Archive for Blumenstädtisch

Historisches Wochenende im Gartenbau – Christian Reichart, Gartenbaumuseum und mehr

Ganz schön was los die letzten Tage.

Seit Montag bereiten wir uns auf die Kakteenbörse / Raritätenbörse  im EGA-Park vor, auch wenn die Hauptlast hier bei meinem Vater als dem Initiator der Veranstaltung liegt.

Am Mittwoch hat Thüringen bei der Preisverleihung der Entente Florale im Fernsehgarten in Mainz ganz ordentlich abgesahnt. Erfurt bekommt den Nachhaltigkeitspreis der Fördergesellschaft Gartenbau [stolz blinker - tolle Stadt!], Bad Langensalza wurde inzwischen auch von der Jury entdeckt und angemessen gewürdigt: Goldmedallie und erster Platz. Damit wird Bad Langensalza nach Weimar als zweite thüringer Stadt Deutschland im internationalen Vergleich vertreten. Verdient! Ich hab mich danach zur Sicherheit noch mal schlau gemacht, inzwischen gibt es dort schon wieder zwei neue Gärten, die ich noch nicht kenne – Zeit für einen Besuch.

Am Freitag Mittag kam Ministerialdirigent Dr. Stürmer aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium auf einen Sprung bei Kakteen-Haage vorbei und hat sich Kakteenmuseum und die Gewächshäuser angeschaut.

Ich habe ihn dann gleich noch zum nächsten Termin mitgeschleppt – am Nachmittag war im Rathausfestsaal zu den Feierlichkeiten anläßlich des 325. Geburtstag von Christian Reichart geladen. Von den Haages schreib ich jetzt nix, aber mich beeindruckt immer wieder, das sowohl Johann Sebastian Bach, als auch Georg Friedrich Händel in eben diesem Jahr geboren sind. Die Veranstaltung im großen Festsaal des schicken Erfurter Rathauses war bemerkenswert. Dr. Eberhard Czekalla hatte nicht nur Federführend die gesamte Veranstaltung geplant, mit seinem Männerchor, der Tieftaler Liedertafel und einer wirklich feinsinnigen Auswahl der Lieder sorgte er für einen schönen und kulturvollen Rahmen. Der Erfurter Geschichtsverein in Person von Dr. Rasslow trug unterhaltsam die Geschichte Reicharts vor. Basis dazu dürften die sehr umfangreichen Recherchen von Dr. Czekalla und Dr. Ilsabe Schalldach gewesen sein. Ein schöner Schluß waren die Grußworte von zwei Reichart-Nachkommen.

Im Anschluß ging es direkt zum EGA-Park ins Deutsche Gartenbaumuseum, das sein zehntes Jubiläum begeht. Die honorigen Gäste waren schon in Scharen eingetroffen, ich kam mit unserem Landwirtschaftsminister Reinholz ins gläserne Foyer der Cyriaksburg. Nach Grußworten und einem umfassenden Rückblick von Museumsdirektor Dr. Harald Bischoff wurde der Abend gemütlich und locker. Es gab Gelegenheit für Gespräche, selbst die Politiker hatten Zeit und waren für Fragen offen.

Am Samstag startete im EGA-Park die Kakteen- und Raritätenbörse. Über 170 Aussteller zeigten ihre seltenen Pflanzen und fast 20.000 Besucher kauften fleissig ein.
Etwa zeitgleich begann der Tag der offenen Tür in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt. Trotz windigem Wetter waren schon viele neugierige Gartenfreunde unterwegs und probierten Obst, Tee und Gemüse, oder ließen sich zu neuen Sorten oder Schädlingen im Garten beraten.

Am Sonntag wurde im Rahmen der Gärtnertage auf der EGA auch die neue Blumenkönigin gewählt – der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein griff als Jury-Mitglied gewissermaßen auf Eigenbestand zurück, seine Stimme bekam Natalja Scharonin – sie ist Azubi bei der Erfurter Stadtverwaltung.

Unsere Gärtnerei war das gesamte Wochenende geöffnet und viele Kakteenfreunde nutzten die Gelegenheit ausgiebig durch die Gewächshäuser zu streifen.


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Erfurt-Quiz online

Eben landet die Nachricht in der Mailbox: das neue Erfurt-Quiz ist online gegangen – mit manchmal durchaus kniffligen Fragen rund um Erfurt – und auch …

nö, das kann ich ja jetzt nicht verraten.

Aber vorsicht – das hat einen gewissen Suchtfaktor – und hier gehts zum Erfurt-Quiz.


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Out now: Das Erfurter Puffbohnenkochbuch

Das Erfurter Puffbohnenkochbuch - PressekonferenzWir haben es geschafft! Die epochale Monographie zum traditionell Erfurter Urgewächs hat das Licht der Welt erblickt.

Ein Buch, das von der Verwendung der Puffbohne über die leckersten Rezepte nebst Tipps zur optimalen Zubereitung bis zu Einsichten in die historische Entwicklung und Nutzung in anderen Erdteilen. Kein geringer als Klosterkoch Helmfried ‘Willi’ Wilhelm, der sonst für die Schwestern und Gäste im Erfurter Augustinerkloster Leckerbissen zaubert, hat sich einen ganzen Schwung alter und ganz neuer Puffbohnenrezepte über den Löffel balbieren lassen. Zwei davon gab es zur heutigen Pressekonferenz im “dreiundvierzig” schon mal zu probieren. Mein lieber Verleger René Burkhardt erzählte von einem Jahr fleissigen arbeitens am Buch. Bescheiden wie immer. Ich hab aber noch einmal in meinen Manuskripten gewühlt – wenigstens gefühlt tüfteln wir an dieser Idee schon wenigstens seit zwei bis drei Jahren. Gut Ding will halt  Weile haben.

Wenn ich mir das Ergebnis heute anschaue meine ich, einen großen Teil der Vorbereitungen in meinem Schreibstübchen überhaupt nicht mitbekommen zu haben. Die TV-Aufzeichnung im Augustinerkloster im vergangenen Sommer mit dem mdr (Video anschauen!) habe ich in schöner sonniger Erinnerung. Beim Bohnen ernten und pulen bin ich aber irgendwie nicht beteiligt worden. Puffbohnen pulen im Garten des Augustinerklosters in ErfurtDafür ist hier ausnahmsweise unser Fotograf Pierre Kamin im Bild zu sehen – der sonst immer hinter seiner Kamera stand. Dieses Bild hat dann vermutlich der Mann geschossen, der sonst immer hinter der Kamera vom mdr steht.

Als glühender Erfurter lag mir ein Thema natürlich ganz besonders am Herzen. Warum die Einwohner meiner Heimatstadt immer als “Erfurter Puffbohnen” tituliert werden. Natürlich werde ich hier unserem Buch nicht ganz vorgreifen – in jedem Fall: mit den vielen Puffbohnenfeldern rund um Erfurt in grauer Vorzeit hat es genauso wenig zu tun, wie mit dem Gerücht, die Puffbohne sei in Erfurt bei N. L. Chrestensen gezüchtet worden – immerhin hat Dr. Blüthner darüber kurz geschmunzelt. Der wirkliche Grund hängt mit Erfurt zusammen, ist aber offenbar nur noch wenigen Ur-Erfurtern bekannt. 1.

Das Kochbuch gibt es ab sofort bei Kakteen-Haage hier im Shop zu kaufen. Alternativ natürlich beim Buchhändler ihres Vertrauens, für alle Erfurtbesucher an der Tourismus-Information, für alle Erfurter als nettes Mitbringsel vielleicht auch bei der alteingesessenen Erfurter Buchhandlung Peterknecht am Anger und für Gartenfetischisten bei Chrestensen im Gartenversandhaus.

Vielleicht auch in Kürze bei unseren Freunden von puffbohne.de ?


  1. selbst in dem Fachbuch über Thüringer Necknamen; “Fässleseecher” von Rainer Hohberg und ” ist die Begründung für die “Erfurter Puffbohnen” für mich nicht so überzeugend []
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noch mal Blumen für Frau Lieberknecht

IMG_4806_Heute Abend gab es eine hübsche Blumenkiste mit Frühblühern für unsere Ministerpräsidentin.

Als Gastrednerin zum traditionellen Molsdorfer Gespräch sprach sie über Kulturprogramme, Antriebsstänge, Thinktanks in Jena, Tourismus, Ausbildung und junge Familien, Solartechnik, das es ganz schön viele Deutsche gibt, die Lutherdekade, den gestern vor der Presse völlig verheimlichten MP-Gipfel Ost, automobile Zukunft in Eisenach und “eine grundsolide und kollegiale Wirtschaftspolitik in Thüringen”.

Und sie sprach davon, dass es miteinander immer besser geht, als gegeneinander. Wie wahr!


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Erfurt und der Weltrosenkongress

Der Plausch mit unserem Stadtvater hat doch manch schönes. Nach der Eröffnung des Cerealienmarktes gab es nicht nur den traditionell lecker fritierten Erfurter Blumenkohl, sondern auch eine Information, die für deutsche Rosenzüchter im allgemeinen, für die Erfurter Gärtner im speziellen sehr interessant werden dürfte. OB Bausewein erzählte mir, er habe gestern die Bewerbung unterzeichnet, gemeinsam mit Sangerhausen und Bad Langensalza den Weltrosenkongress nach Erfurt zu holen. Dazu wäre eine Bundesgartenschau doch eine angemessene Begleitung – aber 2015 ist schon an die Havelregion vergeben – aber ich will ja auch nicht unbescheiden sein.

Die Entscheidung fällt noch in diesem Jahr, die Chancen stehen recht gut und wenn es den Zuschlag geben sollte – dann ist natürlich noch einiges zu tun. Ich freue mich schon darauf… und psst - das weiß noch niemand, es gibt noch nicht mal eine Presseinfo dazu :)

Am Rande des Gesprächs tauchte auch die Frage auf: ”Herr Haage, gibt es eigentlich auch einen Weltkakteenkongress?”

Ein Schelm, der gleiches denkt wie ich :)


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Das neue Erfurter Logo auf der Schippe…

Kaum ist das neue Erfurter Logo der Öffentlichkeit vorgestellt (wie berichtet), schon löst es in breiten Kreisen der Bevölkerung massive Begeisterung aus. Oder auch nicht.

Heute habe ich schon die Entwürfe für die ersten abweichenden Interpretationen gefunden – zum anziehen. Ich habe mir gleich ein T-Shirt bestellt. (weitere Bestellungen leite ich gern weiter…)


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Neues Logo für Erfurt

erfurt_logo_spannausDie Stadt Erfurt 1 soll ein neues, schöneres, orginelleres, einheitliches Logo bekommen.

In der TLZ habe ich in dieser Woche einen Artikel gefunden, in der Erfurts Logo-Satz voller Stolz präsentiert wird.

Ich gebe zu, ich bin auch ein heimlicher Fan von derlei grafischen Spielereien für die es meist gewichtige überzeugende Erläuterungen gibt. In diesem Fall habe ich aber das Gefühl, dass man massiv über das Ziel hinausgeschossen ist.

Zum einen halte ich die Verstümmelung des ehrwürdigen Erfurter Rades bis zur Unkenntlichkeit für reichlich daneben und glaube nicht, das sich Erfurt damit künftig besser in Erinnerung bei Bürgern und Besuchern halten wird als zuvor.

Zum anderen kann ich mir nicht vorstellen, dass eine derart erklärungsbedürftige Darstellung einzelner Bereiche (Logistik, Verwaltung, Tourismus, etc.) einen Vorteil schafft – vor allem nicht, wenn die Zielsetzung ein einheitlicher Auftritt der Stadt Erfurt war und dies statt ursprünglich einem Logo – der Erfurter Rad – nun gleich sechs verschiedene Logos daherkommen. Die Assoziationen dazu finde ich natürlich höchst unterhaltsam – Erfurt mit einen riesigen Asterisk – auf welche Fußnote mag da künftig verwiesen werden, mit dem Wirtschaftslogo verbinde ich einen Spax-Schraubenkopf – und die werden soweit ich weiß in Erfurt nicht hergestellt.

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Erfurter Gärtner und Erfurter Gärtnermarkt

Allzu laut möchte ich dann aber auch wieder nicht mit Schmutz werfen, schließlich haben wir uns für die Erfurter Gärtner und den Blumenmarkt auch schon einmal am Stadtwappen vergangen. Dennoch finde ich hier immerhin das Erfurter Rad wieder und die Verknüpfung zu den Gärtnern ist auch recht eindeutig.

Wie so oft – kann man alles mit der Geschmacksfrage begründen. So gesehen bin ich gespannt, wie andere Erfurter die neuen Logos annehmen. Vielleicht ist es ja bis zur nächsten CI-Reform ja noch gar nicht flächendeckend eingeführt – wer weiß. Immerhin, OB Bausewein hat versprochen, es wird nicht gleich alle Briefbögen kompostiert nur um neue drucken zu können. Das stimmt mich schon mal zuversichtlich.


  1. oder ist damit vielleicht doch nur die Erfurter Stadtverwaltung gemeint []
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Gartenkino…

erster Abend…

ganz groß – und doch urtümlich.

Gärten im Film steht über der Aktion die Initiator Prof. H. Schumacher im Arboretum der grünen Erfurter Fachhochschule (Gartenbau+Landschaftsarchitektur) 2009 zum sechsten mal veranstaltet.

Es gehört zum Programm, das alles mit Herz und Hand gemacht wird. Darum gibt es statt Beamer und DVD noch Filmrolle und Kinoprojektor, knacksenden rauschenden Ton zum rauschen der Bäume. Immer griffbereit: der “Filmflicker” – denn auch der Filmriß gehört eigentlich dazu. Genauso wie Bionade und Bier und belegte Brötchen und viele viele Freunde1.

Auftakt in diesem Jahr: Woody Allens “Vicky Christina Barcelona”

Schönes Sommernachtsdraußenkino!

Heute und morgen – und dann erst wieder nächstes Jahr! mehr …


  1. so übersichtlich wie abgebildet war es zu Filmbeginn um 22.00 Uhr nicht mehr – wir sind extra früh dagewesen, um uns einen schönen Platz zu sichern []
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Kino im Grünen – Gärten im Film

Es ist Sommer – ein lauer Abend, ein weicher Rasen, ein paar Stühle. Dazu lecker Sandwiches1 , eine Flasche Rotwein, liebe Freunde, ein Kinoprojektor, ein Film für Geist und Auge. Das sind die Zutaten für das Erfurter ‘Gartenfilmfestival’2 und es ist eine erfolgreiche Idee. Das Arboretum der Erfurter Fachhochschule bietet nicht nur eine herrliche natürliche Kulisse – der schönste Ort für ein Freilichtkino – noch vor unserem Balkon :)

Gärten im Film 2009

Gärten im Film 2009

So sieht das Programm für 2009 aus:

Montag, 13. Juli 2009: “Vicky Cristina Barcelona”

Dienstag, 14. Juli 2009: “Wiedersehen mit Brideshead”

Mittwoch, 15. Juli 2009: “Ab durch die Hecke”3

jeden Abend ab 19.00 Uhr Picknick auf der Wiese im Arboretum, (Zutaten gibt es dazu vor Ort – in diesem Jahr leider nicht direkt von Henner, vielleicht aus dem eigenen Picknick-Korb?)

Filmstart bei Dunkelheit ab etwa 22.00 Uhr

gaerten_im_film_09_01

gaerten_im_film_09_02

Aktuelle Informationen auf der Webseite Gärten im Film.


  1. z. B. vorher bei Henner abholen []
  2. erst bei genauerem Hinsehen habe ich realisiert: hier geht es eigentlich erst in zweiter Linie um Unterhaltung und genießen – die Gärten im Film ist ein handfestes Studienprojekt []
  3. Wallace und Gromit: “Die Jagd nach dem Riesenkaninchen” ist leider nicht mehr auf Celluloid, nur noch digital zu bekommen, darum musste der Plan geändert werden []
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Espitas – der neue Mexikaner in Erfurt getestet

Erfurt hat einen neuen Mexikaner -  wie ich schon berichtet habe.

Heute haben wir zum ersten mal geschaut, wie das Espitas aus der Nähe aussieht. Sonntags-BBQ-Brunch war angekündigt. Die Mädels mussten erst mal saftig umdenken. Grillware zum Frühstück ist nicht jedermanns Geschmack – obwohl wir nach zwei Wochen Kakteenessen inzwischen kulinarisch ganz gut “eingenordet” waren.

Der Baustelle vom letzten Besuch war nun ein hübsches Haus auf Stelzen mit manierlich großem Parkplatz gewichen. Der frische Putz leuchtet orange in der Mittagssonne.
Eine große Treppe, oder alternativ eine lange Rampe befördert uns ins “Erdgeschoß” auf drei Meter Höhe. Schon vor dem Haus hat man sich mit der Gestaltung richtig Mühe gegeben – bunte Fliesen auf der Treppe und neben der kunstvoll geschnitzten Tür prangt das Wappen der Vereinigten Staaten von Mexico. Der Gedanke, hier das kulinarische Konsulat Mexikos zu betreten ist sicher durchaus gewollt.

Drinnen ein schönes Ambiente mit vielen liebevollen Details die ganz offensichtlich direkt aus Mexiko importiert wurden – so stellt sich ein Europäer eine schicke Bodega vor – nur eins passt nicht – es ist viel zu sauber :) .

Für mich natürlich wichtig – es gibt auch Kakteen – ein kunstvoll floristisches Werk mit Kakteen aus der Heimatstadt vom Espitas – aus Zwickau und sonst die üblichen Euphorbien1, die der Durchschnittsbesucher gut als “Kaktus” durchgehen lässt.

Dann geht es zur Sache – dem Essen. Die Mädels waren etwas vor den Kopf geschlagen. Potato-Wedges, Horse Beans, Chicken Wings und Spare Ribs passen nicht so richtig ins Bild des schicken Sonntags-Brunch das mit einer Sektrunde beginnt. Diesmal also etwas rustikaler mit frisch gepresstem Orangesaft. Artig kommt unsere nette und ausgesprochen hübsch anzusehende Kellnerin zum Tisch: “Ich bin Katharina und bin dafür da, das es euch heute gut geht”. Das ist ja schon mal ein super Start und motiviert.

Es ist schon lange nach Elf, wir stürzen uns ins Getümmel des gut gefüllten Hauses und suchen das Büfee. Während die Gäste auf mindestens vier Ebenen sich nahezu unsichtbar im Haus verteilen und so eine sehr private Stimmung entsteht, ist das Büfee “ebenerdig” auf einer Ebene mit der Bar sehr zentral gelegen und gut erreichbar.

Die Bezeichung BBQ-Brunch halte ich für gerechtfertigt, denn das Angebot ist schon recht bemerkenswert. Es gibt die Klassiker, gegrillte Ribs in BBQ Sauce, Chicken Wings, Curly Potatos, Wedges, ebenso wie Paella, Enchilladas, bemerkenswerte Gemüsepflannen mit und ohne Nudeln, aber auch Tortillachips mit ausgezeichneter, offensichtlich hausgemachter frischer Tomatensalza. Für den “Normalbruncher” entdecken wir dann auch noch ein kleines Separee mit Fisch, Fleischsalat und etwas Wurst direkt an der Bar – gegenüber dann die Abteilung “Süßes” mit Panna Cotta, Erdnuss-Yoghurt und Schoko-Mandarinen-Pudding. Zwei Schritte weiter darf man an der Eier-Station Rührei oder frisch gebackene Omlett bestellen – alles in allem ein rundes Angebot und durchaus angemessen für einen Preis von 9,90 Euro2.

Zwischendurch konnten wir einen kleinen Verdauungsspaziergang durch das weitläufige Haus machen und immer wieder neue schöne Ecken entdecken, oder den Blick von der Terasse über die Stadt schweifen lassen – der Sonntag wurde so in jeder Hinsicht ein Genuß. “Unterwegs” lernte ich von einer Kellnerin: die Eröffnung sei bereits fünf Wochen her – also mitten in unserem Urlaub. Seit dem brummt der Laden – sieben Tage die Woche ist es voll – und das ist schön so – sagt sie. Motivierend.

Wir sind bis um zwei dort, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen…

Nach dem Brunch ist vor dem Brunch :)


  1. Euphorbia ingens und Verwandte – nur Eingeweihte wissen, dass die mit Mexiko überhaupt nix am Hut haben – und für die Betreiber waren es vermutlich willkommene Geschenke zur Eröffnung, die sich praktisch gleich als Deko nutzen lassen []
  2. ich hätte mir als Brunch-Liebhaber ein noch bunteres Angebot gewünscht und gern noch fünf bis zehn Euro dafür draufgelegt – aber das ist beim momentanen Preiskampf in der Gastronomie illusorisch []
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Erfurt bekommt einen neuen Mexikaner

… ja, also ein Restaurant in dem man im aus unserer Sicht mexikanischen Stil speisen kann…

Freut mich natürlich, mal schauen, ob es dort auch Kaktus zu essen gibt :)

Im Moment gibt es statt Küche nur Baustaub und statt Karte eine Plakatwand, die Personal einwerben soll…

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Nachtrag: am 6. Juli bin ich zum ersten Mal zum testen dort – hier der Bericht.


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Wahlwerbung und Dreck schmeißen

Es ist ja Wahlkampf – richtig doll schon manchmal. Aber auf der letzten Fahrt durch Erfurt bin ich über ein Plakat gestolpert, bei dem ich ins Zweifeln komme:

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Entweder hat da ein Wahlwerbefachmann zu sehr um die Ecke denken wollen und ist ein paar Meilen über das Ziel hinausgeschossen, oder aber jemand von einer Gegenfraktion hat sehr authentische Arbeit geleistet.

Letzteres würde mich nicht wirklich wundern, schließlich erzeugt die Bundes-SPD bei mir ein gründliches Stirnrunzeln mit der aktuellen Plakat-Kampagne die für meinen Geschmack deutlich unter die Gürtellinie zielt. IMG 0002Ob ich besser aussehe im Auge des potentiellen Wählers, wenn ich nach allen anderen mit Dreck werfe – das ist aus meiner Sicht zweifelhaft.

Im aktuellen Fall könnte die Taktik der großen Politik ganz dumm auf unseren Oberbürgermeister zurückgefallen sein, denn in der Stadtratswahl bedienen sich die Parteien in Erfurt höflicher herkömmlicher Methoden.

Das Plakat sieht in jedem Fall authentisch aus, eine Passantin, die ich fragte, war ziemlich verblüfft und registrierte erst bei zweiten hinsehen den “vom bekannten abweichenden Inhalt”. So gesehen ist das vielleicht noch gut für die SPD, denn am Erfurter Talknoten ist zwar viel Verkehr, aber vermutlich bekommt kaum jemand etwas davon mit was wirklich auf dem Schild steht – geistige Trägheit eben. Mit der rechne ich in jedem Falle, denn das Plakat hängt schon länger dort, zu lange um völlig unbemerkt geblieben zu sein.

Einen Gedanken hatte ich noch, als ich an den Großplakaten mit frisch geschorenem Rasen vorbeifuhr. Die Sprüche und Phrasen werden nach der Wahl genauso verschwinden, wie die kleinen ungemähten Inseln auf denen die Plakate stehen. Der Rasen wächst mit genau der Sicherheit wie das kollektive Vergessen.


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Kriesengeheul – ohne Gärtner

Lese ich in alten Abenteuerbüchern, so sind es immer die Wilden, die mit wilden Geheul aus den Büschen springen und über den Redlichen auf dem Wege gehenden herfallen. Und heute?

Da heulen diese Redlichen über eine Krise, die diesen Namen nicht wert wäre, würde man weniger über sie heulen. Manchmal hilft da der Blick von draussen. Da wundert sich jemand, dass ein Autounfall sich im Radio als “Verkehrschaos zwischen X und Y” wiederfindet. Manche Dinge können wir einfach besonders gut, hier in schwarzrotgoldenen Landen. Manchmal gehört auch übertreiben dazu. Heule ich jetzt auch schon? Mitnichten!

Ob Gärtner da eine löbliche Ausnahme machen? Vielleicht. Der Bayrische Gärtnerpräsident sieht Krisenfragen gelassen. Wirklich wiedergefunden habe ich mich in einer Variation von Alexander Munke, den ich fast schon überrascht – auf dem Bayrischen Gartenbautag traf:

“Krise? Nöö, ich mach da nicht mit” – sagt der Mann mit dem Weißkopfplüschseeadler.

Meine Rede seit langem.

Irgendeine Kriese gibt es ja immer im Umfeld. Dauerkriese. Aber bis heute haben wir doch alle überlebt, oder? Ich muß gleich wieder an die Worte von Rudolph Benary denken. Als am 23.1. die Ernst Benary Schule in Erfurt ihren neuen Namen erhielt, berichtete er mit schlichten Worten über die Konsequenz und Bescheidenheit1seiner Ahnen – bis heute. “Wie die Saat – so die Ernte” war der Leitspruch des “ersten Benary”. In 166 Jahren Geschichte fand das Wort Krise keine Anwendung. Wohl Kriege und schwere Zeiten – ich fände auch den Terminus “sehr schwere Zeiten” angemessen, wenn man ein wenig mehr von der Familiengeschichte weiß. Aber kein heulen. Die Benarys machen da wohl auch nicht mit.

Krise hin oder her. Wenn doch alles hinterfragbar ist und die Negation des Negativen vielleicht regelwidrig negativ wird, gerät manchmal selbst der, der in der real heulverstärkten Krise Zuversicht predigt, unter Feuer. So geschehen Gerold Braun im Besserwerberblog. Die Erklärung – mit den Kunden zu heulen sei wenig nützlich um danach noch etwas zu verkaufen – erscheint mir plausibel. Das lernt man schon bei Kindern. Trösten geht anders. Mitnehmen zu neuen guten Orten ist da meine Politik. Natürlich lässt sich das aber auch als “vermeintlich optimistischer Allgemeinplatz” betrachten. Na und? Dann stelle ich genau auf den Allgemeinplatz meinen Lieblingssessel und lasse mir fünf Minuten die Sonne auf den Bauch scheinen. Das tut mir gut – und anderen auch.

Aktive Krisenabwehr.

NS: ich schreibe Krise offenbar gern mit “ie” – wie ich eben feststelle (falls ich noch eins übersehen habe. Das ist orthographisch falsch – drückt aber vielleicht auf subtile Weise aus, das ich das Wort nicht mag. Auch wenn es das chinesische Synonym für Chance ist.


  1. von Bescheidenheit sagte er natürlich nichts, die war einfach zwischen seinen Zeilen []
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Gloriosa

Es gibt so viele Dinge, auf die wir Erfurter stolz sein können…

Unsere Gloriosa im Erfurter Dom ist nicht nur eine besonders alte, schöne und große Glocke. Sie läutet nur an hohen Feiertagen – so auch gestern Abend zur Martinsfeier, als wir auf dem Domplatz waren.

Wir freuen uns immer, wenn wir ihre tiefen Klänge hören, die besonders weit tragen. Auf der Cactusfarm haben wir dafür einen sehr guten “Empfang”. Ich verbinde das Geläut oft mit nebligen Novembertagen, an denen man zwar nicht sonderlich weit sehen kann, die Geräusche kommen dafür immer klarer an. So auch die Glockenschläge…


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Heute ist Martini

… in Erfurt hat dieser Tag eine ganz besondere Bedeutung. Jedes Jahr am 10. November treffen sich um 18.00 Uhr die Erfurter und in letzter Zeit auch immer mehr “Zugereiste” auf dem Erfurter Domplatz zu einem ökumenischen Gottesdienst.

Martinsfeier Erfurt

In unserer Familie ist dieses Ereignis ein fester Termin. Ich habe schon so manchen Terminspagat gemacht, um pünktlich mit oder ohne meiner Laterne auf dem Domplatz zu stehen…


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