CactusPodcast 017 Pflanzengeschichten – Der Erdbeerkaktus

Erdbeerkaktus und Co – CactusPodcast – 017

Ein ungewöhnlich gefärbter Kaktus und seine ebenso überraschende wie ungewöhnliche Geschichte

Heute geht es um Obst. 
Und einen Kaktus, der eine strahlende Vergangenheit hat und heute – eigentlich zu Unrecht kaum noch ernst genommen wird. 
Es gibt ihn in Rot, Gelb, Rosa, Orange, Violett, Gelblich-grün, Schwarz – und angeblich sogar in Weiß.
 
Und noch etwas besonderes: die ganze Episode gibt es auf Wunsch Frederik Wietbrok [FW] aus der CactusPodcast Community.
Wir haben heute sozusagen eine komplette „Frag den Kaktusgärtner-Episode“

Der Erdbeerkaktus - und seine durchaus überraschende und ungewöhnliche Geschichte

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Pflanzengeschichten

Erdbeerkaktus

Wer mit dem Begriff Erdbeerkaktus nix anfangen kann – vielleicht hilft ja Gymnocalycium mihanovichii. 
Nicht?
Ich hab mal nachgeschaut: nicht Wikipedia, nein, t-online macht jetzt auch auf Nachschlagewerk – und dort steht:
 
Erdbeerkaktus
Der Gymnocalycium mihanovichii ist ein Kakteengewächs, das als Pfröpfling auf einem Wirtskaktus wächst. Mit ihrem üppigen, rot leuchtenden Körper und den weißen Dornen erinnert die umgangssprachlich Erdbeerkaktus genannte Pflanze an die beliebte Sommerfrucht.
Bei uns in der Gärtnerei erleben wir regelmäßig dieses „Gespräch“:
 
„Omaaaa! Den da will ich haben!“ 
 
Und dann steuert ein Kind zielstrebig im Gewächshaus zum Tisch mit den bunten Veredelten Gymnocalycium mihanovicii.
 
Jetzt wird es lateinisch, deswegen noch mal kurz: Was ist das? 
 
Das Epitheton der Art ehrt den aus Kroatien stammenden argentinischen Reeder und Mäzen Nicolás Mihanovich (1881–1940), der die Reisen des tschechischen Kakteenspezialisten Alberto Vojtěch Frič in Paraguay unterstützte.
Gymnocalycium mihanovichii ist in Paraguay und im Nordosten Argentiniens verbreitet und wächst in Tieflagen bis 500 Meter. Die Art wurde dort 1903 durch Alberto Vojtěch Frič entdeckt.
Auch mein Großvater hat Fric und seine Reisen unterstützt und war mit ihm befreundet – vermutlich einer der Gründe, weswegen es die Pflanze auch kurz darauf in unseren Gewächshäusern lebte.
 

Wie entsteht so ein roter Kaktus? 

[FW]: Selektion nach Farben über mehrere Generationen? 
Das muss ja generativ geschehen, wobei die farbigen Gymnocalcium mihanovichii ja auch nicht viele Samen bringen, wenn überhaupt, oder?
Wobei meine normalen Gymnocalcium mihanovichii und friedrichii sind weder gelb, rot, oder grün. Noch nicht mal im Anschein und noch nicht mal ein bisschen.
Wie komme ich also auf die Idee, dass daraus durch Selektion mal rote, gelbe, grüne Kakteen werden? Wenn ich nicht wüsste, dass der Erdbeerkaktus ein Verwandter wäre… 
Stimmt – das ist einfach zweierlei – die bunten und die „echten“ G. mihanovichii – auch wenn es im Grunde dieselbe Pflanze ist.
Die ersten roten mihanovicii kamen aus Japan. 
Und das ist eine Geschichte, die hat auch mit unserer Familie zu tun:
 

CactusPodcast


Wo der Erdbeerkaktus herkommt

Mein Urgroßvater hat – vermutlich in den 1920er Jahren – an einen Kunden in Japan Samen von G. mihanovichii geschickt. In unseren Aufzeichnungen fand ich die Angabe 42.000 Korn – also eine ganz schöne Menge.
Mr. Eiji Watanabe entdeckte bei der Aussaat ein paar Sämlinge, die sich in der Farbe von der Masse abhoben – weil sie ziemlich knallrot geleuchtet haben. 
Es ist nicht überliefert, ob Mr. Watanabe bewusst war, was er in seiner Aussaat gefunden hat. Es ist aber sehr wahrscheinlich, weil er offenbar sofort richtig geschaltet und hat seinen Fund richtig eingeschätzt. Heute wissen wir: die roten Sämlinge hatten Chlorophyll-Defekte. Deswegen sind die Pflanzen auch nicht grün, oder braun, sondern der rote Zellfarbstoff wird sichtbar und deswegen können die Pflanzen ohne Hilfe auch keine Photosynthese durchführen. 
Man kann sagen: je leuchtender die Farbe, desto weniger lebensfähig ist die Pflanze. Die Kakteen können nur überleben, wenn sie veredelt werden (man sagt dazu auch gepfropft). Dazu wird beim Sämling die Wurzel und ein kleines Stückchen von der Pflanze abgeschnitten und auf einen passenden anderen entspitzten Kaktus aufgesetzt. Die Pflanzen wachsen nach einigen Wochen zusammen und damit ist das Überleben unseres roten Gymnocalycium gesichert.
Das wird bis heute so gemacht – und beantwortet gleich auch die nächste Frage: 
[FW]: Mir scheinen die farbigen Exemplare bei uns immer nur veredelt angeboten zu werden.

Je bunter desto weniger fit

Korrekt, denn ohne Chlorophyll keine Photosynthese, ohne Photosynthese kein Leben in Pflanzen – Chlorophyll ist der grüne Zellfarbstoff. Der Grund weshalb (fast) alle Pflanzen mehr oder minder grün sind.
Und das erklärt vielleicht auch, warum es die ganzen anderen Farben gibt, die wir in der Natur kaum finden. Gelb, pink, violett bis fast schwarz. – Alles Auslesen die in den vergangenen fast 100 Jahren gemacht wurden. Denn manchmal wird behauptet, es handelt sich bei den Pflanzen um Mutationen aufgrund radioaktiver Bestrahlung in Rußland. 
Fakt ist: bis heute ist unklar, was diese Veränderungen in Pflanzen auslösen – darüber haben sich viele Kakteenliebhaber und auch Wissenschaftler schon den Kopf zerbrochen und Versuche gemacht.
 
[FW]: Bei den Thai Gymnos scheint es die auch wurzelecht zu geben. Haben die besseres Wetter, oder woran liegt das?
Da scheint es davon ja auch Samen zu geben.
Also doch alles wurzelecht möglich? Bei Thai Wetter?
 
Schöne bunte Bilder von sogenannten "Gymnocalycium-Thai-Hybriden"

Schöne bunte Bilder von sogenannten „Gymnocalycium-Thai-Hybriden“ auf dem Kakteen-Haage Pinterest Account

 

 

Erdbeerkaktus – Thai-Hybriden?

Auch das stimmt – jetzt wird es kompliziert – aber das ist nicht wirklich eine dritte Variante. Hier gibt es einfach mehrere Erklärungen:
  1. Die Pflanzen haben keinen Defekt, sondern sind in meinen Augen einfach besonders schön gefärbt und dann fotografiert. Das beobachte ich bei uns im Gewächshaus auch immer wieder: ich entdecke eine Pflanze mit außergewöhnlich ausgeprägten Eigenschaften und denke: Donnerwetter – was für eine Rarität! Und wenn ich später nachschaue, dann finde ich die Pflanze zwar wieder, bin aber schon oft enttäuscht gewesen, dass sich die außergewöhnlichen Eigenschaften nicht dauerhaft erhalten haben. 
  2. Aber: diese Eigenschaften lassen sich natürlich verstärken. Und das geht so: 
    Ein Züchter würde diese Pflanzen sofort extra halten und miteinander kreuzen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die gewünschten Eigenschaften in den Nachkommen häufiger, stabiler und intensiver auftreten – das ist aber ein sehr langer Weg, den ich durchaus für glaubhaft halte. Ich habe vor einigen Jahren bei einem italienischen Züchter wirklich atemberaubende Euphorbia-Hybriden entdeckt – die Farben waren ähnlich atemberaubend wie die bei den Gymocalycium – und ich erwarte nicht, sie in den nächsten Monaten auf dem Markt zu finden – weil zu solchen Auslesen eben ein langer Weg führt der einiges an Geduld braucht.
  3. Wer sich die Pflanzen genauer betrachtet wird feststellen, häufig finden sich hier typische Eigenschaften, die auch am klassischen roten Erdbeerkaktus zu sehen sind – deswegen vermute ich, diese Pflanzen sind hier mit eingekreuzt, aber die Chlorophylldefekte sind so gering, dass die Pflanzen noch überleben ohne gepfropft werden zu müssen
  4. auch Photoshop könnte an manchen Schönheiten beteiligt sein
  5. Thai-Wetter würde ich den Faktor nicht nennen – ich hatte in Thailand das Gefühl, es ist nicht so ganz leicht, in diesem Klima Kakteen gesund zu erhalten.
    Aber ich hab die Beobachtung gemacht: in Thailand gibt es sehr viele fleißige und geschickte Kultivateure und denen traue ich einiges zu – auch die Geduld und den langen Atem der nötig ist, um solche außergewöhnlichen Pflanzen zu ziehen.
  6. Info der Vollständigkeit halber: Samen von roten oder andersfarbigen G. mihanovicii bringen in den meisten Fällen wieder den normalen braunen Pflanzen – sozusagen ein Rückfall in den Ursprung

 

Der Erdbeerkaktus und die Pflege

So beliebt und trivial die Pflanze ist – im Speziellen als Mitbringsel oder Geschenk an Kinder – so knifflig kann es werden – denn: 
die zwei ursprünglichen Pflanzen haben ziemlich diametrale Vorstellungen von einem schönen Lebensraum. 
Und das kommt so: 
 
Das Gymnocalycium – ein klassischer Kaktus, ist in Regionen zwischen 100 und 500 Metern Höhe in Paraguay und Argentinien zu Hause und lebt dort meist etwas geschützt auf Wiesen unter Büschen oder Sträuchern. Im Winter braucht er eine kühle und trockene Ruhezeit.
Hylocereus ist in feuchten und warmen Nebelwäldern zu Hause und klettert meist in Bäumen. Wenn ihm zu kalt wird beginnt er schnell zu faulen. 
Beide Pflanzen werden „geënt“ – wie unsere Gärtnerkollegen in Holland zum pfropfen sagen – vereinigt würde ich es übersetzen. Und das ist eben ein ungleiches Paar was wir zusammenzwingen. Einer der Gründe weswegen die Unterlage, oder der rote Pfröpfling sich oft vor der Zeit verkümmeln, wenn man nicht weiß, dass hier ein Mittelweg die einzige Überlebenschance ist.
Express-Kakteen
Und noch etwas sollte man wissen: veredelte Pflanzen leben auf der Überholspur. Sie wachsen schneller und sind dann aber auch eher tot. 
Deswegen kann es passieren, dass die Pflanzen schnell größer werden oder sehr üppig Kindeln. 
Die Kindel kann man natürlich abnehmen – aber man kann sie nicht einfach wie andere Kakteen auf Erde setzen und auf Wurzeln hoffen – ohne Pfropfung geht da leider nichts. Im Kakteenforum habe ich dazu einen ganz spannenden Thread gefunden der ausführlich erklärt, wie man seinen Erdbeerkaktus selbst vermehren kann: https://www.kakteenforum.de/showthread.php?59561-Erdbeerkaktus-selbst-machen
Dort gibt es übrigens auch Vorschläge für besser geeignete Unterlagen, mit denen die Lebensdauer der Pflanze etwas besser aussieht.

Namen 

Erdbeerkaktus kennen wir schon. Rotkäppchen finde ich total niedlich. Die anderen Farbvarianten heißen übrigens auch in Gelb noch Erdbeerkaktus. 
Aber: gleich daneben gibt es noch den Bananenkaktus – und der ist eigentlich ein Erdnusskaktus – denn der länglich wachsende gelbe Chamaecereus heißt im englischen Peanut cactus. 
Der Erdbeerkaktus wird im englischen Sprachraum dagegen als Moon cactus bezeichnet – das hat nichts mit dem Hylocereus, der Unterlage zu tun. Und es gibt noch mehr Namen: Ruby Ball, Red Cap, Red Hibotan oder Hibotan cactus – die letzten beiden Namen stammen aus dem japanischen.
 
Einen Namen, den ich noch nicht kannte, hab ich bei der Recherche in der Fotocommunity gefunden – und ein wunderbares Foto eines völlig abgefahrenen Erdbeerkaktus der hier Cactus fragum genannt wird – Tipp: dafür lohnt es sich mal im cactusblog vorbeizuschauen – oder in der FB Community.

Erdbeerkaktus

 

 
Zusammenfassung – die wichtigsten Punkte
 
1. der Erdbeerkaktus ist eine Auslese von Pflanzen denen das Chlorophyll fehlt, deswegen sehen sie rot aus
2. der Erdbeerkaktus besteht eigentlich aus zwei Pflanzen, denn ohne eine Unterlage kann er sich nicht ernähren
3. die sogenannten Gymnocalycium Thai-Hybriden haben ausreichend Chlorophyll und können sich deswegen auf eigener Wurzel ernähren

Fragen:

wie ist das bei Euch?

  • Wann ist euch euer erster Erdbeerkaktus begegnet?
  • Wie lange hat der gelebt? 
Habt Ihr Fragen zum Erdbeerkaktus oder eigene Erfahrungen?
Dann schreibt mir:
Schreibt mir: Facebook CactusPodcast Community  oder Mail ins Studio – studio@cactuspodcast.de
 

Was kommt als nächstes?

Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 018 – worüber … 
das nächste Thema kündige ich wie immer in der Facebook CactusPodcast Community an. 
 
Habt Ihr Fragen?
Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episode vornehmen?
 
Mehr vom CactusPodcast? Geht ganz einfach:
Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes nein Apple Podcast abonnieren. 
Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

Wissen über Erdbeerkakteen

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Keine Affiliate Links – ich erhalte keine Provision. 
 
 
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Der Erdbeerkaktus - CactusPodcast 017

CactusPodcast 016 Schädlinge: Trauermücken an Kakteen und anderen Sukkulenten

Trauermücken an Kakteen und anderen Sukkulenten – CactusPodcast – 016

Sciara-Fliege – wachsen die wirklich nur in billiger Erde? Mythos und Wahrheit.

Ein gefährliches Schwarz-graues Luftgeschwader

Da war ein Email: 
ich habe meine Kakteen in neue Erde getopft. Jetzt, nach kurzer Zeit waren überall Trauermücken!
 
Sowas treibt mich echt um – denn das riecht nach einem voll fetten Fehler bei uns – und deswegen ist das heute Thema.
Was sind Trauermücken, wo kommen sie her, was haben sie mit Seereisen zu tun, sind sie überhaupt gefährlich – und wenn ja, was kann ich dagegen unternehmen?
 
Und es gibt heute noch einiges anderes:
Ich hab mich hingesetzt und geschaut, in welchen Abständen gibts was Neues hier im CactusPodcast. Denn: eine alte Podcaster-Weisheit besagt: Du musst regelmäßig neue Episoden ausspucken!
Aber ganz ehrlich: es fällt mir alles andere als leicht, regelmäßig meine geplanten Episoden auf die Bahn zu bringen. 
In meinen ersten Podcast-Notizen steht ein Ziel: Alle 14 Tage eine Episode – allerdings war mir damals schon klar: Das wirst du nicht schaffen – noch neben deinem Job und allem was sonst noch in deinem Leben abgeht. 
Also mache ich einfach was geht.
Das heutige Thema habe ich schon mehr als drei Wochen auf der Uhr. 
Aber im Moment ist einfach zu viel los bei uns in der Gärtnerei. – Darüber könnte ich auch mal eine ganze Episode machen, vom Kaktusgärtner Alltag berichten. Könnte auch ganz spannend sein. 
 
Eine kurze Cactusfarm-Geschichte von gestern erzähle ich am Ende dieser Episode …

Trauermücken an Kakteen und anderen Sukkulenten

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Schädlinge

Trauermücken – was ist das?

Was sind Trauermücken? – Ich glaube, jeder von uns ist ihnen schon begegnet. Kleine Fliegen, manchmal in Schwärmen, die scheinbar in der Blumenerde leben – und wo die auftauchen – da geht es den Pflanzen danach schlecht.
So ist der Ruf – und wir schauen heute: was stimmt davon eigentlich?
Was sind Trauermücken eigentlich – und womit kann ich sie verwechseln?
  • Bradysia spp. z. B. Bradysia difformis (nicht Paradisia, wie ich erst notiert habe) 
  • sind Mücken und haben eine eigene Trauermücken-Familie – die  Sciaridae – deswegen auch manchmal der Name Sciara-Fliege
  • sie leben im Schatten – der Name Trauermücke kommt von der dunklen Färbung von Körper und Flügeln – Trauermücke – wie der Schleier einer trauernden Witwe, das wird heute aber nicht mehr so häufig praktiziert, wir würden heute vermutlich eher an die Tönungsfolie für Auto-Scheiben denken – und daran erinnert der Farbton der Trauermücken auch – sowas wir anthrazit-transparent 
  • der Trivialname Pilzmücke ist weniger bekannt – aber verweist zum Beispiel darauf, das mit dem Befall von Trauermücken oft auch ein Pilzbefall einhergeht
  • Trauermücken werden gern mal mit Obst- oder Essigfliegen in einen Topf geworfen – dorthin gehören sie aber nicht
Sind Trauermücken eigentlich überhaupt gefährlich?
  • erstmal ein klares Jain: die Mücke selbst tut der Pflanze nix – aber ihre Larven sehr wohl!
Woher kommen Trauermücken?
  • es gibt sie fast überall. Auf der Welt etwa 1800 Arten, in Europa davon allein 600
  • spannend ist: es gibt Trauermücken in allen Klimaten auf der Welt, also auch in der Antarktis oder oberhalb von 4000 Höhenmetern – und es gibt sie auch in Regionen in die sich spezialisierte Pflanzen wie unsere Kakteen zurückgezogen haben. Es gibt Trauermücken, die sich in der Wüste während der Extremtemperaturen in den Sand eingraben um sich vor Hitze oder Kälte zu schützen – Kaktus und Trauermücke kennen sich also schon von „zu Hause“
  • und noch ein Superlativ: die ersten Funde von Trauermücken sind schlappe 130 Millionen Jahre alt!
Wie werden Trauermücken verbreitet?
  • Trauermücken lieben es feucht, deswegen leben die meisten Arten im Wald, Mooren, auf Feuchtwiesen, in Feld und Garten
  • von dort werden sie vom Wind in die Welt gepustet – und das auf unterschiedliche Weise
  • hast du deinen letzten Strandbesuch noch in Erinnerung? Lagen da Holz oder Algen herum? Fliegen? – nein, vermutlich waren das Trauermücken – die machen nämlich Kreuzfahrten auf Treibholz und schippern so übers Meer und weil Trauermücken nicht so alt werden sind dann einige Generationen unterwegs
  • ein echter Superspreader sind aber wir Menschen, im besonderen unser globaler Handel: wir fahren Humus, Torf, Blumenerde und andere Landwirtschaftliche Produkte durch die Lande – und verteilen damit nebenbei die Trauermücken

CactusPodcast


Zeit für den ersten Mythos:

„billige Blumenerde ist die Quelle von Trauermücken“
… stimmt das?
 
Ja, teilweise ist das so. Denn billige Erde besteht zum Großteil aus billigen Torf, feinem Sand und im schlimmsten Fall unverrotteten Kompost – das mögen Trauermückenlarven – das verspricht leckere Umgebung. 
Warum hebe  ich das „billig“ so hervor? 
Torf ist für die Produzenten von Pflanzenerden der wichtigste Grundstoff – egal ob man das gut findet, oder nicht, es ist im Moment ein Fakt. Wir bei Kakteen-Haage gehören zur Gruppe „eher nicht“ und arbeiten deswegen aktiv daran den Verbrauch von Torf zu reduzieren.
Zurück zum Abbau von Torf: die oberen Schichten im Torflager sind schon weiter zersetzt und feiner, haben weniger Struktur und oft ist Unkrautsamen – und hier wohnen auch die Trauermücken. Die tieferen Schichten sind noch nicht so weit verrottet und bieten bessere Struktur, steril, unkrautfrei und in der Tiefe sind auch keine Schädlinge zu finden. Damit ist der tiefer liegende Torf wertvoller – und das schlägt sich einfach im Preis nieder.
So wird also ein Schuh draus. 
 
Aber: es genügt Torf oder humose Erde eine Weile feucht liegen zu lassen – und ich habe die schönste Trauermückenzucht am Hals. Sowas geht auch hervorragend mit unserer Kakteenerde. 
Und es passiert auch mit mineralischer Erde wenn die Oberfläche lange genug feucht ist.
 
Also: Mythos bestätigt: billige Blumenerde kann eine Quelle von Trauermücken sein.
 

Wie und wann schädigen Trauermücken meine Pflanzen?
  • Leicht wird es für Trauermücken, wenn die Erde feucht ist – denn das sind optimale Bedingungen für sie
  • deswegen haben Pflanzen die jetzt im Sommer draußen stehen bessere Chancen (jetzt bei der Aufnahme scheint draußen die Sonne und es ist seit Wochen warm und trocken)
  • im Haus und auch im Gewächshaus gibt es keine natürlichen Feinde – deswegen können sie sich praktisch hemmungslos vermehren, und so entstehen große Schwärme binnen kurzer Zeit
  • Die erwachsenen Trauermücken schädigen aber keine Pflanze – gefährlich sind die Larven – die fressen an den Wurzeln und am Pflanzenkörper in der Erde und können so massive Schäden anrichten.
  • Wenn viele erwachsene Insekten unterwegs sind, dann können die sich vermehren und eine Masse Nachkömmlinge in die Welt setzen – besser gesagt eine Unmasse – das erklärt auch den Beinamen Heerwurm, denn manchmal treten die Larven genau so auf. Ich hab das gottlob selbst noch nie erlebt, aber das muss etwas von Heuschreckenplage haben 
  • Trauermücke im Larvenstadium miniert im Wurzelbereich
  • diese Löcher machen es für Pilze und andere Schädlinge leichter und können so auch gut etablierten Pflanzen zu schaffen machen

 

Frag den Kaktusgärtner. 

Heute kann ich aber erstmal etwas anderes ankündigen. Neu im CactusPodcast die Rubrik: Frag den Kaktusgärtner. 
Das erwartbare: dort gibt es Antworten auf Fragen, die mir inzwischen ins Studio geflattert sind. 
Jetzt schonmal danke dafür – denn es war einige spannende Geschichten dabei! 
 
Die erste Frage hat mir Sandy Holländer via FB geschickt: 
„Die Blüten an meinem Erdbeerkaktus fallen ab“
Der Erdbeerkaktus ist ein bisschen tricky – er hat im Vergleich zum normalen Gymnocalycium mihanovichii kein funktionierendes Chlorophyll um sich selbst zu ernähren. Deswegen hat der diese besondere Färbung – und deswegen braucht er eine Unterlage. Traditionell passen aber Unterlage und Pfröpfling leider nicht zusammen und sind deswegen ein etwas problematisches Gespann. Der Hylocereus, der für die Ernährung sorgt, kommt aus dem warmen Regenwald und mag es gern feucht – damit kommt aber die „Erdbeere“, also das Gymnocalycium nicht so gut klar. Deswegen sind diese Pflanzen eigentlich eher etwas für erfahrene Kakteensammler – die winken aber mit Grausen ab – die meisten Sammler rümpfen bei den Pflanzen eher die Nase – obwohl die Pflanzen das eigentlich gar nicht verdient haben. 
Eigentlich ist das eher ein typisches Beispiel, wie Massenproduktion die Wertschätzung für eine früher extrem teure Pflanze zugrunde richten kann. Aber das ist eine andere Geschichte. 
Zurück zur Frage: es braucht ein bisschen Erfahrung mit den Pflanzen, um sie überhaupt erstmal zu Blüte zu bringen – das schafft nicht jeder. Insofern: Chapeau und Glückwunsch Sandy – soweit ist es doch schon ganz gut gelaufen. 
Alles Weitere ist jetzt eine Frage von Fingerspitzengefühl: wir gönnen unseren Pflanzen im Winter (Oktober bis Dezember) eine leichte Ruhephase. Dann stehen sie kühl bei 16-18 °C und werden aber nicht ganz so trocken gehalten, wie die meisten anderen Kakteen. Das ist ein schmaler Grat, aber so gibt es einerseits Ruhe für die Blüteninduktion, aber auch die eher wärmeliebende Unterlage kommt nicht zu Schaden. 
Alles Okay Sandy? Schick mir bitte ein Bild, wenn es im nächsten Jahr wieder Knospen gibt – ich drücke schonmal die Daumen!
 
Aber – ich werde den Spieß auch herumdrehen und Fragen fragen, die mich beschäftigen. 
Kaktusgärtner Fragen sozusagen.
 
Das Coole am Podcast ist, vielleicht sind wir alle in 100 Episoden viel klüger und dann werde ich kichern über meine heutigen Fragen. 
Hier kommt meine Frage für heute:
 
Peperomia rotundifolia und prostrata – kennt Ihr die Unterscheidung zwischen diesen beiden Arten?
Special thanks to Simon Benson from Belgium who brought us to this topic.
 
Kennt Ihr Euch aus in Sachen Peperomia?
Wir haben uns bislang ganz schnöde an Egli und sein Sukkulentenlexikon gehalten. Und jetzt festgestellt, dass es nötig ist, auch da ganz präzise hinzuschauen.
 
Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen. – schreibt mir mal: in der Facebook-Gruppe – oder einfach per Mail an studio@cactuspodcast.de 
… und was habt Ihr für bisher gegen Trauermücken unternommen, wenn sie in Eurer Sammlung aufgetaucht sind?

Trauermücken im Detail – „die im Gewächshaus tanzt“

  • Gelbtafel hilft beim Identifizieren – zur Bekämpfung nur bedingt geeignet
  • 3 mm groß, dunkel gefärbt mit langen Fühlern, zwei Flügel
  • das Imago ist ungefährlich – die Fliegen schädigen die Pflanzen nicht, sie leben nur noch eine Woche aber:
  • die erwachsenen Insekten sind zuständig für Paarung und Ei-Ablage
  • Larven: korrekt Maden 0,5-1 cm 
  • Körper hell durchscheinend, schwarzer Kopf
  • leben 3-4 Wochen
  • in etwa der Hälfte der Zeit fressen sie an den Wurzeln und können bei starkem Befall Löcher in die Pflanze fressen und sie im Extremfall regelrecht aushöhlen
    ich hab mal eine Pflanze gesehen, in der die Trauermückenlarven Party gefeiert haben
    hier wichtig zu verstehen: der Kaktus schon vorher geschädigt und die Larven sind in einen bereits laufenden Fäulnisprozess eingestiegen – das passiert zum Beispiel häufig bei älteren Pflanzen – leider ist das hin und wieder das Abschiedsritual von unseren Astrophytum Mutterpflanzen
  • Fehler: Übertöpfe oder Untersetzer mit Wasser – Vernässung – Fäulnis > Trauermücken
  • Kompost, Verrottung – das mögen Trauermücken sehr – deswegen hilft es, den Anteil an unverrotteten Bestandteilen im Rahmen zu halten – aber es würde sicher keiner auf die Idee kommen, eine angeknabberte Hühnerkeule in den Blumentopf zu stecken

Behandlung

  • Nematoden (Steinernema) – wirkt schnell – einfach gießen (aber keine Dauerwirkung)
  • Raubmilben – fressen auch alles mögliche andere, auch Tripse 120-250 je m² – langsamer
  • Bacillus thuringensis – gießen
  • Gelbtafeln – an der Pflanze aufhängen oder in den Boden stecken – funktioniert nur bedingt als Bekämpfung
  • Kulturführung – Pflanzenstärkungsmittel
  • Eiablage verhindern – (die Weibchen legen die Eier in die Erdoberfläche ) – das kann man einfach mit einer Schicht aus 2-5 mm Quarzsand verhindern
  • Erde sterilisieren / dämpfen – dazu hab ich in Episode 012 im Interview von Lothar Bodingbauer einiges erzählt – https://cactusblog.de/cactuspodcast-012-kakteenerde-interview-lothar-bodingbauer-mit-ulrich-haage/
  • witzige Ideen gegen Trauermücken:
    • Fleischfressende Pflanzen – Drosera
    • eine Feinstrumpfhose über die Pflanze ziehen, damit die Trauermücken nicht an die Pflanze kommen
  • und nochmal: ist teure Erde eine Antwort gegen Trauermücken?
    • teure Erden haben oft ein besseres Wasser-Management und eine gute Luftführung, das hilft gegen Trauermücken
    • aber – wenn die Erde zu feucht ist, weil die Pflanze in einem wunderschönen Übertopf steht – dann feiern die Trauermücken ein Fest
 

 
Zusammenfassung – die wichtigsten Punkte
 
1. Trauermücken – die Larven können bei Massenbefall auch für Kakteen gefährlich werden, wenn sie im Wurzelbereich minieren
2. billige und vor allem nasse Erde bieten ideale Lebensbedingungen für Trauermücken
3. die zwei besten Methoden gegen Trauermücken: Erdoberfläche mit 2-5 mm Quarzsand abstreuen, Nematoden (Steinernema) gießen – schnell und wirksam
 
 
Fazit:
Trauermücken können tatsächlich gefährlich werden, besonders wenn es eine extreme Invasion gibt und die Larven in großer Zahl in der Erde unterwegs sind.
Aber: es gibt dafür einfache Möglichkeiten, einem Befall etwas entgegenzusetzen.

Jetzt: wie ist das bei Euch?

  • hattet Ihr schon mal Trauermücken in Eurer Sammlung?
  • gab es massive Schäden an den Pflanzen?
  • was habt Ihr gegen die Trauermücken unternommen – und war das erfolgreich?
 
Schreibt mir: Facebook CactusPodcast Community  oder Mail ins Studio – studio@cactuspodcast.de
 

Was kommt als nächstes?

Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 017 – worüber … 
das nächste Thema kündige ich wie immer in der Facebook CactusPodcast Community an. 
 
Habt Ihr Fragen?
Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episode vornehmen?
 
Mehr vom CactusPodcast? Geht ganz einfach:
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Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

Was tun bei Trauermücken bei Kakteen?

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weitere Episoden zum Thema Schädlinge an Kakteen

 
 
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CactusPodcast 015 – Thripse an Kakteen und anderen Sukkulenten

Thripse an Kakteen und anderen Sukkulenten – CactusPodcast – 015

Blasenfüße oder Springschwänze – und wie man dieser kleinen Plagegeister Herr werden kann

Wenn es in der Blüte wimmelt

Sie heißen Fransenflügler, Gewittertierchen, Luftplankton, Blasenfüße, oder auch Gewächshausblasenfüße.
Sie treten blitzartig in Erscheinung – als wären sie vom Himmel gefallen – und ein bisschen ist das auch so.
… und dann wird es in den Blüten richtig lebendig

Thripse an Kakteen und anderen Sukkulenten

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Schädlinge

Es krabbelt – aber niemand ist zu sehen

Wisst Ihr schon, worum es heute in der 15. Episode im CactusPodcast geht?
Thripse! – Und ganz ehrlich, ich habe das Thema mit diesen kleinen Biestern schon zweimal aufgeschoben. Denn so richtig greifbar sind die für mich nicht. Ich hab immer das Gefühl: so richtig sattelfest bin ich in dem Thema noch nicht – deswegen lerne ich da mal weiter.
Jetzt schauen wir erstmal: 
 
Wie kann ich den Befall mit Thrips erkennen?
  • es wimmelt in der Blüte
  • kleine längliche Insekten, 1-3 mm lang, gelb, grünlich, braun bis schwarz, manchmal fast durchscheinend 
  • kleine gelbe, weiße oder silbrige Fehlstellen auf Blättern oder Blüten
  • später bräunlich – bei extremen Befall sogar grindig
  • Diagnose: Blautafeln oder Blausticker
  • meist an der Blattunterseite – gibt’s keine bei den Kakteen – bei den meisten Zimmerpflanzen findet man sie dort – bei uns eben nicht, dort liegen die Eier

CactusPodcast

Thrips-Mythen

  • in mineralischer Erde gibt’s keine Thripse
  • Verwechselung: Thrips <> Spinnmilben | T: länglich / S: eher rund, Fäden und Netze | natürlich können auch beide auftreten

Wo kommen sie her

  • einschleppen mit Pflanzen, passiert – bei uns aber eher selten, Quarantäne – und Tripse treten auf, wenn wir keine Neuzugänge haben – wichtiger:
  • Wind! – die fliegen einfach durch die Lüfte wegen der Größe fliegen locker mal ein paar Kilometer mit
  • vermehren sich sehr fix 

Wo finden wir sie?

  • Thrips sind nicht sehr wählerisch bezüglich ihrer Wirtspflanzen – Kakteen sind eigentlich nicht ihre Lieblinge wegen der robusten Epidermis – aber wenn sie schon mal da sind …
  • wenn man den Gedanken weiterspinnt – dann könnten  Pflanzen mit weicherer und dünner Epidermis als Honey pot wirken – und so den Befall von den Kakteen abziehen
  • im Garten gibt es seltener Problem, dort erleben wir sie manchmal auf der Haut, wenn wir auf der Wiese sitzen – kaum zu sehen, krabbeln aber trotzdem
  • … und bei mir sitzen Thripse im Winter im Monitor!!
  • in der Wohnung – dort ist die Luftfeuchte niedrig genug – und dann fühlen sich Thripse besonders wohl

 

Was machen Thripse?

  • sie stechen ein Loch in die Zellwand und saugen den Zellsaft aus
  • legen hier ihre Eier ab
  • eine Zelle nach der anderen wird weiß-silbrig
  • im besten Fall wird die Pflanze unansehnlich
  • Blüten verkümmern, Blütenblätter öffnen sich nicht
  • Blätter können abfallen
  • gelten als Überträger von Virosen, die sie im Larvenstadium aufnehmen
  • verschmutzen die Pflanzen durch Exkremente
… das schreibt mein Großvater Walther Haage in seinem Praktischen Kakteenbuch – und auch sonst finde ich nicht viel mehr bedrohliche Schilderungen.
 
Ist das wirklich so? Ich habe auch im Buch von Thomas Brandt „Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten“ keine drastische Warnung rauslesen können – aber dafür gibt es das Buch von der DKG gerade gebraucht bei eurobuch.de zu kaufen – im günstigsten Fall für 45 €.
Ich schaue mir demnächst noch ein paar andere Bücher zum Thema Pflanzenschutz an – Link in den Shownotes. 
 
Was mich heute interessiert: was habt Ihr für Erfahrungen mit Thripsen in Eurer Sammlung gemacht – schreibt mir mal: in der Facebook Gruppe – oder einfach per Mail an studio@cactuspodcast.de 
… und was habt Ihr für bisher gegen Thrips unternommen, wenn sie in Eurer Sammlung aufgetaucht sind?
 

Was ich weiß

  • kritisch ist der massive Befall – deswegen: früh entdecken hilft!
    • wir haben Blautafeln oder Blausticker im Bestand
  • befallene Pflanze isolieren – gute Idee! (wichtig: alle Pflanzen in der Umgebung prüfen!)
  • Hausmittel – können Befall lindern – manchmal aber auch nur das Gefühl, etwas getan zu haben
    • lüften, Luftbewegung
    • Luftfeuchtigkeit erhöhen, einfach ins Bad stellen – mehr wird aber schwierig bei Kakteen, ins Freie bringen kann helfen
    • absprühen – auch
    • Brennesselsud oder Knoblauch – mag ich ja, meine These – in erster Linie vergrämende Wirkung, die sind bald wieder da
    • Seifenlösung: Wasser, Spiritus, Neutralseife (kein Halt mehr auf der Oberfläche)
    • Neemlösung: 1 Liter Wasser, 1 TL Neemöl, 1 TL Neutralseife
  • Blautafeln – Thrips fliegt auf Blau und bleiben auf dem Leim kleben. (geringen Befall kann man übrigens auch so „abfischen“ – wenn es mehr wird, dann sind Blautafeln ein sicherer Anzeiger. Bei Compo wird übrigens zu Gelbtafeln geraten – das ist ungewöhnlich und das Gegenteil von dem was ich gelernt habe
  • Nützlinge
    • Raubmilbe (Amblyseius cucumeris) und die
    • Florfliege (Chrysoperla carnea)
    • Nematoden
  • Pflanzenschutzmittel
    • Achtung – Zulassungssituation kann sich schnell ändern!
    • Thripse gelten als schwierig in der Bekämpfung – des wegen Nützlinge …
    • Schädlingsfrei Neem (gepresst aus dem Samen des indischen Niehm-Baumes, nicht giftig)
    • Rosenspray (Celaflor)
was nicht hilft: 
  • Fliegengitter – da marschieren die Thripse einfach durch
Etwas positives gibt es auch: 
Ich habe heute an einer späteren Episode zum Thema Bestäuben und Bestäuber an Kakteen gearbeitet – und dabei fand ich Thripse erwähnt. Sie gelten als die ältesten Bestäuber auf Pflanzen überhaupt. Es gibt Fossilienfunde, die mehrere Millionen Jahre alt sind und sie spielen bis heute bei Palmfarnen noch eine unersetzliche Rolle. 
Liebhaber von Caudex-Pflanzen sollten die Augen offen halten – Thripse sind gern auf dem Blütenboden von Cucurbitaceen unterwegs. 
 
Fazit: 
Wie gefährlich sind Thripse eigentlich bei Kakteen?

Ich bin persönlich recht entspannt, Thripse sind im Sommer immer wieder bei uns – aber ich habe selbst hier noch nie eine extreme Invasion erlebt.

Wie ist das bei Euch?

  • habt Ihr schon mal Thripse in Eurer Sammlung beobachtet
  • gab es Schäden an den Pflanzen
  • was habt Ihr gegen die Thripse unternommen – und war das erfolgreich?
 
Schreibt mir: Facebook CactusPodcast Community  oder Mail ins Studio – studio@cactuspodcast.de
 

Was kommt als nächstes?

Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 016. 
Das nächste Thema kündige ich in der Facebook CactusPodcast Community an. 
 
Habt Ihr Fragen?
Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episode vornehmen?
 
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Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

Was tun bei Thripsbefall bei Kakteen?

 

weitere Episoden zum Thema Schädlinge an Kakteen

 
 
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CactusPodcast 014 – Die einfachste Kakteenerde der Welt

Die einfachste Kakteenerde der Welt – CactusPodcast – 014

Wie man im Notfall mit Bordmitteln eine Kakteenerde mischen kann

Zwei ganz einfache Rezepte – eins für drin und eins für draußen

Es ist Samstag 20 Uhr, wir freuen uns auf ein langes Wochenende, wir wollen Kakteen umtopfen und stellen fest: kein Krümel Kakteenerde mehr im Haus 
Was tun, wenn jetzt was passieren muss? 
 
Als Kaktusgärtner muss ich oft schnell mal eine Lösung zaubern, auch wenn die Rahmenbedingungen alles andere als perfekt sind. Und ich mag das – besonders. Pragmatisch und einfach. 
Hier kommen zwei Ideen, wie ich mit minimalem Aufwand meine Erde zaubern kann. 

Heute schauen wir uns eine echte Notfall-Lösung an.

Und auch gleich: ein Lieblings Kakteenerde-Mythos aufgeklärt

  • weil es gerade ums zaubern ging: zwar sehr weit verbreitet – aber kein wirklich gute Lösung: Kakteenerde aus Torf und Vogel- oder Spiel-Sand
Warum das nicht gut geht – und wie wir das besser machen können.

Die einfachste Kakteenerde der Welt

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteenerde

Kakteenerde – ganz einfach einfach!

Mythos Kakteenerde – „die Übliche“ – oder „Spielzeugerde“
Die meisten Säckchen, auf denen Kakteenerde steht, enthalten eine Mischung aus Torf und Spielsand.
  • Torf plus Sand ist aber noch keine Kakteenerde
  • kann funktionieren – ist aber nix für die Fensterbrett-Kultur
  • Trocknet im Winter ein – und dann hat man ein Problem – denn dann läuft das Wasser einfach am Rand vorbei und verschwindet so schnell, wie es gekommen ist.
Und: 
Häufig findet man an Pflanzen, die schon länger im Baumarkt auf Rettung warten saftige Kolonien von Schädlingen.
Daran ist zwar nie allein die Erde schuld – aber die Rahmenbedingungen sind noch weiter von Gut entfernt.
Was machen wir damit jetzt?

CactusPodcast

Variante 1 – „Blumenmann“

Nimm einfache Blumenerde und etwas mineralisches, zum Beispiel Bims, Lava, Vermiculite, gebrochenen Blähton (gebrochen ist wichtig, sonst fehlen die Poren!) 
Im Verhältnis 1:1 bis 1:2
Gut mischen. Fertig. 
 

Variante 2 – „Wald und Wiese“

Erde aus dem Garten im Verhältnis 1:1 mit gebrochenem Kies mischen – eine ganz einfache, aber praktikable Lösung für die Kultur von winterharten Kakteen im Garten.
Geht super und ist schnell gemacht!
 

 

Wichtig:
Das ist eine Notlösung! 
Gesunde und dauerhafte Kakteenerde geht anders. 
 
Aber es hilft, wenn Not am Mann ist. 
Tipps zum wie „richtige Kakteenerde“ geht – die gibt’s in den vorhergehenden Episoden.
Und Links für fertige Kakteenerde die auch ganz fix per Post kommt gleich hier in den Shownotes.
 
Und das war’s für heute von mir – und ich bin Ulrich Haage.
Schöne Grüße aus Erfurt.
Macht’s gut – und bleibt gesund! 
Aber: ich habe noch mehr Fragen an Euch:
  • was ist Euch beim Thema Erde wichtig?
  • spielt die Herkunft der Bestandteile für Euch eine Rolle?
  • was ist der wichtigste Grundstoff in Eurer Erde
  • habt Ihr Vorschläge was wir noch besser machen können?
 
UND: was interessiert Euch beim Thema Erde – Facebook CactusPodcast Community  oder Mail ins Studio – studio@cactuspodcast.de
 

Was kommt als nächstes?

Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 015. 
Dann nehmen wir eine Lupe und schauen uns Thripse an. Winzig kleine Krabbler die einem manchmal das Leben schwer machen können.
 
Was wünscht Ihr Euch noch? 
Habt Ihr Fragen?
Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episode vornehmen?
 
Mehr vom CactusPodcast? Geht ganz einfach:
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Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

Verschiedene Erden und Zuschlagstoffe

gibt es bei Kakteen-Haage hier: https://www.kakteen-haage.de/Zubehoer/Erde/Erde/  
… hat auch viele Fans:
 

weitere Episoden zum Thema Kakteenerde

Hab ich noch was vergessen?
 
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CactusPodcast 013 – Kakteenerde Interview Lothar Bodingbauer mit Ulrich Haage – Teil 2

Kakteenerde – Ulrich Haage im Interview mit Lothar Bodingbauer – CactusPodcast – 013

Geschichte der Kakteenerde und die richtige Behandlung – Interview Teil 2

Was passiert in dieser Episode 013 im CactusPodcast?

Ein Fern-Gespräch zwischen Lothar Bodingbauer (Wien) und Ulrich Haage (Erfurt). Es geht um:

  • Erde für Kakteen – und:
  • Interview umgekehrt – Kaktusgärtner Ulrich Haage zu Gast im CactusPodcast – er beantwortet Fragen von Lothar Bodingbauer aus Wien. Ein wenig ungewöhnlich, denn normalerweise laden Podcaster Gäste ein, um sie Fragen zu fragen.
    Diesmal hab ich Fragen beantwortet zum Thema Kakteenerde – und ich hoffe, das macht euch Spaß!

Vorher geht heute noch ein DANKE an Markus Tirok, den Interviewhelden und -trainer für sein Plädoyer für kurze Einleitungen. Geht doch!

 

Und jetzt: wer ist Lothar Bodingbauer?

  • Journalist und Long-Time Podcaster – Sprechkontakt / Bienenpodcast / Bienengespräche (Link in den Shownotes)
  • mein erstes Podcast-Interview hat Lothar mit mir aufgenommen, mit sage und schreibe 5:26:47 Stunden – und es ging um Bienen, DDR, Artenschutz, Männergesellschaft, Wollläuse, Sakramente – und ganz viele weitere Themen – diese fünf Stunden stecken voller Geschichten – auch dazu der Link in den Shownotes
  • bei der Gelegenheit der Hinweis – schaut in die Shownotes! – da steht oft mehr drin, als ich erzähle – denn häufig fallen mir bei der Nachbearbeitung von Dinge ein, die ich vergessen hab zu erzählen.
  • zum Beispiel habe ich verpasst, Lothar zu fragen, wie er eigentlich zu den Bienen kommt – das hole ich bei der nächsten Gelegenheit nach
  • eine Gemeinsamkeit habe ich gefunden – wir beide haben schon unsere Karriere als Tellerwäscher hinter uns – und das macht ja bekanntlich Raum für große Entwicklung – er war in einem Kloster in Finnland, ich in der Küche von meiner polytechnischen Oberschule
Jetzt geht’s los mit Teil zwei des Interviews – Lothar Bodingbauer und Ulrich Haage.

Kakteenerde - Lothar Bodingbauer im Interview mit Ulrich Haage - Teil 2

von Ulrich Haage | CactusPodcast - CactusInterviews

Kakteenerde – organisch oder nicht?

Wie soll Kakteenerde sein – ist mineralisch ein MUSS?
    • Kakteenerde mineralisch vs. organisch – was ist besser?
    • alternative Bestandteile für Kakteenerde – was geht da noch?
    • Xylith, Blähton, Zeolith
    • auf der Suche nach einer neuen Kakteenerde – ein Projekt mit der Fachhochschule Erfurt
    • Wiederbenetzbarkeit – wenn die Erde vertrocknet ist, wie bekomme ich wieder Feuchtigkeit hinein?
    • Erde selber mischen – woher bekomme ich die Bestandteile?
    • Donau, Baumarkt, Park und Hundestrand – wo finde ich die Zuschlagstoffe für meine Kakteenerde?
    • Erde zuhause mischen – was muß ich beachten
    • muß mein Kaktus die selbe Erde haben wie in seiner Heimat?
 

CactusPodcast

  • wie kann es einfach sein – Einsteigertipps in Sachen Kakteenerde
  • Perlit – warum ich das nicht mag
  • In Vitro – Kultur in Nährmedium und Petrischale – Kakteen in Agar Agar und Nurashike Nährboden
  • der Lauf des Lebens – ändern sich die Anforderungen von Kakteen an die Erde im Verlauf ihres Lebens?
  • brauchen die winzigen Sämlinge eine andere Erde als ein alter Kakteensenior?
  • Kakteenerde – ein Beziehungsaufbau zum Gärtner
  • Erde – wo ist eigentlich oben und wo ist unten bei der Erde – und ist das wichtig?

Journalist Lothar Bodingbauer fragt, Kaktusgärtner Ulrich Haage erklärt es in dieser Episode im CactusPodcast.

 

 

Das war Teil zwei vom Kakteenerde – Interview. 
Die Fragen von Lothar Bodingbauer an mich.
Ich habe mich selbst auch noch etwas gefragt: hört man den CactusPodcast eigentlich auch in Österreich?
 
… weil: einen Gedanken von Lothar habe ich mal weitergetüftelt:
Und eben speziell für alle Kakteenfreunde in Österreich. Hier kommt mein heutiger Tipp für tolle Kakteen, die es lokal in Österreich zu kaufen gibt: 
Schaut mal bei Gerald Niess vorbei – www.kakteen-niess.at – Gutes muss eben nicht immer weit entfernt sein. Gerald hat jedenfalls tolle Kakteen!
 
Und das war’s für heute von mir – und ich bin Ulrich Haage.
Macht’s gut – und bleibt gesund! 
Aber: ich habe noch mehr Fragen an Euch:
  • was ist Euch beim Thema Erde wichtig?
  • spielt die Herkunft der Bestandteile für Euch eine Rolle?
  • was ist der wichtigste Grundstoff in Eurer Kakteenerde
  • habt Ihr Vorschläge was wir noch besser machen können?
 
UND: was interessiert Euch beim Thema Erde – Facebook CactusPodcast Community  oder Mail ins Studio – studio@cactuspodcast.de
 

Was kommt als nächstes?

Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 014.
Was wünscht Ihre Euch – ich hätte noch einmal einen kurzen Exkurs ins Thema Kakteenerde in petto.
Oder soll es lieber etwas anderes werden in der nächsten Episode?
Blattläuse – oder so etwas Exotisches?
 
 
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Bleibt weiter gesund da draußen! 

Shownotes:

meine erste, sehr lange Begegnung mit Lothar – Bienengespräche no. 031 – über fünf Stunden Podcast zwischen Kakteen und Bienen.
Lothar Bodingbauer auf Wikipedia
Lothar Bodingbauer – Sprechkontakt
Lothar Bodingbauer – Bienenpodcast
UUUUND: Lothar ist eigentlich Doktor der Physik und hat ein Buch veröffentlicht, dass uns die Physik näher bringen will: Dr. Bodingbauers Sammelsurium Physikalischer Besonderheiten
 
Ich sag ja: es lohnt einen Blick in die Shownotes.

Verschiedene Erden und Zuschlagstoffe

gibt es bei Kakteen-Haage hier: https://www.kakteen-haage.de/Zubehoer/Erde/Erde/ 
im speziellen sprachen wir über: 
Wer neue Wege gehen will:
  • Nurashike Nährboden aus dem Laborbedarf – haben wir in der Gärtnerei übrigens nicht im Einsatz…
Hab ich noch was vergessen?
 
CactusPodcast jetzt bei Apple Podcast abonnieren. Link: https://podcasts.apple.com/de/podcast/cactuspodcast/id1499357242 
Hier geht’s zur Diskussion und mehr Informationen rund um den CactusPodcast – jetzt gleich in der Facebook-Gruppe anmelden: Link: https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
 

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