CactusPodcast Episode 008 – CactusBasics – Pflegeleichte Kakteen-Arten – wie finde ich die?

Pflegeleichte Kakteen finden – CactusPodcast: Episode 008 – CactusBasics

Kakteen, Echeveria, Sukkulente, Osterkaktus, Caudex, Mammillaria, Bischhofsmütze, Echinocereus, Pachypodium.
Für mich ist das so sehr Alltag, ich mache mir darum gar keine Gedanken. Deswegen ist mir nur noch selten bewusst, wie sehr das Neuland ist für einen Einsteiger und wie sehr er sich dabei vielleicht zu Zunge zerbricht – und: wie wenig er sich darunter vorstellen kann.
Deswegen heute: Sukkulenten viele verschiedene Arten, Typen – wie kann ich die nur alle auseinander halten?
Ich hab mich das übrigens auch gefragt, als ich mich zum ersten Mal wirklich mit den Pflanzen in unseren Gewächshäusern auseinandergesetzt habe. Keine Sorge, das braucht einfach nur Zeit.
Und wir gehen heute gemeinsam die ersten Schritte und schauen was es alles gibt – und wie ich die für mich geeigneten Kakteen finde.

Die Vorbereitung für diese Episode ist jetzt schon wieder über eine Woche alt – wegen Corona habe ich zu Wochenbeginn entschieden, unser Tor zu schließen. Unsere Mannschaft ist gottlob fit und guten Mutes – trotzdem geht all das nicht spurlos an uns vorüber.

Pflegeleichte Kakteen-Arten - wie finde ich die?

von Ulrich Haage | CactusPodcast - CactusBasics

Klassifikation

Beginnen wir ganz oben, bei den sukkulenten Pflanzen – dazu zählen alle Pflanzen, die in irgendeiner Weise Wasser oder Nährstoffe speichern. Die Fett- oder Saftpflanzen – so wurden sie früher genannt.

Kakteen

… sind nur ein Teil von dieser Gruppe von Pflanzen
Und die erkennen wir ja – alles, was im klassischen Sinne dazu gehört und Dornen hat. 
Es gibt ein paar Ausnahmen, Pflanzen die aussehen wie Kakteen, aber keine sind und es gibt ein paar Kakteen, die nicht unbedingt so aussehen. In den meisten Fällen liegt man mit „Kaktus“ richtig, wenn eine Pflanze Dornen hat. 
Kakteen haben Dornen, keine Stacheln – die gibt es zum Beispiel an Rosen.
Kakteen gibt es in sehr vielen Formen. Kugelig, Säulen, von winzigen 5 mm bis zu ausgewachsenen 15 Metern Höhe. Dazwischen ist so ziemlich alles möglich, langgezogene Kugeln, übereinander gestapelte Eier, Bäume, flache Polster, Mickeymouse-Ohren. 
Und eine Gruppe wird gern vergessen: die Blattkakteen mit ihren schmalen, schwertförmigen Trieben die die größten Blüten unter den Kakteen hervorbringen. Zu dieser Gruppe gehören übrigens auch die Weihnachts- und die Osterkakteen. Eigentlich doch schon fast übersichtlich, oder? 
Nicht ganz, denn je länger man sich mit Kakteen beschäftigt, desto mehr wird man finden. 
Ich hab eben mal geschaut, was Google dazu weiß und musste erstmal eine Korrektur anmelden – dort stand: „Es gibt 200 Kakteenarten“. Das zehnfache davon ist wohl realistischer. Ich rechne mit 1500 bis 2000 Arten die bekannt sind.
Kakteen haben Dornen. Tasten wir uns weiter vor zu den …

Anderen Sukkulenten

Von denen gibt es mindestens genau so viele Arten, allerdings ist die Vielgestalt hier noch weitaus größer.
Typisch für die meisten anderen Sukkulenten sind dicke Blätter, Triebe, Stämme oder Wurzeln – und so kann man sie auch leicht unterteilen – also zum Beispiel Blattsukkulente oder Triebsukkulente.
Die Blätter sind manchmal rundlich, andere spitz. Es gibt Blätter die zu kleinen Kugeln, Würstchen, runden Eierkuchen oder zu kleinen Zitronen geformt sind, wieder andere Blätter laufen in Wellen aus.
Viele Sukkulente haben regelmäßige, symmetrische Formen, die Asymmetrie kommt nur selten vor.
Sehr bekannt sind die lebenden Steine – die kann man in einem Kies-Beet kaum wiederfinden.
Stammsukkulente wirken oft wie Bäume, manche sehen auch Kakteen sehr ähnlich und bilden sogar Dornen aus.
Und es gibt noch eine besondere Form: die Caudexpflanzen. Die bilden dicke Kullern oder fette Stämme heraus manche haben auch ganz verrückte unregelmäßige Formen, oder sehen aus wie ein Schildkrötenpanzer.
 

Typisch …

Woran erkenne ich… – eine Übersicht mit einigen Pflanzen

Kakteen
  • Dornen > Kakteen
  • leine Hakendornen, Blüten im Kreis > Mammillaria, (Warzenkaktus)
  • große Hakendornen, große Kugel > Ferocactus (Faßkaktus)
  • große Kugeln, gelbe gebogene Dornen > Echinocactus grusonii (Goldkugelkaktus)
  • grüne „Paddel“ mit feinen Dornenpolstern > Opuntia (Ohrenkaktus)
  • schlanke, weiß-silbern bedornte Säule > Cleistocactus straussii (Silberkerze)
Rosettenform – Blätter stehen gleichmäßig im Kreis, fast wie ein Teller
  • Aeonium
  • Sempervivum
Baumform – dicke Blätter, weiße Blütensterne
  • Crassula ovata (Geldbaum)
  • Crassula (Dickblatt)
Kaktus-lookalike – sieht aus wie ein Säulenkaktus, Milchsaft, paarige Dornen wie ein Stierkopf
  • Euphorbia ingens (Kandelaberwolfsmilch)
  • Euphorbia ferox (mit kleinen oft bunt ausgefärbten Dornen)
Spitze dicke Blätter mit oder ohne Hakendornen am Rand
  • Agave (harte Blattoberfläche, stirbt nach der Blüte)
  • Aloe (Blätter weicher, kann jedes Jahr blühen)

Das ist nur ein erster Ausschnitt aus der großen Vielfalt der Sukkulenten. Spannend ist jetzt die Frage: welche Sukkulente passt zu mir?

Welche Pflanzen sind für mich geeignet?

Zuerst die Frage: wie lebe ich?
Kuschelige Stadtwohnung mit Fensterbrett oder geräumige, helle Scheune mit großem Garten oder Gewächshaus?

Zimmer

  • Südseite > Sukkulente
  • kühl und hell? > Kakteen

Balkon oder Garten

  • ideal für Kakteen und winterharte Sukkulenten

Gewächshaus

  • hier geht fast alles
  • aber: die Bedürfnisse der Pflanzen sortieren

Was sind die Pflanzen für Einsteiger?

Auch hier habe ich mal Google befragt – und das Ergebnis hat mich etwas überrascht.
Ganz oben: von fünf angeblich pflegeleichten Kakteen war immerhin eine Pflanze ein Kaktus – aber definitiv nicht meine Wahl für pflegeleicht. Der erste Treffer ein Plastik-Kaktus, eine Sukkulente, der Rest war nicht einmal sukkulent. Ich mag Google gern – aber das war ein Fehlschlag.

Bilder, Empfehlungen und Links zu den Pflanzen folgen …

Jetzt schauen wir genauer hin:
Nicht alle Pflanzen sind gleich. Pflanzen haben unterschiedliche Pflegeansprüche.
Und manchmal hat man sich ausgerechnet die ausgeguckt, die eigentlich eher für erfahrene Pflanzenfreunde gedacht sind.
Deswegen habe ich meine Liste mit Frau Willert abgeglichen (und ergänzt) – die sucht bei uns seit vielen Jahren die Pflanzen für unsere Kunden aus und hat schon unzählige Einsteiger beraten und SIE hat echt Erfahrung damit!

Was sind die pflegeleichten Kakteen und Sukkulenten?

hier eine Sammlung von Gattungen:

  • Mammillaria
  • Agave
  • Rebutia
  • Aloe
  • Gymnocalycium
  • Haworthia
  • Echinopsis
  • Crassula
  • Blattkakteen

und wir beginnen hier auch unsere Liste mit pflegeleichten Pflanzen – mal alte Bekannte, andere sind auch weniger alltäglich. Mir geht es neben pflegeleicht auch um Blühfreudigkeit.

  • Astrophytum myriostigma
  • Echinofossulocactus lamellosus
  • Crassula ovata
  • Echinopsis eyriesii
  • Mammillaria senilis

Häufig sind die Pflanzen, die wir im Gartencenter oder beim normal sortierten Gärtner finden, als Pflegeleicht einzustufen.

Der Nachteil: dort steht nur selten ein Name dran.
Über das Thema Quellen – woher bekomme ich meine Kakteen – wird es noch eine eigene Episode geben. Als Nächstes wird es aber um die Pflege unserer Pflanzen gehen.

 

CactusPodcast

Die wichtigsten Punkte:

Unterscheidung Kaktus <> Sukkulente Pflanzen 
Kakteen gehören zur großen Gruppe der sukkulenten Pflanzen. Dornen sind meist ein guter Indikator.
Kakteen haben viele verschiedene Formen: darunter die schwertförmigen Blattkakteen, rund-ohrige Mickeymouse Opuntia, Kugelkakteen und Säulenkakteen
 
Bei den Sukkulenten gibt es noch mehr Formen – die meisten haben dicke Blätter, Wurzeln oder Stämme um Wasser zu speichern. Die lebenden Steine gehören auch dazu.
 
Das wichtigste, damit ich die Pflanzen finde, die zu mir passen: ich muss erstmal schauen, passen meine Lebensbedingungen, also meine Wohnung und meine Pflanze zusammen. Und da macht es einen großen Unterschied, ob ich das Fensterbrett für meine Pflanzen geplant habe, oder mir ein Wintergarten zur Verfügung steht.
Das war’s für heute. Wir hören uns bald wieder.
Dann geht es um die Pflege meiner Kakteen und anderen Sukkulenten.
Damit das automatisch klappt: jetzt gleich den Cactuspodcast auf iTunes nein Apple Podcast abonnieren. 
Bleibt mir alle gesund da draußen
 
schöne Grüße aus der gerade geschlossenen Kakteengärtnerei
sagt Ulrich Haage
 

Shownotes:

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Hier geht’s zur Diskussion und mehr Informationen rund um den CactusPodcast – jetzt gleich in der Facebook-Gruppe anmelden. Dort gibt es gleich auch noch einen Exkurs in die manchmal zweifelhafte Welt der Suchmaschinen…
 
 

CactusPodcast Episode 007 – Aussaat – Cactus Basics

CactusPodcast: Episode 007 – Aussaat – Cactus Basics

Mein Name ist Ulrich Haage, ich bin Kaktusgärtner und heute geht’s im CactusPodcast um: 
Nein – es geht heute los mit einer neuen Serie:
hier kommen – Die Cactus Basics – 
Wir klären, wie die Cactus Basics Einsteigern helfen sollen und ich zeige, wie kinderleicht die Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten ist.
 
Zuerst die Frage:  
Warum eigentlich Cactus Basics?
Ich fange dabei einfach bei mir an, das erklärt es vielleicht am besten, wie ich dazu komme – und weshalb ich mich damit auskenne
 
  • Ich bin Ulrich Haage, Kaktusgärtner in 6. Generation 
  • mitten in der Kakteengärtnerei aufgewachsen, Gärtner Ausbildung, später Arbeit in verschiedenen Gärtnereien mit dem Schwerpunkt Kakteen – wer Haage heißt, kommt da schwer drum rum
  • für mich viel Alltag und die Herausforderungen sind häufig sehr spezielle Fragen 
  • ich vergesse manchmal den Blick für die Grundlagen, die Fragen die Einsteiger beschäftigen – und das will ich ändern – mit den Cactus Basics im CactusPodcast – und wir sammeln übrigens genau solche Fragen in unserer CactusPodcast Community auf Facebook (Link in den Shownotes)
  • hier soll es genau um die ersten Dinge gehen – Überlegungen und Themen die Pflanzensammler bewegen, wenn sie ihre ersten Erfahrungen mit ihren Kakteen sammeln. Und wenn der Podcast auch CactusPodcast heißt – es geht hier genauso häufig auch um die anderen Sukkulenten – diese Differenzierung schauen wir uns übrigens gleich in der nächsten Episode an – aber jetzt geht es erstmal los mit dem ersten Thema – der Aussaat.
  •  

Aussaat – wann und wie?

Es ist Februar – bei uns die Zeit für die Aussaat. Ich bin in den letzten Wochen immer wieder über Informationen gestolpert, die schlicht falsch sind.
Bei Kakteen-Haage an der Cactus-Hotline laufen dann genau solche Fragen auf, manchmal muss ich dann auch retten, wenn etwas schiefgelaufen ist. 
Deswegen passt es sehr gut, heute mal zu schauen, wie einfach die Aussaat bei Kakteen ist.
 

Der richtige Zeitpunkt

Als Erstes noch ein paar Gedanken zum Zeitpunkt für die Aussaat:
Ich empfehle grundsätzlich die Aussaat nach dem Jahresbeginn, also von Januar bis März. Die täglich länger werdenden Tage wirken sich positiv auf das Ergebnis aus, die Sonne steht noch niedrig und ist noch nicht so intensiv. Das sind günstige Bedingungen für eine erfolgreiche Aussaat.
Der Vollständigkeit halber erwähne ich auch die Herbstaussaat, die schon im Oktober bis Dezember beginnen kann. Das ist gut für sehr langwierige Kulturen, braucht aber ein bisschen Fingerspitzengefühl, denn in der dunklen Jahreszeit ist die Gefahr das sich Pilze bilden, deutlich höher. Manche erfahrenen Pflanzensammler beherrschen diese Aussaatform perfekt, für den Einstieg würde ich sie aber nicht empfehlen.
Auch wenn ich heute mal ein paar Details genauer anschaue – die Aussaat ist kein Zauberwerk und nichts Kompliziertes. 
Damit das ganze schön übersichtlich bleibt, hab ich mir ein Buch aus dem Regal geholt. Es ist von meinem Großvater Walther Haage, dem das Thema Aussaat ganz besonders am Herzen lag – und der mir sehr viel von seinen Erfahrungen weitergegeben hat. Wir gucken heute gelegentlich mal hinein. Denn manchmal kommt es auch vor, dass Informationen überholt sind, aber sich gerade das  bis heute hartnäckig hält.
 
Was ich sehr mag und darin steckt viel Erfahrung – deswegen zitiere ich das hier:
„Die Anzucht sukkulenter Pflanzen aus Samen ist wohl die interessanteste Art der Pflanzenzucht überhaupt. Als winzige Sämlinge verändern diese Pflanzen am schnellsten ihr Aussehen. Die Beobachtung ihrer Entwicklung gibt uns viel Anregung und Freude. Wenn man sauber und gewissenhaft arbeitet, kann man sich in wenigen Jahren eine recht ansehnliche Sammlung aus Samen heranziehen.“
Ich ergänze: wir leben heute in einer Zeit, in der es kaum noch etwas nicht gibt – wir können fast alle Arten als Samen kaufen und die Preise dafür sind oft lächerlich niedrig – man sollte allerdings ein bisschen aufpassen, aus welcher Quelle die Samen kommen. Ich habe einmal auf Etsy und einmal bei Ebay Samen bestellt. In beiden Fällen ein Reinfall – ich wollte es einfach mal versuchen.
Aber jetzt zur Aussaatvorbereitung! 

Aussaat-Vorbereitung

  • Samen sammeln und reinigen (extra Episode)
  • Samen einkaufen z. B. bei:
  • Samen beizen – das Thema schauen wir uns in einer späteren Episode genauer an
    • nur ganz kurz dazu: ich empfehle es für den Einstieg nicht – beizen reduziert meist das Keimergebnis – und lange Zeit sind da gefährliche Mittel im Einsatz gewesen
    • wir schauen uns das später genauer an in einer Episode in der es dann richtig in die Details der Aussaat geht
    • wer trotzdem darauf nicht verzichten möchte – wir haben verschiedene Beizmittel die Sämlinge sowohl vor, als auch nach der Keimung unterstützen und schützen – sind in den Shownotes verlinkt 

Alles notwendige für die Aussaat bereitstellen

  • Saatgut in Tütchen
  • Etiketten und Etikettenstift
  • Aussaatgefäße
  • Erde 
  • Abdeckung
  • Wasserschale
  • Standort auswählen und vorbereiten
    • Fensterbrett oder wer noch hat: ein Blumenfenster
    • Zimmergewächshaus
    • Gefäße mit Folienabdeckung
  • Etiketten beschriften
    • Kunststoffetiketten sind aktuell die beste Lösung im Handling und der Haltbarkeit
    • Stift: Bleistift, oder wasserfester Marker
    • Namen vorschreiben
    • Datum
    • Herkunft
    • Menge
    • Aussaat-Nummern + Aussaatbuch (nachvollziehbar für später und gut für zusätzliche Informationen)
  • Aussaatgefäß
    • mit Abzugsloch im Boden – und sauber – bestenfalls sterilisiert
    • Schale Styropor (wärmt gut, das mögen Sämlinge)
    • kleine Töpfchen
    • Tonschalen (schön, aber kalte Füße)
    • Salatdosen
    • abgeschnittene Flaschen
    • Größe abhängig von der Menge der Samen, aber möglichst einheitlich
    • Walther Haage gibt hier den Tipp: bei kleineren Saatgutmengen die Fläche mit Etiketten abzutrennen – sozusagen wie ein Zaun auf einer Pferdekoppel
  • Erde
    • wir verwenden unsere Kakteenerde n° 1
    • wie lange stehen die Sämlinge darin >
      • kurz > geht auch mit normaler Aussaaterde
      • länger als 4 Monate > feine Kakteenerde
    • Empfehlung: einheitliche Mischung (spezielle Mischungen je Art ist etwas für erfahrene Pflanzenpfleger – machen wir trotzdem nicht, da die Pflege der Aussaat sonst rasch unübersichtlich wird)
    • alternativ: ein historisches Rezept von Walther Haage:
      • je ein Drittel Flusssand, Lauberde und Torf
    • Walther Haage empfahl früher die Erde zu dämpfen.
      Die Erden werden heute meist aus sauberen Rohstoffen hergestellt und sind frei von Unkrautsamen. Sie haben bereits ein ausgeglichenes Bodenleben. Mit dem dämpfen drückt man gewissermaßen den Reset-Knopf. Dann braucht es erstmal Zeit, bis das Bodenleben wieder in Bewegung kommt
    • wichtig: kein Dünger – die Nährstoffe können von den Sämlingen nicht aufgenommen werden, Fäulnisgefahr!
  • Abdeckung
    • Quarzkies 2-5 mm – (größere Körnung funktioniert auch)
    • die Möglichkeiten gibt es auch, haben aber auch Nachteile:
      • Vlies
      • Folienbeutel für „gespannte Luft“
      • Glas – heute nur noch selten im Gebrauch – Algen und Überhitzungsgefahr
  • Wasserschale
    • darin saugen sich die Aussaatgefäße voll Wasser und haben dann das richtige Maß an Feuchtigkeit – also groß genug, damit eins der Aussaatgefäße reinpasst
  • Werkzeuge
    • Samentütchen – zum aussähen
    • kleines Brettchen oder Streichholzschachtel zum andrücken
    • kleine Schaufel zum abstreuen
    • unsere pfiffige Ballbrause, eine Blumenspritze, oder eine kleine Gewächshausgießkanne mit feiner Brause (sowas gibt es heute kaum noch)
 

CactusPodcast-Aussaat-CactusBasics

 

Alles für die Aussaat bereit?

Dann kann’s jetzt losgehen:
 

Die Aussaat

Standort auswählen und vorbereiten

  • ein heller, warmer Standort, aber geschützt vor der prallen Mittagssonne – ein Ost- oder Westfenster sind besser als Südlage, hier besteht die Gefahr, dass den kleinen Sämlingen später schnell zu heiß wird
  • der Platz direkt über einem Heizkörper kann zu warm werden
  • Zimmergewächshäuser bieten ein gutes Klima für die Aussaat
  • die einfachste Version klappt auch mit einer transparenten Salatschachtel mit Löchern im Boden und im Deckel
  • bei starker Sonneneinstrahlung kann die Aussaat mit einem Bogen Seidenpapier geschützt werden
  • zum lüften Deckel öffnen 

Die Aussaatgefäße mit der Aussaaterde füllen und anfeuchten

  • die Drainageschicht mit groben Sand wird gern empfohlen, ist heute aber meist nicht nötig, die Aussaaterden sind meist gut durchlässig
  • Aussaaterde einfüllen und gleichmäßg verteilen, ggf. ganz leicht andrücken damit große Lufträume geschlossen werden 
  • Tipp: möglichst immer die selbe Höhe Aussaaterde einfüllen – wer verschiedene Gefäße mit unterschiedlichen Höhen nutzt – also z. B. flache Schalen und einen hohen Blumentopf – es genügt eine Substratstärke von 5 cm. Die einheitliche Höhe erleichtert die Pflege, denn so trocknen die Gefäße möglichst zur gleichen Zeit aus
  • Aussaatgefäße in Wasserschale stellen und mit Wasser vollsaugen lassen (dafür ist das Abzugsloch wichtig – das dauert je nach Erde etwa 30 Minuten
  • wenn viele kleinere Gefäße verwendet werden sollen, dann lohnt es sich eine größere Schale zu verwenden in die mehrere Aussaatgefäße passen
  • herausnehmen und überschüssiges Wasser abtropfen lassen

Etiketten schreiben

  • die Zeit kann jetzt genutzt werden, für jede Samenpackung ein Etikett zu schreiben
  • wir verwenden Kunststoffetiketten und spezielle Etikettenstifte, die sind bei uns seit vielen Jahren im Einsatz und die Schrift ist auch nach zehn Jahren noch nicht verblichen – eine günstige Alternative ist noch immer der simple Bleistift – der hält meist länger als die Etiketten
  • auf das Etikett sollte zumindest der Name des Samens und das Datum der Aussaat. Wir vermerken bei uns außerdem die Herkunft und die Menge der Samen, das ist besonders hilfreich um neue Quellen besser einschätzen zu lernen. Die Aussaatnummer ist der Verweis zum Eintrag in unser Aussaatbuch in dem wir alle zusätzliche Informationen wie Standortangaben oder Notizen aufschreiben die keinen Platz auf dem Etikett finden. Diese Aufzeichnungen sind für uns sehr wichtig, aber auch wer gerade mit seiner ersten Aussaat beginnt, kann im Aussaatbuch Beobachtungen notieren die ihm später vielleicht nützlich sind. Unser Aussaatbuch ist seit vielen Jahren digital, so können wir praktisch unendlich viel aufschreiben und jederzeit nachschauen.
  • wenn verschiedene Arten getrennt in einem Gefäß ausgesät werden sollen, dann ist es eine gute Idee, möglichst unterschiedlich aussehende Arten gemeinsam auszusäen, auf die Art merkt man zuverlässig, wenn ein Samenkorn ins „falsche Gebiet gehüpft ist“. 

Säen

  • der spannendste Teil: das Aussaatgefäß steht einzeln an einem bequem erreichbaren Platz, am besten auf einer glatten weißen Unterlage. Das hat zwei Gründe: wenn die Aussaat umgeben von anderen Aussaaten stattfindet, dann könnte schon durch eine kleine falsche Bewegung der Samen in der Nachbarschale landen, auf der hellen Unterlage lässt sich ein Fehler problemlos beheben. Gut erreichbar: ein ausgestreckter Arm ermüdet schnell und gleichmäßige ruhige Klopfbewegungen fallen dann sehr schwer
  • aus dem geöffneten Samentütchen werden die Samen mit leichtem klopfen des Zeigefingers Korn für Korn herausbefördert um gleichmäßig auf der Fläche verteilt zu werden. Mit etwas Übung und einer ruhigen Hand erreicht man nach einigen Versuchen eine gute Verteilung. Geduld hilft dabei sehr, denn nur selten klappt das schon beim ersten Mal zufriedenstellend.
  • wenn alle Samen gut verteilt sind wird die Aussaat noch einmal leicht angedrückt, so bekommen die Samen guten Bodenkontakt

Abstreuen oder Abdecken

  • fast alle Kakteen und anderen Sukkulenten sind Lichtkeimer. Gärtner verwenden beim abstreuen die Faustregel: in Samenkornstärke.
  • Mein Vater hat schon vor einigen Jahren dafür eine sehr einfache Methode eingeführt: wir streuen unsere Aussaat komplett mit Quarzsand ab – und das hat gleich mehrere Vorteile
  • Quarzsand ist lichtdurchlässig und schützt zugleich die Samen. Auch bei der Schichtdicke ist es nicht schlimm, wenn die Abdeckung nicht zu 100 % gleichmäßig ist
  • in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen kleinen Steinchen bildet sich ein Mikroklima, dass einerseits die Feuchtigkeit hält, zugleich sorgt es dafür, das zuviel Wasser verdunsten kann
  • früher wurde die fertige Aussaat noch einmal vorsichtig mit einer Samenkorn starken Schicht Aussaaterde abgesiebt. Bei extrem feinen Saatgut wird es natürlich schwer, das umzusetzen – und es ist auch nicht zwingend notwendig. Sehr großes Saatgut wie wird einfach einzeln in die Aussaaterde gedrückt und danach mit einer dünnen Schicht abgedeckt. Darüber wurden die Aussaaten mit Glasplatten oder dünnem Aussaatvlies abgedeckt – beide Methoden haben aber für uns zu viele Nachteile, deswegen meine klare Empfehlung: Aussaaten am besten mit Quarzkies abdecken! 

Etiketten stecken und ausstellen

  • wenn Gefäß fertig ist dann stecken wir sofort das vorbereitete Etikett in die Erde
  • unserer Aussaatetiketten stecken immer im Norden – Warum? Pflanzen haben nicht nur eine geotropische Wahrnehmung – also wissen wo oben und unten ist, sie haben auch einen Kompass, sie kennen den Sonnenverlauf. Und sie mögen es nicht, wenn sich das ändert, wenn die Sonne nicht mehr im Süden steht, dann gibt es Streß. Deswegen steckt unser Etikett im Norden – und wenn wir eine Aussaatschale umräumen, dann wissen wir, wie sie am neuen Platz stehen muß – Etikett ist wieder im Norden
  • dann kommt ein Gefäß nach dem anderen an seinen Platz – aufs Fensterbrett, oder ins Zimmergewächshaus

wie geht’s weiter?

  • Standort: die Aussaaten bleiben für die nächsten Wochen oder Monate hell und warm stehen, die ideale Temperatur liegt zwischen 22 und 28° C. Gut ist, wenn die Temperaturen in der Nacht etwas niedriger sind als tagsüber
  • Keimung: viele Kakteen und andere Sukkulenten keimen sehr schnell, bei Astrophytum sehen wir oft schon nach 4 bis 7 Tagen die ersten Keimlinge, viele andere sind nach 2 bis drei Wochen da. Manche Gattungen brauchen aber deutlich länger, die meisten Opuntien brauchen wegen ihrer harten Samenschale auch gern mal sechs bis acht Wochen bis sich etwas bewegt
  • Wasser: die Feuchtigkeit in der Aussaatschale ist für die ersten Tage ausreichend, bis zur Keimung muß die Aussaat immer feucht gehalten werden – hier ist eine Blumenspritze sehr hilfreich. Ein bis zwei Wochen nachdem die Keimlinge Wurzeln gebildet haben kann die Oberfläche jetzt auch hin und wieder austrocknen. Auch die Temperaturen dürfen dann schon wieder niedriger sinken. Das nennt man übrigens auch bei den Pflanzen abhärten – und das ist wichtig. Hier werden die Weichen gestellt, damit es später kräftige und gesunde Pflanzen gibt.
  • Die Sämlinge verändern sich von Tag zu Tag, an Kakteen sind bald schon die ersten winzigen Dornen zu erkennen und auch die Farbe verändert sich. Wenn die Sämlinge gut eingewurzelt sind, dann kann der Deckel vom Zimmergewächshaus abgenommen werden, bis zum pikieren ist dann noch ein bisschen Zeit.
  • ganz wichtig für die ganze Zeit: wie beim Baby: beobachten – die erste Zeit muß man regelmäßig nachschauen, ob bei den kleinen Sprossern noch alles in Ordnung ist
  • So! … und wer gern von seinen Aussaat-Abenteuern berichten mag – einfach in der CactusPodcast Community auf Facebook anmelden – ich freu mich schon darauf 

Literatur 

Ich hab ergänze hier noch zwei Bücher die ich zum Thema Aussaat empfehlen kann: 

Das praktische Kakteenbuch – Walther Haage

Warum empfehle ich ein so altes Buch in dem sogar Sachen stehen die heute nicht mehr aktuell sind? 
Klar – das ist mein Großvater, aber: er ist ein Meister seines Fachs gewesen. Er hat Kakteen geliebt – und er hat sie gelebt. Er hatte nicht nur Ahnung davon, er ist bis heute in der Lage, dafür zu begeistern. 
Und: seinen Tipp, das Saatgut mit Kaliumpermanganat zu behandeln, den finde ich wiederum sehr spannend. Das ist eine echt preiswerte Lösung.
 

Alles über Pflanzenvermehrung – Wolfgang und Marco Kawollek 

Für alle die sich richtig intensiv auf die Aussaat vorbereiten wollen ist das ein ideales Buch.
Hier werden verschiedene Aussaatmethoden ausführlich erläutert, aber auch alle Schritte vorher kann man mit diesem Buch von der Pike auf lernen.

Die Sämlinge von Coryphantha elephantidens sind diesmal ganz fix gekeimt

Aussaat - Sämlinge von Coryphantha elephantidens

Die Sämlinge von Coryphantha elephantidens sind diesmal ganz fix gekeimt

Aussaatgewächshaus Kakteen-Haage

Ein Blick ins Aussaatgewächshaus bei Kakteen-Haage – hier stehen schon die ersten Aussaaten bereit und die Sämlinge können sprießen

Adenium obesum

Aussaat - Adenium obesum Sämlinge

Aussaat – Adenium obesum Sämlinge wachsen sehr schnell – die Samenhülle ist noch um das Pflänzchen

Aussaat - Trichodiadema densum

Aussaat – Trichodiadema densum – ein wenig ist die Pflanzenform schon zu erahnen

Aussaat - Abtrennung

Aussaat – auch so kann man kleinere Einheiten in der Schale einfach mit einem Etikett abtrennen

Aussaat - Trichodiadema densum

Aussaat – Trichodiadema densum – ein wenig ist die Pflanzenform schon zu erahnen

Zusammenfassung 

Was ist wichtig, damit die Aussaat klappt?

  1. gutes Saatgut aus zuverlässiger Quelle verwenden
  2. Aussaat vorbereiten: Standort klären, Gefäße, Erde, Quarzkies, Werkzeug, vielleicht ein Zimmergewächshaus
  3. Gefäße füllen und mit Wasser vollsaugen lassen – danach ein bisschen abtropfen
  4. Etiketten schreiben (Name und Datum, besser mehr Informationen) und Erde leicht andrücken
  5. Samen mit leichtem klopfen des Zeigefingers aus dem Tütchen locken und gleichmäßig verteilen
  6. wieder ganz leicht andrücken und mit einer dünnen Schicht Quarzsand abdecken
  7. Etikett sofort in die Schale stecken
  8. Aussaat feucht und warm bei 22 bis 28° C halten bis die Keimlinge zu sehen sind, vor zu viel Sonne schützen
  9. danach Sämlinge abhärten – regelmäßig abtrocknen lassen und langsam kühler halten
  10. wichtig: die Sämlinge regelmäßig beobachten! 

Shownotes:

Alles ganz easy, oder?
Gibt es noch Fragen?
Alle Informationen aus dem CactusPodcast hier auf einen Blick

Was gibt’s noch zu tun?

  • Jetzt den CactusPodcast auf Apple Podcasts (iTunes) abonnieren – dann gibt’s automatisch: 
  • die nächste Episode – Cactus-Basics – Kakteenarten und Sukkulenten – was gibt es überhaupt wie kann ich sie unterscheiden
 
Alles Gute, kommt gut in den März!
Das war Ulrich Haage mit dem CactusPodcast aus der ältesten Kakteenzucht der Welt – diesmal mit dem Thema Aussaat in den Cactus Basics
 
 

 

CactusPodcast Episode 005 – Echeveria – Interview mit Emily Cox

Echeveria – ​CactusPodcast Episode 005

Mrs. Echeveria – Emily Cox im ersten CactusPodcast Interview

Echeveria – Interview Nummer eins. … oder ist es doch nicht das erste Interview? – Das klären wir gleich. 
Soviel schon mal hier: diese Podcast-Episode gibt es nicht nur zu hören, sondern auch zum anschauen auf Youtube.
Und es ist zugleich auch die Ankündigung für den mdr Garten-Beitrag zum Thema Echeveria der am 16.2.2020 im Fernsehen läuft – oder danach in der Mediathek. 
Aber jetzt erstmal Interviews!

CactusPodcast Episode 005 - Echeveria - Emily Cox im Interview

von Ulrich Haage | CactusPodcast

Herzlich willkommen

Ich bin Ulrich Haage – und das ist – wenn alles klappt – die Episode 5 im CactusPodcast
Und es ist das erste Interview im CactusPodcast.
Aaaber: in Wahrheit ist es schon mein viertes Interview.
Ich war vor einigen Jahren in London und habe Nigel Taylor, damals noch Curator in Kew Gardens getroffen und mich über Taxonomie und Artenschutz unterhalten.
Und zwei Tage später bin ich weiter nach Reading gefahren und war bei Gordon Rowley in seinem verzauberten Häuschen der Cactus Villa. 
In Bonn habe ich mit Prof. Wilhelm Barthlott über seine Beziehung zu Kakteen gesprochen. 
Alle drei Interviews haben gemeinsam: sie waren auf dem Weg zur Digitalisierung und sind dabei verschollen und nie wieder von dort zurückgekehrt. 
Aber ich habe noch nicht aufgegeben – vielleicht tauchen sie doch wieder auf.
Und wenn ich noch ein bisschen nachdenke – vielleicht gibt es sogar noch mehr Interviews.
Soviel erstmal zur Interview-Vorgeschichte.

Über Echeveria mit Mrs. Echeveria

Heute geht es um etwas ganz anderes. Ich sitze heute mit Emily Cox am Mikrofon. 
Emily Cox ist zuzusagen Kaktusjunggärtnerin, sie hat im vergangenen Jahr ihre Ausbildung bei Kakteen-Haage begonnen – und mir macht das Thema Gärtnerausbildung wieder richtig Spaß!
Wenn ich Kaktusjunggärtnerin sage, dann trifft es die Sache nicht ganz im Kern, denn ihr Fachgebiet liegt eigentlich ein bisschen neben den Kakteen. 
Und im Geiste nenne ich sie eher Misses Echeveria – das weiß sie aber nicht.
In diesem Sinnne: herzlich willkommen im CactusPodcast Mrs. Echeveria!
 
  • Sie haben in der nächsten Woche Ihren ersten TV Auftritt – sind Sie aufgeregt?
  • was geht Ihnen durch den Kopf?
  • warum haben Echeverien manchmal so eine merkwürdige Mehlschicht auf den Blättern?
  • Echeveria im Garten kultivieren – geht das?
  • was wird das Thema sein?
  • was ist Ihnen besonders wichtig – was sollte man wissen?

Interview Teil 2 – oder eben doch nicht …

Mit dem zweiten Teil des Interviews klappt im Moment leider nicht.
Ist ja auch kaum zu überhören: meine Stimme klingt so richtig gut und sexy nach einer Mischung aus Whisky und Grippe – und mit Ausnahme vom Whisky stimmt das auch. 
Ohne Emily Cox geht das mit dem Interview eben auch nicht – denn sie ist im Moment nicht momentan. Ich wünsche ihr von hier einfach mal gute Besserung!
Aber es wird sicher noch mindestens einen weiteren Part zum Thema Echeveria geben… – sobald das passt. 
Dann werden wir in jedem Fall noch mehr erfahren über Echeverien, Farben und die Kultur im Garten.
Noch eher geht es darum: wie einfach sich Echeverien vermehren lassen – denn: 
wir haben jetzt einen Sendetermin! Und bis dahin ist nicht mehr lange.
 
Die Echeveria-Sendung im mdr Garten mit Emily Cox läuft am Sonntag, 16.2. ab 8.30 Uhr – oder danach in der Mediathek – den Link dahin gibt es in den Shownotes.
 

Fragen?

Klar beantworten wir hier auch gern noch Fragen zum Thema Echeveria – und die besten sammeln wir und nehmen sie mit für die nächste Episode zu diesem Thema. 

Und eigene Fragen bewegen uns auch noch. So bin ich beispielsweise sehr neugierig, mehr über die praktischen Erfahrungen von Emily Cox bei der Kultur von Echeverien im Garten zu erfahren. Ich freu mich schon auf das nächste mehr oder minder öffentliche Fachsimpeln mit ihr. Jetzt bin ich aber erstmal gespannt auf den mdr Garten. 

Und einen glücklichen Valentinstag morgen!

Was kommt denn als nächstes? 

Wie geht es hier im Cactuspodcast weiter?
Ich bin schon von einigen Seiten gefragt worden: warum ist der CactusPodcast nicht auf iTunes – oder korrekt: Apple Podcast. 
Läuft! Das soll bis zur nächsten Episode erledigt sein. 
Und es gibt noch etwas anderes: eine eigene FB Gruppe wird es geben – dort ist dann Platz für Ankündigungen, man kann seine brennenden Fragen loswerden – die vielleicht auch für andere Hörer interessant sind, Austausch …
Ich weiß, das ist nichts neues – und den Anspruch hat es auch nicht – aber ich glaube, es wird sich lohnen, dort mal vorbeizuschauen. 
 
Sobald sie vorbereitet ist gibts auch dazu einen Link!
Und was kommt noch?
Eine ganze Menge:
Ich arbeite zum einen an einer Mini-Serie für Einsteiger. Da geht es um die Dinge, die die Kakteenprofis alle schon kennen – aber – vielleicht ist für den einen oder anderen auch da noch etwas dabei.
 
Und: ich möchte gern als nächstes etwas zum Thema Aussaat machen – denn da sind doch eine ganze Menge Irrtümer in der Welt unterwegs.
 
Das wars für heute – ach so – vielleicht der Hinweis: diesen Podcast gibt es auch mit Bewegtbild in Farbe – der Link zu youtube kommt gleich noch in die Shownotes.
Und wer nur hören mag – die Bilder von den Pflanzen sind im Beitrag – und auch ein Bild aus dem kleinen „CactusPodcast-Studio“.
 
Bleibt schön gesund da draußen! 
Bis die Tage.
Das war Ulrich Haage.
 
 

Shownotes 

  • mdr Garten – die Webseite zur Sendung
  • mdr Garten in der Mediathek
  • das Echeveria-Interview in bewegt anschauen auf Youtube
  • weiterführende Fachliteratur: The Genus Echeveria – John Pilbeam – hier bestellen

 

The Genus Echeveria - John Pilbeam

The Genus Echeveria – John Pilbeam

CactusPodcast Episode 004 – Bi58 – ein Nachruf

​CactusPodcast Episode 004 – Bi58

ein Nachruf für ein Pflanzenschutzmittel

Ein Nachruf für Bi58 – ein Pflanzenschutzmittel – wer macht denn sowas merkwürdiges? 
Ich! Ulrich Haage, Kaktusgärtner, Blogger und Podcaster – und ich erzähle auch warum.
Es gibt Informationen, die für viele Pflanzenfreunde von Interesse sein kann – denn Bi58 wird in Kürze Geschichte sein.
Und Nein! Das wird keine Jubelstory – dafür habe ich selbst zu lange im Pflanzenschutzalltag gearbeitet – und das hatte gar nix von Ponyhof.

CactusPodcast Episode 004 - Bi58 - ein Nachruf

von Ulrich Haage | CactusPodcast

Herzlich willkommen

… zur Episode 4 im CactusPodcast. Ich bin Ulrich Haage und erzähle heute eine Geschichte, die mich im Alltag bewegt – von Bi58.
 
Wer mit Bi58 nichts anfangen kann: das ist ein Pflanzenschutzmittel das seinen Ursprung im VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld hat und sowohl in der DDR, aber auch als Exportprodukt in anderen Ländern Verbreitung gefunden hat. Und wenn es um Pflanzenschutzmittel geht, dann werden heute damit viel mehr Menschen bewegt, als es Früher der Fall war.
 
Bi58 – kann man eine Beziehung zu einem Pflanzenschutzmittel haben? Und warum überhaupt ein Nachruf?
Ja, mir geht’s wenigstens so. Auch wenn meine Beziehung nicht immer schön war. Ich erzähle heute, wie es dazu kam. Und wie es sich für einen Nachruf gehört schaue ich auch auf das „Werden und Leben“ des Verblichenen.
Kurz: warum eigentlich der Nachruf? 
Zugegeben – das ist alles ein bisschen schräg: ein vorhergesagtes Ende. Am 31. Januar 2020 wird es Bi58 wie ich es kenne nicht mehr geben. 
 

Pflanzenschutzmittel sind nicht mehr ohne Emotionen

Ich hab mir beim schreiben überlegt – wird das Wellen machen? Pflanzenschutzmittel sind kein emotionsfreies Thema. Das polarisiert die Gesellschaft. 
Da gibt es einerseits die Menschen die sagen: 
„Ich will in meinem Garten keine Kirschessigfliegen haben, sondern schädlingsfreie  Pflanzen und Kirschen ohne Maden“! Die sind froh über Mittel die Schädlinge im Garten kontrollieren.
Wer mal eine Wolllaus-Invasion in der Kakteensammlung erlebt hat, der weiß, was ich meine.
Aber es gibt auch die Menschen auf der anderen Seite des Gartenzauns, die sagen vielleicht „Kirschessigfliege ist mir egal, das gehört zur Natur, die darf da ruhig sein. Aber ich möchte nicht, dass mein Nachbar in seinem Garten mit Gift rumspritzt, das zieht nämlich immer zu mir, ich möchte gesundes Obst und die Natur erhalten statt Zerstörung – dieses Gift muß endlich verschwinden!“
Wer hat denn jetzt recht – wer nicht? Wessen Interessen zählen mehr? 
Für mich ist das ein Synonym für unserer Gesellschaft. 
Finde ich eher einen Grund, mich über etwas aufzuregen, oder suche ich nach Lösungen? Auch wenn es ein Kompromiss ist.
Wie gehen wir mit der Meinung anderer Menschen um. 
Wie pointiert sehe ich den anderen und was er sagt? 
Bin ich der Dorn, die vereinzelte Perspektive, mit der ich stechen will – und warum? 
Oder bin ich der Kaktus, der mit vielen Sichtweisen, also der Summe seiner Dornen mein Sichtfeld erweitert und dabei ruhig in der Hand liegt – und verletzungsfrei.
Ich habe leider auch keine salomonische Lösung in petto, aber ich bekomme von unseren Kunden mit: es gibt nur wenige, die sagen: ach, eine Wolllaus, wie possierlich. Die Frage: „was kann ich jetzt dagegen machen?“ ist weit häufiger.
 

Ist Bi58 böse? – Meine Story

Für die manche Menschen sind Pflanzenschutzmittel per se böse belegt und werden mit Verachtung bestraft. 
Meine Geschichte mit Bi58 beginnt dagegen positiv. 
Und sie beginnt mal wieder in meiner Kindheit.
Wir sind als Familie sehr oft wandern gewesen. Schlafsäcke, Zelt in den Rucksack – los! 
Zu Pfingsten haben wir die Paddelboote zum Bahnhof gerollt und sind paddeln gefahren. Havel, Müritz, Elbe, Ellenbogensee, Masuren, Spreewald – haben wir alles erobert. 
Und wir sind eine große Familie – manchmal sind wir mit sechs bis zehn Booten unterwegs. Und für zehn bis zwanzig Leute muss dann auch gekocht werden. Mein Vater liebt seine kleinen und leichten Juwel-Benzin Campingkocher – und hier beginnt meine Geschichte. Der Kocher kocht mit Benzin. Nudeln, Haferflocken, Kaffee. Das Benzin muß irgendwie transportiert werden – und dazu wurden die ausgemusterten Bi58 Flaschen verwendet. Ein Liter, aus Aluminium – leicht, stabil – praktisch. Ich hab sie immer ein bisschen mit Abenteuer, Freiheit, beeindruckenden Erlebnissen in Verbindung gebracht – und das prägt – vielleicht länger als mir bewusst ist. 
 
Jahre später, gegen Ende meiner Ausbildung lande ich in der Abteilung Pflanzenschutz – Feldgemüse. Ich hatte so viel Pflanzenschutzmittel um mich herum, da ging es nicht mehr um Flaschen, die Einheit waren Hektar und Kartons – auch Bi58. Die Ergebnisse der jährlichen toxikologischen Kontrolluntersuchung beruhigten mich damals. 
Ob die manipuliert waren weiß ich nicht. Ich weiß, heute gibt es eine solche Untersuchung nicht mehr, aber Feldspritzen gibt es immer noch, die sind inzwischen größer und arbeiten heute etwas filigraner. 
Gesund oder ungefährlich ist es aber auch heute nicht – das arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln. 
Soweit meine Story.

Bi58 im Detail

Schauen wir uns mal die Fakten zu Bi58 genauer an. 
Bi58 wurde seit den 60er Jahren in Bitterfeld hergestellt. Bi – wie Bitterfeld – das vermute ich zumindest. 
Ich habe im Bundesarchiv noch Bilder von der Produktionsstätte in Bitterfeld gefunden.
Aber sonst gibt heute nur sehr wenig halbwegs verlässliche Quellen über den Ursprung von Pflanzenschutzmitteln. 
Immerhin lerne ich: der Wirkstoff Dimethoat, ein Dithiophosphorsäureester wird 1962 in den USA zugelassen. In einem Pflanzenschutzbuch in der Handbibliothek meines Vaters finde ich einen Eintrag: 
Flasche mit 100 ml Bi58 EC – Preis 5,35 MDN.
Die Mark der Deutschen Notenbank gibt es nur von 1964 bis 1967. Also gehe ich davon aus – der Ursprung liegt in diesem Zeitfenster.

Werbung in der DDR

Als ich 1987-89 mit Bi58 gearbeitet habe gab es Bi58-WP-40 (nur im Profi-Bereich) und Bi58 EC – wobei ich heute nicht mehr sicher bin, wie Hobbygärtner zu ihren Pflanzenschutzmitteln kamen.
Vermutlich war für diese Versorgung die BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaften) zuständig – es konnte ja schließlich unmöglich jeder jemanden kennen …
(Facebook war damals ja noch nicht erfunden) 
Bi58 EC Werbung DDR

Bi58 EC Werbung aus der DDR

Auf dem DDR-Faltblättchen steht:
„enhält 380 bis 420 g/l Dimethoat“ – und weiter:

 

Bi 58 EC ist ein systemisch wirkendes Insektizid und Akarizid mit zusätzlicher Kontaktwirkung. Je nach Applikationsform wird der Wirkstoff über das Blatt. den Stengel oder die Wurzel verhältnismäßig schnell von der Pflanze aufgenommen, vornehmlich vom Transpirationsstrom verteilt und danach gespeichert.

Dadurch werden im Blattgewebe minierende, sowie versteckt sitzende und von der Spritzbrühe nicht getroffene Schädlinge erfaßt.
 
Solange der Wirkstoff noch nicht vollständig in die Pflanze eingedrungen ist, übt er eine Kontaktwirkung aus und sichert somit einen Bekämpfungserfolg gegen eine Anzahl beißender Schädlinge.
Bei einer Reihe von Schädlingen wird die sicherste Wirkung bei Temperaturen um 18 °C und darüber erzielt.
Die Wirkungsdauer des Mittels beträgt bei Einhaltung der Aufwandmengen 10-14 Tage.
 
Anwendungsgebiete: Acker-. Garten-‚ Obstbau sowie im Wein-. Hopfen- und Zierpflanzenbau. Ferner in Kulturen unter Glas. 
… für DDR-Verhältnisse klingt das sehr werblich.

Bi58 und Kollegen

Bi58 ist nicht alleine auf der Welt. Der international verbreitete Handelsname lautet Rogor.
Kennen wir auch. Und es gibt in Deutschland noch mehr Geschwisterprodukte: 
  • Perfekthion
  • Bi 58 (Frage: ist das Mittel schon vor der Wende mal jemandem außerhalb der DDR begegnet?)
  • ROXION
  • Rogor 40 l
  • Danadim Progress
  • Lizetan (das gab es also auch mit Dimethoat)
 
Mit der Wende verschwinden viele Ost-Produkte von der Bildfläche. Bi58 gibt es weiter.
Das Produkt war offensichtlich auch für die Mitbewerber im Westen interessant. Bayer, BASF und aktuell Compo habe ich im Hinterkopf. Wer allerdings zu wem gehört – das wird schnell unübersichtlich, der letzte Hersteller war Compo, Markeninhaber ist die BASF.
Bei der Recherche im Netz fallen mir flapsige Seitenhiebe auf. Pauschal schreibt die „Welt“ über die Hochkonjunktur der Gifte aus dem Gartenmarkt: „Vor allem im Osten wird gern gründlich gearbeitet.“ Und „„Bi“ steht für Bitterfeld – und für Tod und Verderben.“ Ich dachte, die Phase solcher subtil-manipulativer Ost/West Äußerungen hätten wir inzwischen hinter uns gelassen. Zumal das „Bi“ nur noch Namensrelikt ist, das Mittel ist seit vielen Jahren in Ludwigshafen, Leverkusen oder Münster zuhause.
 
Der nächste Satz: „Zwar sank die Konzentration des Wirkstoffs Dimethoat im Vergleich zu DDR-Zeiten auf einen Bruchteil“ ist für mich nicht nachvollziehbar – auch wenn dieser Mythos von Hobbygärtnern und von Gartenbauprofis gleichermaßen verbreitet wurde.
Die Wirkstoff-Konzentration liegt von Beginn an bei 380 g/l – und so bleibt es unverändert.
So steht es im ersten Pflanzenschutzmittelverzeichnis aus den 1960ern, in dem von 1978 und auch immer noch auf der aktuellen Packung.
Das hab ich fürs Foto mal nebeneinander gestellt.
Falls ich mit meinem Unverständnis falsch liege – ich freue mich immer über Aufklärung und Horizonterweiterung.  
 

CactusPodcast

Fragen

Ich habe zu dem Thema eine ganze Menge Fragen bekommen. Die wichtigsten sind hier zusammengefasst:
 
warum verschwinden Pflanzenschutzmittel wie Bi58 eigentlich vom Markt?
  • jedes Pflanzenschutzmittel wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassen. Vorher macht das Umweltbundesamt noch eine Umweltrisikobewertung.
  • wenn dem Pflanzenschutzmittel, oder dem Wirkstoff die Zulassung entzogen wird, darf es nicht mehr verkauft und etwas später auch nicht mehr verwendet werden
  • die Gründe dafür können z. B. neue Erkenntnisse bei der Gefährdungsbeurteilung sein, in anderen Fällen können es auch politische Gründe sein, manchmal können sich die Entscheider auch nicht einigen – kennen wir beispielsweise vom Tauziehen um den Wirkstoff Glyphosat.
  • wenn ein Pflanzenschutzmittel vom Markt genommen wird dauert das meist Jahre. Bei anderen Mitteln kann das aber auch ganz schnell gehen. So wurden die meisten Neonicotinoide ganz fix vom Markt gefegt.
  • Die Zulassung für Bi58 ist am 31.7.2019 ausgelaufen. Danach durfte das Mittel noch bis zum 31.1.2020 verkauft werden und muß bis zum 30.6.2020 aufgebraucht werden.
  • als Grund für das Zulassungsende wird Zeitablauf angegeben – das kann z. B. bedeuten: der Hersteller hat keine Verlängerung der Zulassung beantragt
was benutzt Ihr jetzt statt Bi58?
  • wir haben schon immer Alternativen zu jedem Pflanzenschutzmittel im Einsatz, im Sommer sind in unseren Gewächshäusern die Marienkäferlarven und andere Nützlinge unterwegs – in der Zeit sind Pflanzenschutzmittel wie Bi58 ohnehin tabu
  • in der kalten Jahreszeit, wenn die Marienkäfer nicht mehr da sind gibt es z. B. das natürliche Neem-Öl oder Promanal
gibt es noch andere, oder natürliche Lösungen?
  • gibt es: die erste Lösung z. B. bei Befall mit Wollläusen hab ich in der Episode 1 erklärt – Spiritus
  • Öl-Präparate wie Promanal
  • Seifenpräparate wie Neudosan
  • Pyrethrum wird aus Chrysanthemen gewonnen > Spruzit
  • Vorsicht vor vermeintlichen Hausmitteln wie Nikotin, oder Bordeaux- oder Kupferkalkbrühe – die können richtig giftig sein, wenn man ein altes Rezept erwischt – und sind daneben auch nicht zulässig
was kommt als Ersatz für Bi58?
  • Grundsätzlich entscheidet das natürlich der Hersteller. Wenn der einen Grund hat, eine Verlängerung nicht zu beantragen (die Kosten dafür sind immens), dann macht er es nicht – und einen Ersatz wird er nur vorstellen, wenn ihm das lukrativ erscheint
  • Bi58 verschwindet, weil der Wirkstoff Dimethoat seine Zulassung verloren hat – und – Stand heute auch nicht mehr verlängert wird.
    Aber ich habe läuten hören, das es tatsächlich ein Nachfolgeprodukt geben soll – mit einem neuen Wirkstoff.
    Wenn das wirklich so kommt, dann sehe ich das ziemlich skeptisch. Das ist nicht zum ersten mal, dass ein Wirkstoff heimlich still und leise ausgetauscht wird und der Markename beibehalten. Ich gehe davon aus, das nur wenige Verbraucher so etwas auf den ersten Blick mitbekommen – und dann erst später das erwachen kommt – und dann werden da schnell die Rufe laut wie: „Betrug am Verbraucher“ oder „Verpackungsschwindel“ – und damit schadet sich ein Hersteller selbst und liefert Gründe für hartnäckige Mythen wie den nächsten:
    Denn – auch wenn viele Menschen anderes zu wissen glauben: bei Bi58 hat es eine solche Veränderung bislang nicht gegeben. Einzig die Hersteller und die beigefügten Warn-Duftstoffe haben ein paar mal gewechselt.
    Falls es wirklich einen Relaunch mit neuem Wirkstoff geben sollte, dann bin ich darauf schon sehr gespannt. 

 

Zusammenfassung:

Die ist heute kurz:
  • Bi58 darf nach dem 31. Januar 2020 nicht mehr verkauft werden.
  • Aufgebraucht werden darf der Vorrat noch – der Gesetzgeber erlaubt das bis zum 30.6.
  • Alternative Mittel und Methoden gibt es – z. B. Neem-Öl, oder die Spiritus-Methode
    genauer hab ich das in der Episode 2 erklärt

Was kommt denn als nächstes? 

Im nächsten CactusPodcast – Episode 005 – gibt es erstmal kein Pflanzenschutz-Thema – das reicht fürs erste. 
Was es genau wird? Ich habe mich noch nicht entschieden – aber auf meinem Zettel steht: „die grusonii Geschichte?“ 
 
Das war’s für heute. Mir hat es richtig Spaß gemacht – und ich freu mich natürlich über eine Rückmeldung. Entweder als Kommentar hier im Cactusblog – und ein bisschen kann ich das schon mal gucken lassen: für Eingeweihte gibt es eine FB geschlossene Gruppe – mehr dada will ich noch nicht zu viel verraten.
Ich freue mich über Fragen – und natürlich auch über Themenwünsche für die nächsten Episoden. Bis dahin bin ich auch ein bisschen schlauer in Sachen Podcasting – denn für mich gibt’s in den nächsten Tagen eine Weiterbildung – und darauf bin ich schon total neugierig!
In diesem Sinne: bleibt schön gesund und glücklich!
 
 
 
 

Shownotes 

CactusPodcast Episode 003 – Spinnmilben im Winter im Kakteenhaus

CactusPodcast Episode 003 – Spinnmilben

Miniserie – Winterschädlinge 2
Hallo und herzlich willkommen zum Cactuspodcast – Episode 003 – mein Name ist Ulrich Haage und heute geht es um:
Spinnmilben – des frostigen Minimonster-CactusPodcast zweiter Teil 
(das musste jetzt sein – wir üben gerade den Genitiv mit Sohnemann) 
In der heutigen Episode geht es noch einmal um Winterschädlinge in der Kakteensammlung und wir schauen uns heute die Spinnmilben an – und welchen Schaden sie anrichten können. 
Die Schäden machen Spinnmilben natürlich auch im Sommer, allerdings ist ihnen – ähnlich wie bei den Wollläusen – im Winter schwieriger beizukommen.

CactusPodcast Episode 003 - Spinnmilben im Winter an den Kakteen

von Ulrich Haage | CactusPodcast

Worüber rede ich heute? Die Spinnmilben werden im Volksmund auch gern als rote Spinne bezeichnet. 
Das ist aber ziemlich irreführend, denn DAS ist was anderes – denn die heißen eigentlich Rote Samtmilbe.
 
Ich hab dazu immer eine Erinnerung im Hinterkopf. Ist schon ein paar Jahre her – ich saß als kleiner Junge mit kurzer Hose auf dem Rand von einem Frühbeetkasten, eigentlich haben wir aber immer „Mistbeete“ dazu gesagt denn sowohl meine Großeltern wie auch meine Eltern haben die Mistbeete noch mit Mist gepackt um dort Pflanzen im Frühling einfach und natürlich zu beheizen. Ich saß also auf dem Rand vom Mistbeet – und das war immer ziemlich eindrücklich, denn der Mistbeetrand ist aus Waschbeton und die kleinen Kieselsteine pieken extrem im Oberschenkel. Die Eindrücke blieben meist eine halbe Stunde im Bein sichtbar – und mir bis heute in meiner Erinnerung. Ich saß also dort – und plötzlich tauchen zwei große rote Fühler auf – und ziehen eine dicke rote Spinne über die Kante. Eine meiner großen Cousinen hat mir dann gezeigt, was passiert, wenn man die zerknietscht – das fand ich aber schräg und hab das nicht nachgemacht. Und klar: die Dimensionen der roten Spinne sind natürlich übertrieben, ich war ja noch klein – und es war auch keine rote Riesenspinne – und auch keine Spinnmilbe – sondern es war eine der vorhin erwähnten Roten Samtmilben, die bekannt dafür sind, flott im Sonnenschein auf Mauern umherzulaufen – und um die es heute nicht geht! – das ist also eine irreführende Erinnerung!
 

Spinnmilben – Rote Spinne eine Einordnung

Bevor es jetzt noch mehr Wirrungen gibt – sortieren wir mal und gucken hinter die Begrifflichkeiten. 
Richtig: Spinnmilbe, noch besser: Brevipalpus russulus.
Nicht gut weil irreführend: Rote Spinne
Ganz spannend ist: Brevipalpus russulus ist ein echter Kakteenspezialist – heißt deswegen auch Kakteenspinnmilbe und kommt ursprünglich aus Mexiko und wurde schon 1867 beschrieben! Besonders bei der Kakteenspinnmilbe – die spinnt nicht. Wer also Gespinste in seinen Pflanzen findet und dazu die üblichen Spinnmilbenzeichen – der kann vorsichtig vermuten, dass da keine Kakteenspinnmilbe am Werk ist.
Es gibt natürlich nicht DIE Spinnmilbe – sondern nur etwa 1.200 verschiedene Arten, aber nur rund 100 werden wirklich als Pflanzenschädlinge angesehen.
Die Gemeine Spinnmilbe – Tetranychus urticaea heißt so, weil sie weit verbreitet ist – nicht weil besonders gemein – obwohl diese Art die meisten Schäden anrichtet. Die Weibchen sind im Winter rötlich gefärbt. 
Noch eine andere ist Panonychus ulmi – auch Obstbaumspinnmilbe genannt, weil sie gern dort anzutreffen ist und überwintert – oder eben >> Rote Spinne. Den Namen hat sie bekommen, weil ihr Körper eine rötlich-orange Färbung aufweist, die meisten anderen Spinnmilben sind eher bräunlich, gelblich oder grünlich und durchscheinend.
Aber – das ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen – denn Spinnmilben haben eine Größe von 0,2 bis 0,8 mm, das sind 200 bis 800 Mü, oder µm, im Vergleich entspricht das einer Menschliche Eizelle, oder dem Pixelabstand bei einem einfachen 17-Zoll-Bildschirm – und zugleich ist das die Untergrenze des Auflösungsvermögens unserer Augen. Kurz gesagt: die Spinnmilben sind winzig klein.
Wir erkennen sie wesentlich schneller an den Schäden die sie anrichten. Meist beginnt es im Scheitel: kleine Stellen, einzelne Zellen beginnen zu vergilben – und dann ziemlich schnell immer mehr drumherum verfärben sich matt hellbraun oder -grau. Im Sommer kann man es leicht mit Sonnenbrand, Schorf oder Rostpilzen verwechseln. 
Was passiert da? Die Spinnmilbe sticht in die Zelle und saugen den Zellsaft aus. Folge: die Zelle stirbt ab und verfärbt sich, Blätter vertrocknen und fallen ab, Blüten verkümmern, zeigen Schäden oder öffnen sich nicht. 

Extrem fruchtbar: Vermehrung bei Spinnmilben

Eine Spinnmilbe kann keinen großen Schaden anrichten. ABER: eine Spinnmilbe kommt selten allein. Die nehmen das mit dem „Seid fruchtbar und mehret euch“ sehr wörtlich.
Eine Spinnmilbe legt zwischen 60 und 100 Eiern. Wenn es schön warm und trocken ist, dann sind die innerhalb von 6-14 Tagen geschlüpft und erwachsen und können wieder Eier legen.
Je nach Art können das zwischen 8 und 15 Generationen im Jahr werden. 
 
Klingt nicht so dramatisch?
Ich hab das mal fix mit 12 Generationen überschlagen.
Wenn ich eine Spinnmilbenmutter ins Gewächshaus schleppe, nur eine – dann sieht das nach einer Vegetationszeit so aus:
  • 1.1268250301319696e+24 Spinnmilben
  • Dezimal: 1126825030131969600000000 – oder in Worten:
  • eine Quadrillion einhundertsechsundzwanzig Trilliarden achthundertfünfundzwanzig Trillionen dreißig Billiarden einhunderteinunddreißig Billionen neunhundertneunundsechzig Milliarden sechshundert Millionen Spinnmilben.

Diese Zahl ist nur grob gerechnet – aber es kann ja auch passieren, man hat versehentlich zwei Spinnmilben als Ausgangslage. Das sind für mich verstörend große Zahlen. Allein die Vorstellung, solch ein Heer würde sich auf unsere Kakteen stürzen.

Deswegen: was kann man überhaupt gegen eine solche Invasion tun?

Spinnmilbenabwehr – acht Wege

Wir sind nicht ohnmächtig, selbst bei solchen immensen Zahlen greift immer die natürliche Regulation ein. 
  1. Die beste Methode sich Spinnmilben vom Hals, respektive vom Kaktus zu halten ist Luftfeuchtigkeit. Eine der wenigen Möglichkeiten, die ich sogar präventiv einsetzen kann. Dazu hilft manchmal schon regelmäßiges lüften. Wo das nicht mehr reicht, auch sprühen mit der Blumenspritze erhöht die Luftfeuchte. Die Profis im Gartenbau setzen dazu übrigens richtige fahrbare Nebelwerfer ein – das ist aber ein ziemlich teurer Spaß. 
    Der Idealfall wird umschrieben mit 50-60 % Luftfeuchte, Temperaturen unter 25° C, plus gute Luftzirkulation. 
  2. Eine Notfall-Lösung wenn nur wenige Pflanzen befallen sind: die Pflanzen in eine Folie-Tüte stellen, gut mit warmen Wasser einsprühen, verschließen und für ein bis zwei Tage an einem hellen aber nicht sonnigen Platz stehen lassen. Die Idee habe ich übrigens in einem lesenswerten Artikel über Spinnmilben beim Kaktusmichel gefunden.
    Ich hab die Idee noch ein bisschen weitergedacht: wenn es ein paar mehr Pflanzen sind, dann bietet sich auch ein Zimmergewächshaus als Quarantänestation an. Genau dafür haben unsere Anzuchtgewächshäuser verschließbare Lüftungsöffnungen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der kann diese auch noch extra mit Tesa abkleben. 
  3. Punkt drei könnte platter nicht sein: die Pflanzen gesund halten, abhärten und richtig ernähren. Den Grund hat mein Vater schön und einfach auf den Punkt gebracht: Spinnmilben sind Schwächeparasiten. Die treten häufig erst dann auf, wenn die Pflanze suboptimal gehalten wird, gesunde Pflanzen werden nur selten von Spinnmilben befallen.
  4. Auch das scheint auf der Hand zu liegen: Pflanzenhygiene also Sauberkeit im Gewächshaus und an der Pflanze – konkret: Blütenreste, alte Blätter, alles was für die kleinen Schädlinge zum Versteck dienen könnte – bitte konsequent entfernen
  5. Pflanzen die im Freien stehen werden von Natur aus geschützt. Dort leben Laufkäfer, Florfliegen, Raubmilben oder Raubwanzen die Spinnmilben zum fressen gern haben. Diese Nützlinge können wir für den Einsatz im Gewächshaus auch kaufen – aber eben nicht im Winter – denn die mögen es warm und sehr feucht – und DAS mögen unsere Kakteen nicht. Nützlinge helfen im Winter gegen Spinnmilben leider eher nicht.
    Im Sommer klappt das besser: dann räumen Raubmilben (z. B. Phytoseiulus persimilis) auf. Sie sind fleißig, mobil und fressen sowohl die Spinnmilben-Eier und auch die erwachsenen Spinnmilben. Bei Zimmerhaltung klappt es mit den Raubmilben leider selten, 75 % Luftfeuchte ist im Wohnzimmer leider unrealistisch – manchmal ist es dann auch eine Option, die Pflanzen ins Bad zu bringen.
  6. Kieselgur – ist an sich eher bekannt als Kultursubstrat oder Zuschlagstoff, hilft aber auch gegen Milben. Der Tipp kommt eigentlich aus einer ganz anderen Ecke. Wir bekamen ihn vom der Hühnerfrau von der unsere kleine Hühnerschar auf der Cactusfarm kommt. Die sagt: wenn die Hühner Milben bekommen, dann werden sie mit Kieselgur eingestäubt. Kieselgur Körnung 0 wirkt rein mechanisch: die „Diatomeenerde“ oder noch schöner „Bergmehl“ ist aus Kieselalgen entstanden. Um eine Größenvorstellung zu bekommen: ein Milliliter Kieselgur besteht aus einer Milliarde Diatomeenschalen – also ganz feines Zeug. So fein, dass es sich in den Gelenken der Milben verklemmt und sie so „stilllegt“. Ende der Geschichte.
    Kieselgur soll mit dieser Technik sogar gegen Asseln, Ameisen, Silberfischchen, Getreidekäfer, Museumskäfer, Flöhe, Tripse, Läuse, Zünsler – und Milben aller Couloer helfen. Außerdem ist es ein hervorragender Ölbinder 🙂 – aber Vorsicht! wir empfehlen, eine Staubmaske zu tragen.
  7. Schwefeln soll helfen – also das verdampfen von Elementarschwefel im Schwefelverdampfer – ein elektrisches Gerät das das Schwefelpulver exakt am Siedepunkt hält und damit sicherstellt, das keine Überhitzung oder Entzündung passiert. Wir schwefeln seit Jahrzehnten, mitunter mehrer Wochen lang im Gewächshaus und haben keine Schäden an Pflanzen oder Konstruktion beobachtet.
  8. wird der Befallsdruck zu hoch – dann hilft manchmal auch nur noch der Griff zum Pflanzenschutzmittel. Die hier zuständigen Mittel heißen übrigens Akarizide. Ein natürlich wirkendes Akarizid ist Neemöl. Das wird oft sogar biologisch aus den Früchten des indischen Niem-Baum (Azadirachta indica) gewonnen, ist nicht giftig und wirkt auch gegen Weiße Fliege, Trauermücken, Blattläuse und Wollläuse. Eine gute Idee ist es, ein Netzmittel zuzugeben, das verteilt das Öl besser. Wir haben früher einfach ein paar Tropfen Fit / Spülmittel dazu gegeben.
    Ein weiteres Mittel ist Bi58 – ein Insektizid mit akarizider Wirkung – aber: es ist giftig – und es ist nur noch bis zum 31. Januar 2020 erhältlich – ganz viel mehr zu Bi58 kommt in der nächsten Episode, die dreht sich nur darum.
 
Tipps zur Behandlung von Spinnmilben
  • Spinnmilben sind mit bloßem Auge schwer zu entdecken, eine Lupe hilft dabei
  • befallene Pflanzen sofort isolieren
  • beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer die Packungsbeilage lesen und befolgen!
  • warmes Spritzwasser verwenden, am besten einige Stunden in der Sonne abgestanden
  • Spritzung im Gewächshaus nie bei voller Sonne, denn speziell ölhaltige Mitteln können Schäden wie Brennflecken auf der Epidermis hinterlassen
  • eine Behandlung mit Neem, oder anderen Akariziden sollte nach Anleitung zwei bis dreimal in einem Zeitraum von 3 bis 14 Tagen wiederholt werden, damit auch die dann aus den Eiern entstandenen Folgegenerationen erfasst werden
  • in manchen Fällen, bei Caudexpflanzen hilft ein radikaler Rückschnitt um danach die Pflanze einfach neu austreiben zu lassen

Prävention

Kann ich Spinnmilben von meinen Pflanzen fernhalten?
  • ja, ich kann es ihnen ungemütlich machen – das wichtigste sind ausreichend Luftfeuchtigkeit – und gut gepflegte Pflanzen
  • ganz vermeiden kann ich sie aber nicht
 

Woher? Wie kommen die an meine Pflanze?

Oftmals befinden sich die Schädlinge schon vor dem Kauf an der Pflanze. Aber auch der Weg über Schuhe oder Kleidung ist denkbar. Die winzigen und gut versteckten Eier sind nur mit einer Lupe zu finden – aussichtslos.
Besonders häufig finden sich Spinnmilben an Chamaecereus und gern auch an Aporocactus und deren Hybriden. Die Pflanzen aus diesen Gattungen haben eine weiche Epidermis, das macht den Spinnmilben ihre Arbeit noch leichter.
Förderliche Konditionen für Spinnmilben – das sollte man vermeiden:
  • trockene Heizungsluft, niedrige Luftfeuchtigkeit
  • keine Luftbewegung
  • durch Pflegefehler geschwächte Pflanzen
  • Verstecke wie Blütenreste oder trockenes Laub,
  • ein ungünstiger Standort

Was muß ich bei der Behandlung beachten?

  • bei Hausmitteln und auch beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – im Winter so wenig Wassereinsatz wie möglich – ein Spray macht die Pflanze weniger nass
    • nochmal: Vorsicht bei Hausmitteln – ich bin vor kurzem in einem Pflanzenforum über die Herstellung von Kupferkalkbrühe und Tabakbrühe gestolpert. Da rühren Leute zuhause seelenruhig Chemikalien wie Kupfervitriol für ihre Pflanzen zusammen, weil sie keine Chemie in ihrem Garten haben wollen. Der Link kommt übrigens nicht in die Shownotes – ich hab ihn mir auch nicht notiert.
  • vor der Behandlung Beipackzettel lesen – immer! Das müssen auch wir Profis tun
  • Wiederholung ist wichtig! Die Spinnmilben-Eier sind meist versteckt. Je nachdem welche Behandlung – zumindest einmal, besser zweimal im Abstand von 5-10 Tagen wiederholen
  • Spinnmilben kommen meist in Wellen! Auch wenn sie schlagartig alle verschwunden sind – die Chancen sind gut, dass sie nach drei oder vier Wochen wieder da sind. Deswegen ist der letzte Punkt so wichtig:
  • aufmerksam auch das Drumherum unter die Lupe nehmen – Spinnmilben sind so winzig, sie können sich überall abducken – und kommen durch Türen, Fenster, jeden noch so kleinen Ritz

CactusPodcast

Zusammenfassung – was ist wichtig? 

  • Spinnmilben sind winzig – wir entdecken sie meist erst am Schadbild, helle Flecken oder Gespinste in Scheitelnähe
  • die einfachste Methode gegen Spinnmilben: Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung
  • befallene Pflanzen isolieren 
  • Behandlung wenn das Kind im Brunnen ist – oben stehen acht Methoden von Kieselgur bis Sprühnebel
  • Wiederholung und aufmerksame Beobachtung der Pflanzen
 
Jedesmal wenn ich so viele Informationen zusammengetragen habe bin ich hinterher im Kopf ganz leer. 
Deswegen frage ich mich dann – wie mag es dem gehen, der sich das angehört hat. Sind es zu viele Informationen, die ich hier reinpacke? Ich freu mich über eine Rückmeldung – hier unter www.cactuspodcast.de – die Episode 003 ist dort einfach verlinkt.
 
Und der Cactuspodcast kommt wieder mit einer ungewöhnlichen Episode 04 – einem Nachruf für Bi58.
Bis dahin – alles Gute!
 
Das war Ulrich Haage 
Der Kaktusgärtner grüßt
 
 

Shownotes 

  • Spinnmilbe und Rote Samtmilbe im Vergleich auf Wikipedia   
  • Spinnmilbe aus Gärtnersicht 
  • Spinnmilbe ganz wissenschaftlich, Herkunft, Fundstellen etc.
  • Der Kaktusmichel über die Spinnmilben
  • Kieselgur ein ganz einfaches Mittel gegen Spinnmilben – bei Kakteen-Haage
  • Zimmergewächshaus das sich auch ganz einfach zur Kaktus-Quarantäne-Station umnutzen lässt –  auch Kakteen-Haage
  • Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten – Dr. Thomas Brand – DKG exklusiv – ISBN 978-3-00-029589-8 
  • Quellen für das Buch:
    • DKG – Deutsche Kakteengesellschaft (Herausgeber) 19,90 für Mitglieder, sonst 24,90 € inkl. Versand – hier zu bestellen
    • Eurobuch – ab 45 € bis 130 £ 
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CactusPodcast Episode 007 – Aussaat – Cactus Basics

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