Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Mittwoch, 23. März 2016
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

Kakteen-Haage zu Ostern 2016

Die Osterkakteen zeigen es überdeutlich an – nicht mehr lange – und es wird Ostern.

Weil die Frage immer wieder steht – unsere Gärtnerei ist am Ostersamstag von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ich habe mich immer wieder gefragt, wie die Pflanzen es schaffen, pünktlich zu diesem menschgemachten wandernden Feiertag ihre Blüten anzusetzen. Eine überzeugende Antwort habe ich aber noch nicht gefunden.

However.

Seit heute früh 6 Uhr ist der Kakteen-Haage Katalog für 2016 gedruckt. Ein großer Brocken, der mich und uns in den letzten Wochen im Bann hielt – ist nun am rollen. Planmäßige Ankunft im Briefkasten Mitte April. Bis dahin gibt es noch einiges zu organisieren.


Print page

Samstag, 6. Februar 2016
von Ulrich Haage
15 Kommentare

Tag der offenen Tür 2016 bei Kakteen-Haage

Der Tag der offenen Tür ist seit 1991 traditionell die wichtigste Veranstaltung bei Kakteen-Haage. Am zweiten Samstag im Mai treffen sich in Erfurt unzählige Kakteenfreunde.

In diesem Jahr ist es Samstag, 7. Mai 2016 bei Kakteen-Haage in Erfurt.

Ein Blick aufs Programm:

  • Verkauf auf über 1500 m² von 8.00 bis 18.00 Uhr
  • Beratung und Tipps von unseren erfahrenen Mitarbeitern
  • Führungen durch die uralten Mutterpflanzenbestände – diesmal dabei: um 12 Uhr eine Führung durch die Kakteen – speziell für Kinder
  • Entdecken Sie über 325 Jahre Gärtnergeschichte der Familie Haage in Erfurt
  • 11 Uhr Praxisworkshop – Kakteen richtig fotografieren
  • Fachsimpeln und Austausch mit Fachleuten und anderen Kakteenfreunden
  • mit dabei: die leckere Kaktusbratwurst, und andere Thüringer Spezialitäten vom Grill
  • Kaffee und frischer selbst gebackener Kuchen
  • Bonsaifreunde kommen bei unseren Nachbarn Bonsai-Do und ihren sehenswerten Bäumchen voll auf ihre Kosten

 


Der Tag der offenen Tür bei Kakteen-Haage – alle Jahre wieder wird er mit wachsendem Erfolg zelebriert.
Natürlich geht es auch darum, sich in den Beständen einige Schnäppchen zu sichern, oder dem „Profi“ mal mit einem Problem auf den Zahn zu fühlen.

Besonders bedeutsam ist aber die Möglichkeit, mit anderen Kakteenfreunden zusammenzusitzen und Erfahrungen auszutauschen und das über regionale Grenzen hinaus.

Mitmachen statt zuschauen

Nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr bieten wir auch 2016 es einen Workshop zum lernen und Erfahrungen machen an.

  • 11 Uhr Praxisworkshop – Kakteen richtig fotografieren
  • was muß ich beachten, um Traumfotos zu schießen
  • die wichtigsten Aspekte für gute Pflanzenfotos
  • Kakteenfotoprofi Jan Carius fotografiert in seinem Gewächshaus und am Standort – und mit Ihnen zum Tag der offenen Tür
  • die Plätze sind begrenzt – jetzt anmelden und Plätze sichern
    .

Führungen:

Immer wieder beliebt ist der Blick hinter die Kulissen – den so ein Tag der offenen Tür ja schliesslich ausmacht. Hier kann man sehen, wie so eine Kakteengärtnerei arbeitet, wo kommen die Pflanzen her und wer hat da seine Hände im Spiel. Man kann durch die Sämlingsbestände streifen, Fotos von den Mutterpflanzen machen, oder lernen, wie man 800 Pflanzen in einer Stunde topft.

Um 12 Uhr gibt es eine Führung durch die Kakteen speziell für Kinder.

Wir freuen uns auf Sie am Samstag im Mai!

(Hinweis: einige Kommentare beziehen sich auf den Tag der offenen Tür aus den vergangenen Jahren)


Print page

Mittwoch, 18. November 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

In erster Linie dezent: Pilea peperomioides

Diese Pflanze lebt in unserer Gärtnerei am Existenzminimum – und zwar nicht mangels Pflege, sondern weil wir weit mehr verkaufen könnten als in unseren Gewächshäusern nachwächst.
Die Herkunft hat sie mit vielen anderen unserer Schätze gemein: meine Mutter hat sie irgendwo entdeckt und ein Stückchen davon mitgebracht.
Und seit wir die Pflanze im Angebot haben prasseln die Bestellungen schlagartig. Zuletzt habe ich eine Mutterpflanze Anfang November beim SWR dabei gehabt. Und prompt kamen danach die Fragen am Hörertelefon.
En vogue sind sie – groß im Kommen. Ein deutlicher Indikator ist für mich: wenn Menschen die Geschmack haben sich damit umgeben – dann kann es nur was Gutes sein.
So wie Frida Ramstedt – die auf trendenser.se für Schweden klar macht was schön ist.

http://trendenser.se/ Foto Frida Ramstedt

http://trendenser.se/ Foto Frida Ramstedt

In ihrem Blog finde ich immer wieder Kakteen und andere sukkulente Pflanzen die einfach schön machen.

Find ich schön!


Print page

Freitag, 13. November 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

Der KuaS Kalender ist alle. Es lebe der Kaktus-Kalender!

Der wunderbare KuaS Kalender ist ausverkauft.
Ganz spontan haben wir uns heute entschieden, für unsere Kunden einen Kakteenkalender 2016 herauszugeben…

Unsere eigenen Vorräte gingen zur Neige, und auch bei unseren Partnern und Mitherausgebern der DKG, GÖK und SKG waren die KuaS-Kalender für 2016 in diesem Jahr frühzeitig vergriffen. Am Freitag Nachmittag erreichte uns die betrübte Mail einer Kakteenfreundin, die sehr traurig darüber war, keinen Kalender für 2016 mehr abbekommen zu haben. Wir besprachen die Möglichkeiten kurz in kleiner Runde und entschieden dann: wir lassen noch einen Kakteenkalender für 2016 drucken.

Hier kommt der erste Entwurf:

image

Die Fotos hat Claudia Schröder aus unserem Bildarchiv zusammengetragen und hingebungsvoll bearbeitet, viele Bilder stammen von unserem Fotografen Andreas Malzan – und ich freue mich, auch Fotos von Freunden – Ralf Holzheu und Jan Carius – mit dabei zu haben …

und so sieht das Schätzchen fertig aus:

Der Kaktuskalender 2016

… im Moment im Druck – und danach ist die Widergabe noch brillanter …

kaktuskalender_2016_arrive

Heute früh druckfrisch eingetroffen – wir sind begeistert!

Jetzt hier bestellen!


Print page

Montag, 5. Oktober 2015
von Ulrich Haage
5 Kommentare

Abroad – Fahrt über den Vulkan

Soooooooo geil!
Und unerwartet.
Mittags Mietwagen abgeholt.
Kenne ich nicht: Ford Falcon XR6
Sieht aus wie ein braves amerikanisches Familienauto, nur der Auspuff. Hm?k-IMG_1393
Hat sogar ein Navi on board.
Okay, let’s go: Route nach New Plymouth:
Nö, nicht Highway, ich will Küste, den Pazifik sehen. Ich fahre erstmal nach Raglan. Da geht schon Küste. Und von dort muss es laut Karte eine kleine Straße nach Süden geben. Navi sagt: geht nicht durch.
Wenn ich bei Google ganz weit aufziehe, dann scheint sie durchgängig zu sein. Google will aber auch lieber Highway.
Ich fahre einfach.

Wow. Meer.
Anhalten, Foto machen.

k-IMG_1413
Weiter.

Wow noch Meer.
Anhalten, Foto machen.

k-IMG_1415

Wow, Strand.
Abstieg, Sandsturm, besser kein Foto machen, Sonne liegen.
Strand laufen.
Mist. Hose nass. Kalt!

Zurück. Weiterfahren.
Beide Navis schreien ‚Wenden!‘
Die Straße ist jetzt ziemlich schmal.
Nach vielen Stops mit Foto kommt ein Schild: ‚gravel road‘.

k-IMG_1435
Das merke ich.
Upps, das Ding hat ja Heckantrieb. Merklich! Wozu denn das?
Und der hat sowas von Bums! Das ESP greift immer mal ein.
Ich ich muss höllisch aufpassen, Landschaft gucken, Kinnlade fallen lassen und diesen Boliden auf Kurs halten, das beißt sich.
Satte drei mal bin ich kurz vor dem Graben oder schlimmerem. Ein kurzer Kickdown rettet die Situation. Adrenalin pur! Der Mount Karioi ist nicht mehr aktiv, mitunter schroff und ziemlich hoch.

Die Landschaft verschlägt mir die Sprache die ich ohnehin nicht brauche. Nicht reden. Ich bin platt. Nicht denken. Ich sauge nur auf.

Die Aussicht ist extrem, wie es ein ‚kurz mal vom Weg abkommen‘ an manchen Stellen auch wäre. Ein langer steiler Absturz, unten noch kurz die Klippen und dann der Pazifik, Tasmanian Sea.

k-IMG_1478
Irgendwann bin ich über den Kamm. Jetzt abwärts. Die Kurven sind genauso eng wie vorher. Hammer.
Du weißt nie, kommt dir vielleicht jemand entgegen? (auf den kalkuliert 240 Kilometern: drei Autos, eine Surferin, Schafe, Kühe, Kaninchen, Ziegen, Fasane, Puten – und die stehen immer hinter einer Kurve, garantiert!)

k-IMG_1437
Bremsen auf losem Schotter ist krass. Noch schlimmer ist aber, wenn der Motor bremst. Das Heck wedelt übler als beim Ski fahren. Irgendwann begreife ich: das ESP arbeitet auch da sehr zuverlässig, gleicht die Geschwindigkeit an und hält Kurs ohne den Spaß zu verderben.
Langsam bekomme ich eine Ahnung, die Kutsche ist vielleicht doch eher für schnelle Strecken, denn für shopping gebaut. Irgendwann habe ich den Dreh raus, wie Schotter und driften geht. Und dann geht’s ab. Es rumpelt manchmal herzhaft unter mir. Ich schaue, nachdem ich durch eine Auswaschung gerauscht bin. Außer Schlamm, kann ich nix sehen.
Dafür sehe ich die Sonne untergehen. Der Wahn in Tüten!

k-IMG_1475

k-IMG_1485

Nun ja – die Schattenseite: nach dem Sonnenuntergang folgt meist die Nacht. Hier ziemlich schnell.
Also Schotterrallye im Dunkel. Eher blöd. Vor allem nachdem die Navis sich nun gefunden haben und einig sind: noch ca. 8 Stunden, 380 km, davon 190 auf ‚unbefestigten Straßen.‘ Heiland! Wo bin ich hier?

k-IMG_1480
Ich fahre bei Nacht durch lose Steine, ‚unbefestigete Straße‘, sehe in die rote Augen der gemächlichen Opossums1. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h außerhalb von Ortschaften bekommt auf diesen Straßen eine völlig andere Bedeutung, wirkt auf mich höhnisch. Grummel!
Und zugleich – das ist eine Form von Abenteuer um die ich mich selbst beneiden werde.
Irgendwann bin ich wieder auf normalen Straßen.
Beide Navis rechnen neu und kommen auf eine überraschend erträgliche Distanz, noch etwa 90 Minuten.
Irgendwann, nach zwei weiteren Stunden und gefühlt fünfzehn geschlossenen Motels habe ich ein Bett für die Nacht.

Ziel erreicht.

—-

Schattenseite n° 2: Wer nächtens durch die Gegend fährt sieht nichts von der Gegend.
So sah ich die Gegend am nächsten Morgen:

k-IMG_1505

Mount Taranaki


Print page
  1. und bin werde am Ziel stolz sein, ohne Road Kill anzukommen []

Sonntag, 4. Oktober 2015
von Ulrich Haage
3 Kommentare

Hobbiton in Blüte – gärtnerische Stippvisite

Wenn in Neuseeland, dann irgendwie auch Tolkin, Hobbit, Herr der Ringe, Silmarillion. Das Filmset des Auenwald ist nach dem letzten Dreh erhalten geblieben und sehenswert – so wie die kleinen Geschichten die sich drumherum bewegen wie die unzuähligen Schafe – allein 1400 Stück laufen auf der ‚Hobbitfarm‘ herum.

Der Einstieg – in einem verzaubert unwirklichen Land von grünen Hügeln – beginnt in einem Garten. Der Gemüsegarten von Beutelsend. Ein echter – in dem Gärtner am Werk sind. Ich war neugierig, wie das restliche Auenland begärtnert wird. Meine Frage wurde beantwortet, bevor ich sie stellen konnte. Hier sind hinter den Kulissen fünf Profigärtner tätig, die dafür sorgen, dass alles blüht und gedeiht. Klar, ich schaue heute mal ganz bewusst nach der Flora am Ort.

Auf den grünen Hügeln und in den Tälern – an vielen Stellen im Land – beeindrucken mich die unglaublich großen Bäume. Auch hier stehen viele dieser übergroßen Solitärs.

Am Eingang – dort wo auch der Film im Auenland beginnt – führt der Weg am Gemüsegarten vorbei. Und hier wächst es. Die Kartoffen sind hier gewachsen – sagt unser Guide. Und auch, dass am Ende dieses Tals der Hobbit wohnt, der dem Alkohol meist zuviel zuspricht. Gemütliche, propere Hummeln besorgen die Bestäubung der Blüten. Und in den Bäumen hängen Kalebassen mit Vogelfutter.  Es gibt nicht nur öffentliches Grün, jedes deer Häuschen, die in den Berg hinein reichen – sind mit einen hüsch gepflegten Garten versehen. Jeder etwas anders – so wie die Profession ihrer Bewohner, jeder geht einem anderen Handwerk nach.  Bäcker, Imker, Müller, Töpfer, Fischer – und Gärtner. Und ganz oben, mit der besten Aussicht, dort wohnt Bilbo Beutlin (hier natürlich Baggins) und Frodo. Draußen hängt die Wäsche. Und auf dem Dach steht ein Baum. Der im übrigen unecht ist. Das fällt mir schon von weitem auf. Ein bisschen Eiche ist echt, aber die Blätter sind alle handbemalt.

Es ist eher praktisch, denn pompös. Hier wächst die Petersilie im Kübel, dort der Salbei, oder die Minze zwischen den Blumen. Lavendel. Schön, dass man mit Pflanzen so Menschen ‚zeichnen‘ kann. Erstaunlich.

So ist Bilbos Haus besonders aufwändig ausgerüstet. Mit dickem Kürbis auf der Karre. Neugierig bin ich auf das Haus von Sam, der ist ja schliesslich Gärtner1. Und in der Tat, der kleine Garten vor dem großen gelben Tor ist noch mehr gärtnerisch gepimpt, als die anderen. Und dezent. Hier gibt es Saatkisten mit Jungpflanzen, nicht etwa Rechen und Spaten – die sind schließlich im Feld.

Auf weitläufig verschlungenen Pfaden kommen wir schließlich im Grünen Drachen an. Dort wird Bier ausgeschenkt, solches aus Hopfen – und Ingwerbier. Das hat es mir besonders angetan. Dann geht es am See und durch den Gemüsegarten zurück zum Bus. Unser Busfahrer war übrigens einer der beiden Orks die den Eingang zu Helm’s Klamm gesprengt haben. Sein Neffe spielte im Hobbit den unbarmherzigen Asorg. Viele der Anwohner sind mit dem Film verbunden.

Und auch für mich als Gärtner gab es einiges zu entdecken.


Print page
  1. und ich lerne, die beiden Kinder im Film sind tatsächlich von ihm / seiner Frau im Film []

Samstag, 3. Oktober 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

Respekt vor Mitmenschen und Missbrauch von Religion

Ich war stumm und betroffen, als ich zwischen hunderten Schildern auf dem Flughafen in Bangkok dies entdeckte:

toiletseat_with_buddah

So habe ich das noch nie gesehen.
Ich habe auch eine kleine Keramik Figur zu Hause. Und zahllose Buddahfotos gemacht. Ohne selbst Buddist zu sein – auch wenn ich mich vielen buddistischen Gedanken sehr nahe fühle. Die Abbilder Buddahs haben mich ruhig werden lassen, runterkommen aus der Betriebsamkeit, fokussieren.

Wie respektvoll begegne ich einer anderen Religion und dem was den Menschen wichtig ist? Zu selbstverständlich waren mir die Figuren, Statuen, Raumtrenner, Poster und Tapeten. Einen Klodeckel habe ich bislang noch nicht gesehen.

Und es hat mir den Blick neu kalibriert auf das was ‚meine heimische Religion‘ ist.
Jesus auf dem Klodeckel? Ein Gottesbild auf der Bierflasche? Jeans of God mit einem bärtigen Mann auf dem Label?
Wenn ich jetzt noch über ‚The life of Brian‘ und andere Monty Python Produktionen nachdenke, und manches auf einmal nicht mehr witzig finde, dann beginne ich mich langsam etwas engstirnig zu fühlen – wo bleibt denn da meine Toleranz und die Meinungsfreiheit?

protecting_b

Moral hat nichts mit Religion zu tun, es bedeutet eine Position zu beziehen statt mein Fähnlein im Wind zu drehen.
Respektvoller Umgang miteinander bedeutet manchmal auch genau hinschauen statt Achtlosigkeit. Und es bedeutet auch Achtlosigkeit anderer nicht ohne Reaktion zu lassen – auch das keine Frage von Religion allein.

Das fand ich heute beim einkaufen:

wpid-buddahshop.jpg.png

Ich bin nie auf die Idee gekommen, damit den Glauben anderer Menschen mit Füßen zu treten.
Wohin das führen kann zeigen uns die politischen Eruptionen auf der ganzen Welt.

Und wenn ich aus der Ferne Neuseelands auf  die Bewegung schaue, die der Flüchtlingsstrom in der deutschen Bevölkerung auslöst. Wie Mitmenschen auf einmal ihre bisher verborgene Haltung aufdecken, dann geht es auch an der Stelle darum Stellung zu beziehen. Zu zeigen, ob wir aus dem Schicksal unserer geflohenen Ahnen gelernt haben, oder verbissen das uns vermeintlich Zustehende verteidigen, weil wir ja ’schon immer hier gewesen sind‘. Relativ.
Meine Familie kennt beides.

Und ich erlebe, wie die Welt ganz nah wird – auf andere Weise.


Print page

Freitag, 2. Oktober 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

Neuseeland Flash – im Land der langen weißen Wolke

Da war es doch bislang beschaulich. In der Millionenstadt Bangkok.

Und jetzt Betriebsamkeit, fast schon Urlaubsstress.
Ich bin doch hier in einem Land, dass eigentlich doch nur aus Landschaft besteht. Landschaft zum verlieben. Meine Kamera hat inzwischen den selben Husten. Den, den ich schon hierher mitgebracht habe – und beim besten Willen nicht loswerde.
Unendlich viel zu sehen, staunen und einfach still bewundern. Das sind gar nicht so sehr die Sehenswürdigkeiten – es ist einfach das Land.

Wunderschön!

Ich bin mit meiner Lieblingstochter Maria unterwegs, sie in Hamilton Au-Pair – und ich Papa auf Besuch. Wie cool, dass sie ein paar Tage frei hat und mir ‚ihr‘ Land zeigt.

Anders als in Thailand komme ich kaum dazu, mein Reisetagebuch zu führen, Maria hat die Tage für uns voll durchgeplant.

Erster Tag

Auckland – zum Warmwerden ein bisschen Großstadt. Wir gucken und probieren Cafés.
Schwärmend sitzen wir im stundenlang in der Sonne im ‚Federal and Wolfe1 und erzählen.

k-IMG_0382

Der Kaffee ist gut, die Speisen nicht nur schön anzusehen, sondern schmecken auch noch richtig lecker. Hier ist ein Profi in der Küche.
Abends treffen wir uns mit Marias Gasteltern in Hamilton. Es ist sehr amerikanisch hier.
Die angenehm optimierten, aber auch standardisierten Wohnsiedlungen die allen gewünschen Comfort liefern und auch noch ein gewisses Maß an Individualität. Spätestens seit ‚Edward Scissorhands‘ sehe ich wohnen und leben – so wie ich es darf – als ein großes Geschenk. Und irgendwie nimmt das wohnen auch Einfluß auf das Leben. Der Vergleich ist allgegenwärtig. Mir nähme es die Luft. Luxus hin oder her.
Und zugleich: atemberaubende Sonnenuntergänge.

k-IMG_1049

Zweiter Tag

Tauranga – ich habe beim landen das Wasser rund um die Inseln gesehen. Kein Wunder, ein bisschen Autofahren – und schon sind wir an der Küste. Pazifik. Rückwärtsgang rein. Wieder Pazifik.
Das wiederum – finde ich komisch. In Amerika ist klar – auf der einen Seite Atlantik und wenn ich auf der anderen Seite bin, dann Pazifik. Hier ist überall Pazifik – im Osten wie im Westen. Wir fahren also an den Beach.
Schön: direkt am Strand stehen Berge. Hier Mount Maunganui.
Ach ja. Die Sprache. Auch wenn hier meist englisch gesprochen wird. Die Ureinwohner, die Maori erscheinen hier nicht als verdrängte Minderheit.

wpid-wp-1443853659181.png

Ihre Namen bezeichnen das Land – soweit ich das erlebt habe – überall. Und es ist ein Miteinander – auch die europäischen Einwanderer sind stolz auf ‚ihre‘ Maori Traditionen.2.
Ich genieße die Sonne, gucke das Meer an, die Gleitschirme die die scheinbar unendlichen Aufwinde nutzen, Möven, Angler, Touristen, Kinder – nur zum baden bin ich zu müde, Fuß in den Pazifik hängen muß aber sein.

IMG_0490

Dann ein kurzer Aufstieg auf den Berg. Wunderbare Aussicht. Und dann suche ich Maria. Wir treffen uns zum Essen – wie es der Zufall will – nein! Mexikanisch – und auch hier lecker!

IMG_0504

Dritter Tag

Rotorua – wir fahren wieder ein Stück durchs Land und fallen verhungert und spät zum Breakfast im Fat Dogs Café ein. Dort gibt es Burger die man nur vom Spieß knabbern kann. Übernachtung dann im Crash Palace Backpackers offenkundig ziemlich legendärer Laden mit einigen auch ‚besonderen‘ Sukkulenten im Garten. Es ist zwar verboten, eine eigene Flasche Rotwein im Rucksack mitzubringen – immerhin kann man günstig eine Shisha leihen.
Ich tappe spät abends ins nahe gelegene Polynesian Spa und bin auch hier beeindruckt. Heiße, radioaktive Mineralquellen mit hohem Schwefelgehalt – das hilft garantiert gegen Husten. Es ist kurz vor Feierabend und die vielen Becken sind fast ausschließlich chinesisch besetzt. Heiß ist es, da habe ich kaum ein Auge für die wunderbare Vulkanlandschaft, die sich hiesige Gärtnerkollegen ausgetüftelt haben. Kurz vor elf wandere ich müde durch die Nacht zurück ins Hostel. Barfuß, auch wenn es kalt ist. Die Hitze ist glüht noch nach.

Vierter Tag

Te Puia,3 – wir sitzen auf dem Vulkan – gerade mal fünf Meter stark ist die Erdkruste an ihrer dünnsten Stelle hier, heiß kann das werden, da bekommt eine Schachtgenehmigung eine ganz andere Bedeutung.

Wir sind in einem Maori Dorf gleich um die Ecke. Um den Pohutu Geysir zu sehen. Glückspilze wie wird sind landen wir ausgerechnet in einer Guide-Prüfung. Unglaublich, was der Mann über sein Heimatland zu erzählen weiß. Nicht nur Fakten, es ist ungemein witzig wie er seine Geschichten erzählt. Wir wandern auf dem warmen Boden aus dem überall heißer Dampf hervorquillt.

IMG_0617

Stundenlang laufen wir durch einen rauchenden Wald, in dem übrigens auch eine der neuseeländischen Wappenpflanzen – Manuka4 wächst. Sie gehört zu den wenigen Pflanzen, die in der Lage ist, in dem teilweise kochend heißen Boden zu überleben. Wie? Flachwurzler – so unglaublich das klingt. Wir sind zeitweise völlig allein in einem ursprünglichen Regenwald in dem die Baumfarne (Dickinsonia) meterlang von Flechten und Orchideen behangen sind. Still ist es hier nicht – und doch fühlt es sich schlagartig ganz anders an.

k-IMG_0694

k-IMG_0708

k-IMG_0732

Es geht weiter in den nächsten Wald. Gigantische Redwoods wachsen am Rande von Rotorua. Bäume die uns schweigend machen. Da braucht es keine Worte.

k-IMG_0759
Als wir abends zurück nach Hamilton kommen – endlich angemessen Lammparty. Spareribs vom Lamm mit ziemlich Ingwerlastigem Gemüse dazu. Lecker.

Und es gab noch mehr zu erleben:

Waitomo – Ruakuri Cave und Glowworm Grotto, Mongolian BBQ @ Genghis Khan
Hamilton – a day off.


Print page
  1. habe ich Nachts um halb vier recherchiert, ein Gutes soll Jetlag doch auch haben []
  2. Insider mögen darüber vielleicht anderes wissen, für mich erscheint das Land ethnologisch ziemlich wenig gespalten []
  3. direkt vor den Toren von Rotorua, vollständig:  Te Whakarewarewatanga O Te Ope Taua A Wahiao, was grob Versammlungsplatz vor der Schlacht bedeutet, Heerschau in unseren Breiten genannt []
  4. Leptospermum scoparium, die Südseemyrthe, die den wunderbaren neuseeländischen Honig liefern []

Sonntag, 27. September 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

Lost in transit – nearly

Nach der entspannten Zeit in Bangkok war das Ende eher hurtig.
Eine letzte intensive Fußmassage, eine letzte Suppe aus der Garküche, oh ja, die Suppe bedarf einer Erläuterung.
In der wüsten Partyzone Sukhumvit 18, die bei Tageslicht ziemlich abgeschminkt und traurig aussieht.
Die Garküchen sind hier auch bei Tage online. Also eine Suppe. Beim dritten Tuk Tuk passt es. Das Gemüse sieht gut aus. Ich frage nach dem Fleisch. Das meiste ist noch roh. Magen vom Schwein – ach nö, Hühnchenfitzelchen – hm, riskant, Hackfleischbällchen – Alarm rot! Nee, lass mal.
Ich zeige auf die gegrillten Rindfleischstücke, die sehen gut aus.

image

Kurz darauf habe ich mein Schüsselchen. Da schwimmen aber nicht meine Rindfleischstücke, sondern alle seine Kollegen auch. Dazu kommen große Batzen Leber, die Farbe sagt: nicht gegart. Ich schau den Garkocher fragend an. Er nickt eifrig, ich soll probieren. Ah, es wird noch nachgegart. Erst die Schärfe testen. Vorsicht nehme ich einen Löffel. Mild ist zwar anders, ein bisschen von dieser leckeren Chili Essig Mischung geht noch, desinfiziert ja auch. Er nickt zufrieden. Macht aber keine Anstalten noch was zu garen.
Ich frage nach der Leber. Er zeigt mit dem Finger auf seinen Arm und ich vermute, es ist ein Fleischklops, ein Teigklößchen mit Blut. Ehrlich, ganz wohl ist mir dabei nicht. Kostet mich einige Überwindung. Der Gedanke die sieben Stunden Flug auf der Toilette zu verbringen macht mich etwas nervös. Wer nicht wagt… Und dann ist das alles überraschend lecker und sehr geil.

Jetzt langsam zum Flughafen. Rushhour auf der Straße. Und in der sonst so leeren Metro auch. Lange Schlangen an den Ticketmaschinen. So fahren mehrere Züge zum Flughafen ohne mich. Meine Zeitreserve schmilzt. Zum Glück bin ich schon eingecheckt. Trotzdem, auf dem Flughafen angekommen ist der Quantas Schalter schon geschlossen. Ich habe Glück, erwische noch eine Mitarbeiterin. Too late sagt sie und greift zugleich zum Funk. Dann geht es schnell. Sie drückt mir eine Prime Lane card in die Hand, lächelt und sagt: Run!
I do.
Passkontrolle zwischen lauter Diplomaten und sonstig wichtigen Menschen – läuft.
Sicherheitskontrolle: zieht mir mein Taschenmesser (autsch!) und die Wasserflaschen aus dem Rucksack der eben zum Handgepäck wurde. Dabei lächelt er ebenso entschuldigend wie gequält.
Keine Minute dauert das ganze. Wow.
Weiter rennen zum Gate. Nochmal Sicherheitscheck. Mein kleiner Airbus steht da.
Drinnen ist alles australisch easy. Eine gänzlich unfliegerische Begrüßung „Hey Man! Good to have you abord“. Australier sind wohl primär australisch und dann erst Flieger. Dann starten wir nach Sydney und ich komme wieder runter.
Froh zu wissen, das alles gut war.
Die ganze Zeit.


Print page

Samstag, 26. September 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

Loving and leaving – Bangkok

Was ist an Bangkok, dass halb Deutschland dort Urlaub macht?
Keine Ahnung, was andere hier finden. Als ich heute früh auf den ‚Wiehatesdirbeiunsgefallen‘ Bogen geschaut habe, las ich „Did we make you feel valuable and welcome?“ Ja, genau dass ist es. Das Land, die Menschen tun genau das.

Und wenn hier beim Frühstück Pachelbels Kanon aus Erfurt auf dem Klavier gespielt wird, oder die Menschen lächeln, wann immer sie einander begegnen, nicht nur weil sie Touristen sind und Geld mitbringen, dann fühle ich mich genau so.
Schlicht glücklich.

Hier zu sein – so weit weg, dass ist noch immer schwer zu begreifen. So gesehen ist das indianische Bild, die Seele muss nach einer langen Reise erst ankommen, für mich gerade sehr real. Ich habe den Verdacht, die Reise hierher war nicht lang genug zum wirklich ankommen.

In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal.

Gleich geht es weiter nach Australien.
image

image

 


Print page

Freitag, 25. September 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

One Night in Bangkok – Streifzug im Dunkel

Bangkok ist anders. In vielerlei Hinsicht.

Nicht nur verschiedene Kulturen, die hier leben, mit verschiedensten Interessen hier sind. Arm und Reich dicht beieinander. Ordnung und Chaos. Wolkenkratzer und Blechhütten, goldene Tempel neben der Mülldeponie. Hell und Dunkel.

Gestern Nacht war ich unterwegs zum Seafoodmarket. Zuerst streift mich ein Kabel am Kopf.
image

Ich finde die Kabelei hier überhaupt bemerkenswert, kreuz und quer hängen sie in der Gegend umher, oft am Mast aufgewickelt – und in diesem Fall hing ein Exemplar auf etwa 1,70 Meter Höhe. Nachts und schwarz = unsichtbar. Was bin ich froh, dass die Leitungen immerhin isoliert sind.  Das Kabel hat die Nacht übrigens nicht überstanden. Heute früh fand ich die beiden Enden in der Grundstücksmauer verwahrt.
image

Ich komme auf die Soi 22 – eine der vielen Nebenstraßen der Sukhumvit Road, es wird belebter, vor den Häusern sitzen Mädchengruppen – immer in einheitlichen T-Shirts und rufen mir Massage!, Massage! zu. Zu nah – dann wird auch schon mal mein Arm gepackt. Welche Massage so dringend an den Mann gebracht werden muß – da bin ich mir nicht so sicher.1

Bangkok riecht. Mal mehr, mal erträglich. Vielleicht ein Grund, weswegen manche Menschen Staubschutzmasken tragen. Abgase – damit komme ich zurecht. Wenn nicht klimatisiert – ist es grundsätzlich warm und feucht – gut, nicht unbedingt meins. Öffentliche Gebäude und die Bahnen sind klimatisiert. Und sauber ist es dort – anders als ich im Vorfeld las: in die Metro trauen sich nur Einheimische – ich hab davon nichts bemerkt – wenigstens nicht auf den Strecken die ich benutzt habe. Es gibt sogar eine Sicherheitskontrolle. Mist – und ich habe mein Leatherman mit. Und zwar nicht etwa in der Tasche sondern hübsch offensichtlich am Gürtel. Dennoch werde ich freundlich durchgewunken. Bestimmt weil ich auch bestimmt und freundlich geguckt habe. Auch auf dem Rückweg vom Markt: „Ja, bitte, einmal ins Tütchen schauen und dann weitergehen“. Wie bei allen anderen zuvor auch. Metro fahren find ich gut.
Zurück zu unsauber oder nicht – der Müll. Nicki war ganz verwundert: ‚Thailand ist so sauber im Vergleich zu Indien‘. Ich habe jetzt herausgefunden warum… Aufräumen á la Teenie: der Müll verschwindet hinter der Tür. Nur manchmal quillt er wieder heraus. 🙂
Und manchmal gibt es Ecken, da dreht sich auch mir langsam der Magen rum – und ich halte mich nicht für zimperlich.

Weiter geht es durch unbeleuchtete Straßen. Die kleinen Wolkenkratzer sind teilweise zappenduster. Das macht ein ziemlich gespenstisches Bild. Laufen auf der Straße trainiert Selbstbewusstsein. Der Verkehr ist reichlich. Neben Autos und schweren LKW (die beginnen offensichtlich erst nachts zu bauen) sind da die Tuk Tuk und unzählige Mopeds die sich überall durchdrängeln. Da kann es fix sehr eng zugehen. Meist hat es zwar einen Gehweg. image

Auf dem brauchen aber die Garküchen, Massagemädels, Bäume, Wasseranschlüsse, Telefonzellen, Auslagen oder Taxifahrerregenunterstände ihren Platz – und natürlich schlängeln sich noch scharenweise Fußgänger dort entlang. Und noch ein Detail fällt mir auf. Die Höhe der Bordsteine ist so bemessen, dass selbst ein SUV dort zum Parken nicht hinauf kommt2, dafür muß man als Fußgänger eben große Schritte machen.

Nachdem ich gestern kurz nach Elf die etwas unwirtlichen Fischhallen verlassen hatte machte ich mich auf den Heimweg – nicht direkt – es gibt bestimmt noch etwas zu entdecken.
‚Für meine Massage ist es heute zu spät‘.
Hab ich gedacht.
Nein!
Die arbeiten tatsächlich auch um Mitternacht noch – unglaublich!
Egal. Mit vollem Magen ist eine Thai Massage keine gute Idee.

image

Immer wieder begegnen mir Nachtarbeiter auf Pickups die die Straße, Gehwege aufhacken, zubetonieren oder eben ein bisschen am Wolkenkratzer werkeln. Frauen und Männer gleichermaßen. Und ich mutmaße, es gibt ein Tagbauverbot. Hm. Oder der Lärm ist tags auf der Straße so laut, dass die Baustelle darin untergeht. Auch möglich.

image

Und noch mehr begegnet mir: sehr attraktive und gut gekleidete Frauen, korrigiere: Mädchen, manchmal ausreichend alkoholisiert, im Schlepptau von fröhlichen Herrn anderer Nationalität.
Darüber mache ich mir meine Gedanken.
Auch Nachtarbeiter.

However.
Ich setze mich noch mit etwas neonfarbigen Bergtau an den Pool und genieße die warme Nacht.
image


Print page
  1. Ich habe mir das Golden Lotus ausgeguckt, meine Waden und mein Rücken haben bei der Thai Massage ordentlich geschmerzt, weitergehende Dienstleistungen werden zumindest dort offensichtlich nicht angeboten []
  2. wenn es nicht gerade ein Unimog ist []
wpid-img_20150925_140135.jpg

Freitag, 25. September 2015
von Ulrich Haage
Keine Kommentare

Brunch in Bangkok

Das ist auch Urlaub. So lange gebloggt, jetzt hab ich das Frühstück im Hotel verpasst. Kurze Recherche, wo kann man hier frühstücken.
Schick – gleich um die Ecke ist das Gastro, das ein wenig britisch imperial klingt. Frühstücksgarten beschreibt das gut. Ich sitze im Grünen.

image

Wunderbar.
Und wie häufig hier, wächst ganz nach Odysseus Idee ein Baum durchs Haus.
Ich entdecke langsam, wie gut Einfachheit ist. Und ich genieße es. So wie mein Frühstück. Der Kaffee liebevoll zubereitet mit Herzchen und lächeln. Einfach schön.

image

image


Print page
  • Facebook