Archive for Januar, 2010

Gas alle?

Eine Support-Story.

Heute früh meldet sich die Heizung und sagt: “hab kein Gas anliegend”

Alles nicht so schlimm, das ist vielleicht nur temporär, im Moment bollert der Ölkessel – und mit Ausnahme der drei Störungen von gestern auch problemlos.

Heute abend um 17.10 Uhr gibts immer noch kein Gas. Das ist nicht mehr temporär. Also fragen wir doch mal bei der Störungsstelle nach. Grmpf. Da ist eine nette Dame die sagt: gleich der nächste Mitarbeiter der nicht mehr im Gespräch ist – ist mein.

17.25 Uhr – Nach 15 Minuten finde ich: “gleich” ist jetzt vorbei. Meine Finger sind schon ganz schön kalt draußen. Da stecke ich besser mal das Headset dran, da friert mich nix.

18.10 Uhr – wie gut, dass Handyakkus so lange halten. Ich setze mich ins Auto und mache mich auf den Weg zu den Stadtwerken – vielleicht gibt es ja dort ein Annahmefensterchen für persönliche Beschwerden. Unterwegs höre ich weiter die Haltemusik und empfinde die akustischen Störungen als störend. (60 Minuten lang “gleich”)

Etwa 18.20 Uhr – drehe ich eine Runde um den imposanten Glasklotz der Stadtwerke Erfurt Gruppe. Der Monolith liegt in völligem Dunkel. Nur die Notbeleuchtung der Treppenhäuser glimmt matt. Rundherum Überwachungskameras, die mein verbotenes befahren der Fußwege sicher bemerken, aber leider keinerlei Aktion auslösen. Alles bleibt ruhig und ergebnislos. Auf beschwerende Kunden am Wochenende und außerhalb der christlichen Dienstzeit ist man hier offenbar nicht vorbereitet. Kein Nachtschalter. Bestimmt kommt sowas auch einfach niemals nicht vor. – Außer bei uns. Aber halt! Hier ist Licht. In einem Raum, ebenerdig, dezent mit Sesseln und zwei Ledercouches eingerichtet und frischen Blumen auf dem Tisch (am Sonntag!!) – die Tür zum Flur steht offen und die Nachttischlampe leuchtet. Ich warte, ob vielleicht jemand diese Idylle beziehen möchte – aber es bleibt hell und leer. Niemand da.

Um 18.37 Uhr bin ich unverrichteter Dinge wieder auf dem Heimweg, freue mich immer noch über das Durchhaltevermögen meines Telefons und die nett gehauchten jungen Dame am anderen Ende – es ist halt nur eine recht einseitige Sache. Es könnte ja wirklich was ernstes sein. Vor meinem geistigen Auge entrollt sich das Bild der üblichen Steuerzentralen mit blinkenden Monitoren und unzähligen Telefonen1. Zehntausende aufgebrachter Erfurter rufen dort an, weil die Bratkartoffeln auf dem Gasherd halbgar bleiben. Ach was – dann hätte es schon längst eine Sondermeldung im Radio gegeben. Ganz anders: Ein gemütlich eingerichteter Raum – genau – der wie oben beschrieben. Draussen an der Tür steht Notrufzentrale -Gas-. Auf den komfortablen Ledersesseln flätzen zwei Männer. Der eine schlummert, darum kann er ja nicht sehen, das sein Telefon ununterbrochen blinkert – mehr kann es nicht, es ist auf leise gestellt. Der andere hat sein Telefon am Ohr – es geht aber nicht um Gas. Nein – das ist auch Quatsch. Also wenn es eine Störung gäbe – dann ist da was im Internet zu finden – und danach schaue ich, wenn ich wieder zu Hause bin. (es sind jetzt über 1 1/2 Stunden “gleich ist jemand für Sie da”)

18.47 Uhr – Fehlanzeige – im Internet ist keine Störung angeschlagen – sieht aber auch nicht so aus, als würde es einen solchen Service im Ernstfall geben. Aber ich stelle fest – die Telefonnummer die ich nun seit fast 100 Minuten beklingele ist die richtige. Ich kann auch anders. Ich hab ja noch ein Telefon -vielleicht wissen die Kollegen von der Fernwärmeversorgung ja, ob es Gas gibt – die brauchen das ja schliesslich auch.

18.53 Uhr habe ich an jedem Ohr Musik und die selbe junge Dame die sagt: “gleich…” Nur sind Ansagen und Musik nicht syncron – und das hält keiner lange durch. Eben will ich auflegen, da kommt ein Mann zu den Damen. Jetzt muß ich kurz überlegen, welcher der beiden Notrufe da spricht. Es sind die Fernwärmer. Nein, er wisse nichts von einer Störung, aber das muss nichts heißen. Er leitet mich mal an die Kollegen von Strom und Netz weiter, die sind näher am Gas. Daraus wird aber nichts, er verspricht aber sich zu melden, sobald er etwas neues erfährt. Ich bleibe zurück im Ungewissen, allein mit meiner ersten “gleich”-Dame und den Zweifeln, ob ich noch jemals was hören werde, bevor mein Telefon leer ist.

IMG_4708_Kurz vor Sieben – mein Telefon klingelt – die Gasversorger wollen wissen, ob im ganzen Haus kein Gas sei. Ich denke bei mir, das könne man aber missverstehen und erkläre dem guten Mann den Sachstand. Als ich “Gärtnerei” sage, glaube ich etwas zu hören. Dann sagt er, wir kümmern uns. Ich verabschiede mich darauf mit einigen freundlichen Worten von der Dame an meinem anderen Ort, die aber immer noch nichts erwidert.

19.20 Uhr. Draußen auf dem Parkplatz postiert sich ein Entstörfahrzeug vor einem Gaskasten. Weitere 15 Minuten später ist das Gas wieder da, der Kessel ist wieder online.

Schönes Fazit: der Fehler – hm, hat keiner rausbekommen, was das war. Hauptsache, es geht alles wieder.

Die haben Nerven.

  1. im Film werden von dort aus meist diffizile Raummanöver überwacht, die über den Fortbestand der gesamten Menschheit  entscheiden []
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Pause?

Ja, ein wenig so etwas ist es schon.

Es ist nicht so, das gerade nichts passiert – ganz im Gegenteil. Die Kakteen halten im Moment Ruhe, nur hier und da blüht etwas. Das Kaktusgärtnerleben wird hingegen gerade kräftig durchgeschüttelt.

Vorsichtig ausgedrückt erlebe ich im Moment sehr viel und habe noch mehr zu tun. Einerseits in der Gärtnerei, wo unsere Mannschaft zeitweise auf drei Leute eingeschnurrt ist (Krankheit/Urlaub), da springen wir alle zwischen Telefon, Aufträgen und Gewächshaus hin und her. Andererseits ist es gerade die Zeit für Messen und Weiterbildung für Gärtner. So habe ich noch zwei Berichte über die Grüne Woche und die IPM in Essen in der Pipeline … neben den anderen Artikeln die noch im Rückstand sind.

Zum Jahresanfang wollen sämtliche großen Projekte geplant und in die Bahn gebracht werden – damit ist die Aussaat nicht nur im übertragenen Sinne gemeint. Hm. und das alles ist eigentlich nur die Spitze des Eisberges – ganz gleich; 2010 wird ein großes Jahr – Chancen und Veränderungen …

Will sagen: ich lebe noch.

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Bilder aus Tupiza-Südbolivien

Heute gibt es die Bilder ganz einfach über diesen Link:steff_DSC_0515

… in Bolivien ist das oft so eine Sache mit dem web, da ist das Daten hochladen nicht immer so simpel …

Die Bilder sind von der letzten Zelttour vergangener Woche.

Wer noch mehr Bilder vom Standort sehen möchte, bitte melden!

Grüße von kaktussteffen von der 15. Südamerikaexpedition

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Gerührt, nicht geschüttelt – wie in Amerika vor 110 Jahren Kakteenerde hergestellt wurde

Man nehme Granit, Sand und verschiedene andere leckere Zutaten, die man in keinem Fall sieben soll … und schon hat man eine Universal-Kakteenerde die mit einer kleinen Modifikation sogar für Epis anpassbar ist.

Fundstück in >The Cactus Journal, May, 1899<

CACTUS SOIL

Das Cactus and Succulent Journal auf DVD

Das Cactus and Succulent Journal auf DVD

There is one golden rule with reference to the soil most suitable for growing any wild plants, viz., imitate nature as nearly as possible. This we find rather difficult to do in the case of the Cactus family, as they are found wild, growing in so many different kinds of material (soil is hardly the correct word to use). Probably the greatest quantity are found in broken-up and disintegrated granite. In some places it takes the form of a coarse sand, in others broken rubble, all sizes, from that of a pea to a cocoanut. Some kinds are found in similarly broken- up limestone, others at the edge of brooks (usually quite dry), in a quite clay-like soil ; but in every case the drainage is perfect, especially when the plant grows upon the slope of hills or mountains. This is generally the case; there are always ten times as many found upon the south side as upon the north side, showing their preference for sun, even in a land where sunshine is the rule and not the exception, as is often the case here.

Granite is composed of many kinds of mineral substances, and when it becomes weathered and broken up it becomes mixed with a quantity of decayed vegetable matter. The roots of the plants cling to the large pieces of stone, and search about in the finer material for nourishing material to build up their succulent stem.

Granite is an igneous rock, and the intense baking sunshine in the native habitat of most Cacti, seems to almost burn the earth up into powder — at least, it dries all the moisture out of the surface — therefore we recommend the following mixture, which may be made up in large or small quantities :

  • One part red sand
  • one part silver sand
  • one part pulverized bricks, or dust from brick-yard
  • one part old mortar
  • one part granite, or marble chippings from the stone-yard
  • one part very old rotten leaf mould
  • half part finely broken charcoal
  • one part of burnt earth1
  • three parts loam.

Well mix but do not sieve out the small pieces of rock, or lumps — in fact, don’t use a riddle at all. It will be seen that a good proportion of the above has been through the fire, and the whole will make a very porous mixture, yet the larger pieces will absorb and hold some moisture for a considerable time.

For Phyllocacti and Epiphyllums we recommend the above, with

  • one extra part of leaf soil, and
  • one part of very old well-rotted manure.

Many people cover the surface of the soil between the plant and the edge of the pot, with small pieces of white marble chippings. This certainly looks neat and clean; it also prevents surface evaporation, and also saves the plants from being splashed with the soil when watered with a rose or syringe. Be careful and don’t use gypsum, or what ie often called “white spar,” in rockeries, which is a sulphate of lime, not a carbonate as marble. We recommend Cactus growers to mix up a good quantity of soil at one time. It will keep indefinitely and save a lot of trouble. The above mixture will do for all kinds of Cactus, and many other kinds of succulent plants, especially those found in arid desert and mountain lands.

  1. da habe ich keine Ahnung, was das sein könnte – gebrannte Erde?? []
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Neujahrsgrüße aus Amerika

Steffen Janke hat es gut – könnte ich jammern, dort ist es warm und die Sonne scheint. Denn es wird nicht mehr lange dauern, dann haben wir hier die Faxen dicke mit Schnee und Kälte1.

Aber Wetter ist ja nicht alles und im Haus ist es eigentlich schön geheizt und Weihnachtsbaum mit heißem Tee bringt Wärme ins Herz.

Genau das möchte ich uns allen wünschen. Neue Ziele und die Kraft und Gesundheit dafür – und dass es weiter aufwärts geht in 2010. Den Wirtschaftsweisen die Erkenntnis, dass sie mal so richtig auf dem Holzweg waren, einen Sommer mit maximalem Eiskonsum und unzählige schöne Blüten in Gewächshaus und Wiese.

Und bei der Gelegenheit hänge ich gleich die Neujahrsgrüße aus Südamerika an:

… das Neue Jahr startet für mich jetzt in der Region Tupiza; hier geht es dann endlich für  mehrere Tage mit dem Zelt hinaus ins Feld…
Das Wetter ist hochsommerlich heiss, ich bin entsprechend nahe am südlichen Wendekreis.
hasta  pronto
Steffen

M 15. SA-Exp

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  1. wenn ich auf den Gaszähler schaue, dann ging es mir schon letzte Woche so []
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