klampfff
Solo auf Zupfolino
In den letzten Tagen sind liebe und wichtige Menschen gestorben.
Exemplarisch:
Meine Großmutter †, die in meine Kindheit Berliner Großstadtfeeling brachte, ebenso wie eine enge Verbindung zur Natur – wir sind sehr viel gewandert. Irgendwann wird man von Enkel zum Erwachsenen. Und irgendwann hat man keine Großeltern mehr. Wie ich am 24.10.08. Dann beginnt Mensch als erstes darüber zu sinnieren, was man alles verpasst hat – und darüber stirbt man irgendwann selbst einmal ♦
Gräfin Sonja Bernadotte † (Blumeninsel Mainau), auch sie hat sehr viel für Naturverbundenheit unternommen. Auch bei mir. Anfangs ferne Begegnungen als Junggärtner auf den Bundesgartenschauen, als Präsidentin der Deutschen Gartenbaugesellschaft bewegte sie viel für Gärtner im Hobby- und Profibereich. Wenige Tage vor ihrem Lebensende übergab den Staffelstab an Karl Zwermann – meine persönlichen Lieblingspräsidenten übergeben ♦
Alle Geburt ist Geburt aus Dunkel ans Licht; das Samenkorn muß in die Erde versenkt werden und in der Finsternis sterben, damit die schönere Lichtgestalt sich erhebe und am Sonnenstrahl sich entfalte.
Friedrich Schelling
Am 12. November ist es wieder soweit, für die folgenden 3 Monate werde ich mich diesmal überwiegend in Peru aufhalten ! Leider zeichnet sich in Bolivien keine veränderte politische Situation ab, die das Reisen nicht doch massiv stören könnte – wurde dazu jüngst auch gerade von einem bekannten schweizer Feldläufer gewarnt.
Somit könnte es an der geplanten großen Route bis Nordargentinien leider einschneidende Veränderungen geben, welche jedoch zugunsten der durch eine spektakuläre Artenvielfalt gekennzeichneten Regionen in Nordperu sicherlich auch nicht gerade uninteressant werden müssen. Hier hätte ich dann wesentlich mehr Zeit zur Verfügung u. könnte neben dem Großraum von Cajamarca mit Chilete, San Marcos, Rio Crisnejas, Huagal u. Cellendin auch Balsas u. die Region Chachpoyas ausführlich bereisen. Mit Prof. Nelson Cieza Padilla aus Cajamarca habe ich einen ortskundigen und botanischen in dieser Region sehr versierten Fachmann für die Unternehmungen an meiner Seite.
Leider gibt es im Moment kurz vor der Abreise noch ein Problem mit diversen Ausrüstungsgegenständen, mein GPS-Logger-Gerät hat den Geist aufgegeben und ich suche noch krampfhaft einen Ersatz der mir auch vor Ort neben dem Dataloggerbereich ein Mehr an den erforderlichen praktischen Funktionen und Informationen bietet.
Hasta pronto…. Kaktussteffen
Wie viele Milliliter hat ein Tropfen, oder umgekehrt: wie viele Tropfen sind ein Milliliter…
Pflanzenschutzmittel, Dünger, oder Baldrianblütenextrakt exakt abmessen… ist ja bei uns eigentlich ein Alltagsgeschäft. Aber wenn die Mengen in Tropfen angegeben sind, wird es spannend. Im neuen Katalog steht dazu:
Ich habe auch noch etwas anderes gefunden:
Die Aquarien-Leute im Zierfischforum müssen sich offensichtlich auch mit Tropfen rumschlagen, hier gibt es sogar eine automatische Umrechnung beliebiger Werte.
Allerdings wird hier die fehlende Exaktheit bei der Tropferei deutlich. Wer hat denn nun recht?
Beide – es gibt halt nicht den Tropfen. Tropfen sind schlicht unterschiedlich.
Wikipedia erklärt:
Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Tropfenform eine zwei- oder dreidimensionale Form die auf der einen Seite rund ist und auf der anderen Seite spitz zuläuft. Entgegen der allgemeinen Annahme hat ein Tropfen zu keinem Zeitpunkt „Tropfenform“.
Etwas eingängiger finde ich den Brockhaus:
Tropfen, kleine Flüssigkeitsmenge, die als Folge der Oberflächenspannung bestrebt ist, eine kugelförmige Gestalt anzunehmen.
Aber keine Aussage über das exakte Volumen eines Tropfens.
Gleichwie – es ist offensichtlich: ein Tropfen ist eine eher schwammige Maßeinheit…
… aber kann doch viel schönes haben, wie Edi hier beweist:
Eben ruft mich Steffen Janke an, er bereitet gerade seine neue Südamerika-Tour vor.
Ein Reisetagebuch mit Impressionen und “Lifeberichten” im cactusblog – darauf freu ich mich doch schon mal…
Auf unserer neuen alten nostalgischen Aussaatanleitung habe ich bei genauerem hinsehen eine wirklich stylische Giesskanne entdeckt. Die könnte uns heute schon wieder als “Retro-Look” über den Weg laufen. Vielleicht harrt sie nur ihrer Wiederentdeckung durch einen findigen Designer
Ich hab sowas schickes jedenfalls nicht mehr in unseren Gewächshäusern gefunden…
Eine unpraktische Eigenschaft haben die Epiphyllum (die echten Epiphyllum) wie die Selenicereus – sie blühen einfach des nachts. Nachts wenn jeder gute Christenmensch zu schlafen hat – so wie jetzt
Um so schöner war es gestern früh, ein “duftig zartes” Epiphyllum stand selbst zur verspäteten Sonntags-Früchtstückszeit noch in voller Blüte. Eine schönere Tischdeko kann ich mir kaum vorstellen.
Aber da war eben doch noch eine weitere Tücke: das Namensetikett war nicht mehr dort wo es hingehört – nur eine simple Nummer stand da, zu der hatte ich keine Daten, wohl aber eine Vermutung…
Ralf Bauer war sehr fix und sehr ausführlich mit seiner Antwort und nun kann ich das fehlende Etikett wieder ergänzen:
Epiphyllum phyllanthus ssp. rubrocoronatum RBA373
Colombia; Choco; Nuquí, ca. 0,5km westl. El Cantil Richtung Río Terco auf einem Baum direkt am Meer, 5m, … Bauer 63
Naturgemäß haben Gärtner was mit Farben am Hut – meist natürliche Farben. Immer wenn ich am Katalog arbeite, habe ich besonders viel mit Farben am Hut, dann auch oft mit ausländischen Farben – Farbbezeichnungen, die um keinen Preis ins deutsche übersetzt werden wollen.
Es gibt für uns Gärtner eine echte Hilfe: den britischen RHS-Farbstandard des RHS-Colour-Charts, das auf die Bestimmung von Blütenfarben geeicht ist. Die Tücke für mich – auch damit kann ich keine Farbnamen ins deutsche übersetzen, aber dafür kann ich sehr schön an der Blüte schauen, wie die Farbe heißt.
Der kleine hat noch einen großen Bruder, den ich ebenfalls schon einmal in Deutschland angeboten sah – dafür darf man knapp 500 € locker machen.
Eine besonders farbige Sache entdeckte ich auf der Suche nach diversen Violett [violetten, violetts oder wie?]
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Das ist übrigens Violett – auf amerikanisch.
Habe ich bei Chirag Mehta entdeckt. Er hat ein lustiges Tool gebaut, mit dem man Farben in Namen übersetzen kann.
Aber leider im Moment nur in Englische Farbnamen, womit ich weiter suche…
mehr zum Thema Farben:
html-colour-chart – für Web-Farben
RAL – Farben – auf Seecontainern
Ein Video-Link speziell für mein Schwesterlein…
Man bemerke im Impressum: Ulrike Haage -- trotz gleichen Nachnamen war bisher noch keine Verwandtschaft festzustellen.
Jaaa, das ist die Ulrike Haage -- Rainbirds…
Ich war eben im Gewächshaus und – nanu ??
Mitten in den Aporo Mutterpflanzen leuchtet mich eine schöne große Blüte an…
Aporocactus-Hybride ‘Luzifer Paetz’
Eine kurze technische Randbemerkung – das ist eine Blüte, die pingelige Grafiker zur Weißglut bringen kann. Die rote Farbe im oberen Teil der Blüte verliert beim fotografieren jegliche Zeichnung (Konturen der Blütenblätter sind auf dem Foto nicht mehr zu erkennen). Als man noch “analog” fotografierte, gab es nur die Wahl zwischen Fuji-Filmen, die für dieses Rot-Spektrum sehr empfänglich waren, wirklich korrekt kam die Farbwiedergabe aber nur auf Agfa-Diafilmen. Eine vergleichbare Lösung im digitalen Zeitalter habe ich bislang noch nicht gefunden.
Universell für schönes Erleben… Kakteen
Das durften die Mitglieder des Kunstvereins Friedrichhafen erleben. Der Schweizer Kaktus-Musiker Christoph Rütimann musizierte für Sie auf Kakteen.
Leider nicht auf seinen eigenen, die hatte der Zoll abgefangen. Auch Musikinstrumente unterliegen halt dem Artenschutz. Wie gut, das es in Friedrichshafen auch Kakteen gibt
Quelle: Südkurier
Manche Gärten haben eine Beziehung in bestimmte Richtungen. Manche auch zur Musik. Was ich aber in Longwood entdeckt habe, hat mir ein wenig die Sprache verschlagen.
Nicht genug, das der Garten beeindruckend ist. Dort steht -- so nebenbei -- eine sehr großzügig dimensionierte Orgel.
Detaillierte Informationen über die Orgel hier.
Wunderschön ist diese “Synfonie” mit Orgel und Fontänen in Longwood.
… ich weiß nicht, ob es in Longwood Kakteen gibt. Ich hätte im Sommer 2006 mal nachsehen können, als ich in Pittsburgh war -- das wäre nur ein Katzensprung gewesen.
Andrea Brunsendorf – eine frühere Mitarbeiterin und gute Freundin im Interview der Financial Times London über zerschnittene Clematis, Dünger und vor allem Törf
Der vollständige Artikel ist hier zu lesen.
Andrea Brunsendorf lernt in Erfurt bei N. L. Chrestensen. Was danach folgt weiß vermutlich keiner in ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb.
Nach praktiziert sie bei Kakteen-Haage, und lässt einmal unvorsichtig den Satz fallen: “…ich möchte einmal einer der besten Gärtner der Welt werden…” Eine solche Aussage ist im deutschen eigentlich unüblich und wird für gewöhnlich geflissentlich überhört. Dennoch soll dieser Satz die Grundlage für ihr folgendes Leben werden. Von Erfurt startes sie nach Südafrika, um dort unter anderem im Botanischen Garten Kirstenbosch Sukkulenten zu studieren. Das Empfehlungsschreiben ihres Mentors Ernst van Jaarsveld treibt mir noch heute Tränen in die Augen – und ist vermutlich nicht ganz unschuldig an ihrer weiteren steilen Karriere. Für eine Saison übernimmt Andrea die Verantwortung für die Produktionsleitung bei Kakteen-Haage. Danach der Sprung über den großen Teich in die USA.
Das Longwood Arboretum gilt als der Himmel für Baumschul-Gärtner und es ist schwer, dort ein Praktikumsplatz zu bekommen. Andrea ergänzte in Pennsylvania ihr gärtnerisches Wissen und trainierte ausgiebig, wie hohe Bäume statt mit Leiter auch mit Seilen zu besteigen sind.
Die vermutlich höchste Weihe kann ein Gärtner in Kew Gardens (London) erlangen. Ein hartes dreijähriges Studium, das gleichermaßen auf Praxis und auf wissenschaftliche Arbeit baut. Jährlich 15 Studienplätze für die es eine sehr lange und sehr internationale Warteliste gibt. Andrea absolviert das Studium “mit Auszeichnung”. … verbunden mit einem Stipendium für ein weiteres Master-Studium. Als nächstes betreut sie verschiedene private Schloßgärten in Frankreich.
Dann bekommt sie das Angebot, nach London zurückzukehren (wie sich später herausstellen soll, hat ihr ambitionierter Satz dabei eine wichtige Rolle gespielt.
Als Headgardener des “Inner Temple” gestaltet Sie ihr eigenes Refugium und dies offensichtlich mit sehr gutem Erfolg. Wann immer ich Andrea besuche bin ich beeindruckt – wohnen im Kern von London – umgeben von den höchsten britischen Staatsanwälten (die mitunter ihre ganz eigene Meinung über Gartengestaltung haben). Und hin und wieder trampelt eine Filmproduktion durch Andrea’s Garten – was sie nicht so glücklich macht. (der bekannteste Film dürfte wohl “The DaVinci Code – Sakrileg” gewesen sein, der unter anderem im Inner Temple gedreht wurde) Und manchmal kommt auch die Queen vorbei und besucht Andrea und ihren Garten, wie zum Garden Festival im Sommer 2008. Gärtner sind besonders für die Briten einfach wichtige Leute
Weitere Berichte dazu:
Nun gut – Wahrheit ist natürlich relativ und niemand kann sie für sich buchen – auch ich nicht. Aber zu manchen Dingen habe ich einfach eine Meinung…
Zur Erinnerung: an verschiedenen Stellen im Internet wird diese Pflanze als Rhipsalis “Curly Kai” beschrieben – siehe dieser Artikel vom 23. September. Über die Namensherkunft gibt es genauere Angaben:
“Der Lieferant des Ausgangsmaterials stand in diesem Fall Pate bei der Namensgebung. ‘Kai’, was im Kantonesischen und in Thai “Huhn” bedeutet, ist nämlich der Spitzname des Lieferanten.”
Wir haben seit einigen Jahren diese Pflanze im Bestand, deren Ähnlichkeit mich frappiert:
Bei uns als Epiphyllum guatemalense forma monstrosa. – Diesen Namen hat auch Ute in ihrem Kommentar genannt. Mich begeistert diese Form schon seit längerem – darum gibt es auch einen kurzen Artikel im Herbstkatalog dazu – an dem ich gerade arbeite.
Am Rande: im Laufe der letzten drei Jahren haben wir einige Pflanzen nach Asien verschickt – unter dem Namen Epiphyllum guatemalense f. monstrosa. – Ein Schelm, der Arges dabei denkt