CactusPodcast – 027 Kakteengeschichten – Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür bei Kakteen-Haage – Episode 027

Der Tag an dem wir uns bei Kakteen-Haage in die Karten, in die Kakteenhäuser und hinter die Kulissen gucken lassen

Ich bin Ulrich Haage – und heute gibt es hier nicht so viel zu lesen:
herzlich willkommen zur 27. Episode im CactusPodcast. Heute ist der Tag der offenen Tür – und genau darum dreht sich auch diese Episode.
Vorweg: es ist ganz schön ungewöhnlich, dass ich heute sogar noch Zeit finde, um eine Podcast-Aufnahme zu machen. Normalerweise sind wir alle nach solch einem Tag völlig platt – vermutlich ist es das Adrenalin vom heutigen Tag, das mich immer noch vibrieren lässt.
 
Frag den Kaktusgärtner – gibt es erst wieder in der folgenden Episode…
 

CP027 - Kakteengeschichten - Tag der offenen Tür

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

Was machen wir heute?

Tag der offenen Tür – was bedeutet das für uns, für Kakteen-Haage, für mich?
Wie ist diese Tradition überhaupt entstanden? Und wer ist mit im Boot?
Tag der offenen Tür – der Ursprung bei Kakteen-Haage
Begonnen hat alles mit Christoph Killgus, Gartenbaustudent an der Fachhochschule Weihenstephan.
Wir haben damals kurz nach der Wende – notgedrungen nach den absurdesten Ideen gegriffen, die auch nur den kleinsten Umsatz für uns versprachen. Die Idee, einen Tag der offenen Tür zu veranstalten rangiert aber eher ganz oben auf der Skala der erfolgreichen Ideen.
Zum ersten Tag der offenen Tür waren etwa 20 bis 40 Besucher bei uns, es gab Laugenbrezeln mit Butter – damals im Osten noch so selten wie ein Cappuccino – aber schon beim ersten Mal steckte in der Veranstaltung sehr viel Herzblut. Und das Ziel: Menschen in die Gärtnerei holen, zu zeigen was wir tun und wie.
Und ganz nebenbei führt uns das auch selbst nochmal vor Augen, was wir jeden Tag tun – Reflexion sozusagen.
CactusPodcast 027 - Tag der offenen Tür

Cleaning Days und andere Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür sind umfangreich. Unsere Checkliste ist mittlerweile sechs Seiten lang – damit wenn der Trubel beginnt auch alles wie am Schnürchen läuft. Es ist mehr als nur einmal feucht durchwischen. Klar, es wird aufgeräumt, besondere Pflanzen bereitgestellt, Zelte aufgebaut, Grill ausgepackt, Getränke gekauft, Unkraut gezogen, Blüten gesammelt, Rasen gemäht, Kuchen gebacken, Freunde und Gäste eingeladen, Schläuche aufgerollt, das Kaktusbeet bepflanzt – die Liste ist sehr lang.
Erfurt-Haagesches Weinberghaus Roter Berg

Kaktusbratwurst und Catering

Auch das Catering hat klein begonnen – zuerst waren es die Laugenbrezeln, später kam der Fischbrötchenstand vom Markt auf dem Domplatz zu uns und verkaufte belegte Brötchen und Kaffee – was halt damals so üblich war. Später habe ich herausgefunden: die Fischbrötchenfrau war zugleich auch die Pächterin des früheren Haageschen Weinberghauses auf dem Roten Berg – heute ein Bistro mitten im Erfurter Zoopark.
Später haben wir viel vom Catering selbst in die Hand genommen, Kaffee gekocht, Kuchen gebacken, gegrillt – und irgendwann kam die Kaktusbratwurst frisch vom Holzkohlegrill dazu. Inzwischen gibt es manchmal auch Eis und andere leckere Dinge – immer wieder neue Ideen.
 
Im Zentrum stehen aber die Pflanzen und unsere Besucher. Weil so viele Gäste nach Erfurt kommen haben wir natürlich auch den Ehrgeiz, sehr viele – und eben auch besondere Pflanzen zu zeigen. Dementsprechend werden in den Wochen bis zum Tag der offenen Tür die Gewächshäuser vollgeladen mit Pflanzen. Meist zaubern meine Kollegen noch die schönsten Sahnestückchen aus dem Ärmel, oft frage ich mich dann, woher die alle kommen. Und ich freu mich, denn das ist eine besondere Form von Dankeschön an alle Besucher, die häufig weite Strecken fahren, um nach Erfurt zu kommen.
Dieses Vogelhäuschen ist ein Geschenk von lieben Besuchern von der Nordsee.
Vogelhäuschen im Walnussbaum von der Nordsee
 
Wenn ich an dem Tag einen Moment Luft habe, dann stiefel ich über den proppevollen Parkplatz und staune jedes Mal, woher die Autos alle kommen.

Kakteengeschichten erzählen

Genau! Das ist eine der Aufgaben – natürlich geht es auch um den Verkauf von Pflanzen.
Wir sind aber auch den ganzen Tag unterwegs, um unseren Besuchern die Gewächshäuser zu zeigen – meist zu viert. Meine Eltern, meine Schwester und ich sind ununterbrochen auf Tour in der Gärtnerei und zeigen die Dinge, die es sonst nicht zu sehen gibt: Mutterpflanzen und Samenträger, alte Gewächshäuser, Topfmaschine – und ganz viele Geschichten zu den Pflanzen.

Tag der offenen Tür online

Aktuell im Jahr 2021 sieht der Tag der offenen Tür ein wenig anders aus.
Schon 2020 war absehbar: Eine Veranstaltung mit mehreren tausend Besuchern können wir unter Corona-Bedingungen nicht realisieren.
Unsere damalige Auszubildende Emily Cox hatte die Anregung: „dann lasst uns das doch einfach Online machen“. Nach anfänglicher Skepsis war ich Feuer und Flamme.
Wir haben Videos in der Gärtnerei gedreht und mehrmals am Tag Live-Übertragungen aus dem Gewächshaus gesendet. Nicht unbedingt das, was ein Gärtner alltäglich macht – deswegen ruckelt es hier und da auch mal – aber es macht richtig Spaß!
Das Feedback war beeindruckend – und ich bin immer noch happy und dankbar – für die Unterstützung bei der Vorbereitung – und für die vielen Rückmeldungen, die wir dafür bekommen haben.
 
Trotzdem freue ich mich schon riesig – wenn wir im kommenden Jahr hoffentlich wieder einen „Tag der offenen Tür offline“ vorbereiten können und die Besucher wieder im echten Leben durch unsere Gewächshäuser strömen.

bist du beim nächsten Mal mit dabei?

Ich bin neugierig. Lass es mich wissen!

Shownotes:

Hier kannst du schauen, was 2020 und 2021 beim Tag der offenen Tür online passiert ist:

… und wie immer freue ich mich auf dein Feedback.
 
 
Was kommt als Nächstes?
 
Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 028 – und ich erzähle über das Gärtnern in Zeiten von Corona. Das wird mich an meine Grenzen bringen. Ich bin gespannt wie weit ich mich aus dem Fenster lehne und die Hose runterlassen werde. Keine einfache Episode. Aber garantiert spannend.
 
Danach habe ich die BUGA ins Visier genommen.
  • Seit wenigen Wochen läuft die Bundesgartenschau in Erfurt – und es ist alles andere, als normal. Es gibt eine ganze Menge zu erzählen – was so hinter den Kulissen passiert und was wir so alles erlebt haben. Bei der Gelegenheit werde ich dir das Buch zur BUGA von Herrn Stade vorstellen. Und BUGA – da hab ich schon viele Ideen!
Stay tuned! 
Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt – morgen soll es heiß werden!
Bleib gesund.
 
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
 

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Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
 
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Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.

 

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Interviews im CactusPodcast:

 
 
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CactusPodcast 026 – Kakteengeschichten – 225 Jahre Friedrich Adolph Haage

225 Jahre Friedrich Adolph Haage – Episode 026

Der Stammvater der Kakteendynastie und seine Kakteengeschichte

Hi. Ich bin Ulrich Haage – und sage:
herzlich willkommen zur 26. Episode im CactusPodcast und in der geht es um den 24. und zwar genau um den 24. März – denn das ist für uns in der Familie ein besonderer Tag.
 
Frag den Kaktusgärtner – hier beantworte ich Fragen zur Aussaat und Aussaatkisten, zu Bi58 und zu Nacktschnecken und deren Spuren an Kakteen.
 

Kakteengeschichten - 225 Jahre Friedrich Adolph Haage

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

Was machen wir heute?

Ich schau heute mal zurück in der Geschichte – der von Kakteen-Haage, von unserer Familie und überhaupt unser aller Geschichte. Denn heute geht es um Friedrich Adolph Martin Haage und ich nehme dich mit in eine Zeit die schon mehr als 200 Jahre her ist …
 
Dass ich erst zum 24.4.2021, also einen Monat nach dem 24.3. lande – das hat mit meiner Ankündigung in der letzten Episode zu tun – es ist im Moment sehr viel los in der Kakteengärtnerei. Deswegen musst du dich im Moment auf längere Abstände zwischen den Episoden einstellen.
Bei 225 Jahren kommt es aber auf den Monat auch nicht an. 
Friedrich Adolph Haage – ein Kalenderblatt
Ein besonderer Aufhänger war für mich das Kalenderblatt im mdr Kultur, dass wurde Friedrich Adolph Haage gewidmet – stellvertretend für die Kakteen die er nach Deutschland gebracht hat. Wir hören mal kurz rein.
 
Das ganze Kalenderblatt habe ich dir in den Shownotes verlinkt – geh einfach auf www.cactuspodcast.de
 
Wie passend: im Moment sitzen wir an einem Buch, in dem Friedrich Adolph eine Hauptrolle spielt. 
Wir – ist allerdings nur halb richtig – genauer: Immanuel Voigt schreibt über ihn – und zwar dass es sich:
„schon in seiner Schulzeit als sehr begabt und wissbegierig entpuppte“
… etwas genauer erzähle ich diese Geschichte nachher. 
 
Jetzt erstmal noch mehr Zitate: 
Im Jahr 1822 gründete Friedrich Adolph Haage eine Gärtnerei, die bis heute als Kakteen-Haage in Liebhaber- und Fachkreisen weltbekannt ist. Der Firmengründer hatte zuvor von 1811 bis 1814 beim bekannten Dresdner Hofgärtner Johann Heinrich Seidel eine Gärtnerlehre absolviert. Die Gärtnerei von Friedrich Adolph Haage befasste sich zunächst mit der Pflanzenzucht und Produktion von Sämereien für Blumen und Gemüse. Levkojen, Goldlack, Nelken, Astern und Balsaminen gehörten ebenfalls zum Sortiment, das zu seiner Zeit als bemerkenswert umfangreich galt. Der Samenhandel war beträchtlich. Sein besonderes Interesse galt jedoch den Kakteen und anderen Sukkulenten, die er kommerziell vermehrte und breiten Interessentenkreisen zugänglich machte. In den 1840er Jahren wurde als Kuriosum ein Teil der Gärtnerei von der Trasse der Thüringer Eisenbahn durchschnitten, so dass bei durchfahrenden Zügen jedes Mal die Gartentore geschlossen und wieder geöffnet werden mussten.

Berichte über Friedrich Adolph Haage 

Auszug aus einer Zeitung von 1925
Friedrich Adolf Haage Junior Erfurt
Wenn man auf die ersten Anfänge des Erfurter Gartenbaues zurückgeht, so kommt man auf die Namen Christian Reichardt und Friedrich Adolph Haage. Was ersterer für die Erfurter Kulturen im Allgemeinen war, das wurde Friedrich Adolf Haage für die geschäftsmäßige Handelsgärtnerei. Als erster gelernter Gärtner in Erfurt, der einem großzügig geleitet im Handelsunternehmen vorstand, knüpfte er die ersten Fäden, die er dann in seiner späteren Verbindung mit rastloser Tätigkeit über ganz Deutschland und Europa weit über das Meer hinaus spannte und damit den Grund zu dem gärtnerischen Weltruf der Stadt Erfurt legte. In den Steigerwaldanlagen, in der Nähe des Standbildes seines Freundes, Generalleutnant von Hedemann, ehrt ein Denkmal seine Verdienste.
Nachdem Friedrich Adolph Haage in dem Hofgarten von Dresden die Gärtnerei erlernt hatte, gründete er im Jahr 1822 die noch heute unter dem Namen Friedrich Adolph Haage junior bestehende Firma. Schon damals wurden umfangreiche überseeische Beziehungen gepflegt und großer Wert auf die Kultur ausländischer Gewächse gelegt. In einem seiner Glashäuser eröffnete die erste Victoria regia, jene wundervolle Wasserpflanze, ihre 30 bis 40 cm großen purpurroten Kelche. Eine Spezialität der Firma war von Anfang an die Kultur der Kakteen und Sukkulenten und ist es bis zum heutigen Tag geblieben. Das sich ständig ausbreitende Unternehmen musste aus dem Inneren der Stadt an die Peripherie verlegt werden und wird jetzt von dem Enkel des Gründers geleitet. Haage’s Kakteen sind in der ganzen Welt bekannt geworden. Viele Fürstlichkeiten und andere hochstehende Personen besuchten die interessante Gärtnerei und noch heute ist der Zustrom an Fremden des In- und Auslandes ganz erheblich. Als originelles Beispiel für die Bekanntheit der Firma sein nur eins erwähnt: Ein Brief aus Australien, der als Aufschrift lediglich die Worte: Kakteenhaage, Europa trug, erreichte richtig seinen Bestimmungsort.
Außer Kakteen waren es umfangreiche Kulturen auf allen gärtnerischen Gebieten, die der Firma ihren guten Ruf einbrachten. Der beliebte Haage’sche Zwerg-Blumenkohl – auch als Erfurter Zwergblumenkohl bekannt – wurde von Friedrich Adolph Haage junior in den Handel gebracht und wird noch heute als besondere Spezialität vertrieben. Auf allen größeren in- und ausländischen Gartenbauausstellung war die Firma Haage vertreten und Hunderte von ersten Preisen geben ein Bild von der Würdigung ihrer Leistungen.
CactusPodcast Friedrich Adolph Haage

Frag den Kaktusgärtner

Diesmal: Aussaatkisten, Wollläuse und Nacktschnecken
 

Aussaatkisten – was passiert nach der Aussaat

Diter Pene via Youtube
was passiert mit den Aussaatkisten in den nächsten Tagen/Wochen? Muss die Oberfläche feucht gehalten werden? Wie sollten die Temperaturen sein? Was macht ihr nach den genannten 3/4 Wochen? Sollte man die Aussaat generell nicht abdecken, oder geht es auch mit einer Plastikhaube eines Anzuchthauses?
  • unsere Aussaatschalen sind getaucht – die Feuchtigkeit reicht meist länger als 4 Wochen – wir kontrollieren aber schon vorher – und wenn etwas trocken wird – dann haben wir ein Gießrohr mit besonders feiner Brause. Außerdem wird im Aussaathaus genebelt.
  • abdecken – oder nicht. Das ist eine praktische Frage. Wenn ich über einen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit verfüge, dann muß ich nicht abdecken. Zuhause ist das aber selten der Fall – deswegen ist eine Plastikhaube immer eine gute Idee, denn darunter bleibt es feucht. Aber Vorsicht! Wenn die Sonne scheint – dann kann es auch schnell richtig heiß werden – deswegen: lüften!

Wollläuse und Alternativen zu Bi58

Harald Kaspar via Facebook – 
Hallo, ich habe etwas Probleme mit Wollläusen und das BI 58 wirkt irgendwie offenbar nicht mehr so gut wie einst. Hast Du das was anderes? 
  • Bi58 – ist jetzt >> Bi58n – wie neu. Der Wirkstoff soll ebenso gut sein – sagt zumindest der Mann von Bayer.
  • Der Mythos „weniger wirksam“ – begleitet Pflanzenschutzmittel wohl ewig. Fakt ist: Bi58 hatte seit seiner Indienststellung in den 1960er Jahren immer die selbe Wirkstoffkonzentration von mindestens 380 g/l – es gab übrigens auch keinen Unterschied in der Konzentration bei Bi58 für den Profi zum Haus- und Kleingarten-Produkt. Das hat mich auch etwas überrascht.
  • Alternativen haben wir, klar. Beginnen wir ganz simpel mit
    • Spiritus und Wattestäbchen – das machen wir, wenn der Befall überschaubar ist, im Zimmer oder wenn nix anderes greift. (mehr dazu in der Wolllaus-Episode CP 002 – https://cactusblog.de/cactuspodcast-episode-002-wolllaeuse-im-winter/)
    • Promanal – das ist ein ölbasiertes Pflanzenschutzmittel, als „Hausmittel“ kennen wir noch Elefantenöl, Sommeröl, Orangenöl oder Zitrusöl – das haben übrigens meine Vorfahren vor mehr als 100 Jahren schon verwendet. Der Vorteil ist: nicht giftig – aber aufpassen, in manchen Fällen reagiert die Epidermis darauf sauer und es gibt Flecken auf der Pflanze
    • Niem, Niehm, Neem – auch ein Öl, aber mir anderer Wirkung. Die meisten Öle verkleben einfach die Tracheen, die Atemöffnungen der Läuse. Neem geht andere Wege. Der Wirkstoff Azadirachtin macht Läuse inaktiv – die hängen dann einfach faul auf der Pflanze rum und machen nix – oder fast nix. Sie fressen weniger – und ganz wichtig: sie häuten sich nicht mehr – und das ist in den meisten Fällen tödlich. Ich stelle mir gerade vor, wie mich fühlen würde, wenn ich mit fünf Jahren noch im Babystrampler stecke. Für Läuse ist das wesentlich schneller tödlich – allerdings nicht sofort. Denn das erwarten wir schließlich so. Spritzen – und sofort fällt der Schädling tot vom Ast. Realität geht aber anders. Das ist einer der Gründe, weshalb Neem Präparate den Ruf haben nicht so gut zu wirken. Ich finde die Wirkungsweise dagegen sehr perfide. 
Perfide Menschen
Perfide sind wir Menschen übrigens auch. Wenn du auf Amazon mal nach Neem schaust – dann findest du alles mögliche. Vom Flacon mit Bio-Chichi über Wohlfühlkapseln oder kaltgepresstem „extra virgin“ Neem Öl, Neem-Zahnpasta, Haut- und Haar Rettungspulver und veganes Pferde-Shampoo. Und dann gibt es noch Neem Pflanzenschutzmittel von Compo. Wobei fühlst du dich wohl und sicher? Ich hab bei Pflanzenschutzmittel kein Kuschelgefühl. Aber die Neem-Zahnpaste mit Granatapfel – die würde ich schon mal probieren wollen. 
Warum sind wir Menschen so? Hier grrr und giftig – und das andere würden wir uns ohne Sorge in die Haare schmieren, oder auf den Zahn. Dabei ist das selbe drin. Geht dir das auch so? Erzähl mal …
Zurück zu Bi58 – dazu gibt es eine komplette Episode hier: https://cactusblog.de/cactuspodcast-episode-004-bi58-ein-nachruf/ 
Dort findest du auch die ganzen Alternativen Möglichkeiten noch einmal im Detail. 
 

Nacktschnecken und ihre Spuren auf Kakteen

Nacktschnecken – Probleme habe ich auch mit kleinen Nacktschnecken in meinen Winterquartier. Die fressen zwar kaum an den Kakteen aber hinterlassen ihre spuren auf den Pflanzen.
  • ganz einfach: Bierfalle – läuft. In eine Bierfallenschale passt ja nicht soooo viel Bier – damit der Rest nicht schal wird – bitte einer sinnvollen Verwendung zuführen.
  • Spuren – hab ich ehrlich gesagt noch nie beseitigt – mich beschäftigt bis heute immer die Frage: ob das der Schnecke am Fuß kitzelt. Die Spuren sind bei uns immer beim gießen verschwunden, aber ganz sicher bin ich mir nicht – habt ihr eine Idee?
 

 

Menschen aus der Kakteenwelt verstorben

Geburt – und Tod – manchmal liegt das nah beieinander. Freud und Leid.
 
Ich bin traurig, heute habe ich erfahren:
Günter Andersohn *11.10.1932 ist am 18.04.2021 im Alter von 88 Jahren verstorben.
Viele kennen ihn als Chef des Palmengartens – oft war er auch hier in unserer Gärtnerei in Erfurt zu Besuch.
 
Nur wenige Tage vorher ist mein Kaktusgärtnerkollege Albert Plapp gegangen.
Seine Gärtnerei in Jesendorf war für viele Kakteen- und vor allem Sukkulentenfreunde ein Eldorado. Mich haben seine liebevoll selbst gezogenen Pflanzen beeindruckt – und ich habe mich oft gefragt, wie er das alles schafft. Ich denke, seine Frau Johanna und auch einige Freunde in der Umgebung waren ihm dabei eine Hilfe.
 

viele Umzüge und hohe Besucher

… zurück zu Friedrich Adolph Haage.
Seine Gärtnerei zog mehrfach um, samt aller Pflanzen. Eine der Adressen war die Gartenstraße – vermutlich dort wo der 1756 gegründete (!!) Botanische Garten von Erfurt war. Das Sortiment und die Pflanzensammlung dahinter wurde immer weiter vervollkommnet – und sie wurde immer bekannter – mit Folgen:
Haage’s berühmte Pflanzensammlungen waren das Ziel  prominenter Botaniker und Pflanzenfreunde aus aller Welt, zum Beispiel der durch seine große Sukkulentensammlung und -werke bekannte Fürst Salm-Reifferscheid-Dyck, Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm von Humboldt, Franz Liszt, Prinz Wilhelm von Preußen, Großherzog Carl August von Weimar und andere. 
Falls du den Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach nicht kennen solltest – seine Mutter war Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel, sie stiftete die nach ihr benannte Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar die vor einigen Jahren brannte. Bekannter ist aber sein guter Freund, Berater und Minister, der schon erwähnte Geheime Rath Johann Wolfgang von Goethe.
Der Großherzog kam zuweilen ganz überraschend, denn es gab immer etwas Neues und Interessantes in der Gärtnerei zu sehen. Als sich Friedrich Adolph Haage, der in Hemdärmeln im Garten werkte, schnell seinen Rock überziehen wollte, um den hohen Gast zu empfangen, kam Carl August, der dies merkte, auf ihn zu mit den Worten: „Bleiben Sie nur so, mein lieber Haage, es ist so warm, ich werde meinen Rock auch ablegen.”

Ausbilder für große Gärtner

Haage korrespondierte mit vielen der damaligen Größen der Gartenbauwissenschaften und sammelte nicht nur Pflanzen, er trug auch Fachwissen zusammen. Das behielt er nicht für sich, sondern gab es großzügig weiter. Ein großer Gärtner, sein späterer Kollege Ernst Benary genoss bei Friedrich Adolph Haage seine Ausbildung und war dort bis er mit Unterbrechungen bis 1842 tätig. Wenig später gründete Benary seine eigene Gärtnerei – eine der wenigen Erfurter Gärtnereien die es bis zum heutigen Tag gibt – wenn auch nicht mehr in Erfurt. 
Friedrich Adolph Haage engagierte sich intensiv für den Gartenbau und für seine Heimatstadt. Er war beteiligt an der Gründung des Erfurter Gartenbauvereins und war aktiv im Erfurter Stadtverschönerungsverein. 
Er war federführend mit dabei, als Erfurter Gärtner sich zu einer ersten Gartenbauausstellung zusammentaten – das war der Vorläufer der heutigen Bundesgartenschau – die wir gestern im Erfurter EGA Park eröffnet haben – und die in diesem Jahr hier auch noch Thema im CactusPodcast sein wird.
Das Engagement für seine Heimatstadt wurde oben ja schon erwähnt. Die Flanier- und Wanderwege im Erfurter Steigerwald bekommen jetzt unter Corona einen enormen Zulauf. Die Verbindung zu Friedrich Adolph Haage kennen nur wenige Menschen. Sein Denkmal wollen wir in diesem Jahr seines 225. Geburtstages wieder herrichten, um das ein wenig zu ändern – und darauf freue ich mich schon sehr!
 
Aktuelles
Und es gibt noch etwas ganz aktuelles aus diesem Jahr. Genau genommen aus der vorletzten Woche. Da bekam ich Post von einer Dame aus Hannover – wie sich herausstellte auch eine Nachfahrin von Friedrich Adolph Haage. Wir wussten so ziemlich nichts voneinander. Solche Entdeckungen finde ich besonders spannend. Sie hat mir Fotos geschickt aus ihrem Arbeitszimmer. Dort hängen Kinderporträts – klar – keine Fotos, die gabs ja damals noch nicht. Friedrich Adolph hat seine Kinder malen lassen, mit einer dem Kind zugedachten Eigenschaft und Profession. Ich weiß noch nicht, ob alle neun an der Zahl – aber die Tatsache allein geht mir richtig ans Herz. Dass „mein Urahn“ Gustav Ferdinand Haage auf seinem Bild eine Blume in der Hand hält noch mehr.
Und wenn ich überlege, wie weit der Samen getragen hat, der damals ausgesät worden ist, dass wir bis heute die Vision von Friedrich Adolph Haage weitertragen dürfen – das geht mir schon ganz schön ans Herz. 
 

Und jetzt:

viel Geschichte!

… war das interessant für Dich – oder voll der dröge Flop?

Ich bin neugierig. Lass es mich wissen!

Oder interessierst du dich für andere Themen?
Ich freu mich auf dein Feedback.
 
Was kommt als Nächstes?
 
Ich schau mal voraus auf zwei Themen – bei der Reihenfolge bin ich noch nicht sicher. 
Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 027 
  • Das eine Thema – ja, davor hab ich ehrlich gesagt ziemlich Muffen, weil es sehr persönlich wird. Es geht um das Gärtnern in Zeiten von Corona – und auch uns, mich bringt das ganz schön an meine Grenzen. Unausweichlich. Und ich bin vielleicht genauso gespannt wie du, wie weit ich mich aus dem Fenster lehne und die Hose runterlassen werde. Das wird keine einfache Episode. Aber garantiert spannend.
  • Das andere Thema – BUGA Erfurt – da gibt es auch eine ganze Menge zu erzählen – was so hinter den Kulissen passiert und was wir so alles erlebt haben. Bei der Gelegenheit werde ich dir das Buch zur BUGA von Herrn Stade vorstellen. Heinz Stade ist der Autor des Kalenderblattes zu Friedrich Adolph Haage. Und BUGA – da hab ich schon wieder Ideen – das  wird auch spannend!
Stay tuned! 
Schöne Grüße aus der heute besonders geschichtsträchtigen Blumenstadt Erfurt.
Bleib gesund.
 
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
 

Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community
Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
 
Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
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Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.

 

Shownotes:

Du willst mehr wissen / haben / hören?

Das Buch über die Haage-Gärtner wird demnächst erscheinen – hab bitte noch ein wenig Geduld

Das Thema Aussaat spielt ja auch diesmal eine Rolle – deswegen auch dazu noch einmal die Links:

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Mehr zum Thema Aussaat im CactusPodcast

Interviews im CactusPodcast:

 
 
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CactusPodcast 025 – Kakteenpflege – Kakteenaussaat und Tipps von Ulrich Haage

Kakteenaussaat – Episode 025

So bekommst du schnell und günstig seltene Pflanzen für deine Sammlung

Heute bin ich im Gewächshaus bei unserer Kakteenaussaat gewesen, mit dem Mikrofon. Genauer: ich war in unserem Aussaathaus. Dort habe ich nach unseren Sämlingen, geschaut – und erzähle, wie wir bei Kakteen-Haage unsere Ausaat machen. Und wenn diese Episode ganz schön lang geworden ist – die Aussaat dauert nicht so lange.
Falls du dir nochmal die ganz simplen Grundlagen der Aussaat anhören möchtest: vor einem Jahr gab es die erste Episode (007) – die „Bond-Episode“ in den CactusBasics zum Thema Aussaat. Diese Episode beantwortet übrigens einem ganzen Fragenkatalog aus den letzten Tagen an unserer Cactus-Hotline – ich hab es nur nicht geschafft, alle die Namen zu notieren – das wird also heute eine ganze „Frag den Kaktusgärtner“ Episode. 
 
Wie du durch Aussaat schnell und sehr preisgünstig an seltene Pflanzen kommst – das klären wir heute auch hier.

Aussaathaus – brauche ich sowas auch?

Bevor wir in die Details gehen – wo kann ich überhaupt aussähen? Muß ich dazu auch ein Aussaatgewächshaus haben?
Die Antwort ist einfach und ganz klar: Nein!
[… aber psst: es ist ziemlich cool eins zu haben!]

Genau genommen braucht es nur sehr wenig, damit eine Aussaat gut gelingen kann. 
 

Kakteenpflege - Kakteenaussaat und Tipps von Ulrich Haage

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteenpflege

Was brauchst du für die Aussaat von Kakteen oder anderen Sukkulenten?

  • Saatgut
  • Erde
  • Aussaatgefäß, z. B. eine Schale, oder kleine Töpfchen
  • Etiketten + Stift
  • Abdeckmaterial – z. B. Quarzkies, Abdeckvlies
Werkzeuge und Hilfsmittel

Hilfreich ist eine Schaufel in der passenden Breite zum Aussaatgefäß, sie macht die Arbeit erheblich leichter.
Etwas zum andrücken der Erde, zum Beispiel ein glattes Brettchen oder eine Streichholzschachtel.
Zum anfeuchten der Erde eine Schale mit Wasser. Alternativ hilft eine Ballbrause, oder eine Gewächshausgießkanne mit ganz feiner Brause.
Wer seine Aussaat mit einem Beizmittel schützen möchte – der braucht auch das – optional.

Standort für die Sämlinge

Damit alles glattläuft: erst alles für die Aussaat vorbereiten und bereitstellen. Dazu gehört auch die Frage: wo sollen die Aussaatgefäße danach stehen? Der Standort sollte hell und frei von Zugluft sein. Die Temperatur liegt im Idealfall konstant um die 22-24° C.

Alles am Start? Dann kann’s mit der Kakteenaussaat losgehen!

CactusPodcast Aussaat
 

Und jetzt: Kakteenaussaat der Reihe nach!

Wie angekündigt – das geht ganz einfach:
  1. Aussaatgefäß mit Aussaaterde füllen. Wir verwenden Aussaaterde für Kakteen, oder einfach unsere Kakteenerde 01. Da die Sämlinge nur eine begrenzte Zeit in der Erde wachsen genügt sogar eine Substratdicke von 2 bis 3 cm
  2. Erde mit einem Brettchen leicht andrücken
  3. Aussähen – dazu das offene Samentütchen zwischen Daumen und Mittelfinger waagerecht über das Aussaatgefäß halten. Mit dem Zeigefinger leicht auf das Tütchen klopfen damit der Samen langsam und möglichst einzeln herauskullern kann. Die Samenkörner sollen möglichst gleichmäßig auf der Oberfläche im Gefäß verteilt sein. Wenn mal ein paar mehr Körnchen zusammen „abgesprungen“ sind, dann ist das kein Beinbruch – nur „Haufenbildung“ solltest du vermeiden. Sehr große Samen (bei manchen anderen Sukkulenten), oder Samen mit speziellen Anforderungen kannst du auch mit den Fingern, oder sogar mit einer Pinzette direkt stecken. So wollen Samen von Pachypodium beispielsweise mit der Rundung nach unten in die Erde gesteckt werden. Und: Vorsicht mit der Pinzette: Samenkörner haben oft eine harte Schale, sind aber mit wenig Kraft schnell zerdrückt. Jetzt werden die Samenkörnchen noch einmal ganz leicht angedrückt, damit sie guten Kontakt zur Erde haben
  4. Das Aussaatgefäß dünn mit Quarzkies abstreuen. Dünn bedeutet: nur ein bis zwei Korn stark. Der Quarzkies hat eine ganze Reihe Vorteile: er lässt das Licht durch, schirmt zu viel davon ab, die Feuchtigkeit wird im Boden gehalten, zu viel Wasser kann aber problemlos verdunsten, wenn es versehentlich zu heiß wird, kann die Luft hier problemlos zirkulieren, unter Glas oder Vlies bildet sich in der direkten Sonne binnen weniger Minuten ein Hitzestau und die kleine Sämlinge verbrennen.
    Alternativen zur Abdeckung mit Quarzkies: Abdeckvlies oder passend geschnittene Glasscheiben (veralgen leicht, Verletzungsgefahr, Überhitzungsgefahr)
  5. Etiketten beschriften
    Das steht auf unserem Etikett:
    – Aussaatnummer (der Verweis auf das Aussaatbuch, bei uns eine Datenbank, hier können wir alle Informationen nachschlagen)
    – Name (Gattung und Art)
    – Feldnummer und Standort – soweit angegeben halten wir die Informationen zur Heimat der Sämlinge fest
    – Herkunft und Menge der ausgesäten Samen
  6. Aussaatschale in der Wasserwanne für ca. 30 Minuten mit Wasser vollsaugen lassen, danach abtropfen lassen und an den endgültigen Standort stellen

CactusPodcast

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte bei der Kakteenaussaat lässt sich an manchen Stellen ändern. So könnte ich die Etiketten auch vor der Aussaat stecken.
Auch bei uns hat jeder Mitarbeiter seinen persönlichen Ablauf entwickelt. Probier einfach mal aus, welche Reihenfolge für dich am besten funktioniert. Wir schreiben alle unsere Etiketten, bevor die Aussaat beginnt. Manchmal haben wir die Saatschalen schon getaucht und säen auf die feuchte Erde – das ist nicht in Stein gemeißelt.

Da war noch was mit günstigen seltenen Pflanzen für deine Sammlung …

Stimmt – und auch dass ist kein Zauberwerk. Ein paar Körnchen Saatgut kosten meist nur ein Bruchteil einer Jungpflanze. Und gerade bei den anderen Sukkulenten kannst du binnen kurzer Zeit eine schöne Pflanze heranwachsen sehen. Klar – bei den meisten Kakteen braucht das ein wenig mehr Zeit. Das Saatgutsortiment hat sich in den letzten Jahren sehr verändert – heute gibt es oft auch Samen von echten Raritäten zu kaufen. Und wachsen – das machen unsere Pflanzen ja weitgehend ganz alleine. Wir müssen nur hin und wieder nachsehen.
Auf die Weise bekommst du ganz Fix neue Pflanzen in deine Sammlung. Und wenn die Aussaat gut läuft – dann kannst du ja überlegen, überzählige Pflanzen mit anderen zu tauschen. 

Ich drück dir beide Daumen!

Und jetzt:

Viel Erfolg bei der Aussaat!

Einfach mal machen! Probier es mal aus! Es ist eine Mordsfreude, wenn du zum ersten Mal deine winzigen Sämlinge aus der Erde kommen siehst!

Hast du noch Fragen zur Kakteenaussaat?

Oder zu anderen Themen?
Wie immer per Mail an Studio@CactusPodcast.de oder in der FB Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/ oder Kommentare hier im cactusblog.de
 
Und jetzt freu ich mich auf dein Feedback.
 
Was kommt als nächstes?
 
Der Cactuspodcast kommt wieder in der Episode 026.
Das Thema werde ich noch rechtzeitig entscheiden.
Bis dahin bleibt gesund und glücklich.
 
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
 

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CactusPodcast 024 – Der Kakteen-Haage Katalog

Der Kakteen-Haage-Katalog – Episode 024

Warum gibts eigentlich noch ein Kakteenkatalog? – Sein Ursprung und wie er entsteht

Er ist über 190 Jahre alt, existiert vermutlich ungefähr so lange wie unser ältester Kaktus und vielleicht ist er sogar die am meisten verbreitete Kakteenveröffentlichung der Welt – aber darüber muss ich nochmal nachdenken.
 
Die Kakteen-Haage Kataloge – die Geschichte
der Anfang ist nachweisbar aus dem Jahr 1824, als Friedrich Adolph Haage sein erstes Preisverzeichnis veröffentlicht. Aus dieser bescheidenen Liste entwickeln sich im Laufe der Jahrhunderte umfangreiche Kataloge, aus denen noch heute unter anderem Erstbeschreibungen zitiert werden – und auch sonst ist es ganz spannend, in den historischen Werken zu blättern.
Unsere Geschichtsschreibung zeichnet ein ziemlich lückenloses Bild von Katalogen aus dem vergangenen Jahrhundert. Lediglich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs bin ich unsicher, ob die damals üblichen 2 bis 3 Kataloge im Jahr erschienen sind. Papier war rationiert und am Ende wurden die Kakteen als „unarisch“ (un-arisch, also nicht dem deutschen Geist entsprechend) eingestuft und wurden verboten. 
Deswegen hätte es mich echt gebissen, wenn wir in Jahr 2020 keinen Katalog veröffentlicht hätten, wo doch die Ahnen in denkbar schlimmeren Zeiten daran festgehalten haben.
 
Das Thema Katalog ist natürlich auch in einem anderen Zusammenhang ein bisschen brisant:
In meinem Katalogregal liegt die offiziell letzte Ausgabe des Otto-Katalogs aus dem Jahr 2019, und auch der Ikea-Katalog ist im vergangenen Jahr in die Geschichte eingegangen. Dass es den nicht mehr geben wird, das hat nicht nur mich erschüttert.
Und ich habe mich gefragt: ist unser Papierkatalog eigentlich noch zeitgemäß? Ist es Zeit, dem allgemeinen Trend zu folgen und zu sagen: „Wir sind online, das muss genügen.“
Etwas in mir hat sich dabei sofort und deutlich gewehrt. 

Kataloggeschichten - Ulrich Haage und der Kakteen-Haage Katalog

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kataloggeschichten

Ist ein gedruckter Katalog im digitalen Zeitalter überhaupt noch zeitgemäß?

Ich weiß, unser Katalog ist ein Anachronismus – in verschiedener Hinsicht.
Viele Kakteenleute sind schon seit langem im digitalen Zeitalter angekommen. Häufig schon länger als andere.
Als wir in den 1990ern unsere erste Webseite gestartet haben, da war das ziemlich exotisch und wir waren auch ziemlich alleine. Die Digitalisierung passierte aber ausgerechnet in der Kakteenwelt schneller als in anderen Bereichen – so mein ganz persönlicher Eindruck. Vermutlich, weil es die internationale und überregionale Kommunikation zu unserem Fachgebiet deutlich erleichtert hat. Das habe ich lange Jahre beobachtet – im Vergleich zum „normalen“ Gartenbau, aber auch zu anderen Branchen in denen Online & Co jetzt als neue Sau durchs Dorf getrieben wird.
 

Katalog auf Papier? Braucht es das noch?

Seit einigen Jahren bekommen wir nach dem Katalogversand nette Mails oder Anrufe:
„Danke, dass ihr mir euren neuen Katalog geschickt habt – aber ich bestelle sowieso über den Shop, da brauche ich keinen gedruckten Katalog mehr.“
 
Zu Anfang war ich unsicher, ob das jetzt eine Trendwende ist und auch in der Familie haben wir diese Frage heiß diskutiert.
Inzwischen habe ich gelernt: Es gibt immer noch sehr viele Kakteenfreunde und Kunden die zu den älteren Semestern zählen. Die schicken uns Briefe oder Faxe, oder rufen bei uns an und haben keine E-Mail. (Ja, sowas gibt’s noch.)
Und es gibt die Menschen, die die Buchstaben lieber auf Papier lesen, statt auf dem Bildschirm, oder im Reader. Ich zähle mich übrigens auch dazu – ich mag es, wenn das umblättern echte Geräusche macht.
Und deswegen – unter anderem – drucken wir unseren Katalog weiter auf Papier und schicken ihn in die ganze Welt – so wie das meine Vorfahren auch schon gemacht haben.
Und wir machen ihn selbst…
 
CactusPodcast - Der Kakteen-Haage Katalog
 

Katalog selbst machen?

Kataloge werden meist von Agenturen gemacht. Die kennen sich damit aus, sind spezialisiert und wissen, was der Kunde und der Auftraggeber lesen wollen.
Wir ticken da ein bisschen anders. Wenn wir davon erzählen, dass unser Katalog komplett selbst gemacht ist, ernten wir regelmäßig ungläubige Blicke. 
Klar, unser Katalog ist nicht aus der Hand eines Profi-Katalog-Machers – und das sieht man ihm an.
Manches, was zum Handwerkszeug eines Katalog-Profis gehört machen wir nicht. Das eine, weil wir es (noch) nicht besser können, anderes, weil wir es nicht wollen…
Katalog selbst machen ist übrigens gar nicht so ungewöhnlich. Eine Reihe von sehr guten Katalogen tragen zumindest deutlich die Handschrift ihrer Unternehmer. Ich denke da zum Beispiel an meinen Kräuterkollegen Daniel Rühlemann oder das urspüngliche „Merkheft“ von Zweitausdendeins. In beiden Fällen sind Menschen am Werk, die sich in ihrer Materie bestens auskennen und wunderbar Geschichten erzählen können. Sowas mag ich.
Ich habe mich heute gerade durch die Rezensionen der besten Kataloge des Jahres 2020 gelesen. Was und wie unter anderem Martin Groß-Albenhausen unter die Lupe nimmt. Sich über Details und Gestaltung der Blattwerke von „Grüner Erde“, „Freetree“, „Gerstaecker“, „Atelier Goldener Schnitt“ (50 Jahre), „ebrosia“ (20 Jahre) auslässt. Gutes lobt und das andere ankreidet. Das finde ich immer wieder spannend und lehrreich. Für unseren nächsten Katalog hab ich dabei schon wieder drei neue Ideen gesammelt. Die Vorbereitung für den läuft schon wieder. 
Konkret bedeutet das aber nicht nur Ideen sammeln, sondern ganz praktische handfeste Kaktusgärtnerarbeit: 

Vorbereitung

  • den Samen reinigen, trocknen den wir den ganzen Sommer über geerntet haben und in Tütchen zählen
  • auf Samensendungen aus der ganzen Welt warten (am Freitag habe ich wieder ein Paket von Mesa Garden aus dem Zoll befreit, das vor vier Monaten in Belen abgeschickt wurde)
  • Pflanzen vermehren und einkaufen
    • pikieren
    • umtopfen
    • Stecklinge schneiden
    • gießen
    • die Pflanzen, die wir nicht selbst machen können, die kaufen wir bei Gärtnerkollegen ein
      • Echinocereus oder Gymnos mit besonders ausgeprägter Bedornung aus Kalifornien
      • Baobab aus dem Senegal – die immer ratz fatz weg sind
      • Adenium Hybriden aus Thailand
      • abgefahrene Astrophytum aus Japan
    • und dann muss das ganze Angebot für den Verkauf vorbereitet werden und genau dorthin geräumt werden, wo es hingehört, dazu müssen wir jedes Jahr viele hunderttausend Etiketten drucken
  • Bücher einkaufen
    • besonders spannend waren zuletzt die Bestellungen aus England und Südafrika nach Deutschland zu bekommen – die Hälfte unserer Bücher – darunter auch die signierten Gymnocalycium-Bücher von Graham Charles haben einige Tage im Stau vor dem Kanaltunnel verbracht, was war ich froh, dass wir zu der Zeit gerade keine Pflanzen auf dem Weg ins Königreich hatten – der Brexit hat auch bei uns einige Spuren hinterlassen – darunter sehr viele verunsicherte britische Kakteenfreunde
  • Erde mischen und abfüllen
    • im Moment ist der Bedarf an Erde immens, wie viele Tonnen der Meister unserer Erden Heiko Beck im letzten Jahr bewegt hat, das kann ich nur erahnen
    • außerdem schrauben wir auch noch an neuen Rezepten – darüber kann ich aber noch nichts Genaueres verraten
  • Zubehör einkaufen
    • ich denke jetzt zuerst mal an ungewöhnliches: Schnaps. Wenn bei uns der LKW auf den Hof rollt und eine Palette Tequila, Rum und andere geistigen Sachen entladen werden, dann rollen unsere Nachbarn schonmal fragend mit den Augen
    • auch das Zubehör wird zunehmend international
    • zum Beispiel unsere kleinen Gewächshauslüfter, die die Pilzsporen über den Winter in Schach halten, die kommen von einem kleinen Hersteller aus China
    • manchmal gibt es auch da Zitterpartien bis zur letzten Minute – oder auch darüber hinaus, zum Beispiel das ganz neu entwickelte Biplantol für Kakteen und Sukkulente: das war für den dritten Advent geplant, dann gab es Verzögerungen bei der Anmeldung beim Bundesamt für Reaktorsicherheit. Jetzt rechne ich damit, dass die erste Lieferung spätestens Mitte Februar ankommt.
    • oder wenn es Engpässe gibt – ich denke an die Erde, die im letzten Frühjahr das Schicksal mit Toilettenpapier geteilt hat, oder wenn das Bi 58n wieder mal nicht geliefert werden kann – solches Herzklopfen erleben wir immer wieder mal.

Alles da?

Wenn dann endlich alles da – und vorbereitet ist – oder zumindest auf dem Weg, dann kümmern wir uns um Feldnummern, Standortangaben, feilen noch etwas an den Beschreibungen.
Und dann muss ich noch die ganzen Geschichten schreiben. Notizen dazu sammle ich das ganze Jahr über, dann heißt es recherchieren, Informationen zusammentragen, prüfen…
Die letzten Tage haben meist einige Nachtschichten an Bord – und mehr als einmal musste ich mit der Druckvorstufe (die sorgen dafür, dass der Katalog gedruckt werden kann) meine Deadline um ein paar Stunden verschieben.
Meist setze ich mich dann ins Auto und fahre meinen Daten hinterher in die Druckerei und wenn ich angekommen bin gibt’s einen Kaffee und dann kann ich zuschauen, wie die riesigen Rollenoffsetmaschinen ersten Makulaturexemplare ausspucken. Die Profis stehen an großen Tischen und messen Farbdichte und Strichstärken und drücken an gefühlt Millionen Knöpfen herum und irgendwann ist alles richtig und dann geht’s los. Das ist für mich immer ganz erhebend.
Eine Viertelstunde später ist der Zauber vorbei, 20.000 Kataloge sind fertig gedruckt.
Und ich falle glücklich ins Bett.
 

CactusPodcast

Was der Katalog für uns bedeutet 

Der Katalog ist für mich nicht nur eine Auflistung dessen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt in unseren Gewächshäusern steht. Er ist auch ein wichtiges Sprachrohr und ein Zeitzeugnis, Geschichtsbuch. 
(Index Seminum)
Klar steht da nur die Spitze des Eisbergs drin. So etwa wie im Lebenslauf, ein bisschen mehr vielleicht. 
Lebenslauf – als Kind hat mir meine Cousine erzählt, sie muss gerade ihren Lebenslauf aufschreiben. Ich habe wochenlang danach nicht schlafen können, weil ich immerzu vergessen habe, was es am letzten Donnerstag im Kindergarten zum Mittag gab und ich mich nicht mehr genau erinnern konnte, was ich mit dem Kiefernast bei der Wanderung am vorletzten Sonntag gemacht habe. 
Menschen, die sich sehr intensiv mit Katalogen beschäftigen, die können zwischen den Zeilen eine Menge lesen. Zum Beispiel wann eine Pflanze bei wem zum ersten Mal angeboten wird. Oder wie eine Pflanze oder ihre Blüte beschrieben ist.
Und dann ist es auch interessant, was andere in den Katalogen finden. Vorhin ging es ja schon um Katalog-Rezensionen.
Hier habe ich etwas ähnliches – nur ist diese Rezension schon ein paar Jahre alt und bezieht sich auf mehrere Kataloge:
 
Das Hauptverzeichnis über Samen und Pflanzen von Herrn Haage & Schmidt in Erfurt wird wohl an Reichhaltigkeit von keinem anderen irgend einer Firma Europas übertroffen. Dasselbe enthält in Bezug auf Samen aller Arten und Raritäten welche im in oder Auslande im Handel vorkommen und von genannter Firma bezogen werden können, sowohl landwirtschaftliche Samen, als Samen von Sommergewächsen, Ziergräsern, Freilandstauden, Topfgewächsen, Wald-und Gehölzsamen. Die Zahl der in dem Verzeichnisse offerierten Samen von Arten und Varietäten beläuft sich auf nicht weniger denn 13.5 67. Die Zahl der Neuheiten von Samen, Arten und Varietäten für 1869, mit Einschluss einiger selten in Samen vorkommenden wertvollen Spezies, 227.
 
In dem Pflanzenkatalog ist es namentlich die Abteilung für Blumenzwiebeln und Knollengewächse, welche unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. In dieser Abteilung finden wir eine bedeutende Anzahl sehr seltener Pflanzen offeriert, wie zum Beispiel Cyrtanthus mackenni, Littonia modesta, Sandersonia aurantiaca und viele andere dergleichen.
 
Das Verzeichnis ist mit sehr großem Fleiß und großer Korrektheit angefertigt und zu vielen empfehlenswerten wie interessanten Pflanzen sind Abbildungen beigegeben, so das man es mit Recht ein illustriertes nennen kann, denn dasselbe enthält nahezu an 130 Lithographien, außer den 60 Beispielen zur Bepflanzung von kleinen Beeten in Rosenparterres, die für so manchen Blumenfreund von großem Werte sein dürften.
 
Das Verzeichnis für 1869 des Herrn Friedrich Adolph Haage jun. in Erfurt eine seit beinahe 50 Jahren in dem besten Renommee stehende Firma, enthält in großer Anzahl die besten, empfehlenswerten und gangbarsten Gemüse-, Feld-, Wald-und Blumen Sämereien. Eine Zusammenstellung sämtlicher Florblumen (Seite 11-14 des Verzeichnisses), die zur Hauptzierde eines Gartens dienen, empfehlen wir bestens, ein solches Verzeichnis erleichtert den Blumenfreunden die Auswahl sehr. Unter den Neuheiten, welche in diesem Jahre in den Handel kommen, enthält das Verzeichnis eine ganze Anzahl, die wir aber auch in den Verzeichnissen mehrerer der ersten Erfurter Samenhandlungen verzeichnet finden, namentlich in dem von E. Benary, Ferdinand Jühlke Nachfolger, Platz & Sohn und andere. Außer Sämereien werden in dem Verzeichnisse von Friedrich Adolph Haage junior auch Pflanzen offeriert, unter diesen mehreren Neuheiten vom Jahre 1868, wie Abutilon thompsoni, Achyrathes borbonica, Ampelopsis veitchii, diverse Croton, Passiflora trifasciata, dann eine Auswahl von schönen Pflanzen des Kalt-und Baumhauses aus früheren Jahren, ferner Stauden, Zierbäume, Sträucher, Erdbeeren, Fruchtsträucher und dergleichen. Es ist ein reichhaltiges, sehr genau und korrekt angefertigtes Verzeichnis, dass wir, wie die anderen, den Blumenfreunden zur Durchsicht empfehlen.

Frag den Kaktusgärtner

Diesmal gibt es gleich drei Fragen zuerst – wie passend: zum Katalog
 
Timo Steini via FB:
Hallo nach Erfurt  Letztes Jahr habe ich das erste Mal bei euch bestellt, nachdem ich den Hoyas verfallen bin. Mit viel Freude habe ich zur Weihnachtszeit die Videos aus der Gärtnerei verfolgt, obwohl ich sonst eigentlich nicht so der Videogucker bin. Besonders gespannt war ich dann natürlich auch auf den Katalog, welcher mehrfach erwähnt wurde und zum Glück noch rechtzeitig in den Druck gehen konnte. Als Kunde des letzten Jahres nahm ich an, dass mich dieser auch automatisch erreicht. Leider kam er nicht und ich wurde ungeduldig. Ich habe somit auf der Homepage einen Katalog angefordert und dieser kam auch ganz flink. Auch andere Hoyabesteller aus dem letzten Jahr haben noch keinen Katalog erhalten. Eventuell sind nicht alle Kunden in der Datenbank?  Im Katalog steht zumindest, dass alle Kunden der letzten drei Jahre einen erhalten  Besonders gut gefallen mir die vielen kleinen Randnotizen bzw. Geschichten im Katalog. Davon hätte ich gerne mehr!
Nun werd ich wahrscheinlich auf den Podcast verwiesen. 
Wie wäre es denn für 2022 mit einem Jahreskalender und netten Anekdoten? Die ganzen Weisheiten die sonst in Kalendern stehen kennt doch schon jeder auswendig. Ich finde es jedenfalls toll, dass ihr noch einen Katalog produziert und das wollte ich eigentlich nur kurz (oder lang) kundtun. 
Liebe Grüße aus Berlin, Timo
Was für ein schönes Feedback! Da macht es gleich noch mehr Spaß!
 
Ja, wir versenden an alle Besteller der letzten drei Jahre unseren Katalog, vorausgesetzt, sie möchten den auch haben.
Den letzten Katalog haben wir auch an einige Kakteenfreuden geschickt, von denen wir schon sehr lange nichts mehr gehört haben. Und ich freu mich jedes Mal wie Bolle, wie vor ein paar Wochen, als ich einen Kunden entdeckt habe, der zuletzt auf unseren Karteikarten verzeichnet war – damals haben wir noch den Beruf aufgeschrieben: „Schüler“.
Das ist schon 60 Jahre her.
 
Der Katalogversand war dieses Mal auch noch besonders herausfordernd: Wir sind volle Kanne in den Weihnachtsverkehr geplatzt. Die ersten Exemplare sind tatsächlich Heiligabend angekommen – die letzten haben wir Mitte Januar verzeichnet. Kein optimaler Zeitpunkt – und trotzdem bin ich heilfroh, dass es noch geklappt hat und ich bin allen Postmännern und -frauen dankbar, dass sie unbeirrt ihren Dienst versehen.
 

 
Der zweite Teil ist ein ganzer Fragenblock von Immanuel aus Jena:
Was sind die fünf wichtigsten Kaktusgärtnertipps?
  1. lieber zu wenig als zu viel gießen, die Erde immer komplett abtrocknen lassen
  2. Topf mit Abzugsloch, sonst Gefahr von Staunässe
  3. gut durchlässige Kakteenerde
  4. heller, sonniger Standort (bitte nicht in die Schrankwand hinter dem Fernseher)
  5. Winterruhe: nach der Wachstumszeit ab Oktober bis März kühl und trocken halten 
Was muß ich tun, damit mein Kaktus auf der Fensterbank zur Blüte kommt?
  • Winterruhe – wie oben
Was gibt es bei der Kultur der „König der Nacht“ besonders zu beachten?
  • humose Erde
  • ausreichende Ernährung mit stickstoffhaltigem Volldünger
Stichwort winterharte Kakteen im Garten:
Ich möchte gern winterharte Kakteen in Deutschland kultivieren, was gilt es hierzu zu beachten?
  • durchlässige Erde / gute Drainage (z. B. mit grobem Kies)
  • bei wenig Schnee ggf. Abdeckung notwendig
Welche Arten / Gattungen eignen sich besonders für den oft nassen deutschen Winter?
  • Opuntia – Ohrenkakteen
  • Echinocereus
  • seltener: Gymnocalycium, Notocactus, Austrocactus
Wann ist der beste Zeitpunkt, die Kakteen „vor die Tür“ zu schaffen?
Gilt es hierbei etwas zu beachten?
  • ideal ist die Zeit im späten Winter ab Februar
  • so haben die Pflanzen möglichst lange Zeit, um gut anzuwachsen und sich an den neuen Standort zu gewöhnen
  • frühzeitig gießen ist okay – selbst bei Frost
  • speziell bei Opuntia: gute Nährstoffversorgung mit Volldünger damit die Pflanzen kräftig wachsen
  • wichtig: Wachstum frühzeitig beenden (September, spätestens Oktober!)
Gibt es sonst etwas, dass bei der Kakteenpflege helfen kann?
  • ja, Meister Wilhelm sagt:
    „Behandle deinen Kaktus wie einen Mann. Wenn du unsicher bist, was er braucht, dann lass ihn einfach in Ruhe.“
 
CITES
Was bedeutete es ganz konkret als CITES zertifizierter Betrieb zu arbeiten?
  • wir dürfen Pflanzen vermehren, die weltweit unter Schutz stehen und die einem Handelsverbot unterliegen
  • klares Bekenntnis: keine Kakteen die aus der Natur entnommen werden
Gibt es dabei Herausforderungen?
  • ja, unter anderem die sich ständig ändernde Nomenklatur 
Was sind die Vorteile, was die Nachteile einer CITES-zertifizierten Gärtnerei?
  • vereinfachtes Verfahren bei der Ausfuhr
  • ziemlicher Aufwand für die Zertifizierung, auch für uns nicht immer ganz einfach, herauszubekommen: „woher haben wir nochmal diesen Gymnocactus vor 60 Jahren her“
 

Übrigens: diese Fragen sind für ein ganz besonderes Projekt in diesem Jahr – mehr dazu können wir voraussichtlich im März verraten.
Und das Thema Artenschutz und CITES steht auch schon auf meiner Liste.

Und jetzt:

Habt ihr Fragen unserem Katalog?

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Übrigens: heimlich still und leise ist der CactusPodcast ein Jahr alt geworden. Ich hab es auch einfach übersehen. Und es gab im vergangenen Jahr fast für jeden Monat zwei Folgen – fast aber auch nur. Ich rechne damit, dass ich in diesem Jahr diese Schlagzahl nicht halten werde – aber: Ich gebe mir alle Mühe.
Und ich freu mich natürlich über Feedback.
 
Was kommt als nächstes?
 
Ehrlich: ich bin noch unschlüssig.
Der Cactuspodcast kommt in jedem Fall wieder mit der Episode 025.
Das Thema werde ich noch rechtzeitig entscheiden.
Bis dahin bleibt gesund und glücklich.
 
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
 

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Mehr Interviews im CactusPodcast:

  • CactusPodcast 005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
  • CactusPodcast 012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
  • CactusPodcast 013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
  • CactusPodcast 021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
 
 
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CactusPodcast 023 Aloe vera – ein Interview mit Melanie Öhlenbach

Aloe vera zu Hause pflegen – Episode 023

10 Fakten über die Königin der Heilpflanzen – Interview mit Melanie Öhlenbach

Aloe vera trägt den Beinamen Königin der Heilpflanzen – unter anderem, weil ihre heilende Wirkung schon seit Menschengedenken genutzt wird.
Und genau darum geht es in dieser Episode 23 im CactusPodcast.
Ulrich Haage im Interview mit Journalistin und Bloggerin Melanie Öhlenbach.
Mel bloggt privat auf www.kistengruen.de, sie hat ein schickes Buch über ihren Stadtbalkon geschrieben, im Job arbeitet sie für die Deutsche Presseagentur.
Das Interview kam im Auftrag des Bundesverband Einzelhandelsgärtner und dem Grünen Medienhaus zustande – das ist der Grund, weswegen wir etwas Blogger/Podcast-unlike etwas förmlich miteinander sprechen.

Aloe vera - Interview mit Melanie Öhlenbach und Ulrich Haage

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kaktus-Interview

Aloe vera – zuhause pflegen

  • warum muß ich eine Aloe vera im Haushalt haben?
  • woran erkenne ich beim Kauf eine gesunde Pflanze?
  • Aloe hilft bei Verbrennungen auf der Haut – wie geht das?
  • woran erkenne ich ältere Pflanze?
 
Kev Ins Cereus peruvianus im Wintergarten
 

Wie halte ich meine Aloe vera fit und gesund?

  • Schädlinge bei Aloe?
  • wann muß ich meine Aloe vera umtopfen?
  • ab welchem Alter kann ich Aloe vera Blätter ernten?
  • wo kann ich meine Pflanze am besten halten?
  • braucht meine Aloe tatsächlich Schatten im Sommer?
  • in welcher Erde gedeiht Aloe am besten?
  • Aloe und Torf – verträgt sich das?
  • wie klappt das mit dem gießen, wie dosiere ich ganz präzise?
  • Tauchbad – und Aloe mag keine Übertöpfe!
  • wie und wann dünge ich richtig – und am besten womit?
  • kann meine Pflanze auch draußen im Garten überwintern – und was ist ein guter Platz für die Überwinterung?
  • Umzug – wann muß ich meine Aloe umtopfen?
  • darf ich die Wurzeln abschneiden oder kürzen?
  • Trauermücken – können die gefährlich für meine Aloe vera sein? – hier gehts zur Episode zum Thema Trauermücken

CactusPodcast

Ist Aloe vera eigentlich frosthart?

Dazu sage ich üblicherweise ganz klar NEIN! Frost und Aloe sind selten gute Freunde. 

Im Kaktusgärtneralltag machen wir aber seit einigen Wochen ein Experiment. In der Gärtnerei stehen noch einige große Pflanzen draußen. Im Moment mitten im Schnee – und kalt ist es dazu auch. Eine Prognose, wie viel Frostgrade die Pflanzen aushalten werden, mag ich noch nicht abgeben. Ich werde euch aber über die Entwicklung auf dem Laufenden halten. (und wer sich jetzt Gedanken um die armen frierenden Pflanzen macht – sie waren bereits auf dem Weg zum Kompost – auf diese Weise können wir unsere Erfahrungen auch allen anderen zugänglich machen)
Nach aktuellem Stand sind die Temperaturen bislang noch nicht unter -5 °C gefallen – und die Pflanzen sehen – Stand heute – ganz vergnügt und munter aus.

Mehr Aspekte zum Thema winterhärte von Aloe vera gibt es in der CactusPodcast-Episode zu hören – und im Video das unten verlinkt ist.


Frosthärtetest - Aloe vera im Schnee bei Kakteen-Haage

Frag den Kaktusgärtner

Diesmal gibt es gleich drei Fragen zum Thema Aussaat – zu unserem letzten Youtube Video
 
wie muss ich den Sämlinge über den Winter bringen? wie die Alt-Pflanzen komplett trocken oder ist das von Art zu Art unterschiedlich? Bei was für eine Temperatur ist die Winterruhe zu machen? Mir wurde gesagt der Sand der oben drauf kommt ist damit der Hals des Kaktus nicht faulen kann.
 
was passiert mit den Aussaatkisten in den nächsten Tagen/Wochen? Muss die Oberfläche feucht gehalten werden? Wie sollten die Temperaturen sein? Was macht ihr nach den genannten 3/4 Wochen? Sollte man die Aussaat generell nicht abdecken, oder geht es auch mit einer Plastikhaube eines Anzuchthauses?
Die Antworten darauf sind einfach und unkompliziert:
  • Die Sämlinge sind mit der aufgesaugten Feuchtigkeit in der Aussaaterde meist für die nächsten 3-4 Wochen ausreichend mit Wasser versorgt
  • Temperaturen für die Aussaat: 20 bis 25° C, hilfreich ist eine 2-5 Grad niedrigere Temperatur in der Nacht
  • Abdecken mit Quarzkies ersetzt Glasscheibe, Abdeckhaube oder Folie – und natürlich werden die kleinen Sämlinge dadurch auch vor Fäulnis am empfindlichen Wurzelhals geschützt.

Aloe – alles easy – oder ein schwerer Fall?

Die Antwort ist leicht zusammenzufassen – genauso kinderleicht wie die Pflege:
Aloe vera ist ebenso pflegeleicht wie heilsam.
  • am besten ist ein kühler, heller Standort
  • lieber zu wenig Wasser und Dünger als zu viel
  • spätestens alle zwei Jahre ein passender Topf und frische Kakteenerde
Wer jetzt mitgezählt hat, der kommt natürlich auf 20 und nicht nur auf 10 Fakten und Antworten rund um Aloe vera.
Halb so schlimm, oder?

Was kommt als nächstes?

Der CactusPodcast kommt wieder in Episode 024 – dann voraussichtlich zum Thema Kakteen-Haage Katalog und meine Geheimtipps rund ums bestellen.
Bis dahin bleibt gesund und glücklich – alles Gute für ein gesundes neues Jahr 2021.
 
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.

 

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Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.

Shownotes:

Hier könnt Ihr einige der Veröffentlichungen lesen, die aus dem Interview entstanden sind:
 
und hier die erwähnten Videos:
Aloe – drei Tipps zur Pflege – https://youtu.be/tI8QbYS0w8E
Aloe vera im Schnee – wie viel Frost verträgt sie? – https://www.youtube.com/watch?v=SBd_Lip7N9w
 
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Du magst, was du gehört hast? Hier gibt es mehr von:

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  • CactusPodcast 005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
  • CactusPodcast 012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
  • CactusPodcast 013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
  • CactusPodcast 021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
 
 
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CactusPodcast 024 – Der Kakteen-Haage Katalog

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