, du fällst in die Canyons, siehst Skorpione, Schlangen, gefährliche Tiere. Du bist unfähig zu gehen, du fällst, du wirst oft fallen, du stürzt zu Tode von den Felsen“. Die Auswirkungen von Ariocarpus sind sehr gefährlich, besonders für die, die kein starkes „Huichol-Herz“ haben.
 
Genau wie bei Lophophora wird das Fleisch, der Speicher der Rübenwurzel als Button bezeichnet. Und es wird frisch, oder getrocknet gegessen.
Aber:
Wenn dieser Kaktus überhaupt einen rituellen Nutzen hat, dient er nur als Peyote-Ersatz (also für die „liebliche Lophophora williamsii“). Die Huichol-Indianer warnen nachdrücklich davor, diesen Kaktus zu essen, denn er hat den zweifelhaften Ruf, mit Zauberei im Bunde zu sein. Und damit ist vermutlich nicht der freundliche Harry Potter gemeint. Die Begründung ist übrigens bemerkenswert. Besonders gefährdet sind Menschen, die das Reinigungsritual vor Beginn der Peyote-Pilgerreise nicht korrekt vollzogen haben. Dazu gehört es, sich zu allen sexuellen Begegnungen außerhalb der Ehe zu bekennen. Und wer dabei geschlumpert hat, der läuft Gefahr, eben den falschen mit dem echtem Peyote zu verwechseln, und dessen Konsum wird zu einem gefährlich verwirrten Zustand führen.
So ganz einig sind sich die Völker aber nicht, denn beim Volk der Tarahumara glaubt man, die Wirkung von Ariocarpus sei noch mächtiger als die des echten Peyote (Lophophora williamsii).
Und dann gibt es noch mehr Verwirrung: 1986 erscheint in der Volksrepublik Laos, ein kleines Land zwischen Thailand und Vietnam gelegen, eine Briefmarkenserie mit Kakteen. Die Marke mit dem Nennwert von 2 Kip soll einen Ariocarpus zeigen. Ariocarpus trigonus. Ich vermute aber, dass sich da bei der Namensgebung geirrt hat. Sowas soll ja mal passieren. [zwinker]
 
Hier noch ein Teil der Original-Texte:
 
Ramón Media Silva described the effects as contrasting with the pleasant effects of peyote:
“When you eat it, you become crazy; you fall into the canyons, you see scorpions, snakes, dangerous animals, you are unable to walk, you fall, you often fall to your death by falling from the cliffs.” The effects of Ariocarpus are said to be very dangerous, particularly for those who do not possess a strong “Huichol heart”
If this cactus has any ritual use at all, it is only as a peyote substitute (see Lophophora williamsii). The Huichol Indians strongly warn against eating this cactus, for it has the reputation of being associated with sorcery
Heute gibt es kein Frag den Kaktusgärtner – und auch den eigentlich geplanten Teil zum Kakteen-Haage Katalog habe ich verschoben, der wird voraussichtlich in Episode 24 kommen.

Was kommt als nächstes?

Der CactusPodcast kommt wieder in Episode 023 mit einem Interview zum Thema Aloe vera.
Bis dahin bleibt gesund und glücklich – frohe Weihnachten.
 
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.

 

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Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
 
Das war Ulrich Haage, der jetzt nach Hause geht, damit er morgen früh wieder fit in der Kakteengärtnerei ist.
 
Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

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CactusPodcast 021 Kunststofftöpfe für Kakteen – Interview mit Georg Schwarz

Kunststofftöpfe für Kakteen – Interview mit Georg Schwarz Episode 021

Der Stoff aus dem die Töpfe gemacht sind – der Pflanzenzubehörmann Georg Schwarz weiß genau, was am besten passt

Kunststofftöpfe – eigentlich ist Georg Schwarz aus Nürnberg – der Herr der Kunststoff-Spritzformen, Fertigungsabläufe und Materialmischungen – und wenn ich nicht aufpasse, dann drehen wir uns heute nur darum. Denn heute geht es um den Stoff, aus dem Töpfe gemacht sind, der Rohstoff, um genau zu sein – und die Form und vielleicht schaffen wir auch die Farbe. 
 
Aber jetzt zu meinem heutigen Interviewgast.
Georg Schwarz.
Muss ich ihn eigentlich vorstellen? – Eigentlich nicht. 
[mach ich aber trotzdem – weiter unten]

Kunststofftöpfe für Kakteen – und der Fachmann dafür

Heute geht es um schwarze Töpfe aus Kunststoff. Ich spreche heute mit einem Freund, der sich in diesem Metier ziemlich gut auskennt – Schwarz – Georg Schwarz.
 
Vorstellung:
Georg Schwarz kenne ich schon sehr lange, seit den glorreichen Zeiten der Würzburger Kakteentage
Er ist mir aufgefallen, denn hat einfach bei anderen mit angepackt – egal, ob das sein Konkurrent war, oder nicht – und das hat mich sehr beeindruckt.
Für mich war die Zeit damals nach der Wende eine Zeit, in der ich viel beobachtet habe:
  • wie tickt dieses Wirtschaftssystem,
  • gehen die Menschen miteinander um, miteinander, oder eher gegeneinander
  • und ich hab mich gefragt: wie möchte ich leben und arbeiten
  • und genau an der Stelle ist für mich damals eine Entscheidung gefallen – für das Miteinander. 
Diese Erkenntnis tröpfelt mir übrigens ins Hirn, als ich überlegt habe, wer Georg Schwarz eigentlich ist. Für mich in jedem Fall ein wichtiger Weichensteller und Wegbegleiter in der Kakteenwelt.
 
Und warum spreche ich mit Ihm über Töpfe? Immer wenn ich mit ihm über dieses Thema gesprochen habe, dann ist er ins Schwärmen geraten. Und er konnte da sehr genau antworten. 
In meinem Hinterkopf schwimmt eine Erinnerung, dass er in seinem früheren Berufsleben schon sehr intensiv mit Kunststoffen zu tun hatte – aber wie das ganz genau war – das frage ich ihn einfach selbst …

Kunststoff für Kakteentöpfe - Interview mit Georg Schwarz

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Interview

 

Zu den Rohstoffen für die Kakteentöpfe

  • was sind die drei wichtigsten Kunststoffe bei der Herstellung von Blumentöpfen
  • was sind die Vor-/ Nachteile
  • gibt es Nischenkunststoffe? Insidertipps
  • Form: quadratisch / rund / wabenförmig
  • Farbe Schwarz vs. andere – weiß

CactusPodcast


Frag den Kaktusgärtner. 

Was bedeutet düngen?

Symon hat auf unserem Youtube-Kanal gefragt: 
„Könnten sie mir bitte erklären was düngen bedeutet wäre nett.“

Einfache Frage?

Nicht unbedingt – denn Düngen kann eine sehr komplexe Kiste werden – dann nenne ich das Pflanzenernährung.
 
Das soll es heute aber nicht sein – deswegen einfache Antwort:
Google macht es sich ganz einfach und sagt:
„düngen bedeutet: Dünger verteilen.“
 
Ein bisschen genauer geht das aber schon – ich formuliere es besser so:
„düngen bedeutet Nährstoffe für die Pflanze in den Boden bringen, die sie zum gesunden Wachstum braucht.“
 
Bei Kakteen ist in den meisten Fällen weniger mehr. Wie beim Gießen leiden Kakteen eher unter zu viel als am Mangel.
Wir düngen in unserer Gärtnerei meist mit Flüssigdünger, der dem Gießwasser beigemischt wird.
Oft setzen wir aber auch sogenannte natürliche Dünger ein, die direkt in die Erde eingemischt wird. Das können zum Beispiel Hornspäne sein. Pferdemist, Kuhfladengeriebsel, aber auch Dünger aus Wolle, Klee oder flüssiger Guano gehören in diese Ecke.
 
Eher ungewöhnlich ist die Idee die in der letzen Episode Thema in dieser Rubrik war – das düngen mit Bier – hier noch mal der Link.
 
Zum Thema Düngen habe ich schon eine eigene Episode im Frühjahr geplant.
 
 
Wie düngt Ihr Eure Kakteen – mit Bier oder eher mit anderen Düngern?
Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen. – schreibt mir mal: in der Facebook-Gruppe – oder einfach per Mail an studio@cactuspodcast.de

Zusammenfassung

Die wichtigsten Kunststoffe für Kakteentöpfe

… fasse ich hier noch mal grob zusammen:
  • Polypropylen (teuer, oft schlagempfindlich)
  • Polyäthylen (schlagfest, UV-Stabil) auch Polyethylen
  • Polystyrol (stabil, etwas teurer)
… werden nur selten für Töpfe verwendet:
  • Polyvinylchlorid (PVC) wird heute nicht mehr verwendet
  • Polyamid (teuer)
  • Polycarbonat (sehr teuer, schlagfest, braucht aber Beschichtung, sonst nicht auf Dauer haltbar)
  • Polyurethan (nur selten im Einsatz)

Material:

  • Kunststoff ist billiger und leichter als ein Tontopf
  • Tontöpfe lassen sich leichter wiederverwenden, stabile Kunststofftöpfe kann man allerdings genauso auswaschen und oft wieder einsetzen
  • neue Materialien die bei der Herstellung bei Töpfen im Einsatz sind Holzzellen (Lignin) oder Pflanzenfasern

Farben:

  • dunkle, schwarze Töpfe sind unempfindlicher und haltbarer gegen Sonneneinstrahlung als weiße, oder Töpfe aus transparenten Materialien – aber:
  • schwarze Töpfe erwärmen sich auch mehr – das möchte man manchmal, manchmal aber auch nicht
  • Töpfe mit besonderen Farben – terracotta, weiß, transparent, pink – sind meist teurer, weil als Ausgangsmaterial natürlich nur die entsprechende Farbe infrage kommt

Formen:

  • runde Töpfe lassen sich günstiger herstellen als quadratische
  • quadratische Töpfe nutzen den Platz im Gewächshaus optimal aus, noch besser sind die sogenannten Wabentöpfe, die Wurzeln haben ein Maximum an Topfvolumen zum wachsen Verfügung
  • Ampeltöpfe oder hanging Baskets sind besonders gut für hängend wachsende Pflanze geeignet

 

Nochmal zurück zu den Kunststoffen

… oder eigentlich zu etwas anderem.
 
Bei der Recherche bin ich noch über einen schönen Zufall gestolpert
Anfang Dezember war ich im Interview mit der Journalistin Melanie Öhlenbach. Wir haben über das Thema Aloe vera gesprochen. Das Interview gibt’s übrigens in der übernächsten Episode zu hören.
Melanie Öhlenbach ist aber nicht nur Journalistin – in Ihrem Blog hat sie im Januar 2019 einen Artikel über Blumentöpfe aus Kunststoff veröffentlicht – und da geht es um die Frage: „Blumentöpfe aus Kunststoff – muss das sein?“ Sie hat nachgeschaut: Was gibt es im Moment an Alternativen zu den herkömmlichen Kunststoffen von denen uns Georg gerade erzählt hat – und auch den Topf aus Holzzellen könnt ihr euch dort im Bild anschauen.
Der Link zum Artikel https://www.kistengruen.de/wp/2019/01/plastikfrei-gaertnern-blumentoepfe-aus-kunststoff-muss-das-sein/

Was kommt als nächstes?

Was kommt als nächstes?
Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 022 zum Thema: 
  • Ariocarpus retusus – der Titelstar im einzigen Kakteen-Haage Katalog 2020
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Habt Ihr Fragen?
Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
 
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Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
 
Das war Ulrich Haage, der jetzt nach Hause geht, damit er morgen früh wieder fit in der Kakteengärtnerei ist.
 
Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

  • Wikipedia – der Blumentopf – https://de.wikipedia.org/wiki/Blumentopf
  • Blumentöpfe und Blumenkübel aus Kunststoff – mal etwas größer: Hahn Kunststoffe
  • Frag den Kaktusgärtner
    • Google zum Thema düngen: – https://www.google.com/search?q=was+ist+d%C3%BCngen
    • Dünger bei Kakteen-Haage: – https://www.kakteen-haage.de/Zubehoer/Duenger/Duenger/ 
  • Melanie Öhlenbach schreibt auf Kistengrün über Plastikfrei gärtnern – und vieles andere – hier über Alternativen zum Blumentopf aus Kunststoff
  • Georg Schwarz – ist seit Jahrzehnten mit seinem Zubehörhandel die Institution in der Kakteenwelt, wenn es um Pflanzenzubehör und praktische Dinge rund um das Pflanzenhobby geht. Ohne Schnickschnack – aber mit herzlicher fränkischer Hilfsbereitschaft ist er immer unterwegs um Probleme zu lösen.
    Und dabei erzählt er gerne auch mal die eine oder andere Geschichte. Fränkisch versteht sich! Versteht aber nicht jeder. 
    Hier geht’s zur Webseite von Schwarz Pflanzenzubehör
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Mehr Interviews im CactusPodcast:

 
 
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CactusPodcast 020 Kaktus zu groß vor dem Winter – was nun?

Mein Kaktus ist zu groß und passt nicht mehr ins Haus, was nun? – CactusPodcast – 020

Wenn der Kaktus vor dem Winter nicht mehr durch die Tür kommt

Es wird langsam Winter – höchste Zeit, meine Kakteen einzuräumen, aber was mache ich, wenn mein Kaktus dafür zu groß geworden ist?
 
Ich hab gestern Nacht mit meiner Frau die letzten Kakteen ins Gewächshaus geholt – auch den großen Kasten hier vor dem Studiofenster – jetzt sehe ich sogar wieder was.
Und dann kam pünktlich der Frost – nur ein leichter – aber das reicht ja manchmal schon – und dann ist der Kaktus Matsch.
Damit Euch das nicht passiert – darum geht’s in dieser Episode – diesmal eine reine Hörerfragen-Nummer.

Mein Kaktus ist zu groß - jetzt passt er vor dem Winter nicht mehr ins Haus

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteen pflegen

Wenn der Kaktus nicht mehr ins Haus passt?

Auslöser war eine Frage von Kev In, der mir gestern via FB geschrieben hat:
wie kann ich den Cereus Peruvianus am besten überwintern? Aufgrund der Größe bekomme ich den nicht mehr nach drinnen. Müsste also im Wintergarten stehen, allerdings sind hier Temperaturen im Winter von 4 °C möglich. Ist Einpacken mit Folie vielleicht eine Lösung?
Da kann man doch manches falsch machen …
Mir ist gleich ganz heiß geworden – ich hatte einen Folieschlauch um den Cereus vor Augen
Warum ist das mit der Folie keine gute Idee?
  1. die Pflanze schwitzt – die Feuchtigkeit kann nicht raus – ein Fest für die Pilze
  2. Papier oder Stoff wären eine Option, aber:
  3. das alles verzögert nur die frostigen Temperaturen – das ist, als würde ich mit Gummistiefeln im Winter im Teich stehen – da kriecht die Kälte verdammt schnell die Beine hoch – der Kaktus kann im Gegensatz zu uns nicht ins Haus flitzen und ein warmes Fußbad machen
Kev Ins Cereus peruvianus im Wintergarten
Ich mag ja das Foto – ich hab das einfach mal in den Beitrag zur Episode eingebaut danke dafür an Kev In! Das sind richtig große und gesund gewachsene Pflanze – besonders mag ich die Blütengalerie, die an der Wäscheleine hängt!
An der Stelle schicke ich mal ein dickes Danke an ALLE raus, die sich zu den letzten CactusPodcast Episoden gemeldet haben – richtig gut zu wissen wie das draußen ankommt!
DANKE!
Wie könnte eine gute Lösung aussehen?
1 – Kaktus kürzen
  • Steckling im Frühjahr neu bewurzeln
  • trocken überwintern
  • jetzt kurz vor dem Winter klappt es nur noch selten mit frischen Wurzeln
2 – Kann die Pflanze am geschützten Ort bleiben? – denn nicht jeder Frost ist gefährlich
  • wenn es heute Nacht kurz in unserem Gewächshaus kalt werden sollte – und morgen scheint die Sonne – dann stehen die Chancen gut, dass die Pflanzen das ohne Schaden überstehen
  • so kann es gut sein, dass die vier Grad im Wintergarten gar nicht so gefährlich sind wie es klingt
  • Wärmefalle Gewächshaus / Wintergarten
  • Tagesmitteltemperatur
  • besser an die Hauswand stellen, dort ist es nachts wärmer – direkt am Glas ist es am kältesten
  • Frosttoleranz lässt sich erhöhen – abschließende Kalidüngung und Behandlung mit Baldriablütenextrakt – damit haben viele Kakteensammler gute Erfahrungen gemacht

CactusPodcast


 
3 – um ein bisschen mehr Licht in die Sache zu bringen, hilft ganz oft bei der Entscheidung mal zu schauen: woher kommt meine Pflanze?
  • Cereus peruvianus heißt heute offiziell Cereus repandus und ist in eher warmen Regionen zu Hause: Venezuela, Karibische Inseln, vielleicht noch etwas Brasilien
  • das liegt alles ein Stückchen oberhalb vom Äquator – mit Frost ist da nix los
  • Ausnahmen bestätigen die Regel, einige Kakteen wachsen in der Region auch in großen Höhen und stehen dort in Frost und Schnee – genau hinschauen! … ich denke an Agaven, die oft mit glühender Hitze in Verbindung gebracht werden, viele überdauern auch mehrere Frostnächte ohne Probleme
  • im Fall von Cereus peruvianus halte ich es für eine gute Idee, mit allzu niedrigen Temperaturen vorsichtig zu sein, ich habe eine Range von -5 bis 15 °C als Winterempfehlung gelesen, meine Empfehlung aus dem Bauch: bleib oberhalb vom Frostbereich
  • aber: vielleicht hat jemand andere Erfahrungen gemacht und seine Pflanze erfolgreich durch Frost und Schnee gebracht – dann freue ich mich über eine Nachricht – und Kev In sicher auch

 

Frag den Kaktusgärtner. 

Wurzeln und Erde – Corinna Gündling – per Mail – hier Auszüge

Hallo Herr Haage, zunächst möchte ich mich sehr bei Ihnen für Ihren tollen und kompetenten Cactuspodcast bedanken! Ich höre ihn mir seit Beginn sehr gerne an und freue mich, neues über diese für mich noch immer „andere/fremde“ Pflanzen hinzulernen zu können.
Lediglich ein einzelner Kaktus begleitet mich seit jeher und fühlt sich offenbar auch wohl. Letztes Jahr habe ich ihn zum ersten mal kühl und dunkel überwintert, was ihm allerdings gar nicht gut bekam. Als ich ihn dann umtopfte, bemerkte ich, dass er keine Wurzeln mehr hatte. Ist das normal? Wie kann ein Kaktus ohne Wurzeln (über-)leben?
Mangels Kakteenfachwissen und mangels Blumenerde hatte ich ihn in grobe Sägespäne gepflanzt, was ihm wiederum gut bekam. Denn er hat wieder gesunde Dornen und gesundes Grün bekommen. Dass ich den Rest einfach wegschneiden kann, habe ich bei Ihrem virtuellen Tag der offenen Tür gelernt – hat mir gut gefallen.
Aber wie soll ich meinen Kaktus denn jetzt in Zukunft überwintern und wachsen die Wurzeln wieder? Ist er deshalb krank oder ist er trotzdem gesund?
Ich schreibe Ihnen auch deshalb, weil mir Ihre Episoden zum Thema Erde so gut gefallen haben, und ich einfach mal Danke sagen wollte. Vielleicht können Sie irgendwann auch mal das Thema der Kakteenwurzeln aufgreifen. Ich würde mich sehr darüber freuen!
Und wenn Sie noch einen Tipp für meinen Kaktus haben, schreiben Sie mir doch gerne – immerhin lebt er wieder und vielleicht blüht er dann auch einmal – Sonnige Grüße, Corinna Gündling

Darüber musste ich erstmal nachdenken

Grobe Sägespäne sind ähnlich wie Hackschnitzel, oder Rindenkompost. Geht – ist aber nicht ideal, denn:
  • auf Dauer hungert der Kaktus weil die Nährstoffe für die Umsetzung / Kompostierung verwendet werden
  • fällt zusammen
  •  

    man sollte wissen wie die Kultur unter den Bedingungen laufen soll – eher etwas für Fortgeschrittene

  • aber toll, wenn die Pflanze sich gut entwickelt – nur Mut – einfach weiterprobieren!
Kaktus ohne Wurzeln kann nicht leben – zumindest nicht auf Dauer
  • zehrt sonst alle Reserven auf und stirbt dann
  • wenn sich keine Wurzeln bilden
    • bis zum Frühjahr warten, dann neuen Versuch starten – am besten auf trockener Erde
 

Und noch eine Bonusfrage

Kann man Kakteen auch mit Bier düngen, hat das schon jemand versucht?
Hintergrund sind die aktuell auf Facebook und Instagram laufenden GewinnSpiele zu unserem #335Haage Jubiläum – aktuell geht es um das leckere Erfurter Heimathafen-Bier
  • man Kakteen auch mit Bier gießen – Bier hat eine Menge Vorteile – nach meinem aktuellen Wissen ist es für den Kaktusgärtner aber besser als für den Kaktus
  • Bier bringt gute Nährwerte mit – auch für Pflanzen – allerdings ist das jetzt kurz vor dem Winter keine gute Idee – denn ich gieße praktisch direkt mit einem Hefepilz
Oder habt Ihr vielleicht andere Erfahrungen gemacht – mit Bier und Kakteen – und überhaupt?
Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen. – schreibt mir mal: in der Facebook-Gruppe – oder einfach per Mail an studio@cactuspodcast.de

 Zusammenfassung – die wichtigsten Punkte:

 
1. ich kann meinen Kaktus kurzerhand abschneiden und den Steckling im Frühjahr neu bewurzeln 
2. ein kühler Wintergarten ist – auch wenn es dort mal in Winternächten kälter werden kann immer eine gute Option – am wärmsten ist es nah am Haus – Frosttoleranz erhöhen
3. woher kommt meine Pflanze – die Herkunft – sofern man die genauer bestimmen kann liefert oft ein Bild, was eine Pflanze aushalten kann und wo ihre Grenzen liegen
 
 

Was kommt als nächstes?

Was kommt als nächstes?
Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 021 zum Thema 
  • Töpfe in Taupe – Interview mit dem Topfhersteller Pöppelmann
  • warum unsere Blumentöpfe in Zukunft immer seltener schwarz sein werden
mehr Details gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community an. 
Habt Ihr Fragen?
Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
 
Mehr vom CactusPodcast? Geht ganz einfach:
Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes nein Apple Podcast abonnieren. 
Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen – surft mal zu www.cactusblog.de rüber – dort gibt’s nicht nur die Shownotes, sondern auch das Bild von der Pflanze um die es heute geht – und die schöne Blütengalerie von Kev In. DANKE! Und auch an Corinna Gündling und Elke Grill!
 
Das war Ulrich Haage der jetzt nach Hause geht, damit er morgen früh wieder fit in der Kakteengärtnerei ist.
 
Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
 

Mehr zur Kakteenpflege und Schädlinge an Kakteen:

 
 
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Hier geht’s zur Diskussion und mehr Informationen rund um den CactusPodcast – jetzt gleich in der Facebook-Gruppe anmelden: Link: https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/ 
Kaktus zu groß vor dem Winter - was nun?

CactusPodcast 019 Erntedank und der 3. Oktober

Erntedank und der 3. Oktober – CactusPodcast – 018

Erntedank – eine persönliche Kaktusgärtnergeschichte von Ulrich Haage

Heute ist Erntedankfest. Gestern war 3.10. – der Tag der neuen Republik an dem wir die Wiedervereinigung feiern.
Mir steht als Gärtner der Tag heute näher als der Feiertag gestern. Und darin steckt die Chance, das mal genauer zu beleuchten.
Am Erntedankfest wird gefeiert, was aus unserer Hände Arbeit entstanden ist.
Am dritten Oktober wird gefeiert, dass aus DDR und BRD wieder ein Land wird.
 
Das ist einfach!
Ist es so einfach?
Je genauer ich hinschaue, desto Nein.
Ich wäre heute kein Kaktusgärtner.
Vermutlich.
Heute geht es nicht um Kakteen, heute geht es um Ernte und Dank.

Erntedank und der 3. Oktober

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kaktusgärtner persönlich

Erntedankfest vs 3. Oktober

Das Erntedankfest feiert unsere Familie traditionell mit Früchten und Blumen aus unserem Garten, einem Erntekranz – und in diesem Jahr ist es eine wunderbare Erntekrone für die Erfurter Predigerkirche geworden.
Man könnte sagen: „wer fleißig war, der darf feiern. Und die anderen laden wir trotzdem ein.“
Aber dieser Vergleich hinkt.
Denn was ist mit den vielen Menschen, die keinen Garten haben, die, die nichts mit den Händen ernten können?
Sind die etwa nicht fleißig? Dürfen die nicht feiern?
 
 
Und am 3. Oktober? Machen wir da etwas?
Nein. Nichts Spezielles.
Und ja, wir sind dankbar für die Veränderungen in unserer Heimat vor 30 Jahren, auch wenn die mit unserer Hände Arbeit kaum etwas zu tun hat.
 
Eigentlich hat sich bei uns ja auch nichts geändert. *)
Eigentlich!
 
 
Bei anderen dafür viel.
Ich kenne Menschen, die haben viel verloren seitdem.
Und ich kenne andere Menschen, denen geht es viel besser, seit der Wende.
 

CactusPodcast


Wo komme ich eigentlich her?

Aber ich schau mal eine Runde größer. 30 Jahre zurück, noch ein bisschen weiter …
Ich habe meine Gärtner-Ausbildung abgeschlossen. Hatte meinen ersten Job, als Pflanzenschützer und habe viel mit Gift gearbeitet. In einer GPG (Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft). Unser Genosse Vorsitzender ritt manchmal auf seinem Pferd über die Felder. Das war ein Statement in der DDR. Denn sowas – hatte ich im Geschichtsunterricht gelernt – haben früher die bösen Junker gemacht, und die armen Bäuerlein mussten aufstehen und die Hüte abnehmen. In der real existierenden DDR war das eine Ansage. Und die Genossenschaftsbauern und -bäuerinnen haben sich die Mäuler zerrissen. Sowas geht einfach nicht!
 
Aber: der Genosse Vorsitzende hatte auch etwas erreicht!
Unsere Genossenschaft war ein Vorzeigebetrieb, weil es in der Spitze Leute gab, die wussten, wie man gute Geschäfte macht, wie man verkauft und wie man Leute motiviert. Klar haben alle über irgendwas gemeckert. Aber unterm Strich wurde gutes Geld verdient, und zwar auf allen Ebenen – selbst als Lehrling gab es da Möglichkeiten. Und heute glaube ich, das lag einfach daran, dass der Genosse Vorsitzende die Werke von Marx und Lenin gut studiert hat. Er hat den Kapitalismus begriffen und hat einen Weg gefunden, ihn im Sozialismus anzuwenden.

Oh oh!

 
DAS hätte ich damals übrigens nicht sagen dürfen.
Heute ist es nicht einmal ehrenrührig. Im Gegenteil, es schwingt darin ein Stück Respekt mit, für den „professionellen Grenzgang“ für die damalige Zeit.
Vielleicht war es auch eine sich leise ankündigende Wende in der DDR, aber das ist sicher zu viel gedacht.
Wie der Genosse Vorsitzende nach der Wende dastand, das weiß ich nicht. Ich traue ihm aber zu, dass er ganz solide auf die Füße gefallen ist.
 

Die dunklen Seiten

Ich kenne auch Menschen aus anderen Betrieben, die aus einer Leitungsposition mehr oder minder ins Nichts gefallen sind, deren Fachwissen von heute auf morgen nicht mehr gebraucht wurde, oder die aus anderen Gründen ihren Lebensinhalt verloren. Mal sind Betriebe liquidiert worden, ein anderes mal waren es Dinge, die Entscheidungen der dunklen DDR Geschichte um nichts nachstanden. Und manche davon sind bis heute weder geahndet, noch aufgearbeitet.
Einer der Gründe weswegen Geschichte nie unproblematisch ist, oder schwarz / weiß.
Und die Gegenwart auch nicht, denn auch jetzt im Moment gibt es Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, oder über den Rand kippen.
Das macht es nicht besser.
 

Und ich?

Was ist mit Menschen die nicht am Rand stehen?
Wo bin ich? Bin ich heute ein Gewinner?
Klares ja!
Ich weiß nicht, wohin mein Lebensweg mich ohne die Wende geführt hätte. Ich hab 1989 nicht wirklich einen Plan gehabt. Die meisten Menschen mit 19 haben das nicht.
Aber mir haben sich Möglichkeiten eröffnet, die es vermutlich nicht für so viele Menschen gibt. Möglichkeiten, die mir andere Menschen eröffnet haben. Als ich in der Städtischen Sukkulentensammlung mit Urs Eggli arbeiten durfte, oder zuvor in Kew Gardens mit David Hunt. Und es waren nicht nur die Begegnungen mit den großen Namen, eigentlich sind es immer die Menschen gewesen. Im Deutschland kurz nach der Wende hat es noch eine Rolle gespielt, dass ich aus dem Osten kam. Ich habe in Mainz eine sehr herzliche und großzügige Behandlung erfahren, an einem anderen Ort hat man mich richtig über den Tisch gezogen. Im Ausland spielte das weniger die Rolle. In Mittelamerika kannte 1991 kaum jemand die DDR, ich war Deutscher.
Dass ich mit 19 Jahren als erster Haage in New York lande und amerikanischen Boden betrete, dass war für mich ein Riesending. Hätte ich mir wenig vorher kaum träumen lassen.

Zuhause: Sorgen

Meine Eltern haben derweil dafür Sorge getragen, dass die Gärtnerei die Strudel und Untiefen im Strom der Wendezeit übersteht. Und Sorge meine ich durchaus auch bildlich. Denn es gab viele Sorgen. Die größte war: haben wir am Monatsende genügend Geld, um die Mitarbeiter zu bezahlen – und was müssen wir dafür tun.
Als ich zurück nach Erfurt kam war ich erschrocken, meine Eltern sind mit den Sorgen und der Arbeit gealtert. Sie haben sich nie beklagt. Aber sie haben mir das sorgen mitgegeben: sorge für die, für die du Verantwortung übernommen hast. Als in der letzten Woche ein noch recht frischer Mitarbeiter „Chef“ zu mir sagte bin ich kurz zusammengezuckt, das hat schon lange keiner zu mir gesagt.
Mir kam nochmal die Entwicklung nach der Wende in den Sinn. Alles, was wir erreicht haben, haben wir gemeinsam geschaffen. Meine Eltern und alle Mitarbeiter. Später kam auch ich dazu. Wir sind gemeinsam durch Höhen und viele Tiefen gegangen. Mit Sorgen genauso wie lachen. Die Sorgen sind weniger geworden. Gerade in diesem Jahr haben wir auf besondere Weise gelernt, wie wichtig es ist, füreinander einzustehen – gemeinsam. Und in diesem Jahr ist nochmal deutlich geworden, es sind nicht nur wir, unser Team. Es geht auch um die vielen Kakteenfreunde draußen auf der Welt, die uns vertraut haben, Verständnis und Geduld aufgebracht haben, hinter uns standen. Familien, Freunde, Nachbarn, auch Menschen, die wir noch gar nicht kannten, sind für uns Unterstützer geworden – in diesem Jahr – und sie haben uns unterstützt in den Jahren zuvor.
 
Damit wir das machen können, was unser Ding ist: Kakteen.
 
Und damit wir heute am 4. Oktober Erntedankfest feiern können und ich DANKE sagen kann für 30 Jahre gemeinsames Deutschland.
Ich weiß nicht, wo ich heute stünde, wenn es 1989 keine Veränderung in Deutschland gegeben hätte. Aber ich hoffe, ich kann etwas von dem vielen dass ich in den letzten 30, nein 50 Jahren bekommen habe zurückgeben.
Jetzt fasse ich meinen Gedanken von vorhin nochmal etwas anders.
Beide Tage sind so etwas wie Erntedank. Der Tag heute gilt für die letzten zwölf Monate. Der 3. Oktober für die letzten 30 Jahre – und vielleicht auch einfach für unser Ringen um Demokratie und Gerechtigkeit – und das dürfen wir tun im kleinen, wie wir es auch von den Großen erwarten.
Es hat uns niemand versprochen, dass das leicht sein würde, aber es lohnt sich!
Daran glaube ich!
Und ich freue mich.

Und Du?

  • bist Du glücklich und dankbar für das was in den vergangene 30 Jahren gewachsen ist?
  • war es eine bittere Zeit für Dich, oder geht es Dir, Deiner Familie besser seither?
  • haben wir, hast Du an Deinem Platz für mehr Gerechtigkeit sorgen können
Ich bin sehr gespannt auf Deine Rückmeldung
Schreib mir:

… und: von wegen alles unverändert hier … *)

Natürlich hat sich auch bei uns vieles verändert. Das wichtigste: die Haltung Verantwortung für die Menschen zu übernehmen – da hat mein Vater Hans-Friedrich Haage schon zur DDR-Zeit genauso gehandelt, wie er es nach der Wende tat. Und ich bemühe mich, diesen seinen Werten zu folgen. Denn sie sind wichtig, damals wie heute.
Wie denkst Du darüber?
 
Nachricht via: Facebook CactusPodcast Community  oder Mail ins Studio – studio@cactuspodcast.de

Was kommt als nächstes?

Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 020
Das nächste Thema kündige ich wieder in der Facebook CactusPodcast Community an.
 
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Bleibt weiter gesund da draußen!
 

 
 
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