Archive for September, 2011

Der Tag an dem der Papst nach Erfurt kam

Erfurt – jetzt des heiligen römischen Reiches Papststadt. Was eine Uffrechung dahier!

Kurz vor dem Mittag flogen dicke Flugzeuge über die Blumenstadt und warfen heiligen Inhalt ab.

Seit Tagen steht an jeder ernstzunehmenden Kreuzung ein einsatzbereites Paket Absperrgitter. Über die Zugangsparameter der Innenstadt und die Verkehrs/Parkplatzplanung wird seit Wochen gemutmaßt.

Hubschrauber zum Papstbesuch

Hubschrauber zum Papstbesuch - hier der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin direkt über der Cactusfarm

Hubschrauber kreisen ständig über uns. Seit gestern parken im Zentrum nur noch Polizeiautos. Dafür sind Zentrumbewohner mit ihren Autos auf  unserem Parkplatz untergeschlüpft. Schön, helfen zu können. Doch nicht alle finden den Ausnahmezustand tolerabel. Beim Frisör werden die nagelneuen Dixi-Batterieen belästert, die vielen angekündigten Limusinen, das viele Geld …

Mir ists recht. Ich bin stolz, stolz auf unsere Stadt, darauf, dass die Welt für einen kurzen Moment auf Erfurt schaut. Diesmal unter einen guten Stern. Wie gut ist es doch, in Erfurt zu leben.

Und jetzt ist seine Heiligkeit eingetroffen. Schon ein komisches Gefühl. Er ist hier in unserer Stadt. Heute, jetzt gerade im Moment.

Vorbereitungen darauf laufen schon lange. Das erste waren die Ratzefummel-Radiergummis, in den Kirchenläden gab es Ikonen zu kaufen. Gullydeckel wurden zugeschweisst, Strassenlaternen versiegelt, der Domplatz etwas aufgehübscht, im Dom ist keine Besichtigung möglich. Klar gibt es Nörgler, aber im Schnitt scheint mir der Erfurter den Rummel mit fröhlicher, schlechtestenfalls stoischer Gelassenheit hinzunehmen. Und eigentlich ist doch alles weit weniger schlimm, als es erwartert wurde. Gegendemo – ja, gab es, aber: die Stadt war heute nahezu  leergefegt. Darum keine Behinderungen auf dem Weg in die Blumenstrasse. Selbst die Post war

Bischofsmütze zum Papstbesuch - Astrophytum myriostigma

Bischofsmütze zum Papstbesuch - Astrophytum myriostigma

entgegen der Ankündigung pünktlich.

Und wir haben etwas versemmelt. Unseren Beitrag zum Papstbesuch in Erfurt.
Wir hätten hübsch unserer schönen Erfurter Bischofsmützen auf dem Domplatz anbieten können. Aber wer kommt denn auf solch geniale Ideen?

Schliesslich gibt es auch Erfurter Papst-Senf von Born. Der gehört halt dazu – nur nicht zur Thüringer Rostbratwurst.

Papstsenf aus Erfurt

Papstsenf aus Erfurt

 

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bye bye Kakteen-Haage Online-shop

So lange Jahre hat er uns begleitet, nicht einmal die Agentur, die das Design für uns entwickelt hat existiert heute mehr. Und nun ist seine Zeit vorbei … eigentlich schon seit längerem, denn ein neues Design gibt es schon seit 2010 – nur die Umsetzung für den Shop ist nicht so einfach gewesen und hat sich lange gezogen.

In den vergangenen Tagen war der Bauarbeiten-Endspurt und in Kürze ist das neue Design dann auch in voller Pracht zu sehen, was wir hier schon in der Vorschau haben.

Frischer, sauberer, heller, übersichtlicher – das waren die Leitlinien für das neue Design – und ich bin schon gespannt, wie es ankommt.

Auch inhaltlich wird es ein paar kleine Änderungen geben. So erwarten wir schon etwas fiebrig die neue Epicactus-Vermehrung, die in den nächsten Wochen in den Verkauf kommen soll. Dann brandneu auch in unserer kleinen Herbst-Ergänzungsliste, aber dazu später mehr.

Jetzt müssen noch ein paar Texte vervollständigt werden und das kostet erfahrungsgemäß Zeit …

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Weimar – Arno Geiger erhält Literaturpreis der Adenauer-Stiftung 2011

Sonntag morgen, diesig, kurz vorm Regen, unterwegs in Sachen Kultur.

Belvedere, Musikgymnasium, wie in einem Amphie-Theater sitzen große Mengen illusterer Menschen auf wenig komfortabel aussehenden Holzstufen und lauschen.

Frau Lieberknecht hält eine Ansprache

Noch illusterer: unsere Ministerpräsidentin Lieberknecht hat Geigers Buch gelesen, sagt sie – und versucht sich in der Literaturkritik. Spricht bedeutungsvoll über den König, den Vater, Sohn, unsere Unzulänglichkeiten, Krankheit, Demenz, Tod – und unausweichlich: die Fäden in unsere heutige Gesellschaft.

Die Laudatio von Dr. Meike Feßman. Ich gestehe meine gänzliche Unbeschlagenheit was Geigers bisheriges Lebenswerk angeht – nun weiß ich immerhin, wie ich dass was ich noch nicht gelesen habe bestenfalls verstehen könnte. Frau Feßmann schien das Buch „Alles über Sally“  am besten zu gefallen, zumindest von diesem Buch habe ich nun eine grobe Vorstellung.1

Kritik? – so richtig kritisch ist keiner der Festredner, Geiger ist vielmals hochverehrt und man ist des Lobes voll. Gehe ich recht in der Annahme, dass Literaten wohl schreiben, nicht aber reden können müssen? Man spricht jedenfalls recht steif. Herr Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP würzt seine Begrüßung einmal mit persönlichem: freut sich darüber, dass Ministerpräsident a. D. Bernhard Vogel sein Lob gestisch immer zu beschwichtigen sucht. „Aber er hat mich nach einer Rede noch nie darum gebeten, das nicht wieder zu tun“. Allgemeine Freude. Ihm gefällt es auch, drum verkündet er: “Sehen Sie: Spontanität ist auch Kunst”.

Ein weiteres Geiger-Lieblingszitat – in aller Munde:

Das Leben ist ohne Probleme auch nicht leichter.

Und dann spricht er selbst. Nun mit Preismäppchen unterm Arm, vielleicht wirklich gerührt, aber vor allem ist er vorbereitet – das ist

Arno Geiger erhält Literaturpreis 2011

offenkundig anders als bei Oscar & Co. Hier gibt es keine Viersatz-Dankes-Stammel-Rede, Geiger spricht – nun gut, auch er liest ab, aber dies gut. Von Schlägen und Grenzen. Liest vor von seinen nächtlichen Grenzgängen: „Wir sind in meiner Kindheit jeden Herbst über die Grenze nach Deutschland gefahren und haben pro Person eine Stiege Äpfel zollfrei nach Hause (Österreich) gefahren“. Und von seinem Onkel, der Zolltierarzt war und bei jeder Gelegenheit eingenickt ist. Darum musste ihn beim Autofahren immer ein Kind begleiten und wach halten. Oder die Geschichte vom versehentlich amputierten Wellensittich … aber dass führte jetzt zu weit. Auch über Adenauer und das Alter wird noch mal sinniert.

„Der wurde von seinen Parteikollegen doch nur in immer höhere Ämter gehievt, weil sie ihn für eine Übergangslösung hielten“.

Fazit: eine Literaturpreisverleihung ist anstrengend, wenn sie im Stehen stattfindet, man spart sich möglicherweise einige wichtige Bücher gelesen zu haben, denn man weiß vielleicht, was drin steht (bringt sich aber dennoch um den eigenen Genuß) – und fürs nächste Jahr überlege ich mir, ob mir nichts besseres einfällt -  vielleicht ein Buch lesen2.

Im Park regnet es jetzt. Und die illusteren stehen Schlange für einen Unterschrift.

 

 

  1. am Rande: Amazon ist dieses Buch „im  Tausch“ ganze 0,60 € wert []
  2. Vielleicht bin ich auch neugierig, ob eine Literaturpreisvergabe immer gleich abläuft und bin doch wieder in Weimar []
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Astrophytum auf der Startseite von Kakteen-Haage.de

Astrophytum Mutterpflanzen auf der Startseite von Kakteen-Haage

… mal fix noch die Startseite aktualisiert – jetzt finden sich die Astrophytum-Mutterpflanzen auch hier – und ein bisschen Hintergrundgeschichte zu den Pflanzen …

und der Server arbeitet auch wieder normal1

Und in der Gärtnerei wird momentan wieder fleissig gebaut – hinter den Kulissen – später mehr dazu.

  1. der hat in den letzten Tagen ein wenig unter der Last geächzt []
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Was tun gegen Trauermücken

Kakteen stehen meist trocken, aber dennoch können ihnen Trauermücken gefährlich werden. Häufiger treten natürlich Schäden an anderen Pflanzen wie Epicactus-Hybriden, Weihnachts- und Osterkakteen, oder anderen Sukkulenten auf.

Dabei sind das eigentliche Problem nicht die Trauermücken selbst, sondern deren Larven. Die Winzlinge (5-10 mm lang) leben im Substrat. Eigentlich ernähren sie sich von den organischen Bestandteilen der Erde, also Torfanteilen, Pilzsporen und sorgen in der Natur für die Umsetzung der organischen Substanz. Bei Kulturpflanzen im Gewächshaus sind die Trauermücken wenig beliebt, die Larven nagen auch gern mal an frischen Stecklingen, oder Wurzeln. Häufig entsteht der  größere Schaden dann durch den Befall durch Pilze.

In den meisten Fällen entdecken wir Trauermücken durch die umherschwirrenden Minifliegen im Gewächshaus – oft in der nähe von Pfützen oder Tropfstellen und feuchtem Substrat. Allerdings ist nicht jede kleine Fliege eine Trauermücke. Viele der kleinen Piloten – wie die Fruchtfliegen – sind für Pflanzen völlig ungefährlich.

Was können wir gegen Trauermücken tun?

  • nasse oder bemooste Pflanzen in der Sammlung vermeiden
  • Pilzherde und zu feuchtest Substrat entfernen1
  • neue Pflanzen überprüfen und im Zweifelsfall extra “in Quarantäne” halten
  • Kulturfläche reinigen/desinfizieren, nur neue Töpfe verwenden
  • Wasserhaushalt kontrillieren, Staunässe vermeiden
  • ausreichend Platz für die Pflanzen
  • Pfützen im Gewächshaus vermeiden
  • Erdsäcke verschlossen lagern, ein Kompost kann Quelle für Trauermückenlarven sein
  • Gelbtafeln helfen frühzeitig einen Befall durch Trauermücken zu erkennen

Wenn die Trauermücken da sind helfen verschiedene Insektizide, aber auch passende Nützlinge können sehr wirksam eingesetzt werden. Mit einem Nützlingsgutschein z. B. für Raubmilben oder Nematoden gegen Insekten kann man zudem sehr flexibel und schnell reagieren.  Wir setzen in unseren Mutterpflanzen bei Befall gern Nematoden ein. Sie können einfach und schnell mit der Gießkanne ausgebracht werden und wirken effektiv. Die Nematoden befallen die Trauermückenlarve, bringen diese in kurzer Zeit zum Absterben und vermehren sich gleichzeitig und haben dadurch eine gewisse Langzeitwirkung.

Nette bis kuriose Vorschläge habe ich erwartungsgemäß bei frag Mutti gefunden, darunter: Kieselsteine und Regenwürmer ins Substrat mischen, oder besprühen mit Pfefferminz-, Knoblauch- oder Tabak-Brühe.

Mehr technische Details bei Wikipedia.

Einen sehr guten, umfangreichen Artikel fand ich von Maja in “die grüne Welt

  1. Trauermücken lieben Bodenpilze, sie fühlen sich über weite Entfernungen davon angezogen []
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