Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Tag der offenen Tür – Rückblick

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Es war eigentlich eher ein Kakteen-Sonntag. Das Wetter ließ sich schon am Morgen bestens an – und wie immer, die ersten Kunden waren pünktlich um 7.15 auf dem Pakrplatz gelandet – mit Kisten, Katalog und Kartons bewaffnet. Um 8.00 Uhr startete die erste Führung durch die Mutterpflanzenbestände und von da an ging es Schlag auf Schlag. Als ich nach der dritten Führung mal einen Blick auf den Parkplatz warf, war ich einigermaßen platt.

Tag der offenen Tür 2009 - Parkplatz Tag der offenen Tür - ParkplatzVoll – bis vor das Tor standen die Autos – und sie kamen wirklich aus allen Ecken Deutschlands. Manche waren schon seit dem frühen Morgen unterwegs. Wer nun den weitesten Weg hinter sich hatte, konnten wir nicht ermitteln, ob Beremen oder Kempten, unser Parkplatz war in jedem Falle zu klein. Am Abend erzählten unsere Einweiser, ein Laubenpieper wäre völlig empört gewesen – das sind schließlich „Ihre Parkplätze“, die wir so einfach mit belegt hätten.

Auf den Führungen kommt man mit etwas Glück auch ins Gespräch und so konnte ich nicht nur über unsere Pflanzen und Gewächshäuser erzählen, es gibt auch immer wieder spannende Erfahrungen, die ich von den Besuchern erzählt bekomme. Wer da so alles im stillen Kämmerlein an eigenen Züchtungen tüftelt. Wie wer sein Gewächshaus baut und ausstattet und im Winter für Wärme sorgt – solch ein Austausch bringt nicht nur uns neue Informationen, auch für unsere Kunden ist das eine gute Gelegenheit, neue Blickwinkel und günstige Lösungen für ihr Hobby zu entdecken.

Um 10.00 Uhr der erste Vortrag. Steffen Janke zeigte nun endlich die ganze Pracht seiner letzten Südamerikatour1 – und ich konnte wieder nicht dabei sein. Ich konnte nicht mal den Vortrag eröffnen – keinen einzigen, den ganzen Tag lang. Immer wenn ich im Getümmel unterwegs war, gab es Fragen über Fragen. Wo steht Pflanze X, Ist Y winterhart, wie lange blüht das und in welcher Farbe und am beliebtesten: ich habe auf der Führung Z gesehen – kann ich die haben?

Wenig später traf ich auf Heiner Borger und Werner Sporbert. Die beiden brauchten noch etwas Unterstützung bei der Vorbereitung ihres Vortrages, der als Film kam und darum nach jedem Bild angehalten werden musste. Wie gut, das wir einen Computerfachmann am Grill hatten, der mal schnell nach dem Rechten sehen konnte. Meine Schwester hat dann den „Weiterdrücker“ gemacht und war danach ganz angetan von Bildern und Geschichten.

Im Gewächshaus sammelten die Kunden derweil die Tische fleissig ab – wir hatten extra zwei Tische mit blühenden Echinocereus eingeräumt – die Pflanzen daraus waren in nahezu jedem Kistchen zu finden. Auch in unsere Epi-Bestände wurde einige Löcher geschlagen. Überhaupt sahen die Pflanzenbestände für mich danach ganz schön löchrig aus – als hätten wir vorher nichts hingestellt. Aber ich hörte auch die Frage: habt ihr überhaupt etwas verkauft – die Tische sind doch noch ganz voll? – offensichtlich alles eine Frage des Blickwinkels. Fakt ist: wir haben etwas verkauft – und eine ganze Menge sogar 🙂

Für 10.30 war der erste Mutzbraten angekündigt, der leckere Duft zog schon deutlich länger durch die Nasen. Die erste hochnotpeinliche Frage: „ist der auch echt? Ihr seid doch gar keine Schmöllner?“ konnte ich zum Glück gleich an meinen Herrn Schwiegerpapa weitergeben – der ist echt und aus Schmölln – und Glück, Zufriedenheit und Verbrüderung ruhte wieder auf Erden. Natürlich war der nächste Schritt, zu prüfen, ob nicht nur der Duft, sondern auch Geschmack eines echten „Schmöllners“ würdig ist. Und er war es! Das haben auch alle anderen bescheinigt, die danach probiert haben.

Duftmäßig stand sie vielleicht etwas im Schatten, in Sachen Geschmack hat sie hingegen echte Begeisterung ausgelöst – die Kaktusbratwurst. Unsere Fleischer von Thüringer Land hatten noch ein wenig an der Rezeptur gefeilt und so ist sie in diesem Jahr noch besser geworden. Das größte Lob bekamen wir von Bastian Foerg: „das ist die leckerste Thüringer Bratwurst die ich gegessen habe“ und er sollte es wissen, er konnte lange genug Thüringer Bratwürste getestet und als Zögling von Johann Laafer versteht er etwas davon. Als Beweis hat er gleich 250 Stück gekauft. Das hat nun zur Folge, das sich meine Kollegen heute beim Frühstück um die letzte Packung streiten, die ich eigentlich gehofft hatte, zu einem besonderen Anlaß aufheben zu können. Nun gibts halt eine große Grillparty und erst im nächsten Jahr wieder neue Kaktusbratwürste…

  1. mit fast 600 Bildern!! []
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Autor: Ulrich Haage

Kaktusgärtner aus Passion... seit 1970, aber mit weitaus längerer Tradition

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