Archive for November, 2011

Besuch vom Amt

Gestern war das Umweltamt da. Bisher dachte ich, der Umgang mit dem Finanzamt hätte das höchste Frustpotential, nun bin ich nicht mehr sicher.
Aber der Reihe nach:
Im September verlor eine Autofahrerin des nachtens die Kontrolle über Ihren kleinen Corsa, kam von der Straße ab und brachte zwei 6m hohe Fichten nebst Gartenzaun zu Fall. Die Ruinen sollten nun beim Zaunaufbau final gefällt und in 2 Jahren via Kamin noch sinnvoll genutzt werden.
Der Unfall war ärgerlich, weil die Bäume eigentlich schön waren, aber mehr war nicht zu sagen.

Eigentlich….
Vor einiger Zeit bekamen wir den Tip, dass es doch nicht so einfach ist. Die Stadt Erfurt hat eine Baumsatzung. Da will das Umweltamt mitreden.
Und das hat es nun getan.
Die Bäume wurden von Nachbar Wilfried vor ca. 20 Jahren aus Samen gezogen und sollten als Weihnachtbäume jedes Jahr Freude machen. Irgendwie ist die Sache aus dem Ruder gelaufen, es waren zu viele und die sind gewachsen.
Nach dem Unfall hatte es sich dann auch fast erübrigt, die letzten 2 verbleibenden ansehnliche Exemplare sollen dieses Jahr die Predigerkirche zu Weihnachten schmücken.
Damit die Predigerkirche die versprochenen Bäume bekommen kann, bedarf es in Erfurt einer Fällgenehmigung. Und 42,50 € Gebühr (mindestens), dann noch eine Nachpfanzung oder 125 € in die Stadtkasse. Weil die Bäume schon mehr als 30 cm Stammumfang haben ( nicht Durchmesser!) Für die Unfallbäume wäre dem Amt die Strafzahlung am liebsten. Zahlt ja eh die Versicherung, so der Kommentar – klasse Einstellung!

Dann ist da noch ein Nussbaum, der ggf. in ein paar Jahren an Altersschäche auseinanderbricht, den haben wir mit aufnehmen lassen haben. Bei den Gebühren und dem aroganten Umgang will ich die Brüder vom Amt so schnell nicht wieder auf dem Hof haben. Nun hat der Nussbaum 2,80m Umfang, da sind 3 kleine Bäume nachzupflanzen (für jeden angefangenen Meter)
Mein sonst aufgeschlossener Umgang mit dem Umweltschutz hat heute einen ordentlichen Knacks gekommen.
Den Einwand, das in den letzten 5 Jahren etliche Bäume auf dem Grundstück gepflanzt wurden, wurde abgeschmettert, die Nachpflanzung heisst Nachpfanzung, weil es erst nach dem Fällen geschiet. Der Umstand, dass man schon ein paar Jahre vor der Fällung Gedanken um die Gestaltung macht, ist im Gesetz nicht vorgesehen. Für den Nussbaum z.B. wurde ein Ginko gepflanzt, damit der Standort dann nicht so kahl ist.

Liebe Stadt, ich frage mich, was Ihr mit Eurer Baumsatzung erreichen wollt, ausser die Arbeitsplätze für ein paar Paragraphenreiter und die Strafzahlungen.
Ich für meinen Teil schaue nun sehr kritisch, ob die kleinen nachwachsenden Bäume wirklich groß werden sollen und so in Euern “Bestandsschutz” fallen oder ob es nicht in paar Büsche auch tun, auf den Ihr dann nicht die Hände habt.
Nach Eurer Theorie hat man ja irgendwann ein Waldgrundstück, wenn man für die großen Bäume immer viele kleine nachpflanzen muß – oder man zahlt halt…
Interessant waren auch die Reaktionen aller, mit denen ich bis jetzt meine Geschichte geteilt habe. Durch die Bank weg gab zwar Verständnis für die Bäume und dass gerade große, würdevolle Exemplare nicht einfach abgesägt werden können, aber im selben Atemzug auch Unverständnis oder eine eigene Geschichte mit dem schwierigen Umgang mit dem Umweltamt. Da war keiner, der das Vorgehen der Stadt gutheisst.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ist nicht bis zu Ende gedacht…

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Gärtnern im Ausland

Als Gärtner auf Hawaii in Bananen machen – ist das nicht ein Traum.

Julia war im vergangenen Jahr dort und hat sich unter anderem um Bananen, Radiesschen, Erdnüsse, Zweitklässler, Gründüngung und Hühner als ‘Rasenmäher’ gekümmert. Hier ist ihr hawaiianisches Tagebuch.

Sehr beeindruckend fand ich den liebevoll geschriebenen Japan-Bericht von Katja.

Für engagierte Gärtner-Azubis gibt es immer wieder die Möglichkeit, einen Teil der Ausbildung, oder einen Zeitraum nach der Ausbildungszeit im Ausland zu Arbeiten. Ziele dafür gibt es auf der ganzen Welt. Von Kasachstan bis Canada, von Japan bis nach Chile, von Litauen bis nach Neuseeland. Mir ist leider noch kein konkreter Kakteen-Betrieb bekannt, den man auf diese Weise besuchen kann. Verschiedene Organisationen helfen bei der Vorbereitung und Koordination des Aufenthaltes, bei Bedarf für Sprach- und Vorbereitungskurse und sorgen vor Ort für Betreuung.  Oft gibt es sogar finanzielle Unterstützung.

Wir sind schon gespannt auf unseren Kaktusgärtner-Azubi für 2012 und hoffen auf engagierte Bewerber, die wir vielleicht auch auf Reisen schicken können.

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mdr-Garten verpasst

Da war ich schon mal im Fernsehen – und es sollte doch eine unterhaltsame Sendung geworden sein – und ich hab beide Sendungen einfach verpasst.

Thema: Kakteen, ihre Früchte und was man damit leckeres anstellen kann – quasi Kakteenessen mal etwas anders.

Wie gut das es eine Mediathek gibt – und gute Freunde, die die Sendung für mich aufgenommen haben :)

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Blühende Crassula-Geldbäumchen – wie geht das?

Eigentlich machen die meisten Menschen alles richtig mit ihren Geldbäumchen (Crassula portulacea oder Crassula ovata). Dennoch hält sich das Gerücht hartnäckig: die Pflanzen blühen erst ab einem biblischen Alter. Richtig ist: mit einfachen Tricks können auch schon junge Pfennigbäume blühen – und hier zeigen wir, wie das geht.

  • Ruhezeit zur Anlage der Blüten von Anfang September bis Ende Dezember
  • hell und kühl stellen (z. B. Treppenhaus)
  • nicht giessen …
  • ganz kleine Pflanzen können ab Dezember einmal im Monat an einem sonnigen Tag gegossen werden
  • große Pflanzen bleiben sogar bis nach der Blüte im Januar trocken stehen – das schont die Wurzeln und die Substanz ist ausreichend für die Wasserversorgung

Wer einen eigenen Geldbaum mit Blütengarantie haben möchte, kann diesen im Moment hier knospig kaufen – allerdings haben wir nicht so schrecklich viele Exemplare von diesen schöne Pflanzen. Alternativ gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit der Stecklingsvermehrung. Hilfreich ist es, die Stecklinge von Pflanzen zu nehmen, die schon einmal geblüht haben1 – bei der richtigen Behandlung klappt es dann auch ganz schnell mit eigenen Blüten am kleinen Pflänzchen.

Übrigens … im Kakteenforum habe ich schon 2003 einen Artikel geschrieben, wie man Geldbäumchen erziehen kann – also in eine gewünschte Form bringen. Und im Archiv gibt es eine lange Korrespondenz dazu.

Und ein schöner Beitrag wie es mit der Vermehrung gut klappt hat Stephanie im Gärtnerblog geschrieben.

Hier Fotos, die ich eben in unseren Beständen geschossen habe. Hier kann man auch die vielen verschiedenen Laub-Varianten sehen, die in der Herbstsonne wunderbar leuchten.

  1. selten, aber es gibt manchmal auch sogenannte “Böcke” die nicht blühen, aber bevor Sie jetzt Ihre Pflanze, oder die Ihrer Nachbarin verdächtigen, dies kommt sehr selten vor, 98 % der Blüh-Ausfälle sind auf die fehlende Ruhezeit zurückzuführen []
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was bei der Aufzeichnung beim mdr Garten so mit Kakteen-Früchten passiert und wie man zu Kakteenfrüchten kommt

Gestern hatte ich wieder mal einen “Auftritt” beim mdr-Garten. Thema: Kakteenfrüchte und was man damit anstellen kann.

Zur Vorbereitung haben wir ganz viele Pflanzen mit schönen Früchten in der Gärtnerei zusammengesammelt.

Die erste Frage war: welche Kakteenfrüchte kann man essen?

Klar, im Grunde ja erstmal so ziehmlich alles was einigermaßen fleischig ist, aber da kommen schon die ersten Einschränkungen. In einer Drehpause habe ich mir mit Claudia Look-Hirnschal eine Gymnocalycium-Frucht geteilt. Wir haben beide befunden: – nicht lecker. Dafür waren wir beide plötzlich furchtbar albern und mussten uns arg zusammenreißen, um weiterarbeiten zu können. Die Früchte von Mammillaria waren bekanntermaßen lecker. Lophophora standen zwar mit auf dem Tisch, allerdings haben wir uns die gespart: Meister Wilhelm hat heute früh auf meine Frage nach dem möglichen Alkaloid-Gehalt in den Früchten salomonisch geantwortet: “kann schon sein”. Allgemeine Begeisterung gab es bei der  Verkostung der Pitaya. “Die sind gut – und für einen Kaktus ganz schön saftig!”

Und dann ging es ja noch um die anderen Früchte. Ich nenne sie mal die Trockenfrüchte, die kaum was lecker fleischiges haben. Auch mit denen lässt sich noch etwas kuinarisches anfangen. Dafür hatten wir uns extra eine schicke Getreidemühle geliehen und habenmit Astrophytum Cactus-Flakes gemacht. So ähnlich haben schon amerikanische Indianer-Stämme einen nahrhaften Brei hergestellt. Die Getreidemühle wirkt im übrigen extrem magnetisch auf Männer, nicht nur Valentin (4) hat es geliebt, sinnlos Cerealien durchzumöllern, auch die Männer vom Drehteam hatten einigen Spaß beim Kaktus mahlen.
Perplex war ich dann bei der Frage: was muß ich tun, damit mein Kaktus Früchte bringt? Aber klar, was für mich Alltagsverständnis ist, ist für andere vielleicht völliges Neuland.
Aber dafür war die Sendung ja auch gedacht: also – erst brauchen wir Blüten um zu blühen will jeder Kaktus eine Winterruhe, also von Oktober bis März kühl halten und nicht gießen. Wenn es dann blüht (von Art zu Art ist das unterschiedlich) brauchen wir zwei Pflanzen aus der gleichen Art mit Blüten und einen feinen Pinsel. Mit dem holen wir den Blütenstaub von einer Pflanze und bringen den auf den Stempel der anderen – und umgekehrt. Das war schon alles. Wenn “es” geklappt hat kann man ein paar Wochen später sehen, wie sich am Grund der vertrockneten Blüte die Frucht entwickelt und immer dicker wird.

Wie das genau gemacht wird und was man mit den Blüten anstellen kann gibts dann im nächsten mdr Garten zu sehen. Sendetermin ist übrigens der 15.11. um 15.30 Uhr auf dem mdr-Fernsehen via Antenne, vielleicht auch im Livestream/Mediathek.

… und  den mdr Garten habe ich gestern auf facebook gefunden :)   – die Seite ist aber noch leer.

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Wohin gehört Aloe ‘Cosmo’

Schon wieder auf Namenssuche:

Im Gewächshaus hatte ich eben eine der wenigen sehr schönen Aloe ‘Cosmo’ in der Hand. Ich finde die Pflanzen sehr schön, mit ihrem kompakten Wuchs, den sie offenbar nur bei ausreichend Licht und gerade ausreichender, also nicht reichlicher Düngung beibehalten. Aber mir fehlt eine Artangabe. Wir wissen, die Sorte ist eine Kreuzung zwischen Aloe und Haworthia. Welche Aloe mit im Spiel war, wissen wir aber nicht. Dafür finde ich mal wieder alles mögliche andere:

  • Aloe Cocktails und Drinks bei Cocktailgogo,
  • auch als Sorte mit weiterer Sortenbezeichnung, hier unter Aloe cosmo ‘green pearl’ bei N-S Succulents,
  • ein Video in dem Aloe Black im Cosmo in Las Vegas um einen Dollar singt,
  • und auch die französischen Palmenfreunde sind auf der Suche nach Informationen über Aloe ‘Cosmo, haben aber schöne Fotos davon …
  • noch schönere Fotos von der Pflanze soll man sich bei shutterstock herunterladen und …
  • als Highlight auf der Suche: Aloe cadabra wirbt für Aloe als Bio-Gleitgel beim Sex. In einem – für amerikanische Verhältnisse – sehr offen geschriebenen Artikel – hier flutschts.

Leider flutsch nix in Sachen Namensfindung – Aloe ‘Cosmo’ bleibt vorerst bei ihrem Namen – ohne Art.

… jetzt noch die Bilder und dann zurück zu unserer Herbst-Ergänzungs-Liste 2011 …

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