Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Kakteen-Haage Katalog 1928

Gedanken zur Kakteennomenklatur

| 1 Kommentar

Dieser Artikel ist schon seit langem in meinen Kopf unterwegs. Er wird auch in absehbarer Zeit nicht fertig werden, darum schreibe ich „on the fly“ unfertig, mit Notizen und freue mich auf Kommentare die vielleicht noch mehr Bewegung und Impulse bringen – und vielleicht auch noch mehr zur Nomenklatur der Kakteen.

Vom Beginn – Ende März 2011:

Der Katalog 2011 ist just fertig geworden, ich habe zum ersten Mal etwas Luft bis zum Druckbeginn.

Da mir im Katalog bei der Titelgeschichte über unseren Echinocereus baileyi ssp. albispinus für einige interessante Details schlicht der Platz fehlte, trage ich hier noch einige Dinge zusammen. Beispielsweise die Sache mit Vernon und Merkel die ganz eng mit der Entdeckung von Echinocereus baileyi zusammenhingen1

Nathaniel Lord Britton schreibt:
This very interesting species was collected in August 1906 by Mr. Vernon Bailey, for whom it was named, in the Wichita Mountains, Oklahoma. (ich übertrage mal weiter ins deutsche:) … im August 1906 wurde die Art von Mr. Vernon Bailey erstmals in den Wichita Mountains aufgesammelt und nach dem Entdecker beschrieben. Ein Jahr später blühte die Pflanze und starb darauf. Erst nach weiterem Studium bemerkten Britton und Rose, dass ein gewisser Mr. Merkel aus Oklahoma eine ähnliche Pflanze eingeschickt hatte, die im Juli 1908 blühte. Der Versuch einer Nachaufsammlung blieb aber erfolglos bis 1921, als Major E. A. Goldman wieder im August feststellte, das der gesuchte Echinocereus baileyi im Wichita National Forest nahe Cache häufig zu finden ist. Wenig später traf in Washington eine Pflanzenlieferung ein: … Beside single plants there was a large clump, 3 dm. in diameter, consisting of 25 branches. … was für ein Brocken, wenn ich an die Gewächshauskultur denke – für die Feldläufer „draußen“ hingegen vermutlich nicht einmal ungewöhnlich!

Dann stolpere ich über die Geschichte von Ms. Lahman.

Kakteen-Haage Katalog 1928

erstes Auftreten bei Kakteen-Haage erst 1928

 

Ich  weiß nicht ob ich damit alleine bin: bei der ersten Erwähnung des Klammerautor (Lahm.) assoziierte ich einen jungen wohlhabenden Mann der in kurzer Hose und Kniestrümpfen auf geschorenem Rasen rumrennt. Fußball aber nicht Kakteen.
Wer ist dieser Lahm? IPNI kennt:

    • J.Lahm – Johann Gottlieb Franz-Xaver Lahm 1811-1888 und …
    • W.Lahm – Wilhelm Lahm 1856-

Fehlanzeige – die beiden passen nicht ganz dazu – Alter und es fehlt der Punkt.
Als nächstes hilft Backeberg. Dort gibt es Initialen dazu und den vollständigen Namen – M. S. Lahman und ich lerne: der Mann ist kein Fußballer.
Nochmal IPNI – upps – der Mann ist eine Frau und heißt Bertha Marion. Jetzt habe ich nur noch ein S. zu viel, aber das findet sich >> B. M. S. Lahman.

Als nächstes werde ich mir mal das Kommen und Gehen des ‚albispinus‘ anschauen.

Die Pflanze als solches ist durch die weiße Bedornung auch für den Laien leicht von den anderen Arten und Unterarten zu unterscheiden. Die Feinheiten in der Zuordnung ist für viele Kakteenfreunde, die sich mit damit nicht zu sehr befassen auch mal schnuppe, sie begeistern sich eher für die Blühfreude, Anmut und kräftige Bedornung.

 

und auch dies kommt noch:

  • Literatur dazu
  • wie geht spec. ‚Vatter‘
  • wie funktionieren Botanische Namen
  • der Kakteen-Haage Katalog 1928
  • Varietät vs. Subspecies
  • Crassula rupestris ssp. marnierana ‚Jade Neclade‘ stimmt das so?
  • Betonung und Aussprache: Echeveria, Kalanchoe

Als „Bodensatz“ noch ein Kommentar von Meister Wilhelm zu „seiner Nomenklatur“

Ich will mit der Namensgebung durchaus auch ein wenig provozieren und die Fachleute aus der Deckung holen …

Tut man sowas? 🙄

… to be continued

  1. den es ja heute so auch nicht mehr gibt []
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Autor: Ulrich Haage

Kaktusgärtner aus Passion…
seit 1970, aber mit weitaus längerer Tradition

Ein Kommentar

  1. Gut gefuehrter Blog, gefaellt mir super. Auch tolle Themen.

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