Archive for September, 2010

Unternehmerfrühstück des Jahres

Unternehmer des Jahres beim KaffeeGestern Abend im Festsaal des Erfurter Rathaus gab es nun offiziell eine güldene Pyramide (im Bild auf dem Frühstückstisch). Der Preis des Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) für den Unternehmer des Jahres 2010. Auf dem Schildchen am Fuß steht Ulrich Haage.

Um es vorsichtig zu formulieren – das Frühstück heute morgen war etwas unruhig. Ab sieben bimmelte ein erster Anrufer, ein guter Freund der davon in den Nachrichten gehört hatte und erstmal gratulieren musste. Weitere folgen.

Die Frage nach dem Warum ist dennoch unterwegs. Ich glaube, der durchschnittliche Unternehmer des Jahres fragt nicht danach. Ich frage mich schon, was ich bewege. Kann ich etwas bewegen.

Eins meiner Themen: Kinder wieder näher an die Praxis, in den Beruf bringen. Oberbürgermeister Bausewein konnte sich ein grinsen nicht verkneifen, als ich vorschlug, er könnte doch Kindern mal zeigen, was ein OB so macht. Kaktus-Kindergarten bei Kakteen-HaageWir machen manchmal Kaktuskindergarten in unseren Gewächshäusern – so wie hier mit Heidi und Kollegen. Dann können ganz kleine Kinder schon mal schauen und mitmachen, was die Gärtner so treiben. Und ich bin sicher, es gibt auch andere Berufe, die sehr interessant sind, mal durch Kinder erforscht zu werden. Verkehrspolizist, Solarmodulbauer oder Förster. Vielleicht läßt sich sowas als Unternehmer des Jahres in Bewegung setzen. Die Pyramide lässt sich in vielerlei Hinsicht deuten. Für mich ist die Basis Familie, Freunde, Mitarbeiter. Für uns alle sind es Kinder, ohne Kinder geht es nicht weiter. Klingt pathetisch, ist aber so.

Und noch eine Frage: Ich habe ein wenig herumgeforscht, bislang gab es offensichtlich noch keinen Gärtner, der zum Unternehmer des Jahres gewählt wurde. Thüringer Allgemeine vom 28.9.2010Warum eigentlich? Immerhin hat es ein Gärtner in die Ehrenzeile des Festsaales im Erfurter Rathaus geschafft. Christian Reichart (*1685) hat vor knapp dreihundert Jahren als Gärtner hier im Rathaus gesessen. Immerhin doch ein schöner Punkt zum anknüpfen.

OB Bausewein schloß seine Laudatio im übrigen doch tatsächlich indem er aus dem cactusblog zitierte :)

… ich sehe gerade: auch die Thüringer Allgemeine berichtet heute darüber.

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Kakteen und Sukkulente als Fütterpflanze für Ameisen

Die einen sammeln Kakteen, andere beschäftigen sich mit Ameisen. Vor einigen Jahren bin ich einmal gefragt worden, ob uns Pflanzen bekannt sind, die als Futterpflanze für Ameisen geeignet sind. Die Recherche war eine recht harte Nuß, aber ich habe damals tatsächlich einige Pflanzen finden können:

Sehr deutliche extraflorale Nektarien haben wir an Epiphyllum grandilobum gefunden. Der Name sagt es schon, die Pflanze zeichnet sich durch extra große Blätter aus.

Mit einem eigenen Nektarbehälter – diesmal in der Blüte – ausgestattet, ist die erst vor kurzem gefunden und beschriebene Hildewintera colademanonis.

Als besonders besonders blühfreudig unter den Hoya gelten:

Hoya carnosa, Hoya multiflora, Hoya pubicalyx ‚Minibelle’ und Hoya pubicalyx ‚Red Button’. Diese Pflanze produzieren reichlich Nektar und erfeuen sich eines besonderen Fan-Kreises unter den Ameisen.

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Messe und Minister

Gestern tagt die Messe in unserem Gewächshaus, heute große Eröffnung der Grünen Tage Thüringen auf der Messe mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, Ministerpräsidentin Lieberknecht und unserm Thüringer Landwirtschaftsminister Reinholz. Im Moment möchte man glauben, das ganze Leben dreht sich um die Messe und Minister, nur Spuren von Kakteen.

Gestern Abend war die Narotech (Messe für Nachwachsende Rohstoffe) bei uns zu Gast und tagte mit 200 Gästen im Gewächshaus1. Es war durchaus gemütlich und die Gäste haben sich nach eigenem Bekunden wohl gefühlt. Statt einer langen Tafel gab es Einzeltische. Ich hatte natürlich gleich das Flair vom Kakteenessen im Hinterkopf, das fehlte mir schon ein wenig. Sehr schön waren hingegen die vielen dekorierten Stehtische die zum plauschen einluden und dem ganzen ein sehr festliches Flair vermittelte. Und zweihundert Leute sind ein ganz schöner Auftrieb: neben einem vollen Parkplatz kamen drei Busse – und der erste Gelenkbus auf dem Gelände der Cactusfarm. Kurz vor Mitternacht gab es noch ein kleines Verkehrschaos vor dem Tor, als alle Busse und PKW gleichzeitig starteten.

Heute früh kurz ins Büro, danach auf dem Domplatz mit OB und der neuen Blumenkönigin den grünen Herbstmarkt (Cerealienmarkt) eröffnen und dann ging es gleich weiter zur Messe. Als ich ankam war unsere Landwirtschaftsministerin Aigner gerade mitten in iher Eröffnungsrede. Bemerkenswert, der Weg zur Ehrentribüne war völlig frei, keiner fragte nach irgendwas, die Personenschützer waren völlig entspannt. Ich konnte hübsch hinter unserer Ministerpräsidentin sitzen und miterleben, wie die erste Thüringer Milchkönigin gekrönt wurde. Das war wirklich spannend, denn die gesamte Veranstaltung fand in einem Manegenähnlichen Areal statt, Milchkühe, Alpakas, Schweine, Schafe, Pferde, Bullen, Hühner, Ziegen, Kaninchen, Tauben, alles stand brav und geduldig und lauschte andächtig den Worten der Politiker und auch der neuen Milchkönigin. Nur mit einem der Fotografen gab es einen kurzen Zwischenfall, als Milchkönigin und Minister zwischen den Milchkühen abgelichtet werden sollten. Da schubste ein Bulle wohl mal kurz zurück und ein Fotograf erhob sich in die Lüfte. Der anschließende Messerundgang war für mich ein Novum. Fast eine Stunde eilte die gesamte Kolonne von Messestand zu Messestand, probierte Milch und Joghurt, Eierlikör und Apfelduft, bekam Bücher über Hühnerzucht und Präsentkörbe mit Salami und thüringer Sekt verehrt – und blieben die gesamte Zeit freundlich, willig, interessiert, souverän und lächelten immer wieder freundlich in die Kameras. Eine kleine Anekdote beobachtet ich unbemerkt vom großen Troß am Rande mit unserer Ministerpräsidentin. An einem Hallenausgang saßen zwei Jungs auf ihren Rucksäcken, vielleicht zehn, zwölf Jahre alt. Der eine sagte völlig verblüfft und etwas ehrfurchtsvoll halblaut: “das ist doch Christine Lieberknecht”. “Ganz genau”! sagte eben diese und marschierte auf die beiden zu. “Und wer seid ihr?” Den Rest der Geschichte habe ich nicht mitbekommen, die Traube der wichtigen Menschen rannte weiter und ich mit ihr. Unsere Ministerpräsidentin war erst drei Minuten später beim übernächsten Messestand wieder mit dabei, sie hat sich für die beiden wirklich Zeit genommen. Kein Fotograf war dabei, die Zeit gabs nur so für die Jungs. Das sind die Momente in denen ich mich freue, das Politiker manchmal nicht nur Politiker sind.

Nächste Woche bin ich mit dem Landwirtschaftsminister in Litauen, da gibt es dann die volle Dosis – ich bin gespannt, welche Erlebnisse mich erwarten.

  1. ich war bis zum Schluß skeptisch, ob tatsächlich so viele Menschen dort Platz finden werden []
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