Tag der offenen Tür 2010 bei Kakteen-Haage

Der Tag der offenen Tür ist seit 1991 traditionell die wichtigste Veranstaltung bei Kakteen-Haage. Am zweiten Samstag im Mai treffen sich in Erfurt unzählige Kakteenfreunde.

Samstag, 8. Mai 2010 bei Kakteen-Haage in Erfurt,

ein Blick auf die ersten Programmpunkte:

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Alle Mann umtopfen – Umtopftage bei Kakteen-Haage

Umtopftage 2010Draussen liegt noch Schnee, nachts ist es noch knackig kalt – wenigstens manchmal, aber in unseren Gewächshäusern vibriert es – die Pflanzen klappern regelrecht mit den Zähnen. “Wir wollen in neue Erde, bevor das Frühjahr losbricht”. Und das scheint nicht nur bei uns so zu sein – auch in den Gewächhäusern von vielen anderen Kakteenfreunden scheint es so zu sein – die Blütensaison 2010 will gut vorbereitet sein – denn was im Moment an Erdsäcken durch unseren Versand marschiert geht auf keine Kuhhaut.

Damit umtopfen noch mehr Spaß macht gibt es auch in diesem Jahr vom 6. bis zum 13. März wieder die Umtopftage in den Gewächshäusern bei Kakteen-Haage.

  • alle Erden und Zuschlagstoffe in voller Auswahl
  • alle Zuschlagstoffe aus dem BigBag – ganz einfach Erde selber mischen und mitnehmen
  • lernen Sie wie Erde professionell gemischt wird1
  • Tipps von unseren Umtopfprofis – so geht es einfacher
  • schauen Sie sich neue Werkzeuge an, die das Umtopfen erleichtern

Und wenn Sie im Garten größeres Vorhaben: für 3 Säcke Kakteenerde für winterharte Kakteen (es ist die richtige Zeit zum Pflanzen) gibt es den Dünger gratis dazu!

Während der Umtopftage sind die Gewächshäuser bei Kakteen-Haage

Montags bis Freitags von 8-18 Uhr und am

Samstag + Sonntag von 10-16 Uhr geöffnet.

  1. so trivial das scheint, um eine Erde mit einheitlicher Struktur und homogenen Eigenschaften zu bekommen hilft es, wenn man einigen wichtigen Punkten beachtung schenkt []

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Nächte in London können sehr kurz sein

Avatar London IMAXHappy Am I. So ein Glück.

Die vergangene Woche bin ich jeden Morgen am BFI IMAX London Waterloo vorbeimarschiert, um meinen Zug zu erreichen. Nachdem ich meinen geplanten Wochenendbesuch bei David Hunt absagen musste, war plötzlich jede Menge Zeit frei geworden. Jeden Morgen stach mir das riesige Avatar-Plakat ins Auge (nur Alice in Wonderland war noch größer – Filmstart war gestern). Ich hatte es bislang noch nie bis in ein IMAX geschafft und hatte auch noch keine Zeit gehabt Avatar zu sehen. Nachdem die Kritiken ziemlich wiedersprüchlich waren – mach ich mir doch einfach selbst ein Bild.

Andrea wollte mich ggf. begleiten – also schnell zwei Karten buchen.

Mist! die späte Abendvorstellung um 23.45 Uhr ist schon ausgebucht. Die um 9.15 ist zwar verflixt nah an unserem geplanten Abendessen, aber wenn es denn so sein soll.

Avatar IMAX London booking

So schön leer sah es am Samstag leider nicht aus

Hm. Komisch, alle Plätze sind weiß und sagen nicht buchbar. Ich starte noch einmal und siehe da, jetzt ist auch 9.15 ausgebucht. Grummel – na gut dann eben Avatar in der Kindervorstellung: 3.15 Uhr. Oh – ich glaube es nicht, ich erwische tatsächlich den vorletzten Platz – jetzt ist nur noch einer in der letzten Reihe frei und es ist ja nur noch wenig Zeit. (Andrea wollte nicht in die Nachmittagsvorstellung). Als nächstes poppt ein Fenster auf, erzählt was von 24 Stunden Zeit und Early Morning Screen. Autsch – das ist keine Kindervorstellung, das ist maximal late Partytime – und eigentlich nicht mehr die meine. Kurze Überlegung – go for it!

Ich habe ein Ticket, jetzt muß ich nur noch nicht einschlafen.

Am Abend marschieren wir erstmal nach Covent Garden zu einem neuen Mexikaner den Andrea empfohlen bekam. Mexican Market Food – Wahaca heißt das Restaurant und es soll in der Szene sehr angesagt sein. 66 Chandos Place – ist in dem Viertel, in dem sich die Theater aufreihen, darum ist die Zeit vor und nach den Aufführungen eine schlechte Wahl. Reservierungen werden nicht angenommen – im Moment ist es noch recht leer, die Wartezeit könnten wir an der Bar überbrücken.

Wahaca Covent Garden London packed

Im Wahaca ist kaum ein Platz zum stehen

Von aussen sieht es unscheinbar aus, ein paar Kisten mit Limetten und Chillies stehen im Fenster, das Restaurant ist im Keller und erst hier sehen wir die Bescherung und wie angesagt der Laden ist. “Recht leer” bedeutet: die Treppe steht voll mit potentiellen Anwärtern für einen Warteplatz (!) auf einen Platz im Restaurant. Wir bekommen einen Platz auf einer mehrseitigen Warteliste und einen Buzzer, wie ich sie in den USA in einer Entbindungsstation mal gesehen habe. Die Bar ist brechend voll. “You must use your ellbowes – don’t be shy” sagt Andrea und wir versuchen ein Bier zu ergattern. 1 1/2 bis 2 Stunden hat man uns in Aussicht gestellt. Egal – ich will wissen, was dahinter steckt. Wir stecken 3 Bier, 1 Tequila, 1 Sangria, 1 x Chips und einmal Schweineschwarte in die ersten 100 Minuten – die ersten 25 Pfund sind schon mal investiert, bevor wir überhaupt gesessen haben. Ich glaube mein Freund Uli würde ziemlich neidisch auf einen solchen Ansturm sein. Andrea ist hingegen sauer – sie entdeckt immer wieder Gäste, die sie nach uns hat kommen sah – in der Tat unser Buzzer ist defekt. Dafür sind wir ausgezeichnet vorbereitet – wir können die Karte fast auswändig und haben schon unsere Wünsche notiert – es kann also losgehen.

Unsere waitress ist freundlich, tschechisch, wie die meisten ihrere Kolleginnen, aber sie ist ebenso wie die Küche etwas vom Ansturm überfordert. Das Restaurant hat offiziell 104 Plätze, allerdings werden aus allen möglichen Ecken neue Stühle gebracht, so vermute ich mit diesen “Aufbettungen” kommt der Laden auf gut 130 Plätze. Wahaca Kitchen on full speedDie Logistik ist wirklich bis ins letzte Detail optimiert, dennoch aber dem Samstag Abend nicht gewachsen. Ähnlich der spanischen Tapas bestellen wir leckere kleine Häppchen die zwischen 2 und 4,50 Pfund kosten, für Londoner Verhältnisse recht günstig, die Hauptgerichte liegen zwischen 6 und 12 Pfund. Fusion nennt man diese Art von Küche – sie soll dem lokalen Streetfood der mexikanischen Märkte nachempfunden sein, andererseits aber auch kreativ sein und einheimischen Geschmack treffen. So entstehen Gerichte wie Shredded Herring (Heringshack) oder marinated British Beef . Es ist eine Mischung die bei mir auf der Skala zwischen originell und interessant landen würde. Am unterhaltsamsten ist einfach der Laden und die Leute. Zwei Dinge bekommen von mir das Prädikat außergewöhnlich: das sind die ganz simplen Tortillas con Frijoles (Maisfladen mit schwarzem Bohnenmus) und es ist der wunderbare Mojito. Zwischendurch schwanken wir beide zwischen Begeisterung und Enttäuschung. Side-orders gehen manchmal verloren, mein Espresso ist kalt, Andrea möchte Mole bestellen – damit sie sich richtig entscheiden kann bekommt sie ein kleines Schälchen vorher zum kosten – wie gut – denn diese Mole ist nicht so ganz ihr Geschmack. In summa war es ein sehr schönes Abendessen – aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los – ich muß doch mal nach Mexiko – und wenn es nur darum geht, die Küche mal im Original zu erleben.

Als nächstes erlebe ich erstmal meine 3D-Film Premiere. Ich tappe pünktlich um viertel vor 3 Uhr raus in die kalte Dunkelheit – friere wie ein Hund und frage mich, was all die Leute zu der Zeit hier auf der Straße treiben. Zwischen Temple und Embankment ist noch Party auf der Straße, ich mache mir so meine provinziellen Gedanken, die Mädels sind hier mindestens ebenso dicht wie die Jungs die sich gegenseitig mit Eiswürfeln und Bier bewerfen. Auf der Waterloo Bridge ein schöner Blick auf die nächtliche Stadt und eine scheinbar völlig stille Thamse. Auf der Brücke torkeln vor mir zwei Mädels barfuß – die Pumps waren offensichtlich schlimmer als die Kälte an den Füßen.

IMAX London - nicht ganz vollIm Kino sind nur wenige Leute, die noch auf die Tickets warten. Offensichtlich ist die Sache mit der Early Morning Show vielen durch die Lappen gegangen, das Kino ist nicht wirklich so besetzt, wie es ausgebucht war. Bewaffnet mit einer 3D-Brille warte ich auf den Film. Es gibt eine kurze persönliche Einführung (mit den inzwischen üblichen Copyright-Hinweisen und dann gehts los. Die beiden 3D-Trailer für Alice in Wonderland und Tron sind eine gute Einstimmung für mich, das weiße Kaninchen wirft mit einer Tasse, die meinen Kopf nur knapp verfehlt. Ich springe zur Seite und freue mich, dass ich jetzt nicht auf dem Schoß der Japanerin zwei Sitze weiter lande. Wir kichern beide. Beim nächsten mal bin ich vorbereitet.

Der Film zieht mich völlig in seinen Bann – darüber muß ich noch etwas nachdenken. Ich bin jedenfalls begeistert, gebe aber zu, es ist mehr Handlung als Inhalt, letzterer beschäftigt mich allerdings nach 12 Stunden immer noch.

Als ich beschwingt das Kino verlasse ist die Dämmerung schon weit fortgeschritten, es ist halb sieben, als ich zu Hause eintreffe. Zweieinhalb Stunden später ruft mich Michael an.

Auch gut, dann schlafe ich eben heute Abend, morgen früh gehts schon die erste Etappe wieder Richtung Deutschland :)

London im Morgengrauen - kurz nach 6 Uhr

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Langer Tag

Nach einer ganz schön langen Woche gibt es am Wochenende Freizeit. Heute früh entscheiden wir uns für Jewish Brunch – Shakshuka sagt Andreas Rezeptbüchlein, das gibt es bei den Handwerkern immer zum Frühstück – und es sagt auch: da fehlen uns noch einige Zutaten. Das passt, wir machen uns auf den Weg und holen gleich noch die Wochenend FT lecker Mocha und etwas Gebäck um den Hunger beim kochen zu überbrücken.

Unterwegs zur Fleet Street treffen wir Tony und seinen Hund. Wir unterhalten uns über die Schichtungen von Wegeaufbauten und die Verwendung von Geovlies. Ich freue mich über die Offenheit und werfe gleich ein paar meiner Gedanken mit ein … “Die Briten sind doch immer wieder interessiert an Dingen im Garten”, denke ich bei mir, aber vielleicht ist er auch ein Gärtner, obwohl Andrea noch nie von einem Tony erzählt hat. Einmal mehr lernte ich: schließe nie von Äußerlichkeiten – ich lag mit meiner Einschätzung so hübsch daneben, wie ich gleich erfuhr.1

Nach unserem Shakshuka fahren wir nach Chelsea. Dort ist eine große Auktion, auf der auch eine Reihe Gartenmöbel angeboten werden. Wir treffen uns mit einer Freundin von Andrea und schauen uns Sessel, Betten, Tische, Sekretäre, Matratzen, Bilder, Spielschränkchen, Spiegel, Kommoden, Hocker, Sofas und Ottomanen an. Mittendrin finden wir auch eine Handvoll ausgeblichener Gartensessel, die aber mehr ein Schatten ihrer selbst sind. Viel interessanter sind die Dinge, die ich erfahre: warum der Spieltisch offensichtlich für Bridge-Spieler ausgetüftelt wurde, das zwölf Stühle je Stück teurer sind, als zehn, die verschiedenen historischen Epochen in der britischen Kunst, aber auch über die deutsche – so war mir nie so richtig klar, was sich hinter Boheme eigentlich verbirgt. Wir schaffen es, alle Antikhäuser und Auktionen der Strasse abzuklappern, ohne ein einziges Pfund auszugeben. Wobei ich aus dem wundern hier und dort nicht herauskam und regelmäßig “verloren ging”. Es war ganz gut so, denn am Montag hätte ich im Eurostar meine liebe Not gehabt, einen original Tupolev Schleudersitz, einen Oktagontisch mit Rotationserweiterung (ab 8.500 statt 450.000 Pfund), einen 3,50 Meter Kristall-Lüster oder ein Dutzend edwardianische Stühle unterzubringen. Die Angebote waren allemal unglaublich.

  1. Andrea erzählt mir erst danach, die korrekte Anrede wäre “Sir” gewesen, aber es erschien ihr unpassend, mir in der Situation auf die Nase zu binden, dass ich gerade meine erste Begegnung mit einem der wenigen Lords habe, sie habe sich Sorge um meine Fassung gemacht – womit sie sehr richtig lag []

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Kulturplaudereien.

So war das mit den Kakteenleuten vor inzwischen über 105 Jahren:

Es ist mir immer eine sehr angenehme Beschäftigung gewesen, wenn ich mich im Frühjahr oder im Sommer nach einer der grossen Kakteenhandlungen begeben konnte, um meine Sammlung durch Erwerb einiger neuer Pflanzen zu vervollständigen. Man bekommt dabei viel Schönes zu sehen und empfängt manche wertvolle Anregung. Die Kakteen sind dort meist frei in langen Kästen ausgepflanzt, gedeihen bei diesem Kulturverfahren recht üppig und machen so auch ihrem Pfleger die geringste Arbeit. Leider sind die meisten Liebhaber nicht in der Lage, ihre erworbenen Pflanzen in dieser Weise weiterzukultivieren, denn bei räumlicher Beschränktheit müssen die Kakteen eingetopft werden, was eine mehr oder weniger grosse Stockung in ihrer Vegetation hervorruft. Haben sich im freien Lande die Wurzeln der betreffenden Pflanze nicht sehr ausgedehnt, sondern nehmen nur einen massigen Raum ein, so macht das Eintopfen wenig Schwierigkeiten, und die Störung, die das Wachstum erleidet, wird meist bald überwunden werden. Häufig machen aber die ausgepflanzten Kakteen im Verhältnis zu ihrem Körper gewaltige Wurzeln, die natürlich viel Raum beanspruchen, d. h. einen grösseren Topf brauchen, und das Einsetzen auch sehr erschweren. Ihr neuer Besitzer muss ja dabei immer bedenken, dass ein Kaktus keine grossen Gefässe für seine Wurzeln liebt, sondern nur einen Topf, in den dieselben gerade hineinpassen. Ist nun das Einpflanzen auch ganz vorschriftsmässig geschehen, so wird doch oft der Fall eintreten, dass ein solches Exemplar sich recht schwierig in der Kultur zeigt, gar nicht wächst und seinem Pfleger keine Freude bereitet. Es ist eben ein Missverhältnis eingetreten, die grosse Wurzel und der kleine Körper passten wohl in freier Erde zusammen, aber nicht im Topf; hier kann die Pflanze lange nicht soviel Nährstoff aufnehmen wie draussen im Kasten, sie kann sozusagen von ihrer grossen Wurzel keinen rechten Gebrauch machen. Das Beste wäre jedenfalls, wenn die Kakteenhändler eine grössere Anzahl von ihren Pflanzen gleich in Töpfen kultivierten, dann fielen die grössten Schwierigkeiten für den Käufer fort, und es wäre nur die Störung durch den Platzwechsel zu überwinden. Dies anzuregen ist der Zweck dieser Zeilen, Für die Zimmerkultur sind neben vielen Phyllokaktus-Hybriden, die kletternden Cereen, namentlich die Königin-der-Nacht-Arten, recht sonnige Lage vorausgesetzt, die dankbarsten Gewächse. Von diesen werden am meisten Cereus grandiflorus und C. nycticailis kultiviert, namentlich der letztere, und zwar mit Recht, denn C. nycticalus ist

überhaupt eine der besten Zimmerpflanzen, die es gibt. Bei leidlichem Sommerwetter entfaltet er fast immer am sonnigen Stubenfenster seine herrlichen Blüten, während C. grandiflorus an die Witterung grössere Ansprüche stellt; er verlangt einen heissen und beständigen Sommer, um im Zimmer zu blühen. Im Freien, z. B. auf einem südlich gelegenen Blumenbrett, ist es viel schwerer, diese tropischen Pflanzen zum Blühen zu bringen, weil in unserm Klima sich dort die Temperaturunterschiede viel bemerkbarer machen als im Zimmer, wo einige kalte Tage deshalb viel leichter überwunden werden als draussen. Nur einmal, in dem heissen und sehr sonnigen Sommer 1904, habe ich es erlebt, dass sogar C. grandiflorus auf einem Balkon in geschützter Lage seine Blume entfaltete, ein Ereignis, worauf man an solchem Ort nie rechnen kann. Anders ist es aber mit dem Wachstum dieser Cereen. Genügt auch eine Aufstellung jahraus jahrein im Zimmer für diese Pflanzen, um sie ordentlich treiben und blühen zu lassen, so entwickeln sich diese Arten doch ganz anders, wenn sie einen Sommer hindurch im Freien stehen können. Ihre Triebe werden hier viel stärker, die Bestachelung viel kräftiger; das geht so weit, dass man solche Pflanzen als andere Arten ansprechen möchte. Wem also daran liegt, besonders kräftige Exemplare zu erzielen, der wechsele mit dem Standort ab, einen Sommer im Freien zum Treiben, den nächsten im Zimmer zum Blühen. Ein solches Kulturverfahren bei diesen Cereen ist meiner Ansicht nach das vorteilhafteste, zumal sehr kräftige Pflanzen nachher auch im Zimmer viel leichter einen reichen Blumenflor bringen werden.

THOMAS.

Aus “Gartenwelt” 1904

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nach London

Bahnhof Frankfurt in der SonneUff. Stau in Erfurt. Schon wieder piept der Zug, als ich meinen Waggon betrete – das war wieder auf die letzte Minute.
Die Tische im ICE sind nicht nur für Notebooks. Bis Frankfurt fahre ich mit zwei Kindern und Mama, die in die Schweiz wollen und lerne wie man das Ruebli und das Sternli im Malbuechli verbindet. Knuffig.
Frankfurt liegt in der Sonne, diesmal reicht der Aufenthalt für einen großen White Mocha bei Starbucks1. Dann wird es Zeit, Gleis 19 aufzusuchen. Ich brauche auf dem Bahnsteig satte 6 Minuten, um meinen Wagen zu erreichen.

langer ICE in Frankfurt nach BruesselDas ist der längste ICE, mit dem ich bislang gefahren bin. Vier Zugbegleiter stehen bereit, um den Fahrgästen den Weg zu weisen.2
Wie komme ich eigentlich auf die Idee, mir eine Bahnfahrt nach London anzutun? Diese Frage habe ich in den vergangenen Wochen häufig gehört – und auf meine Antwort mich erklären müssen.
Meine Antwort:
es dauert genauso lange
es kostet genauso viel und
es ist viel komfortabler.
Im Detail: Fahrzeit – ich bin effektiv weniger als 8 Stunden unterwegs von Erfurt Hauptbahnhof bis direkt ins Herz von London (St. Pancras). Per Flugzeug wäre ich mindestens 80 bis 240 Minuten bis zum nächsten Flughafen unterwegs (Altenburg, Leipzig, Frankfurt). 60 bis 90 Minuten Check in. 90 Minuten Flug. 45 bis 120 Minuten vom Flughafen bis in die City. Wenn alles optimal passt klappt es auch in 275 Minuten, also unter 5 Stunden. Um eine solche Optimalkonstellation zu erreichen bin ich in der Vergangenheit meist unchristlich früh gestartet, oder durfte tief in die Tasche greifen – die Kosten:
Ich bezahle exakt 178 Euro mit dem London Spezial der Deutschen Bahn3  plus 2,50 Euro Platzreservierung. In der Vergangenheit habe ich es nicht geschafft, einen Flug zu buchen, der einschließlich aller Gebühren weniger als 80 Euro je Richtung kostete. Der Flug selbst war dabei in einem Fall sogar “gratis”. Das macht zusammen schon 160 Euro, dazu kommen dann noch einmal “Vor- und Nachlauf”, also die Fahrten von und zu den Flughäfen, was je nach Verkehrsmittel im günstigsten Fall (Stichwort Sowiso-Kosten mit dem PKW) noch einmal mit mindestens 60 Euro zu Buche schlägt. Summa summarum 240 Euro im besten Falle.
Der Komfort: ich fahre um zehn Uhr morgens nach dem Frühstück zum Bahnhof, steige in einen komfortabel eingerichteten Zug, in dem ich jederzeit überall hingehen kann – auch während des Starts zur Toilette wenn es mir konveniert. Ich sitze am Tisch und kann mich nach belieben mit meinem/r netten Vis-a-vis unterhalten und habe genügend Platz für meine Beine, Kaffee4, Wasser, Papiere, Notebook – sogar eine Steckdose und wenn ich möchte habe ich Musik oder Hörspiele aus dem Sitz. Statt eines Filmes gibt es schöne Landschaft (siehe Aachen) zu sehen und ausserdem ist mir Bahn fahren in der letzten Zeit immer sympatischer geworden.
Bis Köln war der Zug fast leer, ab Köln ist dann jeder Platz besetzt, es wird kuschelig eng. Das Bordpersonal hat gewechselt, die Lautsprecherdurchsagen sind viersprachig und das ergibt manchmal ulkige Situationen: “Hartelik welkom to ICE 14 to Brussels in de name of  de Deutsche Bahn Rail Team.”

Schöne Landschaft beginn so richtig kurz nach Aachen, die Architektur der kleinen verstreuten Gehöfte aus Feldsteinen ist einfach nur schön – gut, die der Städte ist es nicht so sehr.
Schattenseite inzwischen: wir werden planmäßig 20 Minuten später in Brüssel eintreffen, in den verbleibenden vier Minuten werden wir den Eurostar nicht mehr erreichen höre ich von einer Mitfahrerin. Grund: wir können die uebliche Hochgeschwindigkeitsstrecke nicht nutzen – auch gut, umso idyllischer ist die Strecke.
… hm, Wegen eines Zugunglück in Belgien fällt unser Eurostar, wie auch der Folgezug aus. Mal schauen, wie es weiter geht.
Bahnhof LiegeLüttich, (Leuk, Liege) beeindruckt mit einem lichten weißen Bahnhof, und einem dahinter beginnendem Rotlichtviertel.
Die Gerüchte verdichten sich – der Kanal wird nicht so planmäßig zu überbrücken sein, wie geplant.
Im trist verregneten Brüssel angekommen werden wir gleich zum Check in für den Eurostar gescheucht. Macht Sinn, vor der Schleuse hat sich schon eine lange Schlage gebildet. Ein älterer Herr der auf seinem sehr abgenutzten und beklebten Hartschalenkoffer sitzt, spricht mich auf englisch an – über das Wetter und ob wir wieder mit dem Bus fahren werden. Das macht richtig Hoffnung :|
Bruxelles - warten vor dem Check inDann wird es wie am Flughafen. Wir bekommen eine gelbe Boarding-Card auf das Ticket geklebt und nach der Gepäck- und Zollkontrolle sammeln sich große Menschenmengen in einem endlosen aber komfortablen Wartesaal. Die Abfahrt ist für 19.11 Uhr avisiert. Um 18.50 kommt der Zug an und soll für 15 Minuten gereinigt und vorbereitet werden. Tatsächlich werden die Schleusen 20 Minuten später geöffnet. Diesmal piept der Zug nicht beim einsteigen. Der Eurostar ist offenbar genauso lang wie mein ICE in Frankfurt, er wirkt nur etwas geduckt. Im inneren ist er robust und ein wenig abgewetzt. Die Polster und Teppiche lassen ihn aber trotzdem recht heimelig wirken.

im EurostarEine Minute später schleichen wir aus dem Terminal Bruxelles-Midi. Unterwegs gibt es noch einige Verwirrung über unsere Ankunftszeit – Andrea wird jedenfalls leider eine Stunde zu früh in St. Pancras stehen.
Ach ja, und dann war da noch der Mann mit dem abgenutzten Koffer. Ich sitze neben ihm. Er studiert den Economist und stopft sich scheinbar völlig geistesabwesend zwei Pfeifen. Bei der nächsten Handbewegung vergewissere ich mich schnell noch einmal – ja, im Zug herrscht Rauchverbot. Nicht dass ich in diesem Fall etwas dagegen hätte – ich liebe Pfeifenrauch, aber im Tunnel wäre es keine gute Idee gewesen. Ich bin beruhigt: er steckt beide Pfeifen wieder in die Hosentasche. Kurz vor dem Ende des Tunnels spricht er mich an: er würde nur noch selten Menschen sehen, die wie ich über größere Strecken mit dem Füller schreiben. Es entspinnt sich daraus ein sehr interessantes Gespräch über Schmetterlinge und Nomenklatur. Er erzählte mir – zwischendurch auch eine Weile in Deutsch, er sei in Botswana und in vielen anderen Ländern der Welt gewesen und habe dort Schmetterlinge entdeckt. Über die Unterschiede in der Nomenklaturen in Botanik und Zoologie kamen wir zu Linné, der hoechtsselbst 250 verschiedene Schmetterlinge entdeckt – und beschrieben habe – aeusserst akkurat wie er betont – und das sei nicht selbstverstaendlich. Und ich finde etwas heraus, was die Botaniker sicher ein wenig neidisch machen duerfte – bei Erstbeschreibungen muessen Tiere nicht mehr lateinisch diagnostiziert werden. Er empfiehlt mir noch, die Linné-Gesellschaft zu besuchen, dort gibt es auch eine uralte Bibliothek …

Eurostar in London St Pancras

Wir bedauern beide, dass der Zug schon laengst in St. Pancras steht – das Reinigungspersonal schickt uns auf den Bahnsteig. 

Der Bahnhof nimmt mich gefangen. St Pancras International. London.

Dennoch laesst mich das eben so schnell abgebrochene Gespraech nicht gleich los. Andrea nimmt mich in Empfang und per Bus geht es die letzte Meile bis Temple.

Nun sind es doch fast elf Stunden geworden. Sollte die Luftfahrt etwa triumphieren?
Am Freitag werde ich meine Terminplanung machen und den Feinschliff für die Interviews.

  1. um hier mal meine Vorlieben auszubreiten []
  2. auf dem Foto sind sie leider schon eingestiegen, es hat schon wieder gepiept []
  3. in Bruessel treffe ich auf einen Fahrgast, der fuer ganze 49 Euro faehrt []
  4. wenn ich möchte, gibt es hier den Kaffee sogar bis an den Platz und ich muß keine Lose, Parfums, Tabak oder Spirituosen kaufen []

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Kaktus Jack – Trailer

Trailer zu einer ziemlich alten Westernkomödie in der sich Kirk Douglas und Arnold Schwarzenegger richtig austoben.

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Nachtrag vom Carneval im Land der Kakteen /Cajamarca-Nordperu

Fast wäre er ganz untergegangen auf der 15. Südamerikatour – der

Carneval-Latinoamericana

Heut’ nun schnell noch ein kleiner Nachtrag….., obwohl die Tour

inzwischen erfolgreich beendet wurde.

Nicht unbedingt  so ganz ohne Blessuren kam ich dort beim Foto-

grafieren davon…….!!

Mitmachen ist dort in Cajamarca auch einem Gringo erlaubt…..,

also wer Lust auf etwas “Bizarres Vergnügen” hat, der sollte sich das

Spektakel für 2011 schon mal vormerken!!

Ausser dem Geld für reichlich Farbe (kann auch vor Ort noch

erworben werden) entstehen keine besonderen Kosten….!

Hinweis: Unbedingt 2x Ersatzkleidung mitführen……., sowie

ausreichend von einem guten Duschbad…….!

Die Kuh steht in Lima auf dem Plaza Mayor – dürfte aber keinerlei Bezug zum Carneval in Peru haben…….!!!

…und noch ein Bild von der Heimreise…….(Querung des Rio Crisnejas)

“Südamerikatour”  –    Kaktussteffen

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Breaking news – Saatkisten wieder verfügbar

Verhandeln in der Bahn: kurz vor Brüssel war die Entscheidung da:

Ab KW 10 sind unsere kleinen Saatkisten aus Styropor wieder verfügbar. Wie schön.
Nur: “den bisherigen Preis wird es aber nicht mehr geben” erklärte mir unser Lieferant nach längerer Debatte unnachgiebig.
Schlimmer ist: jetzt sind auch noch die großen Saatkisten ausverkauft. Darum wird in Kürze das Aussaatset vorerst anders bestückt werden müssen. Ob und wann es hierfür Nachschub gibt ist bislang noch offen.

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Dioscorides – De Materia Medica in englischer Übersetzung

Dioscorides - AloeDie Mutter aller Pflanzenbücher – so mag man dieses Werk vielleicht bezeichnen.

Der Arzt Dioscorides Pedanios beschäftigte sich im alten Griechenland mit der Heilwirkung von Pflanzen1 und publizierte sein Wissen in seinem Arzneimittelbuch “De Materia Medica”.

Erstmals gibt es von diesem Buch (im Original umfasst es fünf Bände) eine druckfrische Neuauflage. Das besondere: aller fünf Bände sind in einem Buch zusammengefasst, sehr schön illustriert und in die englische Sprache übersetzt. Für Botaniker und Pflanzen-Forscher ist dieses historische Werk ein echter Schatz – und den Preis allemal wert. Zu bestellen gibt es das Buch hier.

Nach Dioscorides wurde übrigens die Gattung Dioscorea benannt – leider ist keine Pflanze aus der Gattung im Buch abgebildet.

  1. und Tieren, so beschrieb er eine frühe Form der Elektroschocktherapie mit Hilfe eines Zitterrochens []

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In Erfurt. – Besuch in Erfurter Gärtnereien

Von L. Wittmack,
Jedesmal, wenn man wieder nach Erfurt kommt, freut man sich über den Fortschritt in den Kulturen. Ich bin dieses Jahr bereits zweimal dagewesen, das erste mal leider nur auf wenige Stunden, auf der Durchreise nach München. Es war gerade um Frühlingsanfang, den 22. März, aber was für ein Anfang! Schnee und Schlackenwetter in entsetzlichster Weise. Das zweite Mal war es am 7. und 8, Juli; aber auch da konnte ich wegen anderer Geschäfte nicht viel Zeit auf den Gartenbau verwenden. Einige Stunden am Sonntag, den 7. Juli, widmete ich der Besichtigung des Dreienbrunnens und sah hier die Kultur der Brunnenkresse in den breiten Gräben (den Klingen), sowie die des Zwerg-Blumenkohls zwischen den Gräben auf sehr hohen Beeten. Am Montag, den 8. Juli, nahm sich Herr Ludwig Möller meiner freundlichst an und führte mich zunächst nach einer alten Blumenkohl- Samengärtnerei, der des Herrn Joh. Czekalla. Später sah ich in seiner Begleitung die Gärtnereien von Ernst Benary, die Samenzucht von Gewächshausgurken bei Weigelt & Co. und Haage & Schmidt’s Kulturen. J. C. Sehmidt’s Etablissement zu besuchen, erlaubte leider die Zeit nicht mehr, doch sieht man schon auf dem Wege von Haage & Schmidt’s Geschäft zur Stadt viel von den Baumschulen der Firma J. C. Schmidt.

Besuch am 22. März 1901
Im März hatte ich nur Ernst Benary und F. C. Heinemann besichtigen können.
Herr Kommerzienrat Friedrich Benary führte mich in das riesige Primelhaus, ein Haus mit Satteldach, das 105 m lang, 12 m breit und im First 3 1/2 m hoch ist. Hier standen etwa 32000 Töpfe Primula chinensis, namentlich die Sorten fimbriata alba, von der am meisten gebraucht wird, ferner coccinea magnifica, sehr schön, globosa rubra, filicifolia macrophylla kermesina splendens, filicifolia alba, ausgezeichnet, fil. rubra, iimbriata rubra, magnifica carminea, cristata hybrida. Die Hauptsorte ist und bleibt fimbriata alba. — Die schönste von allen Primeln aber war alba magnifica, die nur ganz zart gefranst ist und deren fünf Blümenzipfel sich dicht decken. Es ist das überhaupt das Streben bei Ernst Benary und vielen deutschen Züchtern, dass die fünf Abschnitte der Blumenkrone nicht Zwischenräume zwischen einander lassen, sondern sich auf einander legen (sich decken). Dadurch wird die Blume viel runder und einheitlicher, und dies erklärt es auch, warum die deutschen Samen, trotz des höheren Preises, gegenüber den südfranzösischen, weiche solche Deckung nicht zeigen, sehr gesucht sind. Die Produktionsbedingungen sind in Deutschland selbstverständlich viel ungünstiger als in Südfrankreich.
Die zur Samenzucht bestimmten Primeln werden Mitte Juli ausgesäet und Ende September des folgenden Jahres erst geerntet, also eine sehr lange Kultur. Ausserdem waren im März zu schauen die Winterlevkoyen, Herbstlevkoyen und Kaiser Levkojen zur Samenzucht. Diese werden im Mai ausgesäet, dann pikiert, hierauf ins freie Land gepflanzt, im Herbst wieder ausgehoben und in Töpfe gesetzt und entweder im Gewächshause oder im Mistbeetkasten überwintert. Was die Kultur so schwer macht, ist der Umstand, dass man die gefüllten, die doch keinen Samen tragen, mit überwintern muss.

Bekanntlich hat Ernst Benary den Vertrieb des von Herrn De Langhe-Vervaene in Brüssel gezüchteten Cyclamen Papilio übernommen, aber er ist nicht bei der ursprünglichen Form stehen geblieben, sondern hat durch sorgfältige Auslese dieser wie es scheint sehr variablen Form höchst interessante neue Formen erhalten. Da waren einige, denen man den Charakter eines Cyclamen überhaupt kaum noch ansah und die man als anemonenblütige bezeichnen könnte. — Auch Begonia Henry de Vilmorin sahen wir in einigen Riesen-Exemplaren; sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie ganz niedrig bleibt und ihre Blütenstiele schön über dem Laube erhebt, ferner Begonia Louis Cappe, eine hohe Blattbegonie, schön silbergrau, scharf gezähnt, Begonia metallica usw. Dass es an Saintpaulia ionantha nicht fehlte, ist selbstverständlich. Es war ein guter Griff der Firma Ernst Benary, als sie 1893 dieses auf der Genter Ausstellung vom Ober-Hofgartendirektor Hermann Wendland vorgeführte “Usambara-Veilchen” (farbig und schwarz abgebildet Gartenflora S. 321 t. 1391) erwarb! Gynura aurantiaca ist von Kalbreyer gefunden und von Benary eingeführt worden. Es ist eine schöne Blattpflanze. Ein Cyclamenhaus zeigte besonders Cyclamen persicum giganteum album mit sehr grossen Blumen, C. p. g. sanguineum, Blumen nicht so gross, ferner var. roseum superbum. var. violaceum usw. Von E. Benary gings zum Kgl. Hoflieferanten F. C. Heinemann, bei dem ich einmal die Grossartigkeit des Versandgeschäftes, namentlich auch an Privatkunden, anderseits die Sorgfalt in der Kultur der Begonien bewundern konnte. Man war am 22. März gerade beim Pikieren derselben, und jeder Gärtner weiss, wie gerade Begoniensämlinge bei ihrer Kleinheit Aufmerksamkeit beim Verpflanzen erfordern. Auch viele Sortimente anderer Pflanzen, selbst Wasserpflanzen, fanden sich, da auch letztere vielfach verlangt werden.

Besuch am 7. und 8. Juli 1901.
Brunnenkresse und Blumenkohl.
Am 7. Juli besuchte ich, wie gesagt, die altberühmten Kulturen im Dreienbrunnen. Der Weg dahin führt an einer neuen Parkanlage vorüber, in welche jetzt das Denkmal Christian Reichart’s, des Begründers der Dreienbrunnenkulturen, vorsetzt ist. Früher hatte es seinen Stand auf dem Reichart-Platze, doch da ist jetzt das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. errichtet. Offenbar steht das Reichart-Denkmal an seinem neuen Standorte zweckmässiger, denn es liegt unmittelbar vor dem Dreienbrunnen selbst.
Noch immer plätschert der sich durch seine milde Temperatur im Winter auszeichnende Dreienbrunnen-Bach (wohl eigentlich von “Treuer Brunnen” abzuleiten) durch die Felder, noch immer sieht man die breiten Gräben mit dem charakteristischen, darüber liegenden Brett als Steg, und noch immer sind sie gefüllt mit Unmassen von Brunnenkresse. Man fragt sich unwillkürlich: Wo bleibt all diese Brunnenkresse, die übrigens hauptsächlich nur im Winter und Frühjahr als Salat verspeist wird. Früher ging bekanntlich viel nach Frankreich, speziell Paris; doch da zieht man längst die Brunnenkresse selbst. Eine ziemliche Menge verzehrt allerdings Erfurt allein; indes wo bleibt das übrige? Im allgemeinen ist doch der Genuss von Brunnenkresse in Deutschland lange nicht so Mode wie in Paris. — Herr Ludwig Möller sagte mir, dass ein Händler1 den Vertrieb in die Hand genommen hat, er annonciert besonders in den Gastwirts-Zeitungen, und wo irgend bei einem Mahle Brunnenkresse gebraucht wird, wendet man sich an ihn.
Zwischen den Gräben im Dreienbrunnen, auf stark erhöhten, kräftig gedüngten Beeten steht der Erfurter Zwerg-Blumenkohl in seiner unübertroffenen Schönheit. Aber in Bezug auf die Blumenkohl-Kultur in Erfurt im allgemeinen ist doch ein gewaltiger Umschwung zu verzeichnen. Infolge der starken Importe aus dem Süden während des
Winters hat man die ehemals blühende Treiberei, wie mir Herr L. Möller mitteilte, fast ganz aufgegeben, dafür hat man aber die Sommerkultur von Blumenkohl ganz gewaltig ausgedehnt. Rings um Erfurt hat man grosse Flächen feldmässig mit Blumenkohl bestellt, und anstatt dass man früher kleinere Quantitäten versandte, verschickt man jetzt täglich ganze Waggonladungen nach Leipzig, Dresden usw. Dabei sieht man natürlich weniger auf lauter Eliteköpfe, als auf hohe Erträge. Dagegen wird, wie ich bei Herrn Joh. Czekalla sah, bei der Gewinnung des Blumenkohl-Samens noch ganz streng darauf gesehen, dass nur von den allerbesten, geschlossensten Köpfen der Same gewonnen wird.
Die Frühbeete des Herrn Czekalla liegen mitten in der Stadt, unmittelbar hinter dem Dom, und gehört das Grundstück auch dem Dom. (Die eigentlichen Grosskulturen befinden sich ausserhalb der Stadt.) Es ist ein malerisches Bild des alten Erfurt, welches man hier noch schaut. Im Osten hoch oben das schöne Portal des Domes und zu Füssen ein von
einem Arme der Gera begrenztes Stück Gartenland mit einfachen Häusern und Schattenstellagen, nicht fern davon der grosse schattige Propsteigarten mit den Wohnungen der Geistlichen. Zur Samengewinnung säet man den Blumenkohl-Samen im September aus, überwintert die Pflanzen in Prühbeetkästen und pflanzt sie im Mai wieder aus.
Ende Juni sind die Köpfe ausgebildet. Die regelmässigsten, geschlossensten und weissesten werden bezeichnet, und ängstlich wartet man nun, dass sie aufbrechen und die Blütenstiele entwickeln. Manchmal sind gerade die besten in dieser Beziehung Trotzköpfe. (Sollte man nicht durch Einschnitte das Platzen begünstigen können?)
In früheren Zeiten kostete 1/2 kg des echten Erfurter Zwerg-Blumenkohls 600 M., jetzt ca. 200 M.

Samenkulturen bei E. Benary.
Am 8. Juli wurden zunächst die Kulturen bei E. Benary unter Führung des Herrn Obergärtner Michaelis u. a. besichtigt. Hier fielen besonders unter Schattenstellagen die zahlreichen Sorten der Petunien
auf, u. a. die Petunia hybrida gigantea fl. pL, die von E. Benary vor 2 Jahren in den Handel gegeben ist und ca. 30 pCt. gefüllte Blumen bringt, ferner die Calceolaria rugosa major, dann Campanula mirabilis, von Haage & Schmidt eingeführt, mit lederartigen Blättern und schön blauen Blumen, mehrjährig, Papaver alpinum in vielen Sorten, auch var. laciniatum, Gerardia hybrida, Phlox Drummondi cuspidata fol. arg. marg., eine neue Varietät, die von weitem den Eindruck macht, als wenn das ganze Laub silbergrau wäre, Antirrhinum “Sonnengold” von Otto Putz in Erfurt in den Handel gegeben, Arctotis stoechadifolia Berg. (A. grandis Thunb.), von Haage & Schmidt eingeführt (schwarze Abbild. Gartenfl. 1900 S. 556). Heuchera sanguinea (hybrida), weiss, rosa und rot, sehr hoch und grossblumig, Delphinium nudicaule, wird, obwohl perennierend, als Einjährige behandelt, Viola cornuta bicolor, Phlox Drummondi Heynholdi Kaiserin Augusta usw. Sehr schön machte sich im alten Garten ein Beet von Begonia hybrida Lafayette mit grossen, leuchtend dunkelroten Blumen, die zu Gruppen ausgezeichnet ist, ferner die zahlreichen Musa Ensete usw.

Die Gurkenhäuser von Weigelt & Co. in Erfurt.
Ein hoher Genuss ward mir zu teil, als Herr L. Möller mit mir zu Herrn Weigelt & Co. fuhr. Hier sah ich in zwei ca. 25 m langen Häusern Gurken zur Samenzucht kultiviert. Die Pflanzen waren so reich behangen, wie ich noch nie gesehen, und war es eine Lust, die riesigen, schön geformten Früchte, dicht bei einander herabhängend, zu schauen. Kultiviert werden Prescott Wonder, Telegraph Improved, Early Tottenham Prolific und besonders Weigelts eigene Zucht: Weigelt’s Beste von Allen. Sie ist härter und wächst schneller, sie erhielt auch das Wertzeugnis des Verbandes der Handelsgärtner. Auch die gefüllten Begonien hier waren sehr schön.

Die Gärtnerei von Haage & Schmidt.
Vorüber an vielen lachenden Blumenfeldern, kamen wir endlich nach dem allbekannten Etablissement von Haage & Schmidt, wo Herr Obergärtner Zipperlen die Führung übernahm. Hier waren es zunächst die Kakteen, dann die Mesembrianthemum, die unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen; neu ist Mesembrianthemum truncatellum Haw., klein, mit gelben Blumen, aus Südafrika. Aus Südafrika und von unseren anderen Schutzgebieten haben Haage & Schmidt überhaupt viele Neuheiten, die zum Teil noch der Bestimmung harren, erhalten. So Erythrina suberosa aus Südwest-Afrika, von Kurt Dinter gesandt, verschiedene Malvaceen, Corapositen und Akazien. Einige der Akazien, wie z. B. Acacia Giraffae, werden in den Kolonien als Porst- und Nutzbäume herangezogen. — Auch die neueren Musa-Arten sind vorhanden, so M. japonica, die bis 10° Kälte aushalten soll, und die allerneueste: M. religiosa Dembowski. die ähnlich wie M. Ensete soll ausgepflanzt werden können, aber keine
80 schön rote Blattstiele hat. — Von Nymphaeen ist ein grosses Sortiment namentlich fast alle Marliaeschon Sorten, vorhanden. Sie haben den Winter ganz gut ausgehalten. Eine Nymphaea “O’Marana” ist wahrscheinlich ein Bastard von N. Ortgiesiana und N. zanzihariensis; schön ist auch N. Leydeckeri purpurea. — Crinum Powelli blüht schön rosenrot und ist winterhart. Eine treffliche Pflanze für die trockene Zimmerluft wird voraussichtlich die schön scharlachrote, etwa wie Rochea falcata blühentle Kalanchoe flammea (Crassulaceae) abgeben. Sehr schön ist das riesige blau blühende Allium viviparum, ferner A. rubelluin, Acantholimon glumaceuni, Verbena pannosa. Tritoma Tuckii, blüht früh, Gladiolus princeps etc.

Mit grosser Sorgfalt werden unter Schattenstellagen in der in Erfurt üblichen Weise auch hier die Nelken, die Levkojen usw. gezüchtet. Ganz besonders verdient schliesslich die vor etwa 4 Jahren eingerichtete neue Anlage für Wasserpflanzen hervorgehoben zu werden.
Schliesslich sei ganz besonders noch erwähnt, dass die städtischen Gartenanlagen in und um Erfurt sich unter dem seit einigen Jahren angestellten Gartendirektor Linne ganz ausserordentlich verschönert haben. Überall sieht man hübsche Blumenbeete, geschmackvolle Promenaden usw., wie denn auch in architektonischer Hinsicht Erfurt sich sehr verschönert hat.

Aus Gartenflora 50 – 1901

  1. Es ist Herr Kaufmann Gottlob Jander, Erfurt, Löberstrasse 63 64. []

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Mein kleiner grüner Kaktus für Comedy Central

Hier ist die passende Illustration zum Lied:

comedy_central_kaktus-tm

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noch mal Blumen für Frau Lieberknecht

IMG_4806_Heute Abend gab es eine hübsche Blumenkiste mit Frühblühern für unsere Ministerpräsidentin.

Als Gastrednerin zum traditionellen Molsdorfer Gespräch sprach sie über Kulturprogramme, Antriebsstänge, Thinktanks in Jena, Tourismus, Ausbildung und junge Familien, Solartechnik, das es ganz schön viele Deutsche gibt, die Lutherdekade, den gestern vor der Presse völlig verheimlichten MP-Gipfel Ost, automobile Zukunft in Eisenach und “eine grundsolide und kollegiale Wirtschaftspolitik in Thüringen”.

Und sie sprach davon, dass es miteinander immer besser geht, als gegeneinander. Wie wahr!

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Kaktus des Jahres 2010 – Echinopsis eyriesii

kaktus_des_jahres_2010_echinopsis_eyrisii_dkgMan kann gar nicht alles wissen. Beim durchsehen des Praxisberichtes bin ich eben daran erinnert worden: es gibt auch 2010 einen Kaktus des Jahres – diesmal ist es Echinopsis eyriesii – der Bauernkaktus.

Die Deutsche Kakteengesellschaft und ihre Schwestergesellschaften aus der Schweiz und Österreich haben die Pflanze gekührt – es ist schließlich einer der bekanntesten Kakteen – und wegen ihrer spektakulären Blüten schon seit Generationen beliebt. Konkret schon seit 1830, da wurde die Pflanze von Turpin als Echinocactus eyriesii beschrieben.

Weitere, heute nicht mehr anerkannte Namen sind: Cereus eyriesii, Cereus turbinatus, Echinopsis truncata, Echinopsis pudantii.

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Schnee in Thüringen und Winter auf Hiddensee mit Kakteen

Gestern war ich im Schnee – mal schnell mit Freunden nach dem Mittag in Oberhof  zum Langlauf. Der Thüringer Wald war ein Traum.

Unterwegs erzählten mir die beiden vom einzigen Arzt auf Hiddensee, der die langen kalten Winterabende bei seinen Kakteen verbringt1. Nach dem Schnee und den klammen Fingern wäre mir eine gut beheizte Sammlung mit Melocactus und Uebelmannia, oder noch besser ein feuchtwarmes Epiphytenhaus mit Warmwasserbecken auch sehr angenehm gewesen :)

  1. die Information hatten sie aus einer Dokumentation auf dem NDR, die sie am Samstag gesehen haben []

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