Archive for proud to be Erfurter

Kaktusfilmchen auf Salve TV

Heute früh war ich auf dem Anger. In der alten Hauptpost residiert nicht nur das cosmo, direkt um die Ecke sitzt auch Salve TV. Und dort habe ich heute früh ein kurzes, nettes Interview über Kakteen-Haage gegeben.

Hier isses:


… und danke für die eeentspannte Aufzeichnung! :)


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Der Tag an dem der Papst nach Erfurt kam

Erfurt – jetzt des heiligen römischen Reiches Papststadt. Was eine Uffrechung dahier!

Kurz vor dem Mittag flogen dicke Flugzeuge über die Blumenstadt und warfen heiligen Inhalt ab.

Seit Tagen steht an jeder ernstzunehmenden Kreuzung ein einsatzbereites Paket Absperrgitter. Über die Zugangsparameter der Innenstadt und die Verkehrs/Parkplatzplanung wird seit Wochen gemutmaßt.

Hubschrauber zum Papstbesuch

Hubschrauber zum Papstbesuch - hier der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin direkt über der Cactusfarm

Hubschrauber kreisen ständig über uns. Seit gestern parken im Zentrum nur noch Polizeiautos. Dafür sind Zentrumbewohner mit ihren Autos auf  unserem Parkplatz untergeschlüpft. Schön, helfen zu können. Doch nicht alle finden den Ausnahmezustand tolerabel. Beim Frisör werden die nagelneuen Dixi-Batterieen belästert, die vielen angekündigten Limusinen, das viele Geld …

Mir ists recht. Ich bin stolz, stolz auf unsere Stadt, darauf, dass die Welt für einen kurzen Moment auf Erfurt schaut. Diesmal unter einen guten Stern. Wie gut ist es doch, in Erfurt zu leben.

Und jetzt ist seine Heiligkeit eingetroffen. Schon ein komisches Gefühl. Er ist hier in unserer Stadt. Heute, jetzt gerade im Moment.

Vorbereitungen darauf laufen schon lange. Das erste waren die Ratzefummel-Radiergummis, in den Kirchenläden gab es Ikonen zu kaufen. Gullydeckel wurden zugeschweisst, Strassenlaternen versiegelt, der Domplatz etwas aufgehübscht, im Dom ist keine Besichtigung möglich. Klar gibt es Nörgler, aber im Schnitt scheint mir der Erfurter den Rummel mit fröhlicher, schlechtestenfalls stoischer Gelassenheit hinzunehmen. Und eigentlich ist doch alles weit weniger schlimm, als es erwartert wurde. Gegendemo – ja, gab es, aber: die Stadt war heute nahezu  leergefegt. Darum keine Behinderungen auf dem Weg in die Blumenstrasse. Selbst die Post war

Bischofsmütze zum Papstbesuch - Astrophytum myriostigma

Bischofsmütze zum Papstbesuch - Astrophytum myriostigma

entgegen der Ankündigung pünktlich.

Und wir haben etwas versemmelt. Unseren Beitrag zum Papstbesuch in Erfurt.
Wir hätten hübsch unserer schönen Erfurter Bischofsmützen auf dem Domplatz anbieten können. Aber wer kommt denn auf solch geniale Ideen?

Schliesslich gibt es auch Erfurter Papst-Senf von Born. Der gehört halt dazu – nur nicht zur Thüringer Rostbratwurst.

Papstsenf aus Erfurt

Papstsenf aus Erfurt

 


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Der Papst kommt nach Erfurt und Verkehrshindernisse

Luther war hier, Willy Brandt, E. Honi,1 und Herr Kohl waren in Erfurt, Mr. Obama ist nur mal kurz gelandet, aber nun: in gut einem Monat ist es so weit.

Papst Benedikt wird in Erfurt sein, nicht nur mal so ganz kurz, sondern richtig, mit landen auf dem Flughafen, Fahrt durch die Stadt, ökumenisches Treffen im Augustinerkloster und einer heiligen Messe auf dem Domplatz, doch dazu später vielleicht mehr.

Wir Erfurter feiern und freuen uns – und wir arrangieren uns. Auch wenn Geschäfte und Restaurant geschlossen werden und die Polizei mal fix durch die Wohnung am Domplatz illert. Die Blumenstraße ist etwas entfernter vom Trubel, aber im Moment halten sich hartnäckig Gerüchte: die B4 wird als Ausweichparkplatz für Pilger genutzt – das hätte immerhin zur Folge, das unsere Gärtnerei komplett von der Aussenwelt abgeschlossen ist. Zumindest lautete die überaus fachmännische Antwort im Koordinationsbüro: Hm, ja!

Aber bislang sind ja noch nicht alle Messen gesungen und das Verkehrskonzept noch nicht komplett und all dass sind noch Gerüchte – sozusagen Beta-Plan. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Kunden auch zum Papstbesuch Kakteen kaufen können (den im Bild haben wir leider nicht), und bis dahin schaue ich immer mal ob es auf den Seiten der Erfurter Stadtverwaltung oder des Bistums neue sachdienliche Hinweise gibt.

Und ganz ehrlich, ich freue mich schon drauf, auch wenn ich selbst keine Karte für die Messe auf dem Domplatz habe – vielleicht gibt es ja Live-Stream,

… denn zum Public Viewing komm ich ja auch nich :( .

—————

Soo, Update am 25.8.2011 – es gibt noch keine neuen Informationen zum Papstbesuch in Sachen Verkehr – sprich, ob unsere Gärtnerei aufgrund von Strassensperrungen überhaupt erreichbar sein wird.

Wir werden am Freitag, dem 23. September keine Pakete verschicken können.

Update 19. September (diese Informationen stammen aus dem Koordinationsbüro und sind z. T. aktueller als auf der Webseite erfurt.de)

B4- stadtauswärts: ein Fahrstreifen gesperrt zwischen Katastrophenschutzzentrum und Thüringenpark, die Gegenspur Richtung Blumenstraße wird nicht gesperrt

Blumenstraße – zeitweise Sperrungen während der Kontrollfahrten – starke Verkehrsbehinderungen möglich!

Aktuelle Informationen (zum Teil auch weniger aktuell als auf o. g. Webseiten, oder per Telefon)

Wenn Sie weitergehende Fragen haben, das Erfurter Papstbesuchsinformationstelefon hat die Nummer 0361-3742580

 


  1. oh je, ob das heute politisch noch korrekt ist??? []
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Dr. Eduard Lucas über seine Tätigkeit in der Gärtnerei Haage im Jahre 1835

Der Altmeister der deutschen Pomologie, Dr. Eduard Lucas, ein geborener Erfurter, hat 1835 als Gärtnergehilfe bei Friedrich Adolf Haage gearbeitet. In seinen Jugenderinnerungen gibt Lucas folgende anschauliche Schilderung von Haages Betrieb und Arbeitsweise:

Dieses schöne und vortrefflich geleitete Geschäft, an dessen Spitze einer der intelligentesten deutschen Gärtner, die je gelebt, der unermüdlich tätige Friedrich Adolf Haage stand, genoß eines ganz außergewöhnlichen Rufes, welchen es aber auch verdiente.
Im damaligen Haage’schen Etablissement waren 13 Glashäuser, viele Mistbeetkästen, Massen von wohleingerichteten, mit Brettern eingefaßten Kulturbeeten und eine großartig angelegte, schöne und vielbewunderte Felsenpartie, die Grotte genannt.

Es war wohl eine anstrengende, arbeitsvolle Zeit, namentlich die fünf Monate Dezember, Januar bis April, und auch der Mai noch stellten an uns Gehilfen große Forderungen.

Um 6 Uhr früh mußte alles auf dem Comptair sein; Haage saß da schon an seinem Pult, seine lange Pfeife rauchend, dann mußten alle Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter, welche nicht Heizdienst hatten, bis zum Tagesanbruch, d. h. gewöhnlich bis zum Aufdecken der Glashäuser, da zusammen im Samengeschäft arbeiten; dann gingen die, welche in ihren Glashäusern eine besonders wichtige Arbeit hatten, namentlich die, die in der Vermehrung beschäftigt waren, hinaus. Andere blieben im Büro tätig, und da ging es nun so fort und mußte mit Hand und Kopf eifrig gearbeitet werden, bis gewöhnlich 11 Uhr nachts, wo der Herr Prinzipal sein Pult schloß. Haage wog alle Gemüse seiner Bestellungen selbst ab. Wir schrieben die Kapseln und reichten sie zu. Merkwürdig war, daß wir Gehilfen und die Lehrlinge damals diese doch sehr anstrengende Tätigkeit, welche sogar nur ganz selten uns einen Sonntag frei ließ, ohne Murren, sogar mit Begeisterung ertrugen und uns freuten, wenn wieder die Samenbestellungen und die dicken Geldbriefe so haufenweise ankamen, daß Herr Haage sie oft erst 2—3 Tage später öffnen konnte und nur alles in die große eiserne Kiste schloß, welche neben seinem Sitz im Büro stand.


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Schlagerparty? Hemingway!

Ich mache nicht direkt ein Geheimnis daraus, dass ich mich im Erfurter Hemingway ganz schön sehr wohl fühle. Obwohl der exzessive Aufenthalt in Bars heute nicht unbedingt frei von Anrüchtigkeit ist. Denn wer wiederholt in eine Bar geht ist entweder

  1. ein großer Künstler, oder hat
  2. ein Problem auf der Seele – oder naheliegenderweise
  3. beides zusammen.

So sieht es das Auge des Volkes – (vielleicht auch etwas neidisch?).

Der Aspekt – > ein Abend in einer Bar ist ein Genuß < – mag die Allgemeinheit maximal als eine plumpe Ausrede gelten lassen. Das ist mir gleich und genau der zentrale Grund dort zu sein. Es ist einer der Orte meines geheimen Wohlfühlens. Mit Folgen: wo ich kann, schleppe ich irgendwie jeden dorthin – am besten so oft es geht. Und wenn es nicht geht – dann wird halt “exportiert” – wie zum Kakteenessen.

Am letzten Samstag war Schlagerparty im Hemingway. Das stand schon Wochen vorher auf dem Spiegel über Holgis Platz am Tresen und hat mich schon im Vorfeld etwas gegraust. Wäre ich diesmal nicht “abgeschleppt” worden, hätte ich auch nie eine Schlagerparty erlebt.

Es war der Samstagabend als unser Server abgeschmiert ist. Nach neun Stunden Arbeit statt Entspannung fühlte ich mich morgens um viertel Zwei reichlich verbeult und vor der Frage Bett oder Bar. Wochenende – also letzteres.

Kalt ist es draußen. Ich wundere mich – Normen steht vor der Tür – hat der drin nix zu tun? Erst als ich zum zweiten Mal rausflitze dämmert mir: der macht heute in Türsteher. Was war ich froh, Gnade in seinen Augen gefunden zu haben. Drin ists laut und lärmig. Matthias Reim ist sich lauthals verdammt unsicher, ob er mich liebt, oder nicht. Rollo sieht im Vergleich zum letzten mal ganz schön frisch aus und sprüht Funken. War wohl nicht viel los schlußfolgere ich völlig falsch. Ich bin dennoch brav und zurückhaltend und bestelle konkret einen Mojito (a la casa). Ich hab ja jetzt Zeit. Eigentlich ist der Laden rammelvoll1 und Rollo ist auch keineswegs entspannt – der ist einfach nur auf Betriebstemperatur und in seinem Element. Wirbelt hinterm Tresen und macht. Beschäftigt gefühlte zehn Mädels und Jungs im Service.

Holgi? Was macht der? Sitzt in aller Seelenruhe wie immer auf seinem Platz, hat eine grausige Brille auf2 und mach die Mucke. Die ist ungefähr so wie die Brille und das ist gut so. Gut für meinen Kopf. Pustet alles nervige der letzten Tage raus und macht so langsam wieder nüchtern. – Trotz des Mojito.
Holgi hat Zeit – und er ist begeistert.

Ich bin es auch und schreibe morgen weiter …, hab jetzt noch was vor :)

Ach so: Alkohol kann den Körper schädigen und ist nicht gesund – Don’t try this at home!


  1. die Kneipen und Bars auf dem Weg waren gerade am Saubermachen []
  2. das Foto stellen wir beim nächsten Besuch nach []
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Heute ist Martini in Erfurt

Martini auf dem Erfurter Domplatz

Um genau zu sein ist der Martinstag morgen am 11. November, aber in vielen Orten wird das Martinsfest schon am Abend zuvor gefeiert. In Erfurt hat das eine ganz besondere Tradition.

Um 18.00 Uhr beginnt auf dem Domplatz ein ökumenischer Gottesdienst. Die Domstufen mit Dom und Severi-Kirche sind dazu eine wunderbare Kulisse. Auf dem dunklen Domplatz sind Erfurter und viele viele Gäste mit Laternen.

Die Laternen sind besonders für die Kinder bezaubernd. Schon gestern waren die ersten in den abendlichen Straßen unterwegs, um mal zu probieren. Heute abend werden sie aus allen Ecken zum Domplatz bewegen. Für mich ist Martini und die Martinsfeier fest mit meiner Heimatstadt verknüpft. Sicher sind das schöne Kindheitserinnerungen, die bei mir hochkommen. Gleichwie – ich freue mich auf heute abend.

Am Rande noch zu erwähnen: rundherum gibt es inzwischen einen “Martinimarkt” der die Versorgung mit Glühwein, Martinshörnchen und Laternen sichert1


  1. auch wenn ich diese Form der Kommerzialisierung “meines Martinsfestes” nicht leiden mag []
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Unternehmer des Jahres

Gestern kam ein breit grinsender Herr Bitterberg ins Büro, schüttelte mir die Hand und sprach:

Herzlichen Glückwunsch Herr Haage, Sie sind zum Unternehmer des Jahres 2010 gewählt worden!

Einfach so. Das will erstmal verdaut und einsortiert sein. Ich habe keine Ahnung was andere Unternehmer des Jahres so treibt und bewegt. Ob sie täglich das Gefühl haben, etwas ganz besonderes, auszeichnungswürdiges tun. Mir fehlt das jedenfalls. Das Gefühl für das auszeichnungswürdige. Über das besondere bin ich mir hingegen im klaren. Zum Glück muß ich aber keine Begründung liefern. Dennoch – in logischer Konsequenz wurde mir die Frage gestellt: “und wofür glauben Sie jetzt ausgezeichnet worden zu sein?”

Es hängt für mich mit Heimat und mit Identifikation zusammen.

Heimat: wo es gut ist zu Hause zu sein: Menschen, die Cactusfarm, meine grüne Stadt Erfurt, mein grünes Land Thüringen, Deutschland, diese Welt – ein Geschenk, zu dem ich Ja sagen konnte.

Identifikation: die Menschen mit denen ich lebe und arbeite, ein wunderbarer Beruf den ich ausüben darf, eine Tradition die ich fortführen kann, sinnvolle Interessen die ich mit anderen teile, Ziele die ich erreichen möchte.

Eigentlich sieht es alles nach nichts besonderem aus – sollte doch jeder haben, oder? Sollte.

So ähnlich wie Luft.

Ein guter Grund innezuhalten und mal DANKE zu sagen!


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Martini in Erfurt

Martini auf dem Erfurter Domplatz

Martini auf dem Erfurter Domplatz

Es ist einfach eine schöne Tradition – der Martinstag auf dem Erfurter Domplatz.

Als Kind war es ein tolles Erlebnis, mit tausenden Erfurtern und Gästen die Martinsfeier mit dem größten Gottesdienst des Jahres vor den Domstufen zu feiern und in der Dunkelheit mit der Laterne nach Hause zu gehen.

Heute sitzt die nächste Generation mit der Laterne auf meinen Schultern und singt Laternchen, Laternchen, Sonne, Mond und Sternchen …

Heute gab es noch eine besondere Erinnerung. Gestern vor zwanzig Jahren ist in Berlin ein Schlagbaum geöffnet worden. Ein Änderung die für alle Deutschen die Welt neu definierte. Für mich eine Änderung im Leben, ein neuer Horizont für den ich sehr dankbar bin. Der Martinstag vor zwanzig Jahren war ein besonderer Tag und es war schön, heute noch einmal daran erinnert zu werden.


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Kaktusbratwurst vermisst

Gestern war in Erfurt auf dem Domplatz das alljährliche offizielle Angrillen.

Bratwurst - Angrillen 2009 Erfurt

Ein großes Volksfest mit Promis, dem größten Grill der Welt, dem Bratwurstkönig, Senf, Bier und natürlich unzähligen leckeren Bratwürsten.

Nur die Kaktusbratwurst war nicht mit dabei – sie ist aber offensichtlich vermisst worden wie man hier bei der Puffbohne lesen kann …

Aber zum Tag der offenen Tür am 9. Mai 2009 ist sie wieder da – frisch vom Holzkohlegrill, oder auch zum mitnehmen schon zum vorbestellen.

Die Schirmherrschaft von Ministerpräsident Althaus konnte vor dem Regen zwar nicht schützen – aber das ist eigentlich auch Wurst – echte Thüringer brauchen zum grillen weder schönes Wetter, noch einen Anlass.

Kaktusbratwurst mit Ministerpraesident Althaus

Angrillen auf dem Erfurter Domplatz 06 – v. r. Ministerpräsident Althaus mit Kaktus und Kaktusbratwurst, Ulrich Haage, Ihre Majestät – die Bratwurstkönigin, Dieter Hagemann (Bürgermeister Erfurt)


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Kriesengeheul – ohne Gärtner

Lese ich in alten Abenteuerbüchern, so sind es immer die Wilden, die mit wilden Geheul aus den Büschen springen und über den Redlichen auf dem Wege gehenden herfallen. Und heute?

Da heulen diese Redlichen über eine Krise, die diesen Namen nicht wert wäre, würde man weniger über sie heulen. Manchmal hilft da der Blick von draussen. Da wundert sich jemand, dass ein Autounfall sich im Radio als “Verkehrschaos zwischen X und Y” wiederfindet. Manche Dinge können wir einfach besonders gut, hier in schwarzrotgoldenen Landen. Manchmal gehört auch übertreiben dazu. Heule ich jetzt auch schon? Mitnichten!

Ob Gärtner da eine löbliche Ausnahme machen? Vielleicht. Der Bayrische Gärtnerpräsident sieht Krisenfragen gelassen. Wirklich wiedergefunden habe ich mich in einer Variation von Alexander Munke, den ich fast schon überrascht – auf dem Bayrischen Gartenbautag traf:

“Krise? Nöö, ich mach da nicht mit” – sagt der Mann mit dem Weißkopfplüschseeadler.

Meine Rede seit langem.

Irgendeine Kriese gibt es ja immer im Umfeld. Dauerkriese. Aber bis heute haben wir doch alle überlebt, oder? Ich muß gleich wieder an die Worte von Rudolph Benary denken. Als am 23.1. die Ernst Benary Schule in Erfurt ihren neuen Namen erhielt, berichtete er mit schlichten Worten über die Konsequenz und Bescheidenheit1seiner Ahnen – bis heute. “Wie die Saat – so die Ernte” war der Leitspruch des “ersten Benary”. In 166 Jahren Geschichte fand das Wort Krise keine Anwendung. Wohl Kriege und schwere Zeiten – ich fände auch den Terminus “sehr schwere Zeiten” angemessen, wenn man ein wenig mehr von der Familiengeschichte weiß. Aber kein heulen. Die Benarys machen da wohl auch nicht mit.

Krise hin oder her. Wenn doch alles hinterfragbar ist und die Negation des Negativen vielleicht regelwidrig negativ wird, gerät manchmal selbst der, der in der real heulverstärkten Krise Zuversicht predigt, unter Feuer. So geschehen Gerold Braun im Besserwerberblog. Die Erklärung – mit den Kunden zu heulen sei wenig nützlich um danach noch etwas zu verkaufen – erscheint mir plausibel. Das lernt man schon bei Kindern. Trösten geht anders. Mitnehmen zu neuen guten Orten ist da meine Politik. Natürlich lässt sich das aber auch als “vermeintlich optimistischer Allgemeinplatz” betrachten. Na und? Dann stelle ich genau auf den Allgemeinplatz meinen Lieblingssessel und lasse mir fünf Minuten die Sonne auf den Bauch scheinen. Das tut mir gut – und anderen auch.

Aktive Krisenabwehr.

NS: ich schreibe Krise offenbar gern mit “ie” – wie ich eben feststelle (falls ich noch eins übersehen habe. Das ist orthographisch falsch – drückt aber vielleicht auf subtile Weise aus, das ich das Wort nicht mag. Auch wenn es das chinesische Synonym für Chance ist.


  1. von Bescheidenheit sagte er natürlich nichts, die war einfach zwischen seinen Zeilen []
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Gloriosa

Es gibt so viele Dinge, auf die wir Erfurter stolz sein können…

Unsere Gloriosa im Erfurter Dom ist nicht nur eine besonders alte, schöne und große Glocke. Sie läutet nur an hohen Feiertagen – so auch gestern Abend zur Martinsfeier, als wir auf dem Domplatz waren.

Wir freuen uns immer, wenn wir ihre tiefen Klänge hören, die besonders weit tragen. Auf der Cactusfarm haben wir dafür einen sehr guten “Empfang”. Ich verbinde das Geläut oft mit nebligen Novembertagen, an denen man zwar nicht sonderlich weit sehen kann, die Geräusche kommen dafür immer klarer an. So auch die Glockenschläge…


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