Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Mittwoch, 23. November 2016
nach Ulrich Haage
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Cactusbookstore Sale – lachen oder weinen?

Cactusbookstore – macht schlaflos auf der cactusfarm

Es war eine verdammt lange Nacht. Dabei hatte ich alles vorbereitet, damit ich heute mal früher, so um 21.00 Uhr, Feierabend mache. Rotwein, Oliven, ein wenig Käse standen schon neben der Couch bereit. Ich freute mich auf einen Leseabend zu Hause.

Statt dessen:

Leseabenteuer im Office

Kurz vor 20 Uhr klimpert mein Postfach. Chuck Everson schreibt mir von seiner letzten, umfangreichen Bücherliste.

Ein bisschen Hintergrund:

Besser bekannt – speziell unter Epi-Freunden – sind Chuck Everson und Gerry Williams lange Jahre als Inhaber der Epiphytengärtnerei Rainbow Gardens. Ich habe beide vor einigen Jahren in Vista, Californien besucht. Unzählige Blattkakteen standen in der heißen Mittagssonne, etwas geschützt in den dort tyischen Schattenhäusern. Schon allein aus dem Grund war die Einladung in den book store eine willkommene Abkühlung. Die Bücher, die ich dort sah, ließen mich einigermaßen neidisch zurück.

Wenngleich der Streifzug mit Gerry durch die Epicactusbestände das nicht viel besser machte. So viele hier noch nie gesehene Sorten an einem Platz und in bestem Pflegezustand. Übrigens: viele unserer Epi-Mutterpflanzen stammen aus der Gärtnerei in Vista.

Inzwischen ist die Gärtnerei seit einigen Jahren geschlossen – und auch der Rainbow Gardens Bookshop wurde verkauft und hat nun eine neue Heimat in Arizona.Letzte Mail vom cactusbookstore

Dennoch tut Chuck Everson das, was wahrhaft Bibliophile tun – sie können nicht ohne Buch. Darum gab es wenig später den cactusbookstore mit der bekannt guten Expertise und großer Auswahl seltener Bücher. Regelmäßig habe ich dort Bücher gefunden, die sonst nicht mehr zu bekommen waren.

Alles vorbei?

Und heute nun soll das alles Geschichte sein? So kündigt er es in seiner Mail an. Daneben der Hinweis auf die umfangreiche Liste an Büchern – und gleich auch – was von dieser Liste bereits wieder ausverkauft ist. Ich lasse Rotwein und Käse stehen und setze mich an die Bücherliste.

Denn die lässt tief blicken. Sehr tief.

Seltene, teilweise sehr alte, und sehr spezielle Bücher.

haage_booksUnd ich freue mich: die Abteilung der Haage-Literatur ist ganz ordentlich. Allerdings sind da die Raritäten bereits ausverkauft – die seltenen Bücher aus dem Auriga-Verlag (zum supergünstigen Preis) sind längst weg. Ebenso die Bücher aus der Ära meines Urgroßvaters. Schade.

Um halb vier bin ich durch: sage und schreibe 530 Seiten. Mit merklichen Konzentrationsstörungen – aber glücklich – verlasse ich mein Büro.

Auf dem Weg nach Hause denke ich darüber nach: ‚Wie mag es Chuck gehen, wenn er diesen Schatz in Einzelteilen in alle Welt verschickt?‘. Das stelle ich mir schmerzlich vor.

Für alle Cactophile: hier ist der Link zu Chucks Webseite.


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Baldrian

Sonntag, 20. November 2016
nach Ulrich Haage
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Baldrianblütenextrakt – bringt das was?

Baldrianblütenextrakt – Alles nur Hokuspokus?

„Haben Sie das nötig?“

„Warum verkaufen Sie Baldrianblütenextrakt?“ – Ich finde es gut, wenn die Dinge, die ich tue hinterfragt werden. Das hält mich immer wieder an, genau hinzuschauen.

In diesem Fall war es eine Mail von einem Kakteenfreund, der enttäuscht war, Baldrianblütenextrakt in unserem Sortiment zu finden. Er sagt: „ein Eso-Wundermittel, dessen Wirksamkeit keinerlei wissenschaftliches Fundament hat“ – und damit hat er recht – mit dem zweiten Teil der Aussage. Weiter fragt er: „wie kann eine Gärtnerei wie Kakteen-Haage so etwas anbieten?“

Schauen wir mal dahinter:

Was ist Baldrianblütenextrakt – die Fakten.

Baldrian - aus dieser Pflanze wird Baldrianblütenextrakt gewonnenFür die Herstellung werden die Blüten der Baldrianstauden geerntet. Daraus wird dann ein Auszug hergestellt.

Hier entsteht übrigens der Unterschied zwischen

  • Baldrian-Blüten-Extrakt und
  • Baldrian-Extrakt

Für ersteren werden ausschließlich die Blüten gesammelt, für Baldrian-Extrakt wird die ganze Pflanze verwendet – darum ist der letztere deutlich günstiger.

Tipp: Noch günstiger – Alexandra Niskios hat bei „diese rombergs“ schön beschrieben, wie sich Baldrianblütenextrakt selbst herstellen lässt. Und sie schreibt dort auch über die Wirkung von BBE an ihren Kakteen.

Bislang konnte ich noch nicht herausfinden, seit wann BBE bei Kakteen verwendet wird. Ich habe nach den ersten Anfragen, das war etwa 2003, im Internet gesucht und fand bei Michael Kießling eine glühende Empfehlung.

Meine ersten Gedanken zu BBE

‚Kakteen muß man einfach mit BBE begießen, dann werden sie satt grün und bei nächster Gelegenheit wunderbar blühen.‘

So in etwa hatte ich das verstanden – und das konnte ich mir schwer vorstellen – meine Zweifel waren umgehend zur Stelle.

Dennoch häuften sich in der Folgezeit die Nachfragen derartig, dass ich mich auf die Suche nach einer Quelle begab – und wurde fündig:

Oh Bio Mio!

Bei Demeter-Betrieben im ökologischen Landbau ist Baldrianblütenextrakt seit langem bekannt, denn dort wird der Baldrianblütenextrakt hergestellt und auch in größeren Mengen verbraucht. Das mag für den Einen weiteres Öl ins Feuer der Zweifel sein. Mich überzeugt es, wenn Profis in anderen Bereichen Dinge tun, deren Nutzen ich bei mir nicht gut einschätzen kann.

Bei Kakteen-Haage gibt es also nun Baldrianblütenextrakt zum ersten Mal im Angebot. Die Nachfrage überrascht mich sehr. Fortan stecken die kleinen dunklen Flaschen in vielen Paketen.

Nach einiger Zeit bin ich neugierig – und finde immer wieder ziemlich lebhafte Debatten im Internet, was BBE mit Kakteen macht.

Da sind die Einen, die laut „Hokuspokus!“ rufen – und es gibt die überzeugten Anwender, die sich über ihre wunderbar – und viel mehr als früher – blühenden Pflanzen freuen. Und ich finde unter den Befürwortern erfahrene Kakteenfreunde mit umfangreichen Sammlungen, die sich nicht so schnell etwas vormachen lassen.

Ende Teil 1.

… hier geht’s in Kürze weiter:

unter anderem mit:

  • BBE bei Kakteen-Haage?
  • wirksam oder nicht?

 

 

 


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Sonntag, 3. Juli 2016
nach Ulrich Haage
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Genießen in Büdingen

Ein spontaner Zwischenstop in Büdingen wächst sich zum echten Genuß aus.

Besuch in Kerzendorf, Übernachtung im frisch renovierten Hotel Saline. Und heute früh den ersten entspannten Kaffee in der Lounge.

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Um dann in aller Ruhe lecker brunchen zu können.

Neben dem, was es üblich auf dem Frühstücksbufet gibt, ist das Angebot liebevoll ergänzt. Apfelküchlein mit selbst gemachter Vanillesoße, die Marmelade kommt offensichtlich nicht aus der Industrie, ebenso der Kräuterquark, ganz zu schweigen von der Avocadocreme.

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Und weil Kaffeespezialitäten aus dem Automaten nicht genug sind gibt es Milchaufschäumer, Wasserkocher und Kaffeemehl wenn der Kaffee türkisch sein soll.

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Das Hotel ist voller Liebe saniert, der historische Bau ist gut in Szene gesetzt, ohne überladen zu wirken.

Ganz besonders gefällt mir, mit wie viel Herzblut die Mannschaft sich für die Gäste engagiert. Hier fühle ich mich wohl.

Und das geht offenbar nicht nur mir so, auch Einheimische nutzen das Hotel gern für einen Sonntagsbrunch.

Danke!


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Mittwoch, 23. März 2016
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Kakteen-Haage zu Ostern 2016

Die Osterkakteen zeigen es überdeutlich an – nicht mehr lange – und es wird Ostern.

Weil die Frage immer wieder steht – unsere Gärtnerei ist am Ostersamstag von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ich habe mich immer wieder gefragt, wie die Pflanzen es schaffen, pünktlich zu diesem menschgemachten wandernden Feiertag ihre Blüten anzusetzen. Eine überzeugende Antwort habe ich aber noch nicht gefunden.

However.

Seit heute früh 6 Uhr ist der Kakteen-Haage Katalog für 2016 gedruckt. Ein großer Brocken, der mich und uns in den letzten Wochen im Bann hielt – ist nun am rollen. Planmäßige Ankunft im Briefkasten Mitte April. Bis dahin gibt es noch einiges zu organisieren.


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Samstag, 6. Februar 2016
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Tag der offenen Tür 2016 bei Kakteen-Haage

Der Tag der offenen Tür ist seit 1991 traditionell die wichtigste Veranstaltung bei Kakteen-Haage. Am zweiten Samstag im Mai treffen sich in Erfurt unzählige Kakteenfreunde.

In diesem Jahr ist es Samstag, 7. Mai 2016 bei Kakteen-Haage in Erfurt.

Ein Blick aufs Programm:

  • Verkauf auf über 1500 m² von 8.00 bis 18.00 Uhr
  • Beratung und Tipps von unseren erfahrenen Mitarbeitern
  • Führungen durch die uralten Mutterpflanzenbestände – diesmal dabei: um 12 Uhr eine Führung durch die Kakteen – speziell für Kinder
  • Entdecken Sie über 325 Jahre Gärtnergeschichte der Familie Haage in Erfurt
  • 11 Uhr Praxisworkshop – Kakteen richtig fotografieren
  • Fachsimpeln und Austausch mit Fachleuten und anderen Kakteenfreunden
  • mit dabei: die leckere Kaktusbratwurst, und andere Thüringer Spezialitäten vom Grill
  • Kaffee und frischer selbst gebackener Kuchen
  • Bonsaifreunde kommen bei unseren Nachbarn Bonsai-Do und ihren sehenswerten Bäumchen voll auf ihre Kosten

 


Der Tag der offenen Tür bei Kakteen-Haage – alle Jahre wieder wird er mit wachsendem Erfolg zelebriert.
Natürlich geht es auch darum, sich in den Beständen einige Schnäppchen zu sichern, oder dem „Profi“ mal mit einem Problem auf den Zahn zu fühlen.

Besonders bedeutsam ist aber die Möglichkeit, mit anderen Kakteenfreunden zusammenzusitzen und Erfahrungen auszutauschen und das über regionale Grenzen hinaus.

Mitmachen statt zuschauen

Nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr bieten wir auch 2016 es einen Workshop zum lernen und Erfahrungen machen an.

  • 11 Uhr Praxisworkshop – Kakteen richtig fotografieren
  • was muß ich beachten, um Traumfotos zu schießen
  • die wichtigsten Aspekte für gute Pflanzenfotos
  • Kakteenfotoprofi Jan Carius fotografiert in seinem Gewächshaus und am Standort – und mit Ihnen zum Tag der offenen Tür
  • die Plätze sind begrenzt – jetzt anmelden und Plätze sichern
    .

Führungen:

Immer wieder beliebt ist der Blick hinter die Kulissen – den so ein Tag der offenen Tür ja schliesslich ausmacht. Hier kann man sehen, wie so eine Kakteengärtnerei arbeitet, wo kommen die Pflanzen her und wer hat da seine Hände im Spiel. Man kann durch die Sämlingsbestände streifen, Fotos von den Mutterpflanzen machen, oder lernen, wie man 800 Pflanzen in einer Stunde topft.

Um 12 Uhr gibt es eine Führung durch die Kakteen speziell für Kinder.

Wir freuen uns auf Sie am Samstag im Mai!

(Hinweis: einige Kommentare beziehen sich auf den Tag der offenen Tür aus den vergangenen Jahren)


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Mittwoch, 18. November 2015
nach Ulrich Haage
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In erster Linie dezent: Pilea peperomioides

Diese Pflanze lebt in unserer Gärtnerei am Existenzminimum – und zwar nicht mangels Pflege, sondern weil wir weit mehr verkaufen könnten als in unseren Gewächshäusern nachwächst.
Die Herkunft hat sie mit vielen anderen unserer Schätze gemein: meine Mutter hat sie irgendwo entdeckt und ein Stückchen davon mitgebracht.
Und seit wir die Pflanze im Angebot haben prasseln die Bestellungen schlagartig. Zuletzt habe ich eine Mutterpflanze Anfang November beim SWR dabei gehabt. Und prompt kamen danach die Fragen am Hörertelefon.
En vogue sind sie – groß im Kommen. Ein deutlicher Indikator ist für mich: wenn Menschen die Geschmack haben sich damit umgeben – dann kann es nur was Gutes sein.
So wie Frida Ramstedt – die auf trendenser.se für Schweden klar macht was schön ist.

http://trendenser.se/ Foto Frida Ramstedt

http://trendenser.se/ Foto Frida Ramstedt

In ihrem Blog finde ich immer wieder Kakteen und andere sukkulente Pflanzen die einfach schön machen.

Find ich schön!


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Freitag, 13. November 2015
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Der KuaS Kalender ist alle. Es lebe der Kaktus-Kalender!

Der wunderbare KuaS Kalender ist ausverkauft.
Ganz spontan haben wir uns heute entschieden, für unsere Kunden einen Kakteenkalender 2016 herauszugeben…

Unsere eigenen Vorräte gingen zur Neige, und auch bei unseren Partnern und Mitherausgebern der DKG, GÖK und SKG waren die KuaS-Kalender für 2016 in diesem Jahr frühzeitig vergriffen. Am Freitag Nachmittag erreichte uns die betrübte Mail einer Kakteenfreundin, die sehr traurig darüber war, keinen Kalender für 2016 mehr abbekommen zu haben. Wir besprachen die Möglichkeiten kurz in kleiner Runde und entschieden dann: wir lassen noch einen Kakteenkalender für 2016 drucken.

Hier kommt der erste Entwurf:

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Die Fotos hat Claudia Schröder aus unserem Bildarchiv zusammengetragen und hingebungsvoll bearbeitet, viele Bilder stammen von unserem Fotografen Andreas Malzan – und ich freue mich, auch Fotos von Freunden – Ralf Holzheu und Jan Carius – mit dabei zu haben …

und so sieht das Schätzchen fertig aus:

Der Kaktuskalender 2016

… im Moment im Druck – und danach ist die Widergabe noch brillanter …

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Heute früh druckfrisch eingetroffen – wir sind begeistert!

Jetzt hier bestellen!


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Montag, 5. Oktober 2015
nach Ulrich Haage
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Abroad – Fahrt über den Vulkan

Soooooooo geil!
Und unerwartet.
Mittags Mietwagen abgeholt.
Kenne ich nicht: Ford Falcon XR6
Sieht aus wie ein braves amerikanisches Familienauto, nur der Auspuff. Hm?k-IMG_1393
Hat sogar ein Navi on board.
Okay, let’s go: Route nach New Plymouth:
Nö, nicht Highway, ich will Küste, den Pazifik sehen. Ich fahre erstmal nach Raglan. Da geht schon Küste. Und von dort muss es laut Karte eine kleine Straße nach Süden geben. Navi sagt: geht nicht durch.
Wenn ich bei Google ganz weit aufziehe, dann scheint sie durchgängig zu sein. Google will aber auch lieber Highway.
Ich fahre einfach.

Wow. Meer.
Anhalten, Foto machen.

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Weiter.

Wow noch Meer.
Anhalten, Foto machen.

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Wow, Strand.
Abstieg, Sandsturm, besser kein Foto machen, Sonne liegen.
Strand laufen.
Mist. Hose nass. Kalt!

Zurück. Weiterfahren.
Beide Navis schreien ‚Wenden!‘
Die Straße ist jetzt ziemlich schmal.
Nach vielen Stops mit Foto kommt ein Schild: ‚gravel road‘.

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Das merke ich.
Upps, das Ding hat ja Heckantrieb. Merklich! Wozu denn das?
Und der hat sowas von Bums! Das ESP greift immer mal ein.
Ich ich muss höllisch aufpassen, Landschaft gucken, Kinnlade fallen lassen und diesen Boliden auf Kurs halten, das beißt sich.
Satte drei mal bin ich kurz vor dem Graben oder schlimmerem. Ein kurzer Kickdown rettet die Situation. Adrenalin pur! Der Mount Karioi ist nicht mehr aktiv, mitunter schroff und ziemlich hoch.

Die Landschaft verschlägt mir die Sprache die ich ohnehin nicht brauche. Nicht reden. Ich bin platt. Nicht denken. Ich sauge nur auf.

Die Aussicht ist extrem, wie es ein ‚kurz mal vom Weg abkommen‘ an manchen Stellen auch wäre. Ein langer steiler Absturz, unten noch kurz die Klippen und dann der Pazifik, Tasmanian Sea.

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Irgendwann bin ich über den Kamm. Jetzt abwärts. Die Kurven sind genauso eng wie vorher. Hammer.
Du weißt nie, kommt dir vielleicht jemand entgegen? (auf den kalkuliert 240 Kilometern: drei Autos, eine Surferin, Schafe, Kühe, Kaninchen, Ziegen, Fasane, Puten – und die stehen immer hinter einer Kurve, garantiert!)

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Bremsen auf losem Schotter ist krass. Noch schlimmer ist aber, wenn der Motor bremst. Das Heck wedelt übler als beim Ski fahren. Irgendwann begreife ich: das ESP arbeitet auch da sehr zuverlässig, gleicht die Geschwindigkeit an und hält Kurs ohne den Spaß zu verderben.
Langsam bekomme ich eine Ahnung, die Kutsche ist vielleicht doch eher für schnelle Strecken, denn für shopping gebaut. Irgendwann habe ich den Dreh raus, wie Schotter und driften geht. Und dann geht’s ab. Es rumpelt manchmal herzhaft unter mir. Ich schaue, nachdem ich durch eine Auswaschung gerauscht bin. Außer Schlamm, kann ich nix sehen.
Dafür sehe ich die Sonne untergehen. Der Wahn in Tüten!

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Nun ja – die Schattenseite: nach dem Sonnenuntergang folgt meist die Nacht. Hier ziemlich schnell.
Also Schotterrallye im Dunkel. Eher blöd. Vor allem nachdem die Navis sich nun gefunden haben und einig sind: noch ca. 8 Stunden, 380 km, davon 190 auf ‚unbefestigten Straßen.‘ Heiland! Wo bin ich hier?

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Ich fahre bei Nacht durch lose Steine, ‚unbefestigete Straße‘, sehe in die rote Augen der gemächlichen Opossums1. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h außerhalb von Ortschaften bekommt auf diesen Straßen eine völlig andere Bedeutung, wirkt auf mich höhnisch. Grummel!
Und zugleich – das ist eine Form von Abenteuer um die ich mich selbst beneiden werde.
Irgendwann bin ich wieder auf normalen Straßen.
Beide Navis rechnen neu und kommen auf eine überraschend erträgliche Distanz, noch etwa 90 Minuten.
Irgendwann, nach zwei weiteren Stunden und gefühlt fünfzehn geschlossenen Motels habe ich ein Bett für die Nacht.

Ziel erreicht.

—-

Schattenseite n° 2: Wer nächtens durch die Gegend fährt sieht nichts von der Gegend.
So sah ich die Gegend am nächsten Morgen:

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Mount Taranaki


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  1. und bin werde am Ziel stolz sein, ohne Road Kill anzukommen []

Sonntag, 4. Oktober 2015
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Hobbiton in Blüte – gärtnerische Stippvisite

Wenn in Neuseeland, dann irgendwie auch Tolkin, Hobbit, Herr der Ringe, Silmarillion. Das Filmset des Auenwald ist nach dem letzten Dreh erhalten geblieben und sehenswert – so wie die kleinen Geschichten die sich drumherum bewegen wie die unzuähligen Schafe – allein 1400 Stück laufen auf der ‚Hobbitfarm‘ herum.

Der Einstieg – in einem verzaubert unwirklichen Land von grünen Hügeln – beginnt in einem Garten. Der Gemüsegarten von Beutelsend. Ein echter – in dem Gärtner am Werk sind. Ich war neugierig, wie das restliche Auenland begärtnert wird. Meine Frage wurde beantwortet, bevor ich sie stellen konnte. Hier sind hinter den Kulissen fünf Profigärtner tätig, die dafür sorgen, dass alles blüht und gedeiht. Klar, ich schaue heute mal ganz bewusst nach der Flora am Ort.

Auf den grünen Hügeln und in den Tälern – an vielen Stellen im Land – beeindrucken mich die unglaublich großen Bäume. Auch hier stehen viele dieser übergroßen Solitärs.

Am Eingang – dort wo auch der Film im Auenland beginnt – führt der Weg am Gemüsegarten vorbei. Und hier wächst es. Die Kartoffen sind hier gewachsen – sagt unser Guide. Und auch, dass am Ende dieses Tals der Hobbit wohnt, der dem Alkohol meist zuviel zuspricht. Gemütliche, propere Hummeln besorgen die Bestäubung der Blüten. Und in den Bäumen hängen Kalebassen mit Vogelfutter.  Es gibt nicht nur öffentliches Grün, jedes deer Häuschen, die in den Berg hinein reichen – sind mit einen hüsch gepflegten Garten versehen. Jeder etwas anders – so wie die Profession ihrer Bewohner, jeder geht einem anderen Handwerk nach.  Bäcker, Imker, Müller, Töpfer, Fischer – und Gärtner. Und ganz oben, mit der besten Aussicht, dort wohnt Bilbo Beutlin (hier natürlich Baggins) und Frodo. Draußen hängt die Wäsche. Und auf dem Dach steht ein Baum. Der im übrigen unecht ist. Das fällt mir schon von weitem auf. Ein bisschen Eiche ist echt, aber die Blätter sind alle handbemalt.

Es ist eher praktisch, denn pompös. Hier wächst die Petersilie im Kübel, dort der Salbei, oder die Minze zwischen den Blumen. Lavendel. Schön, dass man mit Pflanzen so Menschen ‚zeichnen‘ kann. Erstaunlich.

So ist Bilbos Haus besonders aufwändig ausgerüstet. Mit dickem Kürbis auf der Karre. Neugierig bin ich auf das Haus von Sam, der ist ja schliesslich Gärtner1. Und in der Tat, der kleine Garten vor dem großen gelben Tor ist noch mehr gärtnerisch gepimpt, als die anderen. Und dezent. Hier gibt es Saatkisten mit Jungpflanzen, nicht etwa Rechen und Spaten – die sind schließlich im Feld.

Auf weitläufig verschlungenen Pfaden kommen wir schließlich im Grünen Drachen an. Dort wird Bier ausgeschenkt, solches aus Hopfen – und Ingwerbier. Das hat es mir besonders angetan. Dann geht es am See und durch den Gemüsegarten zurück zum Bus. Unser Busfahrer war übrigens einer der beiden Orks die den Eingang zu Helm’s Klamm gesprengt haben. Sein Neffe spielte im Hobbit den unbarmherzigen Asorg. Viele der Anwohner sind mit dem Film verbunden.

Und auch für mich als Gärtner gab es einiges zu entdecken.


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  1. und ich lerne, die beiden Kinder im Film sind tatsächlich von ihm / seiner Frau im Film []

Samstag, 3. Oktober 2015
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Respekt vor Mitmenschen und Missbrauch von Religion

Ich war stumm und betroffen, als ich zwischen hunderten Schildern auf dem Flughafen in Bangkok dies entdeckte:

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So habe ich das noch nie gesehen.
Ich habe auch eine kleine Keramik Figur zu Hause. Und zahllose Buddahfotos gemacht. Ohne selbst Buddist zu sein – auch wenn ich mich vielen buddistischen Gedanken sehr nahe fühle. Die Abbilder Buddahs haben mich ruhig werden lassen, runterkommen aus der Betriebsamkeit, fokussieren.

Wie respektvoll begegne ich einer anderen Religion und dem was den Menschen wichtig ist? Zu selbstverständlich waren mir die Figuren, Statuen, Raumtrenner, Poster und Tapeten. Einen Klodeckel habe ich bislang noch nicht gesehen.

Und es hat mir den Blick neu kalibriert auf das was ‚meine heimische Religion‘ ist.
Jesus auf dem Klodeckel? Ein Gottesbild auf der Bierflasche? Jeans of God mit einem bärtigen Mann auf dem Label?
Wenn ich jetzt noch über ‚The life of Brian‘ und andere Monty Python Produktionen nachdenke, und manches auf einmal nicht mehr witzig finde, dann beginne ich mich langsam etwas engstirnig zu fühlen – wo bleibt denn da meine Toleranz und die Meinungsfreiheit?

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Moral hat nichts mit Religion zu tun, es bedeutet eine Position zu beziehen statt mein Fähnlein im Wind zu drehen.
Respektvoller Umgang miteinander bedeutet manchmal auch genau hinschauen statt Achtlosigkeit. Und es bedeutet auch Achtlosigkeit anderer nicht ohne Reaktion zu lassen – auch das keine Frage von Religion allein.

Das fand ich heute beim einkaufen:

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Ich bin nie auf die Idee gekommen, damit den Glauben anderer Menschen mit Füßen zu treten.
Wohin das führen kann zeigen uns die politischen Eruptionen auf der ganzen Welt.

Und wenn ich aus der Ferne Neuseelands auf  die Bewegung schaue, die der Flüchtlingsstrom in der deutschen Bevölkerung auslöst. Wie Mitmenschen auf einmal ihre bisher verborgene Haltung aufdecken, dann geht es auch an der Stelle darum Stellung zu beziehen. Zu zeigen, ob wir aus dem Schicksal unserer geflohenen Ahnen gelernt haben, oder verbissen das uns vermeintlich Zustehende verteidigen, weil wir ja ’schon immer hier gewesen sind‘. Relativ.
Meine Familie kennt beides.

Und ich erlebe, wie die Welt ganz nah wird – auf andere Weise.


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Freitag, 2. Oktober 2015
nach Ulrich Haage
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Neuseeland Flash – im Land der langen weißen Wolke

Da war es doch bislang beschaulich. In der Millionenstadt Bangkok.

Und jetzt Betriebsamkeit, fast schon Urlaubsstress.
Ich bin doch hier in einem Land, dass eigentlich doch nur aus Landschaft besteht. Landschaft zum verlieben. Meine Kamera hat inzwischen den selben Husten. Den, den ich schon hierher mitgebracht habe – und beim besten Willen nicht loswerde.
Unendlich viel zu sehen, staunen und einfach still bewundern. Das sind gar nicht so sehr die Sehenswürdigkeiten – es ist einfach das Land.

Wunderschön!

Ich bin mit meiner Lieblingstochter Maria unterwegs, sie in Hamilton Au-Pair – und ich Papa auf Besuch. Wie cool, dass sie ein paar Tage frei hat und mir ‚ihr‘ Land zeigt.

Anders als in Thailand komme ich kaum dazu, mein Reisetagebuch zu führen, Maria hat die Tage für uns voll durchgeplant.

Erster Tag

Auckland – zum Warmwerden ein bisschen Großstadt. Wir gucken und probieren Cafés.
Schwärmend sitzen wir im stundenlang in der Sonne im ‚Federal and Wolfe1 und erzählen.

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Der Kaffee ist gut, die Speisen nicht nur schön anzusehen, sondern schmecken auch noch richtig lecker. Hier ist ein Profi in der Küche.
Abends treffen wir uns mit Marias Gasteltern in Hamilton. Es ist sehr amerikanisch hier.
Die angenehm optimierten, aber auch standardisierten Wohnsiedlungen die allen gewünschen Comfort liefern und auch noch ein gewisses Maß an Individualität. Spätestens seit ‚Edward Scissorhands‘ sehe ich wohnen und leben – so wie ich es darf – als ein großes Geschenk. Und irgendwie nimmt das wohnen auch Einfluß auf das Leben. Der Vergleich ist allgegenwärtig. Mir nähme es die Luft. Luxus hin oder her.
Und zugleich: atemberaubende Sonnenuntergänge.

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Zweiter Tag

Tauranga – ich habe beim landen das Wasser rund um die Inseln gesehen. Kein Wunder, ein bisschen Autofahren – und schon sind wir an der Küste. Pazifik. Rückwärtsgang rein. Wieder Pazifik.
Das wiederum – finde ich komisch. In Amerika ist klar – auf der einen Seite Atlantik und wenn ich auf der anderen Seite bin, dann Pazifik. Hier ist überall Pazifik – im Osten wie im Westen. Wir fahren also an den Beach.
Schön: direkt am Strand stehen Berge. Hier Mount Maunganui.
Ach ja. Die Sprache. Auch wenn hier meist englisch gesprochen wird. Die Ureinwohner, die Maori erscheinen hier nicht als verdrängte Minderheit.

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Ihre Namen bezeichnen das Land – soweit ich das erlebt habe – überall. Und es ist ein Miteinander – auch die europäischen Einwanderer sind stolz auf ‚ihre‘ Maori Traditionen.2.
Ich genieße die Sonne, gucke das Meer an, die Gleitschirme die die scheinbar unendlichen Aufwinde nutzen, Möven, Angler, Touristen, Kinder – nur zum baden bin ich zu müde, Fuß in den Pazifik hängen muß aber sein.

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Dann ein kurzer Aufstieg auf den Berg. Wunderbare Aussicht. Und dann suche ich Maria. Wir treffen uns zum Essen – wie es der Zufall will – nein! Mexikanisch – und auch hier lecker!

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Dritter Tag

Rotorua – wir fahren wieder ein Stück durchs Land und fallen verhungert und spät zum Breakfast im Fat Dogs Café ein. Dort gibt es Burger die man nur vom Spieß knabbern kann. Übernachtung dann im Crash Palace Backpackers offenkundig ziemlich legendärer Laden mit einigen auch ‚besonderen‘ Sukkulenten im Garten. Es ist zwar verboten, eine eigene Flasche Rotwein im Rucksack mitzubringen – immerhin kann man günstig eine Shisha leihen.
Ich tappe spät abends ins nahe gelegene Polynesian Spa und bin auch hier beeindruckt. Heiße, radioaktive Mineralquellen mit hohem Schwefelgehalt – das hilft garantiert gegen Husten. Es ist kurz vor Feierabend und die vielen Becken sind fast ausschließlich chinesisch besetzt. Heiß ist es, da habe ich kaum ein Auge für die wunderbare Vulkanlandschaft, die sich hiesige Gärtnerkollegen ausgetüftelt haben. Kurz vor elf wandere ich müde durch die Nacht zurück ins Hostel. Barfuß, auch wenn es kalt ist. Die Hitze ist glüht noch nach.

Vierter Tag

Te Puia,3 – wir sitzen auf dem Vulkan – gerade mal fünf Meter stark ist die Erdkruste an ihrer dünnsten Stelle hier, heiß kann das werden, da bekommt eine Schachtgenehmigung eine ganz andere Bedeutung.

Wir sind in einem Maori Dorf gleich um die Ecke. Um den Pohutu Geysir zu sehen. Glückspilze wie wird sind landen wir ausgerechnet in einer Guide-Prüfung. Unglaublich, was der Mann über sein Heimatland zu erzählen weiß. Nicht nur Fakten, es ist ungemein witzig wie er seine Geschichten erzählt. Wir wandern auf dem warmen Boden aus dem überall heißer Dampf hervorquillt.

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Stundenlang laufen wir durch einen rauchenden Wald, in dem übrigens auch eine der neuseeländischen Wappenpflanzen – Manuka4 wächst. Sie gehört zu den wenigen Pflanzen, die in der Lage ist, in dem teilweise kochend heißen Boden zu überleben. Wie? Flachwurzler – so unglaublich das klingt. Wir sind zeitweise völlig allein in einem ursprünglichen Regenwald in dem die Baumfarne (Dickinsonia) meterlang von Flechten und Orchideen behangen sind. Still ist es hier nicht – und doch fühlt es sich schlagartig ganz anders an.

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Es geht weiter in den nächsten Wald. Gigantische Redwoods wachsen am Rande von Rotorua. Bäume die uns schweigend machen. Da braucht es keine Worte.

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Als wir abends zurück nach Hamilton kommen – endlich angemessen Lammparty. Spareribs vom Lamm mit ziemlich Ingwerlastigem Gemüse dazu. Lecker.

Und es gab noch mehr zu erleben:

Waitomo – Ruakuri Cave und Glowworm Grotto, Mongolian BBQ @ Genghis Khan
Hamilton – a day off.


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  1. habe ich Nachts um halb vier recherchiert, ein Gutes soll Jetlag doch auch haben []
  2. Insider mögen darüber vielleicht anderes wissen, für mich erscheint das Land ethnologisch ziemlich wenig gespalten []
  3. direkt vor den Toren von Rotorua, vollständig:  Te Whakarewarewatanga O Te Ope Taua A Wahiao, was grob Versammlungsplatz vor der Schlacht bedeutet, Heerschau in unseren Breiten genannt []
  4. Leptospermum scoparium, die Südseemyrthe, die den wunderbaren neuseeländischen Honig liefern []

Sonntag, 27. September 2015
nach Ulrich Haage
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Lost in transit – nearly

Nach der entspannten Zeit in Bangkok war das Ende eher hurtig.
Eine letzte intensive Fußmassage, eine letzte Suppe aus der Garküche, oh ja, die Suppe bedarf einer Erläuterung.
In der wüsten Partyzone Sukhumvit 18, die bei Tageslicht ziemlich abgeschminkt und traurig aussieht.
Die Garküchen sind hier auch bei Tage online. Also eine Suppe. Beim dritten Tuk Tuk passt es. Das Gemüse sieht gut aus. Ich frage nach dem Fleisch. Das meiste ist noch roh. Magen vom Schwein – ach nö, Hühnchenfitzelchen – hm, riskant, Hackfleischbällchen – Alarm rot! Nee, lass mal.
Ich zeige auf die gegrillten Rindfleischstücke, die sehen gut aus.

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Kurz darauf habe ich mein Schüsselchen. Da schwimmen aber nicht meine Rindfleischstücke, sondern alle seine Kollegen auch. Dazu kommen große Batzen Leber, die Farbe sagt: nicht gegart. Ich schau den Garkocher fragend an. Er nickt eifrig, ich soll probieren. Ah, es wird noch nachgegart. Erst die Schärfe testen. Vorsicht nehme ich einen Löffel. Mild ist zwar anders, ein bisschen von dieser leckeren Chili Essig Mischung geht noch, desinfiziert ja auch. Er nickt zufrieden. Macht aber keine Anstalten noch was zu garen.
Ich frage nach der Leber. Er zeigt mit dem Finger auf seinen Arm und ich vermute, es ist ein Fleischklops, ein Teigklößchen mit Blut. Ehrlich, ganz wohl ist mir dabei nicht. Kostet mich einige Überwindung. Der Gedanke die sieben Stunden Flug auf der Toilette zu verbringen macht mich etwas nervös. Wer nicht wagt… Und dann ist das alles überraschend lecker und sehr geil.

Jetzt langsam zum Flughafen. Rushhour auf der Straße. Und in der sonst so leeren Metro auch. Lange Schlangen an den Ticketmaschinen. So fahren mehrere Züge zum Flughafen ohne mich. Meine Zeitreserve schmilzt. Zum Glück bin ich schon eingecheckt. Trotzdem, auf dem Flughafen angekommen ist der Quantas Schalter schon geschlossen. Ich habe Glück, erwische noch eine Mitarbeiterin. Too late sagt sie und greift zugleich zum Funk. Dann geht es schnell. Sie drückt mir eine Prime Lane card in die Hand, lächelt und sagt: Run!
I do.
Passkontrolle zwischen lauter Diplomaten und sonstig wichtigen Menschen – läuft.
Sicherheitskontrolle: zieht mir mein Taschenmesser (autsch!) und die Wasserflaschen aus dem Rucksack der eben zum Handgepäck wurde. Dabei lächelt er ebenso entschuldigend wie gequält.
Keine Minute dauert das ganze. Wow.
Weiter rennen zum Gate. Nochmal Sicherheitscheck. Mein kleiner Airbus steht da.
Drinnen ist alles australisch easy. Eine gänzlich unfliegerische Begrüßung „Hey Man! Good to have you abord“. Australier sind wohl primär australisch und dann erst Flieger. Dann starten wir nach Sydney und ich komme wieder runter.
Froh zu wissen, das alles gut war.
Die ganze Zeit.


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