Cactusblog

Aus dem Leben eines Kaktusgärtners

Kaktusräubern das Handwerk legen mit Funkchips

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Wir kennen die Technik schon von Hunden, vom Einkauf bei Metro, wenn Handys verschickt werden, an vielen Stellen werden aktiv oder passiv funkende Chips zur Überwachung eingesetzt. Einen etwas ungewöhnlichen Einsatzort gibt es nun in Arizona (USA). Dort sollen RFID-Chips die Saguaros (Carnegia gigantea) vor Diebstahl schützen.

Funkchips gegen Kakteenräuber in Arizona

Den Hintergrund für diese Nachricht konnte ich schon bei meiner ersten USA-Reise beobachten. Ich habe mich immer gewundert, wie es kommt, das ausgerechnet in einem adrett angelegtem Vorgarten, oder auf dem Gelände eines schicken Restaurants ein ebenmäßiger, riesengroßer Saguaro wachsen sollte, ohne je von Baumaschinen oder sonstigem in seinem offensichtlich mehr als hundertjärigem Leben gestört worden zu sein. Auf der gleichen Reise lernte ich auch den Weg der Pflanzen kennen.

Für die legal Variante gibt es Gärtnereien, die lizensierte Pflanzen kaufen und ausgraben dürfen. Dazu wird einmal ein Obulus für die „Ausgrabegenehmigung“ an die Behörden fällig. Danach darf man dem rechtmäßigen Besitzer (Eigentümer eines Stück Wüste) eine Pflanze abkaufen.1

Einfacher und unbürokratisch ist der illegale Weg. Man nimmt einen Pickup und einige Spaten, fährt „in die Wüste“, buddelt einen Saguaro aus, läd ihn auf  den Pickup und buddelt ihn im Garten wieder ein. Das kann klappen, wenn im Kaktus kein Funkchip steckt oder man keinem Saguaro-Ranger über den Weg fährt. Die passen zum Glück sehr gut auf ihre Schätzchen auf und auch die verhängten Strafen sind inzwischen drakonisch genug, dass die meisten Kakteengärten inzwischen auf legale Weise bepflanzt werden.


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  1. Was für ein 150jährigen Kaktus über den Tisch geht wollte man mir aber nicht verraten []
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Autor: Ulrich Haage

Kaktusgärtner aus Passion... seit 1970, aber mit weitaus längerer Tradition

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