Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Geschichte der Heiztechnik für Gewächshäuser

| 3 Kommentare

Alte Gewächshäuser finde ich sehr spannend. Ob es nun das riesige Palm-House in Kew ist, das Rundhaus in Glasgow, das liebevoll restaurierte Erdgewächshaus in Hannover, oder unsere eigenen Gewächshäuser, die inzwischen auch 105 Lenze erlebt haben – alte Gewächshäuser atmen eine ganz besondere Art von Geschichte.

Kakteenfreunde stehen heute oft vor einem ähnlichen Problem wie Gärtner vor 150 Jahren. Die Frage: wie kann ich mein Gewächshaus im Winter beheizen. Auch wenn die technischen Möglichkeiten heute fast unüberschaubar sind – in kleinen Gewächshäusern sind die bezahlbaren Lösungen deutlich dünner gesät, oder vermeintlich günstige Heizungen überraschen später mit hohen Verbrauchskosten.

Hier ein kleiner Überblick über einige gängige Systeme

  • Petroleumheizer – gelten als wenig zuverlässig und produzieren wie alle „in-room“ Verbrenner schädliche Luftfeuchte, die im Winter besonders ungünstig für Kakteen sind, deutlich zuverlässiger sind sogenannte Gaskanonen
  • Elektro-Lufterhitzer – sind einfach zu installieren, günstig in der Anschaffung und sorgen durch die Luftumwälzung für optimale Wärmeverteilung, sehr zuverlässig – in den Verbrauchskosten sehr teuer
  • Warmwasserheizung über Hausanschluß – günstige Unterhaltungskosten, zuverlässig, aber kostenintensive Anschaffung

Zu diesem Thema wird demnächst im Deutschen Gartenbaumuseum eine schöne Betrachtung der Entwichlung veröffentlicht:

„Die Geschichte der Heiztechnik für Gewächshäuser“ von Prof. em. Dr. Ing. Christian von Zabeltitz.

Einige Technologien kannte ich schon, einige Formen der „Notbeheizung“ hätten wir vielleicht sogar noch beisteuern können (z. B. Gewächshausbeheizung mittels Haushaltskerzen), besonders innovativ finde ich die Variante

brennende Holzkohle in eisernen Wagen im Gewächshaus hin und her zu ziehen

… die Holzkohle hatten wir tatsächlich im Keller liegen – da fehlte nur noch der eiserne Wagen …

Geschichte der Heizung für Gewächshäuser

Auf der nächsten Seite die vollständige Pressemeldung des ZVG.

Geschichte der Heiztechnik für Gewächshäuser
Neues Heft aus der Reihe „Gartenbaugeschichte“ erschienen
(DGM) Die richtige und effektive Beheizung von Gewächshäusern ist seit jeher grundlegend wichtig für den erfolgreichen Gartenbau-Unternehmer. Über die lange und spannende Entwicklung dieser hoch komplexen Technik berichtet nun eine neue Veröffentlichung des Deutschen Gartenbaumuseums Erfurt.
Im neuen Heft der Zeitschriftenreihe „Gartenbaugeschichte“ schreibt Prof. em. Dr. Ing. Christian von Zabeltitz über die Entwicklung der Gewächshausheizung. Seine Ausführungen beginnen mit Heiztechniken der römischen Antike und reichen bis zur Gegenwart. Der Autor hat bereits in derselben Schriftenreihe über die „Geschichte und Entwicklung der Gewächshäuser“ geschrieben.
Wollten Gärtner des 16. Jahrhunderts ihre wertvollen Zitruspflanzen über die kalte Jahreszeit bringen, mussten sie feststellen, dass die Ofenheizungen der Überwinterungshäuser den Pflanzen wenig zuträglich waren. Im Bereich der Pflanzgefäße war es zu kühl und nach oben hin wurde es zu warm. Im botanischen Garten von Oxford kam man deswegen sogar auf die Idee, brennende Holzkohle in eisernen Wagen im Gewächshaus hin und her zu ziehen, um die Wärmeverteilung zu verbessern.
Die Rauchkanalheizung begründete ab Anfang des 18. Jahrhunderts eine neue, bis in das 20. Jahrhundert reichende Epoche der Heiztechnik für Orangerien und Gewächshäuser. Die Forderung nach mehr Licht für die Pflanzenproduktion führte zu allseitig verglasten Gewächshäusern. Diese benötigten jedoch eine höhere Heizleistung und ließen sich erst praxistauglich betreiben, als leistungsfähigere Techniken, wie Dampf- und später Warmwasserheizungen, zur Anwendung kamen.

„Zur Geschichte der Gewächshausheizung“ ist als Heft 5 der Reihe „Gartenbaugeschichte“ des Deutschen Gartenbaumuseums erschienen. Es umfasst 28 Seiten inkl. Literaturangaben und kostet 2,50 € zzgl. Versandkosten.
Beim Deutschen Gartenbaumuseum bestellen


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Autor: Ulrich Haage

Kaktusgärtner aus Passion... seit 1970, aber mit weitaus längerer Tradition

3 Kommentare

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  2. Danke sehr an den Autor.

    Gruss Eike

  3. Sensationell, welche Gedanken da im Umlauf sind.

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