Archive for September, 2008

“Palmenzünsler” identifiziert als Bananentriebbohrer

Heute war der nette Herr Roick von der Pflanzenbeschau in unserer Gärtnerei. Der Pflanzenschutzdienst kommt regelmäßig um die Gesundheit unserer Pflanzenbestände zu überwachen. Das ist insbesondere wichtig, wenn Pflanzen in Länder außerhalb der EU verschickt werden.

Neben der Untersuchung gab es auch neue Informationen über den “Palmenzünsler“, der im Kakteenhaus des EGA-Park entdeckt wurde. Herr Roick konnte diesen inzwischen als Bananentriebbohrer (Opogona sacchari) identifizieren. In einer alten Echinopsis konnte er ein großes Gelege mit über Hundert Maden sicherstellen. Auch dieser Pflanze war äußerlich kaum etwas anzumerken. Der Bananentriebbohrer ist als Quarantäneschädling (1.) eingestuft, sein Auftreten ist meldepflichtig.

Bananentriebbohrer

Bananentriebbohrer – Opogona sacchari

Im Moment laufen Bekämpfungsversuche – bekannt ist bisher die erfolgreiche Behandlung mit Nematodenlösung (Steinernema carpocapsae). Befallsindikation ist mit Blau- und Rotlichtfallen möglich. Bei uns werden zur Sicherheit Pheromonfallen aufgehangen.

Als problematisch gelten Pflanzen wie Yucca, Dracaena, Tillandsia, aber auch Cactaceae, die direkt aus tropischen Heimatländern importiert wurden. Bei uns werden alle Importe nicht nur in Frankfurt-Flughafen untersucht, nachdem die Pflanzen ausgepackt sind, werden alle Exemplare noch einmal akribisch unter die Lupe genommen.

Ausführliche Informationen zur Identifikation und Bekämpfung kommen vom Landesamt für Landwirtschaft und Umwelt Brandenburg und vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst aus Baden Württemberg (pdf)

1. Quarantäneschädlinge sind Schadorganismen, die sich meist leicht verbreiten und oft schwer, oder nicht zu bekämpfen sind. Sie sind gesetzlichen Regelungen unterworfen, um ihre Verbreitung zu verhindern. Sie können erhebliche Schäden in Kulturen oder in der Umwelt anrichten. Gemäß der Richtlinie 2000-29-EG besteht eine Meldepflicht bei den Pflanzenschutzdienststellen der jeweiligen Bundesländer

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National Geographic – San Pedro Verwendung

Dokumentation über die traditionell rituelle Verwendung vom Trichocereus pachanoi (San Pedro Kaktus) in seiner Heimat

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unkontrollierbar abgestürzt

Absturzmelder

ohne Kommentar…

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Einschätzung vom Profi: Medizinpflanzen

Prof. Dr. Sabine Glasl spricht vor Apothekern über die Heilsamkeit von verschiedenen Heilpflanzen.

Unter anderem geht es auch um Hoodia gordonii, eine Sukkulente aus Südafrika/Namibia. Präperate aus der Pflanze sind teilweise in Verruf geraten, weil unseriöse Anbieter gern mehr versprachen, als diese nützliche Pflanze zu leisten vermag, oder Hoodia-Kapseln mit geringerem, oder ohne Wirkstoffgehalt verkauften. (inzwischen kann man im Internet schon lernen, wie Hoodia-Präperate “gefälscht” werden…)

hier weiterlesen »

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Rätselhafter ‘Curly Kai’

Unter der Bezeichnung Rhipsalis ‘Curly Kai’ finden sich in den letzten Wochen in verschiedenen pflanzenrelevanten News-Portalen, aber auch bei den einschlägigen Großhändlern “Neuheiten” wie diese auf Gabot:

Curly Kai

Die Beschreibung der Pflanze ist herzerfrischend und in nahezu allen Quellen identisch. Besonders gut gefallen mir rühmliche Eigenschaften wie: Das matte Blatt mit seinem gewellten und gekerbten Blattrand verleiht dieser Pflanze ein modernes und nonchalantes Aussehen. “Das Aussehen der Blüten ist noch eine Überraschung”, “eignet sich auch für Zimmergärtner mit weniger “grünem Daumen”, “hat eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit” und “bei Trockenheit zieht sich die Pflanze zusammen”.

Ob die Zuordnung zur Gattung Rhipsalis korrekt ist … Ich hätte da noch eine andere Version in petto.

Ich verabschiede mich in eine bis auf weiteres blogfreie Woche nach Potsdam.

Namenvorschläge für Curly Kai sind natürlich willkommen :)

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cactus or car?

Brian Fearn aus Darley (UK) ist mir schon länger bekannt als Echinopsis-Hybriden-Züchter und Urgestein von Kaktusgärtner.

Im Sommer hatte er Besuch, der hochnotpeinliche Fragen stellte. Und siehe da -- auch andere Kaktusgärtner haben ein Leben neben den Kakteen und es ist nicht immer einfach, wenn man sich zwischen beiden entscheiden soll :)

(Sein Austin Martin ist wirklich bezaubernd)

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Fachbuch gratis

Für eine Amazon-Rezension eines Buches aus dem Ulmer-Verlag gibt es für cactusblog-Leser ein Ulmer-Buch nach freier Wahl (!!)

Wie?

ganz einfach:

  1. Amazonrezension für ein Ulmer-Buch schreiben (… hier gibts Bücher)
  2. Mail an mich mit a) Link zur Rezension, b) dem Bücherwunsch (derzeit gibt es keine Preiseinschränkung) und c) Adresse
  3. ich leite die Nachricht direkt an den Verlag weiter
  4. der Verlag schickt das Wunschbuch auf die Reise

… NEIN – ich bekomme keine Prozente, ich gebe einfach gern einen guten Tip weiter :) und ich halte gute Rezensionen auch für wichtig – so wie gute Bücher ;-)

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nur mal zur Erinnerung…

Jetzt anhören

 

… das ist, wenn die Sonne scheint, es warm ist, viel Bauchfrei und die Kakteen sich auch draussen wohl fühlen …

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Schon wieder Kakteen geklaut

Polizeibericht Anhalt-Bitterfeld vom 15.09.2008

Am 15.09.2008 wurde bei der Polizei angezeigt, dass im Zeitraum vom 12.09.2008, 17:00 Uhr, bis zum 13.09.2008, 13:00 Uhr, unbekannte Täter aus einem umfriedeten Vorgarten eines Grundstückes in Köthen, Lange Straße, einen Blumentopf mit 6 Kakteen entwendet haben. Die Höhe des Gesamtsachschadens ist noch nicht beziffert.

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Lesung im Gewächshaus

Gartenfrüchte - Liebesfrüchte - Lesung

Geschichten und Gedichte vom Säen, Wachsen und Ernten

Ein literarischer Abend am Freitag, 19. September 2008 ab 18.00 Uhr im Gewächshaus bei Kakteen-Haage

Anmeldung und Information hier.

Von und mit Lena Reichardt, Jürgen Reifarth und Martina Trebert

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en vouge: Aloe ferox

Wer hätte das gedacht – jetzt kommt auch Aloe ferox noch ganz groß raus – in der Flasche – als:

“die wildwachsende Mutter der Aloe vera”

Aloe ferox flüssig

Jetzt gibt es offensichtlich auch Aloe ferox flaschenweise als Getränk zur allgemeinen Gesunderhaltung. Besonders beeindruckt haben mich die Studien, nach denen Aloe ferox nun noch besser ist als Aloe vera.

Diese Erklärung und noch mehr spannende Geschichten über Aloe ferox finden sich bei Happy Arts.

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Kaktus goes Galileo

Die Produktionsfirma hatte schon vor einigen Monaten angerufen.

Eine Dokumentation über essbare Kakteen für Galileo sollte es werden. Heute früh war das Dreh-team pünktlich in der Gärtnerei. Wie für gute Journalisten üblich wurde gleich die Kamera überall reingesteckt. Für mich ist es immer wieder spannend, wofür sich “Laien” so alles interessieren – und dann: Oooch, ein Peotl, den kenne ich – den kann man doch auch essen, oder ? Hm. So ein Gymno habe ich auch zu Hause – der ist bestimmt schon fünf oder sechs Jahre alt… Laien?? Und dann kam diese simple wie spannende Frage, bei der ich die Segel streichen musste:

Was unterscheidet einen Kaktus von den anderen Sukkulenten?

Finger in Wunde. Mir war das ja richtig peinlich – so etwas elementares noch nie bedacht zu haben – klar, Kakteen gehören einfach in die Familie der Cactaceae – aber warum werden sie dort hingestellt? Er hat sicher eine einfache Antwort wie “Dornen” erwartet, stand aber just in dem Moment vor den Lophophora, die nun mal keine Dornen haben. Ich blieb die Antwort eben schuldig. Aber ich bekomme das noch raus.

Wir haben uns dann durch die Gewächshäuser gearbeitet, Astrophyten, Hoodias, Selenicereus in Szene gesetzt. Nach 90 Minuten kam dann die Echinopsis dran: “kann man die Blüten auch essen?”

Echinopsis im Fernsehen

Echinopsis im Fernsehen

Die Blüten hatten ihren Höhepunkt schon hinter sich, ich wusste von meinem Freund Uli (der mit dem Kochlöffel tanzt), er wollte schon immer mal mit Kaktusblüten kochen – also wurde die Echinopsis kurzerhand eingepackt und zog mit in die Küche – nachdem wir uns noch ausgiebig mit Opuntien auseinandergesetzt haben. Zwei Stunden Drehzeit und alles war erledigt, das Team freute sich auf etwas leckeres mit Kaktus.

Ortswechsel: die Küche im Erfurter Casa Mexicana: Uli Manck kocht Kaktus:

Uli Manck kocht Kaktus

hier schnippelt er aber noch ganz entspannt Paprika

Kaktus kochen

während der Kameramann in akrobatischer Manier fast vom Tisch fällt…

Als ich bei Einbruch der Dunkelheit meine Echinopsis wieder heimführen wollte kochte Uli immer noch, mit dem Ergebnis ist er kurz darauf offensichtlich ganz zufrieden.

Uli Manck kocht Kaktus

Das Drehteam schnieft ein wenig verdrießlich: für sie war der Kaktus ein reiner Augenschmaus geblieben, probieren blieb dem Maitre und im folgenden dessen “Testgästen” (links) vorbehalten.

Uli Manck kocht Kaktus

… und das nach einem zehnstündigen Drehtag – mir taten sie ganz schön leid. Vielleicht gab des nach der Arbeit noch ein paar Häppchen.

Die gebackenen Echinopsis-Blüten sind vertagt worden, die standen für heute nicht auf der Karte ;)

Jetzt bin ich gespannt, was aus dem ganzen Material wird…

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Besuuuch von der Insel

David Hunt war gestern bei uns mal wieder zu Besuch. Bei diversen Tassen Tee konnte ich ihm einige Antworten auf bohrende nomenklatorische Fragen entlocken.

Er erzählte mir so nebenbei, warum er Digitostigma für einen untragbaren Namen hält, war sich etwas unsicher, wie E. leninghausii geschrieben wird und dann kam Meister Wilhelm aus dem Gewächshaus mit einem Topf und einer Fangfrage.

Mammillaria schumannii mit weisser Blüte

Mammillaria schumannii mit weisser Blüte

Nach einem kurzen grinsen kam das “ohh, white flower – quite unusual!” wie aus der Pistole. Er kennt sich halt doch ein wenig aus mit Mammillaria ;) – über die eindeutige Herkunft der Gattungsbezeichnung war er hingegen wieder etwas im Zweifel, was mich wiederum etwas verwundert hat.

In Kürze beginnt er mit den Arbeiten zur dritten CITES-Checklist. Und ich bin meiner Frage, ob die Pflanze Cylindropuntia bigelowi oder C. bigelovi heisst einen Schritt näher gekommen – ich muss nur mal in der Erstbeschreibung nachsehen. Werde ich bei Gelegenheit mal machen.

Ebenso, wie einen Gegenbesuch in Hunts Orgelsammlung …

(seine Frau ist Organistin und gemeinsam sammeln sie historische Orgeln)

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Gurtpflicht für Kakteen

Die Empfehlung des OLG Koblenz ist deutlich. Planst du mit deinem Kaktus eine Ausfahrt – vergiss den Gurt nicht. Sonst kann es teuer werden.

Kaktus-Unfall

Eine Autofahrerin mit Kaktus auf dem Beifahrersitz hatte in einer Kurve die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, nachdem der Kaktus ins Wanken geriet. Sie setzte ihr Auto vor einen Pfeiler, die Kaskoversicherung weigerte sich, den Schaden zu tragen und bekam recht. Dumm gelaufen.

Kommentar auf shortnews

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“Palmenzünsler” an Kakteen

Mehr Material über den “Palmenzünsler”*

Palmenzünsler

Die Raupe

Palmenzünsler

Zu Anfang war für mich nicht immer eindeutig erkennbar, wo sich die Kopfseite befindet. Das wurde durch die hektischen Vorwärts-Rückwärts-Aktionen in behender Geschwindigkeit zusätzlich erschwert (wie ein Modellbahn-ICE).

Palmenzünsler

Dieses kleine Exemplar war hingegen sehr eindeutig gebaut, die Kopfpartie ist gut zu erkennen.

Palmenzünsler

“Palmenzünsler” in einem Gymnocalycium

Gefunden haben wir alle Exemplare in einem völlig in sich zusammengefallenen Gymnocalycium – ein betagteres Exemplar, dem vorher äußerlich kaum etwas anzumerken gewesen war.

Die Raupen sind offensichtlich sehr lichtempfindlich. Unter der Fotolampe haben sie sehr eilig Schatten gesucht, um sich zu verbergen.

Palmenzünsler

Hier noch einmal die unterschiedlichen Stadien auf einen Blick. Der Falter ist nicht abgebildet, er erinnert sehr an die sogenannten Lebensmittelmotte. Links und oben im Bild der gut getarnte Köcher. Rechts sind die leeren Köcher zu sehen, die in der Wurzel einer Kalanchoe beharensis gefunden wurden.

Palmenzünsler Köcher

Wurzeluntersuchung

Die leeren Köcher im Detail, die wir im Wurzelbereich unter der Erdoberfläche, oder unter Bewuchs durch bodendeckende Pflanzen fanden. Auffällig waren unnatürliche Wucherungen – “Beulen” an der Pflanze. Ob diese mit dem Schädling in Verbindung stehen lässt sich im Moment noch nicht sagen.

Beulen am Gymnocalycium

Beulen an Kalanchoe beharensis Wurzeln

Allerdings waren “Beulen” sowohl an der Kalanchoe im Wurzelbereich, als auch an verschiedenen – äußerlich gesunden Gymnocalycium zu sehen – hier am Körper.

Frau Ganze von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Abt. Pflanzenschutz erinnerte sich, eine Kollegin aus Berlin habe von einem Schädling berichtet, der den hier gefundenen recht ähnlich sei. Möglicherweise gibt es aus Berlin weitere Hinweise.

[* Hinweis: die Bezeichnung "Palmenzünsler" ist ein mehr oder minder willkürlich gewählter Begriff nach dem Ort des ersten Auftretens]


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