Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Was tun gegen Trauermücken

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Kakteen stehen meist trocken, aber dennoch können ihnen Trauermücken gefährlich werden. Häufiger treten natürlich Schäden an anderen Pflanzen wie Epicactus-Hybriden, Weihnachts- und Osterkakteen, oder anderen Sukkulenten auf.

Dabei sind das eigentliche Problem nicht die Trauermücken selbst, sondern deren Larven. Die Winzlinge (5-10 mm lang) leben im Substrat. Eigentlich ernähren sie sich von den organischen Bestandteilen der Erde, also Torfanteilen, Pilzsporen und sorgen in der Natur für die Umsetzung der organischen Substanz. Bei Kulturpflanzen im Gewächshaus sind die Trauermücken wenig beliebt, die Larven nagen auch gern mal an frischen Stecklingen, oder Wurzeln. Häufig entsteht der  größere Schaden dann durch den Befall durch Pilze.

In den meisten Fällen entdecken wir Trauermücken durch die umherschwirrenden Minifliegen im Gewächshaus – oft in der nähe von Pfützen oder Tropfstellen und feuchtem Substrat. Allerdings ist nicht jede kleine Fliege eine Trauermücke. Viele der kleinen Piloten – wie die Fruchtfliegen – sind für Pflanzen völlig ungefährlich.

Was können wir gegen Trauermücken tun?

  • nasse oder bemooste Pflanzen in der Sammlung vermeiden
  • Pilzherde und zu feuchtest Substrat entfernen1
  • neue Pflanzen überprüfen und im Zweifelsfall extra „in Quarantäne“ halten
  • Kulturfläche reinigen/desinfizieren, nur neue Töpfe verwenden
  • Wasserhaushalt kontrillieren, Staunässe vermeiden
  • ausreichend Platz für die Pflanzen
  • Pfützen im Gewächshaus vermeiden
  • Erdsäcke verschlossen lagern, ein Kompost kann Quelle für Trauermückenlarven sein
  • Gelbtafeln helfen frühzeitig einen Befall durch Trauermücken zu erkennen

Wenn die Trauermücken da sind helfen verschiedene Insektizide, aber auch passende Nützlinge können sehr wirksam eingesetzt werden. Mit einem Nützlingsgutschein z. B. für Raubmilben oder Nematoden gegen Insekten kann man zudem sehr flexibel und schnell reagieren.  Wir setzen in unseren Mutterpflanzen bei Befall gern Nematoden ein. Sie können einfach und schnell mit der Gießkanne ausgebracht werden und wirken effektiv. Die Nematoden befallen die Trauermückenlarve, bringen diese in kurzer Zeit zum Absterben und vermehren sich gleichzeitig und haben dadurch eine gewisse Langzeitwirkung.

Nette bis kuriose Vorschläge habe ich erwartungsgemäß bei frag Mutti gefunden, darunter: Kieselsteine und Regenwürmer ins Substrat mischen, oder besprühen mit Pfefferminz-, Knoblauch- oder Tabak-Brühe.

Mehr technische Details bei Wikipedia.

Einen sehr guten, umfangreichen Artikel fand ich von Maja in „die grüne Welt

  1. Trauermücken lieben Bodenpilze, sie fühlen sich über weite Entfernungen davon angezogen []
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Autor: Ulrich Haage

Kaktusgärtner aus Passion…
seit 1970, aber mit weitaus längerer Tradition

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