Archive for Alltägliches

Kakteen, Hemp-Shops und Gewächshäuser – Teil zwei

Nach einem Tag Kakteengewächshäuser anschauen darf man etwas Pflastermüde sein. Wie schön, das die niederländischen Großstädte zwar eng sind, aber mit etwas Mut kann man auch dort mit größerem Wagen im Zentrum parken. Erste Station war der alte Delfter Hafen. Hier gab es alles was zu Holland gehört.

Delfter Hafen - Rotterdam

Delfter Hafen - Rotterdam

Windmühlen, unzählige Fahräder, Hubbrücken, Käse, Fisch, Wasser, Schiffe, schnuckelige kleine Häuser. Dazu hatte der Regen rechtzeitig aufgehört, die Sonne schien ganz wunderbar, eine gute Gelegenheit, einfach auf dem Brückenkopf mal die Beine baumeln zu lassen.

Der restliche Ausflug ins Stadtzentrum blieb dann aber auf Rädern statt per pedes. Macht auch Sinn, denn allein die vielen beeindruckenden Dingen, die es zu sehen gibt … So blieb mein Auge an einem wunderlichen gelben Bus hängen. Eigentlich war es nur die Heckpartie, die mich irritierte und mich an etwas russisches erinnerte. Es dauerte eine Weile, bis mir die Ponton-Fähren in den Sinn kamen. Wenig später trullerte der Bus über die Erasmusbrücke und da machte es klick -- ein Amphibienbus -- bestimmt planschen die damit in der Maas, oder im Hafen herum. Google hilft auch da: Splashtours heißt der Veranstalter und für knapp 15 Euro kann man in Rotterdam mit dem Bus schwimmen gehen. So siehts aus:

Stichwort Brücke: bevor auch der Kaktusbus über die große Erasmusbrücke rollte gab es noch einen Stop an der beeindruckenden Kulisse alten stillgelegten Eisenbahnhubbrücke die früher die Nord-Süd Verbindung über die Neue Maas sicherstellte.

Der nächste Morgen begann in aller Frühe mit reichlich Kakteen und seltenen Sukkulenten. Diesmal nicht nur kleine Pflanzen, sondern auch einige von bereits ausgewachsenem Kaliber. Besonders hervorzuheben sind hier die alten Baobabs, von denen ich natürlich nicht die Finger lassen konnte. Knorrige, reichlich verzweigte Pflanzen mit feinen jungen Austrieben. Ebenso feine Austriebe zeigen Operculicaria. Mit ihren tiefen Wurzeln werden wir diese möglicherweise erst im Frühjahr anbieten. Auch die schönen Euphorbia bupleurifolia wird es in Kürze wieder geben. Von meiner persönlichen Lieblingspflanze -- Dioscorea elephantipes habe ich ausreichend mitgebracht, darunter auch einige Exemplare die schon die typische Schildkrötenform zeigen. Auf eine ganz spezielle monstose Form von Mammillaria painteri wurde ich noch hingewiesen -- sind auch ins Auto gehüpft, gemeinsam mit schicken Cyphostemma (Cissus) juttae, dicken Pachypodium bispinosum, kleineren Pachypodium namaquanum und besonders schönen Adenium obesum.

Die letzte Station meines Kurztrips war speziell, im Vergleich zur vorher besuchten, picobello aufgeräumten Gärtnerei, eher als kreatives Chaos zu bezeichnen. In einem ehemaligen Produktionsgewächshaus für Gemüse ist eine Mischung aus Möbelhaus, Gartencenter, Trophäenverkauf, Minidschungel und Warenlager entstanden.

Gut 90 % der Fläche namen Pflanzenvorräte (Palmen, Yucca, Palmfarne und diverse andere Pflanzen) ein. Die meisten Pflanzen haben früher einmal sehr attraktiv ausgesehen, Meister Wilhelm würde es vermutlich so formulieren: “einige waren tatsächlich im Stande des Heils”. Der Herr, der mich durch die Anlage begleitete schaute die Calibanus vorwurfsvoll an, weil sie in der Morast-artigen Erde partout keine Wurzeln machen wollten. Auf meinen Blick zur Flächenberegnungsanlage reagierte er, als hätte er diese und die wassergefüllten Untersetzer unter den Töpfen just zum ersten Mal gesehen. Entweder war man sich über die Frage der Pflegebedürfnisse unsicher, oder hatte sich einfach noch nicht die Mühe gemacht, die Bombax ellipticum und Calibanus hookeri in nicht beregnete Bereiche zu bringen.

Bei der Gelegenheit einige Informationen über Calibanus hookeri.

Dem kleinen Dschungel tat die kontinuierliche Beregnung hingegen sehr gut, alles grünt uns sprießt und wirkt richtig “dschungelig” und tatsächlich hatte ich nach wenigen Schritten den Sichtkontakt zur Gewächshausumwelt verloren.

Trotz der großen Zahl an verfügbaren Pflanzen habe ich diesen Ort nur mit verhältnismässig wenig Jagdbeute verlassen. Einerseits musste ich nach den letzten schönen Pflanzen gründlich suchen und die meisten der zuvor noch telefonisch angepriesenen Arten waren überhaupt nicht vorhanden, oder schlicht und ergreifend bereits tod. Das war zwar ein etwas enttäuschendes Einkaufserlebnis -- aber wie immer hat jedes Ding auch sein Gutes -- beim Laden hatte ich nicht die sonst für die letzte Station typischen Probleme, die letzten Pflanzen im Bus unterzubrigen.

Nun bin ich gespannt, ob wir mit unserer Kakteenerde und etwas weniger Wasser auch bei den Bombax ellipticum und Calibanus hookeri Wurzeln hervorlocken können.

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Kakteen, Hemp-Shops und Gewächshäuser

Ein kleiner Kakteen-Trip in die Niederlande

- Teil eins -

Amsterdamer Gracht bei Nacht

Amsterdamer Gracht bei Nacht

Hinweis: Dieser Teil des Artikels könnte Informationen enthalten, die bevorzugt für erwachsene Leser geeignet sind :oops:

Ja, ich gebe zu, es war sehr intensiv. Wer bei Nacht durch Amsterdam trabt, kommt früher oder später an einem Fachgeschäft für Kaffee vorüber. In Wien gab es vor vielen Jahrzehnten eine ähnlich klingende Tradition: das Kaffeehaus. Dort konnte man Kaffee trinken. In Amsterdam gibt es im Coffieshop etwas anderes – wenigstens duftet es bei Nacht darin und davor sehr intensiv, aber überhaupt nicht nach Kaffee. Ist lustig in der Nase, mir aber völlig egal. Ich war doch wegen der Kakteen unterwegs – und in Amsterdam sollte es Metropolen-Kultur zum Auftakt geben.

Trotz dem die erste Gärtnerei doch erst für den nächsten Morgen geplant war, fielen mir doch tatsächlich die ersten Kakteen noch im Zentrum von Amsterdam vor die Füße. In DEM Headshop (The Headshop – since 1968).1

Kakteen im Headshop in Amsterdam

Kakteen im Headshop in Amsterdam

Eine hübsche Sammlung von halluzinogenen Kakteen stand da im Schaufenster herum. Ganz offensichtlich sehnsuchtsvoll nach Licht suchend, waren hier Astrophytum myriostigma (Bischofsmütze, Bishops Cap), Myrtillocactus geometricans, Lophophora williamsii (Peyotl), Trichocereus pachanoi (San Pedro-Kaktus), und Trichocereus peruvianus aufgestellt. Das Sicherheitsglas des Schaufensters sorgt zwar dafür, dass Kakteen und Zubehör unbehelligt von dem reichlichen flanierenden Publikum bleiben, aber eben auch vom Sonnenschein des Tages kommt vermutlich nur wenig bei den Pflanzen an und das quittieren diese mit dem typisch zipfeligen Wuchs an der Spitze an dem sich vermutlich früher oder später auch Pilze oder andere Schädlinge einfinden werden um ein wenig daran herumzunagen.

Sehr hübsch ist das Schild “UK and spanish customs say it’s OK to import cactus as live plants” (wörtlich: englische und spanische Zollbehörden sagen: es ist ok Kakteen als lebende Pflanzen importieren). Völlig richtig – wenn man die Einfuhrbestimmungen berücksichtigt gilt das auch für viele andere Länder. Im nächsten Laden fand ich noch einen größeren Trichocereus pachanoi – hier aber viel lustiger: eine große Schüssel Hanf-Lollies.

Eine weitere Begegnung anderer Art hatte ich in einer schmalen Gasse einige hundert Meter weiter. Auf der einen Seite standen lauter Männer, die die gegenüberliegende Seite der Gasse ausgesprochen interessiert anschauten, oder fotografierten. Im so fixierten Haus waren dicht aneinander Türen, Hauseingänge mit Glastüren, jede einzelne mit der Anmutung einer Telefonzelle. In jeder dieser Türen stand eine nur spärlich bekleidete Frau und guckte komisch. Wenig romantisch jedenfalls. Die Verbindung zwischen beiden Seiten der Gasse entstand in erster Linie durch Blicke, kaum durch Blickkontakt. Ich fand mich in der Mitte wieder und das war ein reichlich komisches Gefühl. Gut das die Gasse nicht endlos war.

Das Adventskalender-Haus in Amsterdam

Das Adventskalender-Haus in Amsterdam

Drei Straßen weiter war deutlich zu bemerken: hier in Amsterdam sind gewitzte Architekten zu Hause. Ein großes Haus wie ein Adventskalender, viele Türchen – tatsächlich 24 Stück und jeder Treppenaufgang war mit einer mehr oder minder falsch geschriebenen deutschen Stadt beschriftet.

Der nächste Morgen begann dann endlich mit – Kakteen – und gleich zwar Kakteen bis zum Horizont.

In diesem Fall handelt es sich bei den Kakteen um veredelte Chamaecereus-Hybriden2 mit Blüte. Das Foto ist natürlich mit Bedacht gemacht.

Begegnung unlängst im n. n. Gartencenter vor einem Tisch mit Erdbeer- und Bananenkakteen:

gelbe Chamaecereus Hybride mit Blüte

gelbe Chamaecereus Hybride mit Blüte

Sie zu Ihm. “Oooch gugge ma. Der hat abr ne schöne Blüde droff. Un so dick un gelb! Das is doch schön!”

Ich zu mir. “nu sache ma…” nein ich denke ja hochdeutsch. “nein wie absonderlich, ich vermag gar keine Blüte zu sehen.” Klar: die “Blüte” ist der Kaktus. So oft wie ich danach schon gefragt wurde. Hier zu sehen: die Blüte der Blüte. Auch diese Frage wird im Beitrag über Chamaecereus aufgeklärt werden.

Euphorbia obesa dichotom geteiltIn den Gewächshäusern habe ich nicht nur weitere schicke neue Veredelungen gefunden (z. B. super dunkelrote gebänderte Gymnocalycium mihanovichii), eine Hand voll wunderschöner großer Hoodia gordonii, bläulich weiß bestäubte Dudleya, ganz kleine furchtbar bedornte Stetsonia die schon die ersten Arme haben, Melokakteen mit Cephalium von den Kanarischen Inseln. Die ganze Auswahl fährt morgen schon zur Kakteenbörse und wird Samstag und Sonntag im EGA-Park schon zu sehen und zu kaufen sein.

Diese seltene dichotom geteilte Euphorbia obesa habe ich aber nur fotografiert und nicht mitgenommen.

Der heutige Abend war der anderen naheliegenden Metropole gewidmet – Rotterdam.

… dazu kommt hier der zweite Teil der Reise

  1. Ich weiß, auch zu übersetzen als Fachgeschäft für Köpfe – ist natürlich Quatsch. []
  2. mehr Details über das Namensdurcheinander in einem weiteren Artikel []

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Cactus Men

Just for you – Kaktus-Männer:

… and just for the girls1:

Bei Gelegenheit gibt es auch mal den Gegenpart für die Jungs :)

  1. ich kann aber auf dem Bild beim besten Willen keinen Kaktus entdecken []

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Gemeiner Birkenbohrer?

Am Sonntag traf mich der Schlag. Hat da nicht irgendein Rüpel einfach und ungeniert Löcher in unsere schöne Birke gebohrt?

Als ich ganz genau hingeschaut habe wackelte was im Loch -- die Holzspäne bewegten sich. Also steckt der Rüpel noch drin im Loch. Bei dem Gedanken kam ich mir vor wie der platte Städter in Falladas Geschichte vom bösen Schweineigel.

Wwwwwerkzeug muß her. Mit einem kleinen Schaubendreher fördere ich eine kleine rosarote Made hervor, winzig, viel zu klein für das dicke Loch. Der Rüpel muß dicker sein -- viel dicker. Der Schock -- der Schraubendreher verschwindet komplett im Loch -- und zwar nicht gerade, sondern nur der “Stolleneingang” ist in Waage, weiter geht es dann in jedem der vier Löcher in eine andere Richtung -- fast im rechten Winkel nach oben, nach unten, oder auch zur Seite. Ob es eine Verbindung zwischen den einzelnen Gängen gibt -- dafür war mein Schraubendreher zu kurz. Der Hohlraum im Stamm scheint aber beträchtlich zu sein, wenn ich mir die Berge von Spänen am Fuß des Baumes anschaue.

Und bitter ist das schon, unter dem Baum haben schon meine Großeltern in jungen Jahren gesessen, den kann doch nicht einfach so ein Birkenbohrer-Rüpel auffressen.

… könnte ja mal eine Gegenbohrung machen,

oder mit dem Hammer auf den Stamm hauen -- dann bekommt der Rüpel Ohrensausen,

oder schicke ihn mit Stickstoffspray nach Sibirien.1

Wenigstens bin ich nicht allein auf der Suche nach Birkenbohrern -- auch wenn die Jungs in diesem Forum vor sieben Jahren wohl eher nach einem Bohrmaschinenkiller und Haarwasserjunkie gesucht haben -- oder auf Irrwegen waren.

… das ist die Dokumentation meiner bisherigen Probebohrungen -- bin bislang auf keinen Käfer gestoßen:

… und Ja, der Baum steht noch senkrecht :)

  1. spätestens an dieser Stelle der Hinweis -- Entrüstung kann manchmal zu unernsten und albernen Reaktionen führen.  Ich warte natürlich ganz sittlich auf die fachlich konsolidierten Hinweise der freundlichen Kollegen von Thüringer Pflanzenschutzdienst, die hoffentlich morgen einen Probe von den Holzspänen im Briefkasten vorfinden []

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Ja – Kakteen können auch weh tun

Wie schmerzhaft Kakteen sein können kann man in den beiden Videos ganz deutlich sehen:

Wobei ich an Stelle des Knaben unendlich dankbar wäre, das alles so glimpflich abgelaufen ist -- es hätte noch schmerzhafter werden können -- und das hat schon weh getan wie Hölle.

Mit Opuntien darf man durchaus respektvoll umgehen …

Etwas kichern musste ich aber bei der Erklärung in diesem Filmchen -- warum “jumping”:

“der Kaktus lauert am Boden und wartet auf dich und springt dich an, sobald du vorbeikommst -- und dann hängt er fest an dir. Das gezeigte Kaktus-Stückchen ist eigentlich schon tot, darum funktioniert das nicht so richtig mit dem hüpfen …”

Ich geh gleich mal im Gewächshaus nachschauen. :P

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Motivbeet mit Kakteen im schwedischen Norrköping

Jedes Jahr ehrt die Stadt Norrköping in Schweden eine Institution, Firma oder wie in 2010 das 100-jährige Rathaus mit einem Polsterbeet aus Kakteen und anderen Sukkulenten.

Das Kakteenbeet im Carl Johans Park besitzt eine lange Tradition, wie diese Postkarte aus dem Jahr 1936 zeigt. Das erste Beet wurde bereits 1926 angelegt.1 Die Kakteen stammen aus einer Stiftung von Anders Carlsson aus dem Jahre 1910 und werden in den Städtischen Gewächshäusern überwintert.

Dank an Ralf für den Hinweis auf dieses hübsche schwedische Kleinod … und JA, in Erfurt gab es eine solche Tradition tatsächlich auch für einige Jahre, wenn auch in deutlich kleinerer Ausführung :)

Weitere Berichte und Bildstrecken:

CactiGuide.com – Christian schreibt über das Kaktusbeet 2010 und zeigt viele Bilder (100 Jahre Rathaus Norköping)

Hedwig aus Norköping stellt in Kadermos Fotoblog den Bezug zwischen der Geschichte und den Xerophyten her. Manchmal lohnt es, genau hinzusehen – das ‘X’ der Xerophyten wurde wiederum für ein anderes Blog benötigt: ABC Wednesday. Seit dem 24.7.2010 gibt es jeden Mittwoch den nächsten Buchstaben als Vorgabe für einen Beitrag oder ein passendes Foto. Das Projekt läuft inzwischen in Runde 5.

Ein schönes Panorama-Foto gibt es hier auf Picasa.

  1. da frage ich mich, wann mein Großvater nach 1923 auf der Gartenausstellung in Göteborg gewesen ist, in seinen Erinnerungen hat der das Jahr nicht angegeben []

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Sprossläuse gesucht!

Schaden durch SprosslausbefallSprossläuse – bislang noch kein “amtlicher Name”, sondern unser Arbeitstitel für einen bislang wenig bekannten Schädling, der der Wolllaus ähnlich und vermutlich auch mit dieser verwandt ist (Hypogeococcus pungens).

Meist werden Kakteen befallen, seltener findet man den Schädling auch an anderen Sukkulenten. Der Schädling tritt selbst kaum in Erscheinung, meist sind es die Folgeschäden, die offensichtlich sind. Nach dem Befall zeigen die Pflanzen völlig untypische Wucherungen und unkoordiniertes Sprosswachstum.

Im Moment sind uns noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu bekannt, selbst Google kann mit dem Begriff offensichtlich noch nichts anfangen. Mir liegt aber eine Anfrage aus Südafrika vor. Grund genug, den kleinen Tierchen mal auf die Schliche zu kommen. (dazu suchen wir etwa 40-60 Exemplare)

Meine erste Begegnung mit von der Sprosslaus befallenen Kakteen hatte ich etwa 1992 auf den Kanarischen Inseln. Dort gibt es aus den verwilderten Cochenille-Produktionsflächen noch immer große Populationen von Wollläusen. Ob auch der Ursprung der Sprosslaus hier zu suchen ist, mag eine reine Vermutung sein. Später habe ich von Sprossläusen befallene Pflanzen auch in anderen Kakteensammlungen in Europa und Amerika beobachtet.

Auch wir hatten ein paar importierte Pflanzen, die diese unschönen Wucherungen zeigten. Selbst nachdem die Schädlinge abgetötet wurden, bleiben die “wolligen” Schutzhüllen und verbreiten Unwohlsein. Da uns bislang keine wirksame Behandlungsmethode zu Verfügung steht, haben wir sämtliche befallene Pflanzen konsequent vernichtet – auf Dauer ist dies zwar absolut wirksam, aber natürlich keine sonderlich sympathische Lösung.

Ich gebe ja  zu, mir läßt das Bild von Sprossläusen es kalt den Rücken runterlaufen – und jetzt bin ich auch noch aktiv auf der Suche danach. Wir sind ganz froh, dass unsere Bestände clean sind. Dennoch – um den Schädling bestimmen zu können und daraus eine Behandlungsmethode zu entwickeln suchen wir jetzt etwa 40-60 lebende Individuen, oder Pflanzen, die noch aktiv mit Sprossläusen befallen sind.

Wer Pflanzen mit diesen Symptomen in der Sammlung hat, oder bei anderen entdeckt hat – bitte diesmal nicht in die Mülltonne, sondern ins Paket und ab zu Kakteen-Haage.

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Türkis Kaktusblüte?

Frage:

Blaue Schlumbergera

Eine Frage hätte ich mal: Sie sind denk ich Spezialisten für diese Gewächse sind.

Ich habe mal in einem Buch gesehen das es Schlumbergera auch türkis oder blaue Blüten haben.

Meine Frage: Gibt es diese wirklich in dieser Farbe?

Antwort:

Nein, natürlich nicht – entweder sind die Blüten eingefärbt worden, oder es handelt sich schlicht um Strohblümchen oder künstliche Blüten.

Der einzige Kaktus, der ein wenig echtes Blau in seiner Blüte zeigt ist Wittia amazonica [Pseudorhipsalis amazonicus]. Grundsätzlich sind Kakteen “technisch” nicht in der Lage, blaue Farbstoffe in der Blüte einzulagern, darum reicht es im allgemeinen meist nur zu purpur bis violett – viel blauer wirds einfach nicht.

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Die am wenigsten schmerzhafte Methode auf einem Kaktus zu sitzen

Die Idee von Designer Deger Cengiz hatte ich auch schon mal – einen Kaktus-Stuhl zu basteln. Meine Version wäre nicht so schick geworden und ich hätte wohl auch nicht solch eine schöne Erläuterung dazu gehabt:

I’m not saying that sitting on this uber-designy glass chair is going to be all that comfortable, but it’s gotta be a hell of a lot more comfortable than just sitting your ass down on a cactus.

… Cactus Chair is an experimentation to investigate the effect of visual data to the user’s experience. The existence of the Barrel Cactus gives a temporary discomfort, even though the user knows that the cactus behind the glass is not a real threat.

Rein fachlich habe ich natürlich etwas zu bemängeln – die Pflanze wird trotz wunderbar transparenter Konstruktion nicht ausreichend Licht (UV) bekommen. Positiv: der Echinocactus grusonii steht in Erde und hat eine Drainageschicht – da hat jemand mitgedacht. Bleibt zu hoffen die Algen machen sich nicht breit – Fenster putzen am Sessel ist nicht so leicht :)

hier gefunden – Danke Jens!

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Monadenium – Monographie von Albert Pritchard im Anmarsch

Monadenium - Albert PritchardAnfang des Jahres wurde die neue Monographie über die Gattung Monadenium angekündigt. Im März kam das Buch in unseren Frühjahrskatalog. Die Auslieferung sollte bis spätestens Mitte April erfolgt sein – ganz sicher!

Entsprechend waren auch die Versprechen an unsere Kunden. Das es Verzögerungen geben könnte, kündigte sich recht bald an – zwischenzeitlich war der Autor verstorben, die Herausgeber entschieden das Werk dennoch zu veröffentlichen.

Kein ganz einfaches Vorhaben und die ursprüngliche Zeitschiene war irgendwann nicht mehr zu halten. Weder zum Erscheinen unseres Frühjahrskataloges, noch zum Jubiläum/Tag der offenen Tür war das Buch eingetroffen. Auf Nachfragen gab es zwar immer wieder neue Fertigstellungstermine, die allerdings immer wieder verstrichen. Nach dem letzten Stand der Informationen sollte das Buch in dieser Woche eintreffen – ich bin nach wie vor zuversichtlich. Mir tut es für all die Kunden leid, die nun schon seit Wochen vergeblich auf ihr Buch warten.

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Mein kleiner grüner Kaktus, Ärzte und Potter Puppets

Sehr hübsch, diesmal eine neue Interpretation zu den Ärzten

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Besser Wetter und Aufwärtstrends

Es geht aufwärts. Gestern Abend trocken mit romantischem Sonnenuntergang. Heute nahezu durchgehend Sonne.

Und da kommt schon ein wenig Neid auf – aus dem Süden. Wir dürfen hier arbeiten und dort ist Feiertag, aber dafür geht die Welt in schwarzen Wolken unter. Das hat auch sein Gutes – immerhin zwei Gründe nach Erfurt zu fahren. So habe ich unseren lieben Kakteenkunden Peter G. aus Franken heute verstanden. :)

Bevor die nächsten Ereignisse ihre Schatten werfen (heute war die erste Vorbesprechung mit der Crew Kakteenessen 2010) habe ich umgesetzt, was ich geplant hatte – mal wieder ein umfassender Zug durch die Gewächshäuser…

Trotz miesem Wetters blüht und grünt es allerorten. Sogar die ersten Königinnen haben in der letzten Woche schon geblüht – um genau zu sein 26 Stück. Und da kommen noch einige mehr.

Auch im Versand haben wir den größten Teil des Rückstandes abarbeiten können, in wenigen Tagen können wir wieder in gewohnter Geschwindigkeit ausliefern. Unterwegs hat es hier und da gezwackt, manche Bestellung hat mehrere Wochen auf sich warten lassen, Anfragen, Projekte sind ungebührlich lange liegen geblieben. Unsere Mannschaft hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um alle Aufträge so schnell wie möglich auf die Reise zu bringen – von mir gibts dafür ein großes Dankeschön!

Bei allen, deren Geduld strapaziert wurde entschuldige ich mich – wir sind auch in diesem Jahr noch “nebenbei” fleissig gewesen, unsere Abläufe zu optimieren, in der nächsten Saison sind wir noch schneller – versprochen!

Hier noch ein paar Bilder aus dem Gewächshaus:

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the days after Jubiläum …

Ich bin irgendwie immer noch wie betäubt.

Volle Ladung – Ein geballter Tag Jubiläum und gleich darauf der Tag der offenen Tür in unserer Gärtnerei mit Massenansturm. Das ist schon wieder fast drei Wochen her…

Danach. Danach – habe ich gedacht. Danach ist wieder Zeit zum Luft holen.

Vorher waren vier stramme Monate1:

  • Vorbereitung für die Saison,
  • Katalog Erstellung und Versand,
  • Start in die Saison,
  • Vorbereitung Einladungen und Gästeliste,
  • zwischendurch Kakteenbörsen und Treffen
  • Treffen Kakteenforum
  • Vorbereitung Pressearbeit
  • Familien- und Geburtstagsfeiern
  • Interviews und Drehtermine,
  • fettes Finale die letzten zehn Tage die Gestaltung der Ausstellung und 2, aber dann waren noch zwei Tage aufs beste über die Bühne zu bringen
  • ein wunderbares Jubiläum mit vielen lieben Gästen und Glückwünschen aus der ganzen Welt und
  • ein bestens organisierter Tag der offenen Tür zu dem unsere Mannschaft noch einmal alles gegeben hat.

Aber irgendwie wurde es danach doch nicht ruhiger. Da waren ganz trivial Unmengen von Aufträgen, die wir baldmöglichst auf die Reise schicken wollen. Rückfragen, Veränderungen – halt ganz alltägliches. Erfreulich dass es alltägliches ist.

Denn heute kam auch die aktuelle Marktstudie für den Grünen Bereich und da gab es hier und dort Dellen für die Gärtner. Einbußen von über 5 %, bei den Schnittblumen läuft es nicht mehr so wie gewohnt. Zimmerpflanzen sehen da schon besser aus – 3 % Zuwachs im Anbau. Zu den Zimmerpflanzen gehören auch die Kakteen. Die tragen vielleicht auch ein wenig zum Optimismus im Grünen Bereich bei – und der wird zwar im Gesamtvergleich und Blick auf die Volkswirtschaft nur selten mit dem Stellenwert betrachtet, den er eigentlich verdient, und das scheint mir symptomatisch. Das ist wie mit den Pflanze selbst. Die wohltuende und beruhigende Wirkung von Pflanzen ist zwar bekannt, aber wer seine Wohnung einrichtet denkt eher an Küchenzeile, Sitzgarnitur oder Bücherschrank denn an den hellen Platz für schöne Pflanzen.
Hmm.

Ich sollte auch mehr Zeit mit den Pflanzen verbringen, statt hier vor der Kiste zu hocken… bis zur nächsten Meldung

  1. in denen der Tag selten vor 2 Uhr morgens endete []
  2. was bin ich dankbar für die Hilfe, die wir von allen Seiten bekamen []

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Ältester Versender in Europa und wenig kreativer Shop

Martin Gross-Albenhausen spricht zum 325-jaehrigen Jubilaeum bei Haage in ErfurtAm vergangenen Freitag war zum Jubiläum auch ‘Mr. Versandhaus’ Martin Groß-Albenhausen zu Gast.

In seinem Grußwort kürte er Kakteen-Haage im Nebensatz zum Erfinder des ‘Long Tails’, bevor dieser Begriff überhaupt definiert wurde. Mit aktuell etwa 20.000 Artikeln nehmen wir uns heute neben Conrad oder Otto vielleicht wie ein Ruderboot neben einem Supertanker aus, aber Nische ist nun mal Nische und da schauen die Relationen immer etwas anders aus.

In diesem Blogbeitrag piekt er unseren zugegeben nicht vor kreativer Leistung überbordenden Shop auf (launched 2008). Allerdings relativiert er die Aussage mit der These 60-30-10 (60 % Zielgruppe, 30 % Angebot (richtiges Produkt), 10 % kreative Umsetzung).

Die Frage, ob eine Webseite in genialem Design ‘verkäufriger’ wirken könnte liegt nahe. Ich habe eine anprechende und zeitgemässe Gestaltung oft als einen Luxus betrachtet, den ich mir nicht jederzeit leisten kann und mag. Ob unsere Kunden letztlich wirklich mehr Kakteen in ihr Warenkörbchen stecken mag ich weniger den geschmackvollen Farbkombinationen, als dem Interesse des Kundens unterstellen. Der Kunde soll sich wohlfühlen. Um das Bild zu verdrehen: ob er dies im Norwegerpullover oder im Smoking erlebt ist vielleicht nicht ausschlaggebend, wenn er auf der Suche nach seinem Lieblingskaktus ist. Wenn ich unter diesem Aspekt unseren Katalog anschaue – er liefert sicher eine ganze Menge Informationen für einen Kakteen-Anfänger, verlangt diesem aber natürlich auch etwas Fachwissen ab. Dennoch – im Vergleich zu den schick gestylten und gut getexteten Magalogen von Titus, Bogner oder den klassischen Tee-Versendern können wir noch reichlich Information unterbringen – im Vergleich zu den in der Nische verbliebenen Preislisten dürfen wir ganz zufrieden sein. Aber nicht zu sehr – es geht immer noch besser – das haben wir über dei Jahrhunderte gelernt.

… kreativ oder nicht – wie gut, dass unser Shop gerade noch ein Facelift bekommt – ich fühle mich in schöner Umgebung in jedem Falle wohler.

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Geburtstagsglückwünsche

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