Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Ist Internet wirklich kostenlos und gratis?

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Ich habe eben von meiner lieben Schwester einen Artikel geschickt bekommen.

Hauptthema ist das Internet, das so heimlich still und leise große Mengen an Energie verschlingt – einfach nur so. Durch das blosse Vorhandensein – und erst recht natürlich durch aktive Benutzung. Dann erst wird das ganze auch richtig persönlich zurechenbar.

So ein kleines schlechtes Gewissen bekomme ich da schon. Ich schreibe hier meine Gedanken in das Internet. Allein durch diese Tatsache verbrauche ich Energie, die eine Energiesparlampe leuchten liesse. Wenn ich dazu noch ein wenig Google in Anspruch nehme, oder etwas bei Wikipedia nachlese, so wird da schnell mehr daraus. So viel mehr, das ich nicht nur ein komplettes Wohnzimmer beleuchten könnte, sonder vielleicht noch das Bier für den Abend einkühle. Wenn ich dann auch noch auf YouTube vorbeischaue wird es richtig bunt.

hier mehr … der Artikel wird etwas länger …

Sparen ist da ein zitierter Ansatz. Statt Wiki, ebay oder ZVAB lieber im Brockhaus blättern, auf den Flohmarkt gehen, oder mal wieder das vertraute Antiquariat besuchen. Insbesondere letzteres tue ich von Hause aus schon sehr gern – allein der speziellen Stimmung wegen. Aber spare ich denn damit. Schon richtig, ein Internetbenutzer weniger (und ich mache jetzt keine Milchmädchenrechnung auf wegen der „Sowiesokosten“) – denn auch geringere Serverlast bedeutet Energiesparen. Aber was ist denn mit der Zeit?

Jetzt beginnt das ganze richtig spannend zu werden. Zeit kann ich nicht kaufen, mein Leben ist irgendwann zu Ende. Energie kommt aus der Dose, selbst im Serverzentrum ist das so. Also spare ich doch lieber Zeit und bezahle die paar Cent für den Strom. Oder?

Um das ganze noch komplizierter zu machen, könnte ich mich noch hypothetisch vor die Frage stellen: kann ich mir das Gefühl von Antiquariat eigentlich kaufen? Also bräunliche alte Lederbücherrücken, ein wenig Staub in der Luft, leises Rascheln, bei ganz altem Papier auch nur noch ein mattes Reiben, hin und wieder ein verzückter Seufzer hinter dem nächsten Regal, die Zeit beginnt nebensächlich zu werden, hinter dem Tresen sitzt auf einem massiven geschnitzten Stuhl mit abgewetztem Lederpolster ein alter Mann mit Wollpullover und ständig verstauber Brille, liest und weiß alles über jedes Buch – wirklich alles, kennt noch den Lieblingskäse des Autors … < hmmm, Antiquar muß auch ein schicker Job sein … träum >. Bumm jetzt ist es passiert – Energieverschwendung! Ich bin wieder vom Thema abgekommen. Die Frage war: kann ich mir dieses Gefühl kaufen? Nein. (Noch nicht?) Vermutlich geht auch das irgendwann, aber bis dahin brauche ich Phantasie, die manchmal auch mit mir durchgeht, oder eben das richtige Leben – und das kann ich weder kaufen, aber eben auch nicht sparen. So. Exkurs zu Ende.

Zurück zum Sparen von Energie. Die kommt genausowenig aus der Dose, wie das die Kondensmilch tut. Beides muß vorher einer reintun. In die Dosen. Energie ist begrenzt und gleichzeitig umbegrenzt vorhanden. Nur wie bei der Zeit auch, wir können nicht alles bekommen. So müssen wir Energie erst „einfangen“ und zur Nutzung bereitstellen. Und das wird eben immer aufwändiger und darum teurer. Darum sollen wir ja sparen. Energie bereitstellen macht Dreck. Immer. Egal welchen. Kohledreck, Öldreck, Atomdreck, Gasdreck, hässlichen optischen Wasserkraftwerksdreck, hässlichen optischen Solarplattendreck, hässlichen optischen Windmühlendreck (wenigsten bis die Windmüller auf historische holländische, spanische oder griechische Modelle umgestiegen sind – und selbst diese wären im Mengen dann wieder hässlich) und auch meine geliebten Gezeitenkraftwerke hauen den Fischen und Muscheln ganz schön Dreck in die Kiemen. Und dann? Irgenwer muß den Dreck wieder wegmachen… Und der will auch Geld zum leben haben und mal ins Kino zu gehen… Muss ja sein, kann ja nicht immer Glaskokillen fahren, Filter drehen, Gasfackeln anzünden oder Vogelleichen auf Feld und Watt aufsammeln.
Wenn wir Energie sparen – was passiert dann?
Den Exkurs zu den Ölpreissteigerungsbegründungen liefere ich später mal nach. Ich kann nämlich gerade nicht googeln. Es ist gerade was unglaubliches passiert.
Das Internet ist kaputt – seit eben – 1800 – macht vielleicht es gerade das Feierabendbier auf. Zum Glück schreibe ich ziwschendurch ausnahmsweise mal offline. – und ich spare zufällig dabei Energie.

cactusblog beim Energiesparen

So sieht das cactusblog beim Energiesparen im Internet aus

Sollte man denken. (ich bin ein aufgeklärter Mensch und weiß: jenseits meiner Firewall wabert und blitzt das Internet munter weiter vor sich hin – nur halt heute mal kurz ohne mich. Jetzt spare ich noch mehr Energie und ziehe den Stecker vom Splitter aus der Dose, bis der Wolfgang nacher alles wieder heile macht)
Zurück. Wenn wir Energie sparen. Ich denke daran immer beim Auto fahren. Mein Navi-Handy frisst Energie im Auto. Wenn ich also auf bekannten Pfaden durch die Lande fahre mache ich es aus. Dann muss die Lichtmaschine weniger Strom erzeugen > weniger Reibung > weniger Diesel (kein Benzin). Jetzt habe ich wirklich gespart. Licht anmachen beim fahren ist so ähnlich. Aber unter dem Blickwinkel der Warscheinlichkeitstheorie wackelt dieses Konstukt schon wieder. Wenn ich kein Licht anmache steigt die Warscheinlichkeit, das mich ein Kollege Autofahrer anfährt. Auto ganz machen kostet ganz viel Energie. Ich kann leider im Moment nicht nachgoogeln, wie viel und wie viel weniger Unfälle LichtAnFahrer haben – weil ich ja gerade Internetenergie spare. Was beweisen könnte Energie sparen kann auch Kosten verursachen und jetzt habe ich endlich den Bogen wieder zum Anfang.
Vielleicht spare ich Energie, wenn ich ins Antiquariat gehe, statt ins ZVAB. (ich unterstelle: Antiquariat hat einen öffentlichen Internetanschluß zum Selbstkostenpreis und ich finde dort alle Bücher, die es auch im ZVAB gibt) Doch selbst der schnellste Antiquar hat nicht alle seine Regale in der Zeit abgesucht wie das der Computer mit dem Stecker in der Dose tut. Und der Antiquar will zum Abendessen vielleicht eine Käsesemmel, oder Nudelsuppe haben. Damit er am nächsten Tag wieder Bücher suchen und lesen kann. Hier hinkt mein Vergleich, ich merke das. Ich will eigentlich sagen. Der Computer findet mein Buch schneller als der Antiquar. Und er findet es vielleicht auch, wo der Antiquar es übersehen hätte (wegen des Staubes auf der Brille). So habe ich Zeit gespart, die ich für andere Dinge – zum Beispiel lesen – verwenden kann. Bezahlen muss ich diese Einsparung aber mit dem fehlenden Erlebnis, meinen Antiquar auf einen Gewürztee besucht zu haben. Hm. Sonst eigentlich nichts, denn die „Wege-Energie“ hatten wir ja als identisch angenommen.

Und? Jan hat zwar so schön geschrieben, ich gehe den Sachen auf den Grund, aber auf diesem Grund ist es gerade ein wenig neblig – und ich habe mich in meiner Beweisführung verlaufen.
Macht nix. Sowas passiert anderen großen Literaten auch. *ggg*

… ich habe meine Schreibtischenergiesparlampe doch nicht ausgeschaltet – auch wenn mein Monitor hintergrundbeleuchtet ist und ich die Tasten theoretisch auch im Dämmerlicht finden könnte. Auch das Internet ist inzwischen wieder repariert.

Und Ja, ich bin völlig nüchtern und im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte. Ich schweife einfach manchmal etwas ab – es ist sozusagen ein schöngeistiger Artikel gewidmet den Lesefreudige mit Expeditionslust. Allen anderen gönne ich ihr Stirnrunzeln und Kopfkratzen. Hin und wieder muß ich eben mal stark unernst sein 🙂

Wer sich jetzt auch noch für den Artikel und Auslöser diese Betrags interessiert:

hier ist er für alle Selbstergründer …

Energie sparen im Internet

Autor: Ulrich Haage

Kaktusgärtner aus Passion... seit 1970, aber mit weitaus längerer Tradition

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