Archive for Juli, 2010

Out now: Das Erfurter Puffbohnenkochbuch

Das Erfurter Puffbohnenkochbuch - PressekonferenzWir haben es geschafft! Die epochale Monographie zum traditionell Erfurter Urgewächs hat das Licht der Welt erblickt.

Ein Buch, das von der Verwendung der Puffbohne über die leckersten Rezepte nebst Tipps zur optimalen Zubereitung bis zu Einsichten in die historische Entwicklung und Nutzung in anderen Erdteilen. Kein geringer als Klosterkoch Helmfried ‘Willi’ Wilhelm, der sonst für die Schwestern und Gäste im Erfurter Augustinerkloster Leckerbissen zaubert, hat sich einen ganzen Schwung alter und ganz neuer Puffbohnenrezepte über den Löffel balbieren lassen. Zwei davon gab es zur heutigen Pressekonferenz im “dreiundvierzig” schon mal zu probieren. Mein lieber Verleger René Burkhardt erzählte von einem Jahr fleissigen arbeitens am Buch. Bescheiden wie immer. Ich hab aber noch einmal in meinen Manuskripten gewühlt – wenigstens gefühlt tüfteln wir an dieser Idee schon wenigstens seit zwei bis drei Jahren. Gut Ding will halt  Weile haben.

Wenn ich mir das Ergebnis heute anschaue meine ich, einen großen Teil der Vorbereitungen in meinem Schreibstübchen überhaupt nicht mitbekommen zu haben. Die TV-Aufzeichnung im Augustinerkloster im vergangenen Sommer mit dem mdr (Video anschauen!) habe ich in schöner sonniger Erinnerung. Beim Bohnen ernten und pulen bin ich aber irgendwie nicht beteiligt worden. Puffbohnen pulen im Garten des Augustinerklosters in ErfurtDafür ist hier ausnahmsweise unser Fotograf Pierre Kamin im Bild zu sehen – der sonst immer hinter seiner Kamera stand. Dieses Bild hat dann vermutlich der Mann geschossen, der sonst immer hinter der Kamera vom mdr steht.

Als glühender Erfurter lag mir ein Thema natürlich ganz besonders am Herzen. Warum die Einwohner meiner Heimatstadt immer als “Erfurter Puffbohnen” tituliert werden. Natürlich werde ich hier unserem Buch nicht ganz vorgreifen – in jedem Fall: mit den vielen Puffbohnenfeldern rund um Erfurt in grauer Vorzeit hat es genauso wenig zu tun, wie mit dem Gerücht, die Puffbohne sei in Erfurt bei N. L. Chrestensen gezüchtet worden – immerhin hat Dr. Blüthner darüber kurz geschmunzelt. Der wirkliche Grund hängt mit Erfurt zusammen, ist aber offenbar nur noch wenigen Ur-Erfurtern bekannt. 1.

Das Kochbuch gibt es ab sofort bei Kakteen-Haage hier im Shop zu kaufen. Alternativ natürlich beim Buchhändler ihres Vertrauens, für alle Erfurtbesucher an der Tourismus-Information, für alle Erfurter als nettes Mitbringsel vielleicht auch bei der alteingesessenen Erfurter Buchhandlung Peterknecht am Anger und für Gartenfetischisten bei Chrestensen im Gartenversandhaus.

Vielleicht auch in Kürze bei unseren Freunden von puffbohne.de ?

  1. selbst in dem Fachbuch über Thüringer Necknamen; “Fässleseecher” von Rainer Hohberg und ” ist die Begründung für die “Erfurter Puffbohnen” für mich nicht so überzeugend []
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Dorniger Bruch – miese Tour

Die Stuttgarter Nachrichten berichten: am vergangenen Wochenende ist in einer Kakteengärtnerei in Kernen eingebrochen worden.

Der Dieb hat 350 Pflanzen geklaut und dabei Anzuchten im Wert von 3500 Euro mitgehen lassen.

Das ist echt eine miese Geschichte, das tut mir wirklich leid für unsere Kollegen im Süden. Ich frage mich, wer an solchen Pflanzen dann noch Freude haben kann.

:evil:

Hier die Originalnachricht.

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Motivbeet mit Kakteen im schwedischen Norrköping

Jedes Jahr ehrt die Stadt Norrköping in Schweden eine Institution, Firma oder wie in 2010 das 100-jährige Rathaus mit einem Polsterbeet aus Kakteen und anderen Sukkulenten.

Das Kakteenbeet im Carl Johans Park besitzt eine lange Tradition, wie diese Postkarte aus dem Jahr 1936 zeigt. Das erste Beet wurde bereits 1926 angelegt.1 Die Kakteen stammen aus einer Stiftung von Anders Carlsson aus dem Jahre 1910 und werden in den Städtischen Gewächshäusern überwintert.

Dank an Ralf für den Hinweis auf dieses hübsche schwedische Kleinod … und JA, in Erfurt gab es eine solche Tradition tatsächlich auch für einige Jahre, wenn auch in deutlich kleinerer Ausführung :)

Weitere Berichte und Bildstrecken:

CactiGuide.com – Christian schreibt über das Kaktusbeet 2010 und zeigt viele Bilder (100 Jahre Rathaus Norköping)

Hedwig aus Norköping stellt in Kadermos Fotoblog den Bezug zwischen der Geschichte und den Xerophyten her. Manchmal lohnt es, genau hinzusehen – das ‘X’ der Xerophyten wurde wiederum für ein anderes Blog benötigt: ABC Wednesday. Seit dem 24.7.2010 gibt es jeden Mittwoch den nächsten Buchstaben als Vorgabe für einen Beitrag oder ein passendes Foto. Das Projekt läuft inzwischen in Runde 5.

Ein schönes Panorama-Foto gibt es hier auf Picasa.

  1. da frage ich mich, wann mein Großvater nach 1923 auf der Gartenausstellung in Göteborg gewesen ist, in seinen Erinnerungen hat der das Jahr nicht angegeben []
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Ein neues Kakteenbuch – Meine Kakteen – von Helga Moses

Helgas Kakteenseiten sind immer wieder ergiebige Informationsquellen, wer auch immer eine Frage zur Kakteenpflege haben mag. Helga Moses zeigt nicht nur, wie einfach Kakteen und andere Sukkulenten zu halten und pflegen sind, sie gibt die Erfahrungen, die sie bei der Pflege ihren Pflanzen gesammelt hat freigiebig weiter.

Seit einigen Wochen gibt es das gesammelte Wissen nun auch als Buchform.

Klar – hier einfach bei Kakteen-Haage bestellen

Nachtrag: am 29.7.2010 berichtet auch die Bildzeitung darüber ganz ausführlich – hier die Bild im Bild …

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Sprossläuse gesucht!

Schaden durch SprosslausbefallSprossläuse – bislang noch kein “amtlicher Name”, sondern unser Arbeitstitel für einen bislang wenig bekannten Schädling, der der Wolllaus ähnlich und vermutlich auch mit dieser verwandt ist (Hypogeococcus pungens).

Meist werden Kakteen befallen, seltener findet man den Schädling auch an anderen Sukkulenten. Der Schädling tritt selbst kaum in Erscheinung, meist sind es die Folgeschäden, die offensichtlich sind. Nach dem Befall zeigen die Pflanzen völlig untypische Wucherungen und unkoordiniertes Sprosswachstum.

Im Moment sind uns noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu bekannt, selbst Google kann mit dem Begriff offensichtlich noch nichts anfangen. Mir liegt aber eine Anfrage aus Südafrika vor. Grund genug, den kleinen Tierchen mal auf die Schliche zu kommen. (dazu suchen wir etwa 40-60 Exemplare)

Meine erste Begegnung mit von der Sprosslaus befallenen Kakteen hatte ich etwa 1992 auf den Kanarischen Inseln. Dort gibt es aus den verwilderten Cochenille-Produktionsflächen noch immer große Populationen von Wollläusen. Ob auch der Ursprung der Sprosslaus hier zu suchen ist, mag eine reine Vermutung sein. Später habe ich von Sprossläusen befallene Pflanzen auch in anderen Kakteensammlungen in Europa und Amerika beobachtet.

Auch wir hatten ein paar importierte Pflanzen, die diese unschönen Wucherungen zeigten. Selbst nachdem die Schädlinge abgetötet wurden, bleiben die “wolligen” Schutzhüllen und verbreiten Unwohlsein. Da uns bislang keine wirksame Behandlungsmethode zu Verfügung steht, haben wir sämtliche befallene Pflanzen konsequent vernichtet – auf Dauer ist dies zwar absolut wirksam, aber natürlich keine sonderlich sympathische Lösung.

Ich gebe ja  zu, mir läßt das Bild von Sprossläusen es kalt den Rücken runterlaufen – und jetzt bin ich auch noch aktiv auf der Suche danach. Wir sind ganz froh, dass unsere Bestände clean sind. Dennoch – um den Schädling bestimmen zu können und daraus eine Behandlungsmethode zu entwickeln suchen wir jetzt etwa 40-60 lebende Individuen, oder Pflanzen, die noch aktiv mit Sprossläusen befallen sind.

Wer Pflanzen mit diesen Symptomen in der Sammlung hat, oder bei anderen entdeckt hat – bitte diesmal nicht in die Mülltonne, sondern ins Paket und ab zu Kakteen-Haage.

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Türkis Kaktusblüte?

Frage:

Blaue Schlumbergera

Eine Frage hätte ich mal: Sie sind denk ich Spezialisten für diese Gewächse sind.

Ich habe mal in einem Buch gesehen das es Schlumbergera auch türkis oder blaue Blüten haben.

Meine Frage: Gibt es diese wirklich in dieser Farbe?

Antwort:

Nein, natürlich nicht – entweder sind die Blüten eingefärbt worden, das Foto wurde (wie hier) manipuliert, oder es handelt sich schlicht um Strohblümchen oder künstliche Blüten.

Der einzige Kaktus, der ein wenig echtes Blau in seiner Blüte zeigt ist Wittia amazonica [Pseudorhipsalis amazonicus]. Grundsätzlich sind Kakteen “technisch” nicht in der Lage, blaue Farbstoffe in der Blüte einzulagern, darum reicht es im allgemeinen meist nur zu purpur bis violett – viel blauer wirds einfach nicht.

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