Archive for Dezember, 2008

Kalt-Blütig – Cyclamen coum – Schnee auf meinem Schreibtisch

Cyclamen coum im Winter

Reingeschneit – im wahrsten Sinne des Wortes.

Meister Wilhelm kam mit einem Töpfchen und strahlte. Was uns da draußen blüht.

Gestern haben wir noch “Es ist ein Ros entsprungen” gesungen. Heute ein Alpenveilchen. Mitten im Schnee blüht ein winzig kleines Cyclamen coum. Bis ich die Kamera geholt habe ist die Hälfte vom Schnee verschwunden und die kleinen runden Blätter kommen zum Vorschein…

Cyclamen coum im Winter

Jetzt steht es wieder draußen bei seinen Kollegen. An der frischen Luft fühlt es sich einfach wohler.

Cyclamen coum – kann man auch kaufen :) hier.

Comments (1) »

Gruesse fuer 2009 allen Lesern des Cactusblog

neujahr_09

kommentieren »

Endspurt vor Weihnachten

Wackere Mannschaft sage ich da. Jetzt kann es Weihnachten werden.

Alle Aufträge, die bis heute um 14.45 Uhr in unserem Briefkasten gewesen sind, schaukeln jetzt im LKW zum hoffentlich glücklichen Empfänger.

Nur die Kuas-Kalender sind bei uns noch nicht eingetroffen und werden deswegen vor Weihnachten wohl nicht mehr ankommen.

Ganz fleissig wurden heute noch viele große und kleine Pakete verpackt und auf die Reise geschickt… Beim Postlaster schien mir, als hätte er ein wenig Schräglage, als er vom Hof rollte – aber das kann natürlich auch eine Täuschung gewesen sein.

Wir gehen jetzt hübsch in die Betriebsferien, damit wir am 29. Dezember noch einmal zum letzten Schlag in diesem Jahr ausholen können. Am 5. Januar starten wir dann ins neue Jahr 2009.

Ich wünsche allen Kakteenfreunden, meinen Kollegen, meinen Lesern – und zur Feier des Tages auch mal allen Spidern und Robots wunderschöne Weihnachtstage!

Dazu ein Bild, das mir via Google zugespielt wurde, als ich auf der Suche nach Bestäubungstechniken von Weihnachtskakteen war:

Google Bestaeubung WEihnachtskakteen

Den Bezug zu Bestäubung und Weihnachtskakteen muss man wohl selbst finden ;) (google pollination xmas cacti)

kommentieren »

6. Log Kaktussteffen

Vorweihnachtliche Gruesse aus Limadsc_0063

 

…. …..und was ich sonst so noch gesehen habe:

                                                                                                                              dsc_0050                                        dsc_0054

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:

 Carlos stellte u.a. ganz klar in seinem Vortrag heraus, aus welchen Staaten die die echten Freunde der Kakteen u. Philatelisten entstammen…,

….mehr auf meiner website zu meiner subjektiven Betrachtung am Rande der Kakteenkonferenz

dsc_01081

 

 

 

 

 

 

 

 

 

…..auf der Busfahrt nach Cusco suedl. von Lima – kurz vor Sonnenuntergang

hasta pronto

Kaktussteffen

kommentieren »

5. Log Kaktussteffen

dsc_0326

Aus dem Gruselkabinett der Region Chachapoyas

Hallo, es gibt wieder paar neue Dinge zu berichten…, diesmal aus der Hauptstadt des Departomentos Amazonas – Chachapoyas:

Eigentlich sollten es ruhigere Tage werden, jedoch die immer wieder grossen Hoehenunterschiede und relativ langen Anmarschwege verlangten doch wieder einiges der Kondition ab.

Aufstieg zu den KUELAP-Ruinen, hier regierten bis in die Inkazeit hinein die “Chachapoya – Indianer”, ohne je richtig den Inkas unterworfen zu werden und auch spaeter nie von den Spaniern entdeckt zu werden. Die oberhalb von 3000 m , haeufig in den Wolken versteckte Anlage, fuehrte auch zur Bezeichnung der Chachapoya als “Wolkenkrieger”. Der Aufstieg fuer mich von Tingo aus, also abseits der Touristrecke, war mit gut 1000 Hoehenmetern wieder nicht ganz ohne Schweiss zu schaffen…, dafuer hatte ich u. a. schon am Anfang eine Papa nativa (eigentlich zu Sinningia – Gesneriaceae) gehoerig, zwischen vielen Espostoa utcubambensis gefunden.

Oben in der Ruinenanlage, die teilweise restauriert wird, finden sich der grossen Luftfeuchte geschuldet, entsprechend eine ueppige Vegetation der Bromeliaceae, Peperomia, einz. Echeveria, soweit die Vegetation bei der Rekonstruktion der Anlage nicht gestoert hat und dort der Machete zum Opfer fiel.dsc_0126

dsc_0252

Auf dem ca. 7 ha grossen Gelaende der Festungsanlage waren  u.a. viele derartige Rundhaeuser angeordnet…

dsc_0166

Ein weiterer Tagesausflug fuehrte mich u. a. zu den mysterioesen Steinsarkophagen von Karajia:

dsc_0014

…auch im “Pueblo de los muertos” hing noch der Hauch der Vergangenheit…., u. auf dem Anmarschweg, ein Steilabstieg in ein verstecktes Tal, wurde von weniger bekannten Kakteenspezies wie Corryocactus u. Borzicactus flankiert.dsc_0096

dsc_0108

dsc_0097

Soweit fuer heute….., das Hochladen u. Bearbeiten nimmt hier mit der zur Verfuegung stehenden Technik

viel Nerven, Zeit u. Geduld in Anspruch…

hasta pronto

Kaktussteffen

Comments (1) »

Protz!

Protzkarre

Nein, nicht mein neues Auto.

(ist schon ein paar Tage her…)

Ich hab mich nur gewundert, im Nachbarcarport stand ein schwarzer Wagen. Sonst ist der auch bei Nacht silbern gewesen. Mein Herr Vater hat einen Ersatzwagen von der Werkstatt bekommen. Ausprobieren musste ich ihn schon. Automatik, hmmm und offenbar reichlich PS. Und was an der Kutsche nicht alles piepen kann, beim parken, beim abbiegen, beim telefonieren, beim Bremse vergessen. Allrad – passt ganz gut zum Sauwetter. Ein bischen Schnee zum rumrutschen.

Als ich wieder aussteige denke ich mir: “Für einen Mercedes-Wagen rumpelt der ganz schön. Das ich das Gaspedal nicht so richtig unter Kontrolle habe ist wohl eher eine Frage der Gewohnheit. Ich bin froh, das man nicht alles haben muß, für den Alltag wäre es nix für mich, aber nett zum spielen ist er allemal.

Im Radio höre ich beim fahren: “…bla bla… Wirtschaftskriese herbeired … bla Rezession …bla … die Deutschen haben den großen SUV, Vans und Geländewagen eine Absage erteilt, die Nachfrage nach Klein- und Kleinstwagen steigt hingegen…” na wie passend, da hat uns der Trend ja mal wieder klassisch eingeholt mit unserer A-Klasse.

Der Werkstattmann meinte zu meinem Vater mit Augenzwinkern: “Sie dürften einer der ersten gewesen sein, der den gefahren ist.”

Das einzige, was ich bis heute nicht weiß – was war das überhaupt für ein Auto…??

kommentieren »

06.Dez. 4. Log Kaktussteffen

Heute aus der Region Cajamarca im Norden Perus:

(Den Beitrag ueber die Kakteenkonferenz  “Matucanas Endemicas en la Region Cajamarca” an der Universidad Ricardo Palma in Lima werde ich spaeter nachtragen)

Fuer 2 Tage hatte ich in Cajamarca die Gelegenheit an einem Symposium zur Kartoffelproblematik teilzunehmen. 

I Macroregional Crongreso de la Papa Nativa

Fast 20 Dozenten bringen zur Kartoffelproblematik, auf Nordperu spezialisiert, mit plakativen Power-Point-Praesentationen hochinteressante Beitraege die z.T. sogar bei den Wild- u. Zuchtsorten bis hinein in die Genetik fuehren. U.a. nehmen auch traditionell gekleidete Campesinos mit den fuer Cajamarca grossen typischen Sombreros im gr. Hoersaal teil.

Ich konnte etliches fotografieren, bzw. kann mir spaeter auch vom federfuehrenden CIP “Centro Int. de la Papa” in Lima downloaden. Natuerlich war man bestrebt die praktischen Dinge der Campesinos wissentschaftlich fundiert jedoch gut verstaendlich darzulegen, Hinweise zu geben u. auf das riesige Potential der unzaehligen Kartoffelsorten mit dem moeglichen oekonomischen Hintergrund aufzuzeigen.

Zu den Konferenzpausen werden u. a. natuerlich Kartoffelgerichte gereicht, auch Chips fehlen nicht.

Abschlussklausur dann mit der grossen Kartoffelverkostung, es werden alle Register gezogen um optisch-kulinarisch von der Vielfalt der Moeglichkeiten mit der Kartoffel ueberzeugt zu werden, was auch bestens gelingt. Ich versaeume es nicht,die Zermonie zu filmen, denn so eine Gelegenheit bekommt man nicht gleich wieder geboten. Es war ja uebrigens nicht eine Praesentation fuer die westliche Welt, die evtuell anderen Praemissen unterlegen gewesen waere. Somit doch eine sehr authentische Sache. Auch eine Kollection der vielen in Kultur befindlichen Kartoffelsorten wird anschaulich dargeboten. Natuelich fehlte beim Gelage eine kulturelle Umrahmung nicht und rundete das Ganze weiter sehr schoen ab.

dsc_0106

Die Region Cajamarca ist fuer Kakteenfreunde ein besonderes Highlight. Davon noch schnell ein paar Bilder…, auch konnte ich erstmals auf einem Kakteenberg auf Papas Nativas gleichzeitig stossen, es war fast wie Schatzsuche….

dsc_0927

Auf mehrtaegiger Trekkingtour im Maranon-Crisnejas-Gebiet zwischen 1200 u. 3300m NN

Neben vielen Vertretern der Kakteen habe ich aber auch eine hochinteressante Vielfalt an Pflanzen der anderen Sukkulenten angetroffen …., davon diese Bilder:

dsc_0858

dsc_0867

dsc_0836

Peperomia u. Crassulaceae

dsc_0594

Matucana intertexta – aus einem bisher evtuell nicht bekanntem Habitat weit suedlich von San Marcos

..und zum Schluss noch eine “Papa Nativa” – fast Kinderkopfgroesse!!

dsc_0668

Hasta pronto  – kaktussteffen

kommentieren »

Flautuna

Mein kleiner grüner Kaktus -- einmal geblasen…

Musikschule Purkersdorf
Concertino am 26.11.2007

Lara Franke, Anna Patzelt, Julia Pauxberger, Kathi Würzel

kommentieren »

Euphorbia lignosa – eine kleine Samengeschichte

Saatgut kommt in unser Samenlager von unseren Mutterpflanzen in unseren Gewächshäusern, aber auch aus den unterschiedlichsten Quellen aus der ganzen Welt. Der Samen erreicht uns normalerweise in einfachen Tütchen, diesen Kommentar zum Samen von Euphorbia lignosa möchte ich aber gern weitergeben :)

“Sie ahnen sicher nicht, was für Mühe es macht, diese Samen zu produzieren. Schön, die Bienen machen die Bestäubung, aber leider  nicht konsequent von der Blüte der einen Pflanze zu der der anderen und wieder zurück. Da diese Art aber, egal ob bestäubt oder nicht,  Früchte entwickelt, sind die meisten taub. Was man denen von außen aber nicht ansieht. So muß man dann schließlich alle Früchte absammeln. Wobei man mindestens alle zwei Tage kontrollieren muß, um die Früchte zu erwischen, die nicht mehr bluten, aber bevor sie explodieren. Nach der ‘Explosion’ in kontrolliertem Behälter wird gesiebt zur groben Trennung von Spreu und Weizen. Neben Spreuresten sind sicher 70% des ‘Extraktes’ taube Körner. Die meisten sehr hell,  so daß das Aussortieren per Hand zwar zeitaufwändig, aber nicht zu  schwierig ist. Dann kommt das erneute Sortieren der ‘guten’ dunklen Körner, denn unter denen sind noch immer ca. 25% taube Samen (ohne punktierte Testa) und schließlich die Endkontrolle unterm Arbeitsmikroskop, wobei nochmals wenige Prozent taube Samen ausgeschleust werden.”

kommentieren »

orgelndes Thank you

Dieser Beitrag stammt vom 16. September 08 und hat sich irgendwie verklemmt…

Heute früh konnte ich mich endlich mit Muße dem Dankeschön aus England widmen.

Im Frühjahr war Margret Philipps mit Gatten David Hunt in Waltershausen und hat in der wunderschönen Stadtkirche “Zur Gotteshilfe” Orgel gespielt und aufgenommen. Nun sind die CD fertig gepresst und ich habe auch eine bekommen.

Orgel - Danke aus UK

Ein Dankeschön deswegen, weil ich ein wenig geholfen habe, die Verbindung zum Kantor in Waltershausen herzustellen.

Für mich war es schon sehr schön, ganz alleine durch diese wunderbare Kirche zu streifen, die als ein “Modell” für die Frauenkirche in Dresden gebaut wurde. Auf der obersten Empore tuschelte ich eine Weile mit David Hunt solange keine Aufnahme lief – auch diese informellen Gespräche bringen immer einge ganze Menge neues Wissen mit sich. Am Abend blieb dann noch Zeit, meine Arbeit an der Synopsis für die geplante Wiederauflage des “Kakteen von A bis Z” mit ihm zu besprechen…

Nicht nur Kakteen, auch Musik verbindet :)

kommentieren »

Kakteen-Schmuggel – auf Platz drei der Verbrechensstatistik in Mexico

Waffen, Drogen und … Kakteen ??

Das ist für mich eine neue Reihung – und so ganz drastisch wie es BBC News hier darstellt kann ich es mir nicht denken. Die Zeit der mit Gold aufgewogenen Ariocarpus kotschoubeyanus gehört schon länger der Vergangenheit an – für eine dramatisierte Darstellung natürlich dennoch allemal gut.

Trotzdem ist mir klar, das Problem besteht weiterhin, Menschen buddeln uralte Kakteen aus und versilbern sie für schmales Geld.

Kaktusdiebe in Mexico

Offensichtlich ist das Washingtoner Artenschutzabkommen in Mexico noch nicht ganz durchgesetzt. Die Schmuggel-Probleme gibt es vermutlich auch in erster Linie zum nördlichen Nachbarn, in Richtung Europa dürften es in erster Linie kleine Pflanzen und Saatgut sein. Das höre ich zumindest hin und wieder von Kakteenfreunden.

Der komplette BBC-Artikel zum nachlesen:

Kaktusdiebe in Mexico

kommentieren »

Selbstfindung und Überwinterungstips für Kakteen

Tips für die Überwinterung von Kakteen auf 60plusminus.

Hübsch, wo ich so zitiert werde :)

Ueberwinterung

.

kommentieren »

Giesswasser für Pflanzen aufbereiten

Immer wenn ich meine Pflegetipps bearbeite, empfehle ich beim Punkt gießen: Regenwasser.

Manchmal denke ich dann: ich habe leicht schreiben, wir haben so viel Regenwasser vor der Tür, wir könnten darin schwimmen, wenn wir wollten. Was machen die Leute, die – wie wir früher auch – nur Wasser aus der Leitung nutzen können?

Einige Möglichkeiten habe ich hier zusammengetragen:

Wasser abstehen lassen

Sicher die einfachste Methode Wasser aufzubereiten. Das Wasser in große Behälter abfüllen und offen in der Sonne für einige Tage stehen lassen. Durch die Sonneneinstrahlung wird ein Teil der Stoffe ausgefällt, die für die Wasserhärte sorgen. Die Möglichkeit auf weitere Stoffe einzuwirken ist hier aber beschränkt.

Falls jemand Gefäße zum Wasser lagern benötigt – wir haben immer wieder mal große 200 Liter Fässer, die wir gern für wenig Geld abgeben. (allerdings passen die in kein Paket – darum nur für Selbstabholer geeignet.

Wasser abkochen

Auch eine ganz einfache Sache, wenn auch nicht billig. Wasser kochen, wieder abkühlen lassen – fertig. Wie oben kann ich hiermit nur auf die Härte Einfluss nehmen. Für größeren Gießwasserbedarf verbietet sich die Methode schon allein aus Kostengründen.

Torfbehandlung

Funktioniert wie Methode eins – zusätzlich kommt in den Wasserbehälter eine Stofftasche mit ungedüngten Torf. Durch das Puffervermögen des Torfs können so nicht nur Wasserhärte, sondern auch Nährstoffspitzen ausgeglichen werden.

An dieser Stelle auch der Hinweis auf Zeolith. Dieses Mineral hat ebenfalls die Eigenschaft, Nährstoffe oder Salze aufzunehmen. Zeolith wird in großen Mengen in der Aquaristik eingesetzt, um Wasser zu reinigen und Nährstoffüberschüsse abzubauen.

Säurebehandlung

Mit Hilfe verschiedener Chemikalien wie Zitronensäure, Oxalsäure, Ameisensäure etc. wird der pH-Wert des Wasser verändert. Die Wasserhärte kann so reduziert werden. Das Verfahren erfordert gewisse chemische Grundkenntnisse und exaktes arbeiten. Um 1° deutscher Härte in einem Kubikmeter Wasser zu reduzieren, wird diesem 22,5 g Oxalsäure zugegeben. Zu viel Oxalsäure würde die Pflanze dauerhaft schädigen.

andere technische Methoden sind oft mit deutlichen Aufwand verbunden.

Mit einem einfachen Kiesfilter lassen sich Schwebstoffe, Algen und andere kleinen Partikel aus dem Wasser entfernen. Mikroorganismen mit nachteiliger Wirkung auf die Pflanze oder unerwünschte Nährstoffe werden vom Kiesfilter meist nicht erfasst und können das Giesswasser weiter belasten.

Die wirksamste aber zugleich teuerste Methode ist die Entsalzung mit einem Ionentauscher. Das Wasser läuft durch zwei Behälter mit Kunstharzfiltern, den Ionenträgern. Durch Ladungsaustausch werden unerwünschte Ionen gegen “nützliche” ausgetauscht (z. B. Calcium gegen Wasserstoff… H2 und OH > H2O – das Wasser wird nahezu vollständig entsalzen). Die Ionenträger müssen regelmäßig “aufgeladen” werden. Dazu werden die Behälter mit Salzsäure bzw. Natronlauge gespühlt. Dadurch entstehen die hohen Unterhaltungskosten. Bei einer anderen, weit verbreiteten und deutlich günstigeren Variante wird mit Kochsalzlösung gearbeitet. Ähnlich wie beim Geschirrspühler wird das Wasser hier nur einseitg enthärtet. Für Gießwasser ist diese billigere Methode leider wegen des freiwerdenden Chlor auf die Dauer völlig ungeeignet.

Ein etwas moderneres technisches Verfahren ist die die Entsalzung durch das Umkehr-Osmose-Verfahren. Hier wird das Wasser durch eine teildurchlässige (semipermeable) Membran gepresst. Vereinfacht dargestellt wirkt diese wie ein sehr feiner Filter, der nur das Wasser, nicht aber die darin gelösten Salze durchlässt. Die zurückbleibenden Salze werden meist durch die drei bis vierfache Menge an “Spühlwasser” entfernt. Auch diese Methode ist sowohl in der Anschaffung, als auch in der Unterhaltung mit einigen Kosten verbunden. Diese Technik kommt unter anderem bei Aquarien zum Einsatz.

Mit der Ozon- oder UV-Desinfektion kann Wasser auch in großen Mengen desinfiziert werden. Dabei werden tritt allerdings keine oder allenfalls geringe Veränderung des Salzgehalt des Wassers auf – also keine Hilfe bei hartem Leitungswasser.

Comments (3) »

Kaktus oder nicht Kaktus – das war doch die Frage

Wie versprochen die Auflösung für meine unbeantwortet Frage vom Galileo-Mann.

Was macht einen Kaktus zu einem Kaktus?

Weil ich auch erstmal ein wenig ratlos war, habe ich auch gefragt.

Ich habe eine Antwort aus berufenem Munde bekommen – es ist nicht ein bisschen spektakulär…

“The really unique feature of cacti is the “areole” (the tuft of short hairs, like a pin-cushion) in which the spines/thorns are based. If you look at the base of the thorns of spiny Euphorbias for instance, you will not find this structure. In some epiphytic cacti the areole can be very small or rudimentary, but it is always there. Of course, the flowers are also completely different from those of other succulent plant families, though with some similarities to those of the Portulacaceae, to which the Cactaceae are related.”
… das schreibt mir David Hunt.
Also das Geheimnis liegt in den Areolen, diese gibt es weder bei stacheligen Euphorbien, dafür rudimentär bei epiphytischen Kakteen. Auch die Blüten sind völlig anders als bei anderen sukkulenten Pflanzen…
Ah ja.
Wieder etwas gelernt :)

kommentieren »

Schlumbergera Teil 1 – Geschichte und Pflege der Weihnachtskakteen

Die Pflanzen mit dem merkwürdigen Namen die zu Weihnachten blühen und angeblich so schwierig zu pflegen sind. Hier lesen Sie, wie einfach es ist, mit ein wenig richtiger Pflege, jahrelang Freude an den wunderbaren Blüten von Schlumbergera zu haben.

Unsere schönste und größte Schlumbergera gibt es übrigens am Dienstag, 2. Dezember im mdr-Garten (ab 15.30 Uhr) zu sehen:

Weihnachtskaktus beim mdr

Blick in das weihnachtliche mdr-Garten Studio – man beachte das Buch für die Verlosung :)

Wo ist am Weihnachtskaktus der Kaktus?

Auch wenn es auf den ersten Blick nichts gemeinsames gibt – der Weihnachtskaktus ist ein echter Kaktus.

Weihnachtskaktus - und Kaktus

Die auf den ersten Blick fehlenden Dornen machen die Pflanzen auch für die sympathisch, die mit Kakteen sonst wenig am Hut haben. Ein weiterer offensichtlicher Unterschied ist in der Blütenform zu finden. Die meisten Kakteen haben eine symmetrische Blüte (jeder Mittelschnitt durch die Blüte ist identisch). Schlumbergera haben unregelmäßige (zygomorphe) Blüten, vergleichbar mit der Blüte des Löwenmäulchen. Die Blüten sind passend für die Tiere gestaltet, die für die Bestäubung sorgen. In diesem Fall sind das Kolibris mit einem gebogenem Schnabel, die ungefähr wie unsere Schmetterlinge von Blüte zu Blüte schweben.

Kolibri und Epi

Grafik: Ralf Holzheu – www.kakteensammlung-holzheu.de

Zu Hause sind Schlumbergera in den Küstenregionen Brasiliens. Die Pflanzen leben in feucht-warmen Gebieten meist auf Bäumen epiphytisch. Die Wurzeln ziehen die Nährstoffe aus Humusansammlungen in Astgabeln oder auf vermoosten Ästen. Sie sind keine Schmarotzer die vom Nährstoffhaushalt des Wirtsbaumes leben.

Benannt wurde die Gattung nach der französischen Gärtnerfamilie Schlumberger, die ersten Pflanzen kamen ca. 1839 nach Europa. Um den Gattungsnamen gibt es mitunter bis heute etwas Verwirrung, manchmal trifft man noch die Bezeichnung Epiphyllum (ausschließlich weiß- und nachtblühende Blattkakteen), Zygocactus oder seltener Epiphyllanthus.

In unserer Gärtnerei unterscheiden wir die Pflanzen nach Hybriden und Spezies. Als Hybriden, Sorten oder Kreuzungen werden die Pflanzen bezeichnet, die von Menschen gezüchtet, oder ausgelesen wurden. Derzeit sind mehr als 1000 Sorten von Schlumbergera bekannt, viele Sortennamen entstanden allerdings auch durch Schreibfehler oder Übersetzungen. (Gold Charm = Gold Charme = Golden Charm, Weihnachtsfreude ist mutmaßlich identisch mit Christmas Joy) Spezies, Species oder Wildformen sind die Pflanzen, die unverändert in der Natur in Brasilien vorkommen. Diese sind selten erhältlich, die Pflege erfordert etwas mehr Erfahrung, dafür ist das Erfolgserlebnis, eine ursprüngliche Blüte zu bewundern ein verdienter Lohn.

Die Pflege von Schlumbergera ist recht einfach, wenn einige Dinge beachtet werden.

  1. keine “Kakteenbehandlung” – Schlumbergera mögen es hell, warm und feucht – aber alles in Maßen!
  2. die optimale Temperatur liegt in der Wachstumszeit zwischen 20 und 25°C. Temperaturen unter 12 und über 27°C verursachen fast immer Schäden an der Pflanze
  3. ein heller Standort in Fensternähe, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung ist für die meisten Arten und Sorten von Weihnachtskakteen ideal. Die Ansprüche können allerdings etwas variieren. Sehr verblüfft war ich, als ich in der Sammlung von Dr. Ralf Bauer vor Gesundheit strotzende Schlumbergera fand, die er bei kühlen Temperaturen im Schatten hinter seinem Haus kultivierte.
  4. in unseren Gewächshäusern beobachteten wir, eine leichte, gleichmäßige Luftbewegung sorgt dauerhaft für gesündere Pflanzen. Dabei kann selbst ein kleiner PC-Ventilator schon eine große Hilfe sein. Zugluft und Stoßlüftung ist dagegen unbedingt zu vermeiden. Gravierende Temperaturänderungen sollte man vermeiden, diese führen fast immer zu Knospen- oder Triebabwurf
  5. durch regelmäßiges gießen und besprühen werden die Pflanzen konstant mäßig feucht gehalten. Zum gießen empfiehlt sich Regenwasser. Wo dies nicht verfügbar, oder verwendbar ist, kann auch entsprechend aufbereitetes Leitungswasser verwendet werden (z. B. abkochen, abstehen lassen oder Torfbehandlung – detallierte Informationen dazu im Thema Giesswasser für Pflanzen aufbereiten). Trockenheit aber auch Wasserüberschuss (stehendes Wasser) sorgen für Wurzelschäden in deren Folge die Pflanzen meist zu Grunde gehen.
  6. gedüngt wird über den Sommer alle 14 Tage mit 0,1 – 0,2 % Blattzellennährstofflösung.
  7. Schlumbergera fühlen sich am wohlsten in einem humosen gut durchlässigem Substrat. Wir verwenden dazu meist unsere normale Kakteenerde, aber auch eine feinere Absiebung unserer Epiphytenerde ist gut geeignet.
  8. elementar für die Blütenentwicklung ist die Ruhezeit im Herbst. Dafür sollten die Pflanzen zwischen September und Oktober bei etwa 15 – 18°C stehen und weniger gegossen weden. Bei zu niedrigen Temperaturen kann sich die Blütenfarbe verändern (weiße Blüten färben sich dadurch schmutzig rosa, gelbe oder orange Blüten färben sich nur schwach aus und bekommen einen rosa Hauch). Während der Ruhephase schließen die Schlumbergera ihr Wachstum ab. An den Triebspitzen zeigen sich ab Ende Oktober die Knospen.
  9. wer die Möglichkeit hat: ein idealer Standort ist eine Sommerfrische im Halbschatten unter Bäumen, der Lohn dafür: reicher Blütenflor, gesundes Wachstum und praktisch keine Arbeit.
  10. für technisch Interessierte: Schlumbergera reagieren auf den Kurztag (Tageslichtdauer < 12 h) Dieser Tatsache bedienen sich die Gärtner um Schlumbergera oder Weihnachssterne (Euphorbia pulcherrima) zu einem bestimmten Termin knospig liefern zu können.

Rettungsmaßnamen

Wenn eine Pflanze vertrocknet aussieht, oder in größerem Umfang Triebe verliert, ist das oft ein Hinweis auf Wurzelschäden. Ein weiterer Grund können Trockenheit oder zu große Hitze in den Sommermonaten sein. Unkontrollierte Wassergaben wäre jetzt unausweichlich der Tod für die Pflanze. Wenn die Wurzeln geschädigt sind, hilft bei älteren Pflanzen meist nur noch ein Rückschnitt bis in gesundes Gewebe. Manchmal bleibt nur noch ein großer alter Steckling übrig. Alte Pflanzen zu bewurzeln ist nicht immer einfach und von Erfolg gekrönt. Die Schnittfläche sollte einige Tage Zeit zum trocknen haben, eine Behandlung mit Bewurzelungspulver erhöht die Erfolgsaussichten. Danach empfiehlt es sich, den Steckling auf leicht angefeuchteter möglichst steriler Erde unter “gespannter Luft” zu halten. Nach unserer Beobachtung neigen Pflanzen die so bewurzelt wurden häufiger dazu, wieder Triebe abzuwerfen. Aus diesem Grund ist es günstig, eine neue Jungpflanze aus dem gesunden Neutrieb zu gewinnen. Alternativ sind bereits in der Geschichte Pflanzen mit sehr empfindlichen Wurzeln auf Peireskopsis als sogenannte Kronenbäumchen veredelt (gepfropft) worden. Dies erleichtert nicht nur die Pflege, erhöht die Lebenserwartung und sieht durchaus hübsch aus.

Jetzt vor Weihnachten haben wir sehr viele schöne Schlumbergera im Gewächshaus bereit stehen. Das gesamte Sortiment gibt es im Kakteen-Haage Shop. Auf Wunsch gibt es zur Bestellung noch einmal Pflegetipps von unseren Gärtnern aus dem Gewächshaus dazu, eine kleine Notiz genügt.

Und noch etws ganz anderes:

Über leckere Schlumbergera-Marmelade habe ich vor einiger Zeit schon einmal berichtet > nachlesen im cactusblog Archiv

Und hier steht noch einmal, was einen Kaktus zu einem Kaktus macht.

kommentieren »